-
Heliostat mit selbsttätiger Regulierung Die Erfindung betrifft einen
Heliostatenmit selbsttätiger Regelung, der ununterbrochen in Gang bleibt, ohne Anwendung
eines Uhrwerkes, der besonders zur zentralen Beleuchtung von industriellen Räumlichkeiten
durch Verwendung und Verteilung der direkten Sonnenstrahlen in ihrer Gesamtheit
oder geteilt dienen soll. Die Sonnenstrahlen können, wenn die Sonne aussetzt, durch
Strahlen elektrischer Lichtquellen großer Intensität ersetzt werden, die selbsttätig
ausgeschaltet werden, sobald die Sonne wieder scheint.
-
In der französischen Patentschrift 664 429 ist bereits eine Vorrichtung
zur Verteilung -der Sonnenstrahlen in dunkle Räumlichkeiten bekanntgeworden, bei
welcher ein zur Sonne eingestellter Heliostat auf das Dach eines Gebäudes aufgesetzt
ist und ein Strahlenbündel senkrecht in einen Schacht oder dunklen Hof sendet, in
welchem in verschiedener Höhe optische Systeme angeordnet sind, deren jedes einen
Teil des Strahlenbündels auffängt und das Licht durch- passende Öffnungen in die
einzelnen zu beleuchtenden Räumlichkeiten wirft, unter Benutzung von Apparaten,
welche das Licht in der Räumlichkeit verteilen. Vorliegende Erfindung ist eine Vervollkommnung
dieser bekanntgewordenen Einrichtung, insbesondere des dazu benutzten Heliostaten.
-
Man kennt ferner Anordnungen, welche aus einem beweglichen Spiegel
bestehen, der die Sonnenstrahlen in veränderlicher Richtung zurückwirft, wobei sie
durch einen Punkt oder durch eine festliegende Gerade hindurchgehen, und bei denen
der bewegliche Spiegel der Einwirkung der Sonne durch die Zwischenschaltung von
Motoren unterworfen ist, welche durch- Relais gesteuert werden, die von den Bewegungen
dieses Spiegels abhängen und durch die einfallenden Sonnenstrahlen betätigt werden.
-
Wenn eine solche Anordnung bei den Heliostaten benutzt worden wäre,
welche dazu bestimmt sind, das Licht in einer unveränderlichen Richtung zurückzuwerfen,
so würde eine solche Anordnung zahlreiche Nachteile mit sich bringen, von denen
die wesentlichsten folgende sind: Einerseits verhindert die Tatsache, daß die gegen
das Licht empfindlichen Relais von der Drehung des Spiegels abhängig sind, die Benutzung
von Ouecksilberrelais,welche die einfachsten, widerstandsfähigsten und billigsten
sind.
-
Andererseits, da die Änderung des Reflexionswinkels gleich dem doppelten
Winkel ist, um welchen der die Sonnenstrahlen aufnehmende Spiegel dreht, führt die
Benutzung von beweglichen, durch die einfallenden Sonnenstrahlen betätigten Relais,
um die Richtung der zurückgeworfenen Strahlen unveränderlich zu halten, zur Einschaltung
einer
mechanisch verzögernd steuernden Cbertragting zwischen gewissen
dieser Relais und dem Spiegel des Apparates, was diesen ungemein kompliziert macht.
-Der Apparat, welcher den Gegenstand vors-" liegender Erfindung bildet, hat den
Zwec)t diese Nachteile zu beseitigen, und er ist da#-durch gekennzeichnet, daß die
gegen die Wärme der Sonnenstrahlen empfindlichen Relais festliegen und durch die
vorn Spiegel zurückgeworfenen Sonnenstrahlen betätigt werden, den sie steuern.
-
Der Heliostat nach der Erfindung dagegen ist für praktische industrielle
Zwecke bestimmt; sein Antrieb erfolgt nicht durch ein Uhrwerk, sondern durch einen
bzw. mehrere Motore. Das wesentliche Merkmal besteht darin, daß die Sonne selbst
die Bewegung des Spiegels des Heliostaten bei beliebiger Ausgangsstellung desselben
regelt. Mit anderen Worten, während die bekannten Heliostaten eine Regelung der
Deklination von Hand und ein Anlassen ebenfalls von I-Iand, sowie Uhrwerke chronometrischer
Präzision, welche ständig kontrolliert werden müssen, erfordern, stellt der Heliostat
nach der Erfindung sich selbsttätig zur Sonne ein, tun die Sonnenstrahlen in bestimmter
gewünschter Richtung zurückzuwerfen.
-
Der Heliostat folgt selbsttätig den Bewegungen der Sonne (Stundenbewegung,
Deklination, scheinbare Verstellung durch atmosphärische Reflexion).
-
Er berichtigt selbsttätig Regelungs- und mechanische Fehler (in der
Einstellung der Achsen bei auftretenden Lockerungen, Biertingen usw.).
-
Dies ist, wie erwähnt, auf die Verwendung eines bzw. mehrerer Motore
mit elektrischen, thermometrischen Diiierentialkontakten zurückzuführen, die durch
Gas oder Ouecksilber unter Erhitzung durch das Sonnenlicht geschaltet werden.
-
Die Erfindung ist auch für andere Apparate, bei welchen eine ähnliche
Abhängigkeit bezweckt wird, so z. B. für astronomische Äquatorialfernrohre verwendbar.
-
Es wird zunächst ein Heliostat einfachster Ausführung beschrieben,
der entsprechend einem astronomischen Äquatorialfernrohr montiert ist, und deshalb
als Äquatoriallieliostat bezeichnet wird.
-
Der selbsttätige Antrieb des Heliostaten ist dadurch gekennzeichnet,
daß die durch den Spiegel zurückgeworfenen Strahlen bei feststehendem Spiegel auf
ein oder mehrere gegen diese Strahlen empfindliche Relais auftreffen Quecksilberkontakt
oder Unterbrecher mit Gasbirne, deren Erhitzung durch die Strahlen das Quecksilber
ausdehnt und elektrische leotitakte schlielit oder unterbricht). Die Relais lösen
einen oder mehrere Motore aus, welche den Spiegel entsprechend dem wan-1jernden
Strahlenbündel verstellen.
-
'#,Da die Sonne ein Gestirn ist, welches nicht r is sichtbar ist,
entsteht z. B. nachts oder "gedecktem Himmel eine Verschiebung WSschen der Stellung
des Spiegels und der der -Sonne. Um diesem L'1>elstande zu begegnen, ist behufs
Einstellung des Spiegels zur Sonne eine besondere Vorrichtung zum selbsttätigen
Ausgleich der Verschiebung vorgesehen.
-
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Heliostaten nach der
Erfindung dargestellt, und zwar zeigt: Abb. i schematisch in Seitenansicht die Vorrichtung
zur Abhängigmachung von den Stundenbewegungen, Abb. z einen Einzelteil derselben
in Draufsicht, Abb.3 die Vorrichtung zur Abhängigmachung von der Deklination und
Abb. q. in vergrößertem Maßstake einen Teil von Abb. 3 in Draufsicht.
-
Abb.5 zeigt schematisch in Seitenansicht eine Einrichtung zur gleichzeitigen
Abhängigmachung von den Stunden- und Deklinationsbewegungen und Abb. 6 eine Seitenansicht
eines Einzelteiles in Draufsicht der Abb. 5, Abb.7 schematisch in Seitenansicht
eine Vorrichtung zur Neueinstellung des Spiegels zur Sonne am Torgen oder nach Aufhören
ihrer Verdeckung durch Wolken, Abb.8 eine Draufsicht eines Einzelteiles dieser Vorrichtung.
-
Die Abb. 9, io und i i zeigen in Seitenansicht, von vorn und in Draufsicht
Hilfsspiegel zur Herstellung der obengenannten Abhängigkeiten.
-
Abb. 12 ist ein axialer Gesamtschnitt durch die mechanischen Teile
des lieliostaten zur Verkörperung der in den voraufgehenden Abbildungen angegebenen
Prinzipien.
-
Die Abb. 13 und 14 zeigen einen Quecksilberkontakt und Unterbrecher
mit durch die Strahlen erhitzter Gashirne.
-
Entsprechend Abb. i wirft die Sonne 26 auf den Spiegel i des Heliostaten
ein Strahlenbündel z, welches in Richtung der Weltachse, in die die Achse 5 des
Spiegels i eingestellt ist, zurückgeworfen' wird. Dieses reflektierte Strahlenbündel
fällt auf den Spiegel 12 und wird senkrecht zurückgeworfen. Die Regelung der Abhängigkeit
von der Stundenbewegung der Sonne erfolgt in folgender Weise: Wenn man in das senkrechte
Strahlenbündel 27 eine Linse 28 einsetzt, so gibt sie (Abb. 2, welche einen Teil
dieser Vorrichtung in Draufsicht zeigt) das Bild 29 der Sonne -wieder, das sich
in Richtung des
Pfeiles 30 verstellt. Senkrecht zur Verstellungsrichtung
29, 3o befindet sich ein elliptischer Spiegel 31 und über diesem eine Gasbirne 32
eines Quecksilberkontaktes, durch deren Erhitzen der Kontakt geschlossen wird. Hierdurch
wird der Motor 33 in Gang gesetzt, der die Stundenachse 5 in 24 Stunden um etwas
mehr als eine Umdrehung dreht. Diese Geschwindigkeit ist um etwa %o größer als die
der scheinbaren Tagesbewegung der Sonne. Diese Einrichtung bewirkt die Stundenabhängigkeit
des Spiegels i von der Sonne 26; denn wenn der Spiegel i in einem gegebenen Augenblicke
zur- Sonne 26 richtig eingestellt ist (das Bild der Sonne befindet sich in-diesem
Augenblicke bei z9_. der Abb. 2, d. h. etwas hinter dem Streifen des elliptischen
Spiegels 31), so stellt bei zunächst suchend gedachtem Motor und Spiegel i die Sonne
bei ihrer Wanderung das Bild 29 in den elliptischen Spiegel 31 ein. Das zurückgeworfene
Bild erhitzt die Birne 32, der Elektromotor 33 setzt sich .in Gang, verstellt den
Spiegel i des Heliostaten, das Bild der Sonne 29 geht langsam etwas nach vorn und
tritt aus dem Segment des Spiegels 31 in die in Abb. 2 gezeigte Stellung. Die Birne
des Kontaktes 32 erhält dann .die durch das Spiegelsegment 31 zurückgeworfenen Strahlen
nicht mehr, der elektrische Stromkreis öffnet sich, so daß Motor und Spiegel des
Heliostaten stehen bleiben. Das Bild der Sonne beginnt dann wieder sich dem Spiegelsegment
31 zu nähern, .und dieselbe Bewegung wiederholt sich, wodurch die Stundenabhängigkeit
zustande kommt. Da der Spiegelstreifen 31 stets senkrecht zum Verlauf
30 des Sonnenbildes 29 stehen muß, d. b. parallel zur Ebene der Abbildung
und des Einfallwinkels des Spiegels i, muß der Spiegel 31, entsprechend der Bewegung
der Stundenachse 5, sich um sich selbst drehen, wie dies durch die gestrichelte
Linie 34-35 schematisch angegeben ist.
-
Das Schema der Vorrichtung, um den Spiegel i von der Deklinationsbewegung
der Sönne 26 in Abhängigkeit zu bringen, ist in Abb.3 dargestellt. Die Zeichenebene
stellt die des Meridians dar, in der die Sonne in dem gegebenen Augenblicke steht.
-
Die Deklinationsbewegung ist durch die Pfeile 36 und 37 angedeutet.
Die Bewegung in Richtung dieser Pfeile entspricht dann,der Bewegung .des Sonnenbildes
(Abb. 4) in Richtung der Pfeile 38, 39. In dem senkrechten Strahlenbündel 27- liegen
noch zwei getrennte parabolische Spiegel 4o, 4i. In der Ebene der Vereinigungspunkte
der Lichtbündel, die durch die Linie 28 hindurchgehen und von den Spiegeln 4o und
41 zurückgeworfen werden, befinden sich zwei Kontaktvorrichtungen 4-2, 43 der vorher
angegebenen Art. Beide sind so angeordnet, daß sie, die eine in dem einen Sinne,
die andere in dem anderen Sinne, einen Motor 44 treiben, welcher den Winkel
e des Spiegels i gleichzeitig mit der Stundenachse 5, auf der er aufsitzt, verändert.
-
Wenn mit Hilfe des in Abb. i dargestellten Mechanismus der Spiegel
der Stundenbewegung der Sonne gefolgt ist, so bewirkt der Mechanismus der Abb.3
und 4 seinerseits die Abhängigkeit von der Deklination der Sonne. Wenn nämlich das
Bild 29 der Sonne bei seiner Verstellung in Richtung des Pfeiles 3o auch auf den
einen oder den anderen der beiden parabolischen Spiegel4o, 41 fällt, werden die
Strahlen auf den einen oder den anderen Kontakt 42, 43 geworfen, der Motor 44 setzt
sich in gewünschtem Sinne in Gang, wodurch der Winkel e des Spiegels derart verändert
wird, daß das Bild sich in dem Spiegel, welcher dasselbe noch nicht aufgenommen
hat, einstellt. Das Bild der Sonne bleibt bei 45, d. h. in der Schnittlinie beider
Spiegel 40, 41, und damit entsteht die Abhängigkeit von der Deklination.
-
Der in Abb. 5 dargestellte Mechanismus veranschaulicht, in welcher
Weise die Einrichtung der Abb. i und 3 kombiniert werden können, um zur Stunden-
und zur Deklinationsabhängigkeit außer der Linse 28 nur eine Gruppe von zwei parabolischen
Spiegeln 4o. 41 mit Kontakten 42, 43 und nur einen Motor 46 zu benötigen. Zu diesem
Zwecke dreht der Motor 46 unmittelbar (im Sinne des Pfeiles 47) die Stundenwelle
5 und verändert den Winkele (Pfeil 48) mit Hilfe einer Kupplung 49. Die beiden Kontakte
42 und 43 sind parallel in den Stromkreis des Motors 46 eingeschaltet, so daß, wenn
das Bild der Sonne in den einen oder den anderen Spiegel 40, 41 fällt (die in diesem
Falle einem einheitlichen Spiegel 31 der Abb. i und 2 entsprechen), der eine der
beiden Kontakte 42, 43 geschlossen wird, so daß@ der Motor stets in demselben Sinne
sich in Gang setzt und. die Stundenwelle so dreht, daß die Stundenabhängigkeit zustande
kommt.
-
Andererseits sind die beiden Kontakte so angeordnet, daß sie eine
Gruppe von drei Spulen 50,5 1, 52 mit Strom speisen. Der Kontakt42 speist
z. B. die Spule 5o und die Spule 52; der Kontakt 43 die Spule 51 und gleichzeitig
die Spule 52; jedoch diese in entgegengesetztem Sinne der Speisung durch den Kontakt
42, so daß, wenn der Kontakt 42 geschlossen ist, die Spulen 50 und 52, wenn
der Kontakt 43 geschlossen ist, die Spulen 51 und 52 und, wenn die Kontakte 42 und
43 geschlossen sind, die Spulen 5o und 51 gleichzeitig erregt werden.
-
Unterhalb der Spulen 5o, 51, 52 (Abb. 6) befindet sich eine gemeingchaftliche
,Anker
Scheibe 53 mit Kugellager 5.l. Die Scheibe kann drei Stellungen
einnehmen, je nachdem die eine oder die andere der drei Gruppen von je zwei der
Spulen 50, 51 und 52 erregt ist. Die Scheibe 53 sitzt auf einer senkrechten
Stange 55 fest auf, deren Ende (Abb. 5) durch eine Gelenkstange 56 an dein Hebel
57 angreift, der bei 58 sich dreht, und dessen Ende eine Kupplungsmuffe 49 trägt.
Der Motor .16 treibt ein konisches Zahnrad 59 an, welches ständig mit zwei anderen
konischen Zahnrädern 6o, 61 kämmt, die lose auf der Zelle 62 aufsitzen. Die Kupplungsmuffe
49 ist auf der Welle 62 verschiebbar, dreht sich aber zwangsläufig mit ihr. Je nach
den drei verschiedenen Stellungen, welche die Scheibe 53 zu den Spulen So, 51, 52
einnimmt, kommt die Muffe 49 in Eingriff entweder mit dem Zahnrad 6o, wodurch die
Welle 62 in bestimmtem Sinne gedreht wird, oder mit dem Zahnradbi, wodurch die Welle
62 in umgekehrtem Sinne sich dreht, oder sie steht mit keinem der beiden
Zahnräder 6o, 61 in Eingriff und die `'Felle 6-2 steht still. Die Bewegung der Welle
62 wird, wie schematisch durch den Pfeil-18 angegeben ist, dazu benutzt, um den
Deklinationswinkel e des Spiegels i zu verändern.
-
Mittels der Vorrichtung der Abb. 5 erhält man die Abhängigkeit von
der Stundenbewegung durch die zwei Spiegel -io und 41 und zwei Kontakte .12, .43,
welche den Motor 46, der die Stundenwelle 5 mitnimmt, ständig in ein und demselben
Sinne dreht. Während des Ganges des Motors q.6 berichtigen gegebenenfalls die beiden
Spiegel .io, .ii und ihre Kontakte q-2, .l3 mittels der drei Spulen So.
5 1 und 52 und der Kupplung .l9 die Abhängigkeit des Spiegels von der Deklination.
-
Wie schon erwähnt wurde, genügt es zur selbsttätigen Einstellung des
Heliostaten durch die Sonne nicht, die Abhängigkeit bei scheinender Sonne aufrechtzuerhalten;
es muß vielmehr noch ein Mittel vorgesehen werden, um beim Aussetzen der unmittelbaren
Sonnenstrahlung den Spiegel rasch wieder in die richtige Stellung zurückzubringen,
d. h. um die gegenseitige Verschiebung auszugleichen.
-
Dieses Mittel ist in Abt). 7 dargestellt. Bei einem Äquatorialheliostaten
der oben angegebenen Art sind die Deklinationsbewegungen des Spiegels i verhältnismällig
schwach, so daß, wenn die Stellung der Stundenachse 5 zur Sonne wieder ausgeglichen
ist, die Länge der parabolischen Spiegelstreifen .fo, .ii (Abt). 3 und 5) genügend
groß ist, urn trotz der in der Zwischenzeit eingetretenen Deklinationsverschiebung
das Bild der Sonne auf die Streifen wieder auftreffen zu lassen, wodurch sich die
normale Arbeitsweise weiter fortsetzen kann. Um die Stundenverschiebung bei verhinderter
Sonnenstrahlung auszugleichen, wird die Stundenachse durch einen verbältnismäßig
rasch umlaufenden Motor 63 in Drehung versetzt. In dein elektrischen Stromkreis
des Apparates liegt eine Kontaktvorrichtung 64 an einem Orte, der ständig von den
direkten Strahlen der Sonne 26 getroffen wird, sobald die Sonne scheint; ferner
befindet sich im Stromkreis in Reihe mit dem Kontakt 64 ein Unterbrecher 65. Dieser
Unterbrecher 65 ist mit der bereits erwähnten Linse 28 und einem elliptischen Spiegel
66 kombiniert, der auf den Unterbrecher 65 das Bild der Sonne projiziert.
Der Unterbrecher wird erhitzt und schneidet dann den Strom zum Motor 63 ab. Die
Arbeitsweise dieser Vorrichtung ist folgende: Sobald die Sonne 26 von neuem scheint,
erhitzt sich der Kontakt 64. und wird leitend. Der Unterbrecher 65, der normal den
Strom passieren läßt, bewirkt das Anlassen des Motors 63. Die Stundenachse 5 wird
mit einer verhältnismäßig großen Geschwindigkeit mitgenommen und es kommt der Augenblick,
wo das Bild der Sonne sich dem Spiegel 66
nähert. Wenn es auf dem Spiegel
hei 29' (Abb.8) angelangt ist, trifft es schon den Unterbrecher 65 und schneidet
sofort den Strom zum Motor 63 ab. Die Stundenachse ,5 bleibt dann in einer Stellung
stehen, bei welcher die normale Arbeitsweise in voraufbeschriebener Abbängigkeit
wieder aufgenommen werden kann.
-
Die Öffnung der Kalotte des elliptischen Spiegels 66 muß so groß sein,
daß den Spiegel stets zti gegebener Zeit während der Drehung der Stundenachse 5
durch den Motor 63 das Bild der Sonne trotz der Deklinations-%-erschiebung während
der Zeit, wo die Sonne nicht schien, treffen kann.
-
Die Alb. 9, io und i i zeigen in Seitenansicht in einer bestimmten
Ebene, in Draufsicht und in Seitenansicht in einer zur ersten Ebene senkrechten
Ebene, in welcher Weise die Linse 28, der Spiegel 66, die beiden mit dem Spiegel
66 verbundenen Spiegelstreifen .1o, .I1 der Ausführungsform nach Abb. 5 sowie
der Unterbrecher (>> des Spiegels 66 und die beiden Kontakte .12 und q3 der beiden
Spiegel .Io und q i angeordnet sind. Wie voraufgehend angegeben wurde, müssen sich
die Spiegelstreifen 40, 41 an der Steuerung der Stundenbewegung beteiligen.
Zu diesem Zwecke wird bei der Aontierung der Abb.9, io und i i der Spiegel 66 durch
die Stundenachse 5 mitgenommen, wie dies schematisch in Alb. ; durch die Pfeile
6; und 68 angegeben ist.
-
1n Abt). 12 sind sämtliche Teile zum Antrieb des Heliostaten
dargestellt. In einen
zylindrischen Gehäuse 69, welches nach der
Weltachse orientiert ist und auf einem passenden Grundgestell aufsitzt, liegt ein
Hohlzylinder 7o, der die vorher mit 5 bezeichnete Stundenachse darstellt. Der Zylinder
70 trägt an seinem oberen Ende den Spiegel i und ist auf eine Welle 71-aufgeschoben,
deren Ende 72 in einem Kugellager 73 des Gestelles läuft. Eine Scheibe 74 ist auf
dem Rohr 70 befestigt und trägt den Elektromotor 46 zur Regelung der Stundenbewegung.
Diese erhält man in folgender Weise: Die Welle 76 des Motors greift mit einer endlosen
Schraube in ein Zahnrad 77, welches aixf einer Welle 78 sitzt, die ihrerseits mittels
einer endlosen Schraube 79 das Zahnrad 8o treibt. Eine zweite Welle 81 endet in
einer endlosen Schraube 82, die mit einem Zahnrad' 83 kämmt, welches in Lagern der
Scheibe 74 läuft und mit einer endlosen Schraube 84 fest verbunden ist, die mit
einem großen Zahnrad 85 der Mittelwelle 71 kämmt. Das Zahnrad 85 ist fest verbunden
mit einem Zahnrad 86, welches unter Vermittlung eines passenden Zahngetriebes durch
den rasch umlaufenden Elektromotor 63 in Umdrehung versetzt wird, zum Zwecke, die
Verschiebung des Spiegels wieder auszugleichen.
-
Wenn der Ausgleichsmotor 63 in Gang isst, dreht er die beiden Zahnräder
85, 86, welche durch den nicht umkehrbaren Antrieb, bestehend aus Zahnrad 85 und
endloser Schraube 84, die Scheibe 74 in Umdrehung versetzen. Wenn die Erregung des
Motors 63 aufhört, bleiben die Zahnräder 85- und 86 in Ruhe, und wenn in diesem
Augenblicke der Motor 46 zur Stundenabhängigkeit in Gang tritt, dreht sich die Schräube
84, läuft um das Zahnrad 85 und nimmt hierbei die Scheibe 74 und den. Zylinder
70 mit.
-
Wie gelegentlich der Erläuterung zur Abb. 5 gesagt wurde, -dient ,der
Stundenmotor in diesem Falle gleichzeitig zur @Abhängigmachung des Spiegels -vor
der Deklination. Dies geschieht nach Abb.12 auf folgende Weise: Durch ein passendes
Zahngetriebe dreht der Motor 46 eine endlose Schraube 88, welche in ein Zahnrad
89 eingreift, das auf einer Stange 9o aufsitzt. Die Stange 9o liegt in der Achse
des Stundenzylinders 70 und trägt ein Gewinde an ihrem oberen Ende, das mit
einer Mutter 9i zusammenwirkt, an welcher eine Gelenkstange 92 angreift, deren an-'
deres Ende mit dem Spiegel i gelenkig verbunden ist. Entsprechend dem Antrieb der
Abb. 5 sind in der Abb. 12 zur Übertragung der Bewegung des Motors 46 auf die endlose
Schraube 88 sämtliche .Mittel zur Kupplung 49 vorhanden, die durch die drei Spulen
5o, 51 und 52 geschaltet wird. Der Motor nimmt nämlich kontinuierlich die Zahnräder
59, 6o und 61 mit, von denen sich die Zahnräder 6o und 61 lose auf der Antriebswelle
der Schraube 88 drehen. Durch die Kupplung 49 läßt es sich erreichen, daß letztere
in dem einen oder in entgegengesetztem Sinne mitgenommen oder stillgesetzt wird.
-
Die Abb. 13 und 14 zeigen die Kontakt-und Unterbrechungsvorrichtungen.
Entsprechend Abb. 13 sind die Gasbirnen 93 und 94 durch Rohre 95 und 96 miteinander
verbunden. Sie sind bis zur Höhe 98 bzw: 99 mit Quecksilber 97 gefüllt. An der Röhre
96 ist seitlich eine Elektrode ioo angebracht, die ständig mit denn Quecksilber
in Berührung steht, und eine Elektrode ioi, deren Verbindung mit dem Quecksilber
stattfindet, sobald das Gas in der Birne 93 sich erhitzt, wobei die Birne 94 aber
nicht erhitzt zu werden braucht.
-
Innerhalb der Birne 93 befindet sich ein Metallblättchen aus weichem
geschwärztem Stahl io2.
-
Der in der Abb. 14 gezeigte Unterbrecher ist in ähnlicher Weise gebaut.
Die gegen Wärme empfindliche Birne 1o4 ist mit der Kompensationsbirne ios durch
ein Rohr io6 verbunden, welches mit Quecksilber bis zur Höhe 107 bzw. io8 gefüllt
ist. Seitlich am Rohre io6 sind Elektroden iog und iio angebracht, deren erstere
ständig mi't dem Quecksilber in Berührung steht, während die zweite von dem Quecksilber
getrennt ist, sobald die Birne 104 sich erhitzt, wobei aber die Birne
105 unerhitzt bleiben kann. Wie in der Abb. 13 ist ein geschwärztes Metallblättchen
i i i in die Birne 104 eingesetzt. --
Das geschwärzte Metallblättchen der
Birne 104 nimmt das Sonnenlicht auf und erhitzt das Gas. Man gelangt zu demselben
Ergebnis, wenn man einfach das Glas der Birne schwärzt; jedoch tritt hierbei der
Übelstand auf, daß-das geschwärzte Glas der Birne io4 ein gewisses Trägheitsmoment
besitzt. Die Sonnenstrahlen müssen, um das Gas zu erhitzen, zunächst die Glaswandung
der Birne erwärmen. Die Wandung ist zwar dünn, besitzt aber ein geringes Wärmeleitvermögen
im Vergleich zum Gase, welches sich ausdehnen soll. Die Abkühlung geschieht ebenfalls
nur langsam, da das Glas an sich ein schlechter Wärmeleiter ist und nur langsam
seine Wärme abgibt.
-
Dieses Trägheitsmoment wird durch die Verwendung des Metallblättchens
wesentlich vermindert, weshalb die Birne 104 aus dündem, durchsichtigem Glas hergestellt
wird.
-
Das Metallblättchen kann durch einen Halbzylinder aus dünnem Metall
ersetzt werden. Das Mhetald darf aber durch das Quecksilber nicht angegriffen werden;
es muß ein großes Wärmeleitvermögen besitzen und darf
nicht schmelzbar
sein. Gebräunter Stahl z. B. eignet, sich sehr gut in einer Dicke von nicht über
0,03 inm.