DE647793C - Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper - Google Patents

Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper

Info

Publication number
DE647793C
DE647793C DES109757D DES0109757D DE647793C DE 647793 C DE647793 C DE 647793C DE S109757 D DES109757 D DE S109757D DE S0109757 D DES0109757 D DE S0109757D DE 647793 C DE647793 C DE 647793C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cork
sulfur
heat
binding agent
sound insulating
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DES109757D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
RE SA
Original Assignee
RE SA
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by RE SA filed Critical RE SA
Priority to DES109757D priority Critical patent/DE647793C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE647793C publication Critical patent/DE647793C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L97/00Compositions of lignin-containing materials
    • C08L97/007Cork

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Dry Formation Of Fiberboard And The Like (AREA)

Description

  • Wärme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkörper Der Kork wird gegenwärtig für Häuserbauten und auch in gewissen Industrien w eitgehend verwendet, denn er bildet ein ausgezeichnetes Isoliermittel gegen Wärme, Kälte und Schall.
  • Da es wenig praktisch und zu kostspielig sein würde, den natürlichen Kork in Platten zu verwenden, so zieht man vor, den Kork der ersten Schälung; der für andere Fabrikationszwecke ungeeignet wäre, ebenso wie die Abfälle, die in korkverarbeitenden Fabriken, z. B. Pfropfen£abriken, anfallen, zu zerbrechen, derart, daß man kleine Bruchstücke erhält, die körnige Beschaffenheit haben. Das Korkklein wird dann zur Weiterverwendung in eine verformbare Masse gebracht.
  • Man verwendet z. B. Casein zum Binden der Korkbruchstücke. Das Binden des Korks mit Casein kann; jedoch nur in der Weisie erfolgen, @daß man eine beträchtliche Menge Wasser der Mischung zusetzt. Da man in:-folgedessien zur Fertigstellung des Produktes dieses Wasser wieder durch eine längere Erhitzung (von ungefähr io Stunden) @entfernen muß, so erfordert die H1erstellung :derartiger Massen einen .großen Wärmeaufwand. Überdies verformen sich die erhaltenem: Korkmassen der besc'hrieb:enen,'Art mitunter, wenn man: sie aus. der Form herausnimmt.
  • Anstatt Casein zu verwenden, kann man die Korkbruchstücke mit Gelatine binden. Die erhaltenen Massem: werden aber wegen des hohen. Preises der Gelatine sehr teuer, außerdem sind derartige Massen auch gegen Feuchtigkeit empfindlich.
  • Es ist ferner möglich, den Kork mit Zement zu' binden. Das erhaltene Erzeugnis aber wird nur im Zustand eines dünnen Breies verwendet, um einen Mörtel zu h11-den, den man an der Verwendungsstelle gießt. Die so hergestellten Massen sind sehr schwer und verlieren fast ganz die Vorteile des Korkes.
  • Man hat ferner als Bindemittel Bitumina, Stärkemehlkleister, tierischen oder pflanzlichen Leim, Eiweiß-, Nitrocellulose-, Celluloseaeetat- und Viscoselösungen, Leinöl' und Leinölfirni.s, Wasserglas, mit Glycerin versetzten Leim usw. vorgeschlagen. Alle diese Bindemittel sind entweder zu teuer oder sie verdecken die am meisten gesuchten Eigenschaften des Korkes.
  • Man hat schließlich ,daran gedacht, den Kork durch einfaches Komprimieren zu bimden. Diese Methode, die auf den ersten Blick sehr vorteilhaft .erscheint, da sie jedes zusätzliche Bindemittel überflüssig macht, erfordert starken. Druck und sehr hohe Temperaturen (ungefähr 300°). Es folgt daraus; daß man Gefahr läuft, den Kork zu verbrennen; ferner muß man große Kosten für die Anlage und für die Erhitzung aufwenden. Andererseits kann der so hergestellte Korkformkörper zerreiblich werden, wenn Temperatur und Druck nicht mit Genauigkeit eingestellt worden sind. Die Erfindung bezweckt, diese Mängel zu beseitigen. Gegenstand der Erfindung sind wärme- und schallisolierende, im wesentlichen aus zerkleinertem Kork bestehende Formkörper, deren Kennzeichen darin zu e@ blicken ist, daß sie Schwefel als Bindemitte enthalten..
  • Die Verwendung von Schwefel als Bindemittel ist an sich bekannt. Sie @ermög1cht die Herstellung eines Erzeugnisses mit au, -gezeichneten Eigenschaften, nämlich mit: i. einer vollkommenen IsWierfähi.gkeit mit Bezug auf Wärme und Elektrizität; 2. einer bedeutenden Widerstands.fähigkeet gegen das Eindringen von Parasiten und Bakterien; 3. einer bakteriziden Wirkung auf die mit den Ausgangsstoffen eingeführten Keime durch Abgabe von Schwefeldioxyd im Verlauf der Herstellung; 4. einer sehr schwachen Entflammbarkeit; 5. einer sehr guten Festigkeit. Namentlich gewährleistet der mit Schwefel gebundene Formkörper nach der Erfindung gegenüber den mit Bitumen gebundenen Formkörpern bei gleichem Gehalt an Schwefel und Bitumen (io -oder 200(0) eine bessere Schallabschwächung und bessere Wärmeisolierung, wie Vergleichsversuche gezeigt haben.
  • Das Verfahren nach der Erfindung wird so durchgeführt, daß man auf erhitzte Korkkörner Schwefelblume oder -pulver streut oder die Korkkörner mit Schwefelblume oide.r -pulver vermischt und das Gemisch dann erhitzt oder die Korkkörner mit geschmolzenem Schwefel vermischt und die so erhaltenen heißen Massen in Formen preßt.
  • Die gewonnenen Formkörper werden nur aus zwei Stoffen gebildet: Kork und Schwefel. Es ist indessen möglich, andere Stoffe der Formmasse beizumischen, ohne von den Grundsätzen der Erfindung abzuweichen. Insbesondere kann man eine gewisse Menge Ammoniumsalze oder auch Ammonium- unid Magnesiumsalze zusetzen. Dieser Zusatz gewährleistet den Vorteil, die Formkörper feuerfest zu machen.
  • Man kann auch eine Mischung von färbenden Stoffen, wie Ocker und Siena, zusetzen, um eine verschiedene Färbung der Formkörper zu erhalten. Wenn man die Eigenschaften des Formkörpers, insbesondere seine Weichheit bzw. Geschmeidigkeit und Festigkeit, erhöhen will, setzt man der Formmasse feste oder flüssige Stoffe, wie Kautschuk, Leinöl, gegebenenfalls in oxydiertem Zustande, sowie Kautschukmilch zu. Die auf diese Weise erhaltenen Formkörper lassen sich wegen ihrer 'Weichheit und Geschmeidigkeit leicht verarbeiten. Derartige Zusatzstoffe
    werden jedoch stets in so geringer Menge
    verwendet, daß der Schwefel noch das eigent-
    ä,i,iche Bindemittel darstellt.
    Eine Vorrichtung zur Herstellung der Kork-
    nach nach der Erfindung ist in einer
    sführungsform auf der Zeichnung dar-
    `g stellt. Die Vorrichtung ist schemat;;sch axial
    geschnitten gezeigt.
    Um eine Masse gemäß der Erfindung zu erhalten, bringt man die Korkkörner in einen Behälter i, der von außen z. B. mit Dampf geheizt ist. Um so schnell wie nur irgend möglich eine über die ganze Masse des K@orkkleins regelmäßig verteilte Temperatur zu erhalten, ist der Behälter mit einem Rührwerk 2 ausgerüstet, das von einem Antrieb 3 bewegt wird.
  • Wenn die Besttemperatur erreicht ist - diese liegt zwischen i i o und 120° -, so streut man die Schw efelblumie oder das Schwefelpulver über das Korkklein, wobei man das Rühren fortsetzt. Auf diese Weise schmelzen die Schwefelteilchen in Berührung mit den heißen Korkkörnern und bleiben auf ihnen haften.
  • Man öffnet dann den Schieber 4, welcher den Boden des Behälters i verschließt, und läßt die Masse in eine Form 5 fallen. Es irst vorteilhaft, daß das Austragen so schnell: wie möglich durchgeführt wird, damit die Mischung: keine Zeit hat, abzukühlen. Bald nach dem Austrag wird die Mischung unter Druck gesetzt. Der angewendete Druck schwankt je nach dem Verwendungszweck des herzustellenden Werkstoffes. -Man nimmt die Körper einige Minuten später aus der Form, sobald die Temperatur einige Grade gesunken ist. Das Verfahren hat den Vorteil, nur eine verhältnismäNg niedrige Temperatur (i i o bis i 2o°) zu erfordern. Es ist also sehr wirtschaftlich. De Wirtschaftlichkeit wird durch die Tatsache erhöht, daß die Temperatur nur geringe Zeit auf die Stoffe zur Einwirkung gebracht wird. Die Erfindung umfaßt Massen, die ein beliebiges Mengenverhältnis von Kork zum Schwefel haben. Sie umfaßt insbesondere Massen mit folgendem Verhältnis von Schwefel und Kork: Kork 4 Gewichtsteile, Schwefel i Gewichtsteil.
  • Die Formkörper zeigen zahlreiche Vorteile. Zunächst ist ihre Färbung der des natürlichen Korks sehr ähnlich, was sich aus der verhältnismäßig niedrigen Temperatur erklärt, die bei dien Verfahren verwendet wird, ferner aus dem verhältnismäßig geringen Anteil an Schwefel, der auch eine Färbung hat, die der des Korks ähnlich ist. Diese Färbung kann übrigens, wenn es gewünscht 1 wird, durch Zusatz von Farbstoffen verändert werden, die bereits erwähnt worden sind. Die Massen sind in Wässer vollständig unlöslich. Da sie aus zwei sehr gut isolierenden Stoffen gebildet sind, sind ke auch vollkommene Isoliermittel. Sie sind also besonders für die Innenverkleidung von modernen Häu- ' sein geeignet, und .das um so mehr, als ihre isolierenden Eigenschaften auch dme Schall-' dichtigkeit :schließen.
  • Ein anderer Vorteil der Massen besteht darin, daß sie von Parasiten, wie pflanzlichen Parasiten, nicht befallen werden. Man begreift, da.ß unter diesen Umständen die Massen in der Industrie und insbesondere bei den modernen Bauten, bei der Isolierung von Kältevorrichtungen, Kanalisationen w. dg1. große Dienste leisten können. Endlich haben die Massen eine geringe Dichte, infolgedessen belasten sie nur sehr schwach die Bauten.
  • Wie bereits oben erwähnt, kann man, anstatt die Schwefelblume über .die erhitzten Korkkörnchen zu streuen, in der Kälte; die Körnchen mit der Schwefelblume umhüllen und .dann die in der Kälte erhaltene Mischung erwärmen. Diese Maßnahme kann in derselben Vorrichtung durchgeführt werden wie die, die vorher beschrieben worden ist. Indessen ergibt diese Ausführungsform weniger gute Resultate als die vorhergehende, denn es ist verhältnismäßig schwierig, in der Kälte eine homogene Mischung zu erhalten. Es ist schließlich möglich, Kork-Schwefel-Massen dadurch zu erhalten, daß man die Korkkörnchen mit geschmolzenem Schwefel mischt. Diese Ausführungsform kann wie die vorher beschriebenen in der dargestellten Vorrichtung durchgeführt werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Wärme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkörper; dadurch gekennzeichnet, daß sie Schwefel als Bindemittel enthalten.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man auf erhitzte Korkkörner Sch-,vefelblumeoder -pulver streut oder die Korkkörner mit Schwefelblume ,oder -pulver vermischt und das Gemisch dann erhitzt oder die Korkkörner mit geschmolzenem Schwefel vermischt und die so erhaltenen heißen Massen in Formen preßt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man der Masse die Geschmeidigkeit und Festigkeit der Körper erhöhende Stoffe, wie Leinöl oder Kautschukmilch, ferner feuerfestmachende Stoffe, wie Salze des Ammoniums und des Magnesiums, zusetzt.
DES109757D 1933-06-15 1933-06-15 Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper Expired DE647793C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DES109757D DE647793C (de) 1933-06-15 1933-06-15 Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DES109757D DE647793C (de) 1933-06-15 1933-06-15 Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE647793C true DE647793C (de) 1937-07-13

Family

ID=7529758

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DES109757D Expired DE647793C (de) 1933-06-15 1933-06-15 Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE647793C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2453882C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Schaumglas mit hoher mechanischer Festigkeit bei einem Porendurchmesser von höchstens 1,5 mm und einer Schüttdichte von weniger als 1
CH653078A5 (de) Verfahren zur herstellung von isolationspaneelen.
DE69716723T2 (de) Beschichtungs- und baumaterial und deren anwendungen
DE647793C (de) Waerme- und schallisolierende, aus zerkleinertem Kork und einem Bindemittel bestehende Formkoerper
DE2444420A1 (de) Konstruktionsmaterial sowie verfahren zu seiner herstellung
DE605107C (de) Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern
DE865872C (de) Herstellung von kohlenstoffhaltigen Formmassen
DE4339175A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Formteilen und Bauelementen auf der Basis granulatförmiger Leichtbaustoffe
AT259442B (de) Aluminiumphosphat enthaltendes Bindemittel zur Herstellung feuerfester Materialen
DE3346120C2 (de) Geblähter Perlit
DE499792C (de) Verfahren zur Herstellung von fluessigen und festen Kondensationsprodukten aus Harnstoff oder Harnstoffderivaten und Formaldehyd
DE738927C (de) Verfahren zur Herstellung von Superphosphat-Duengemitteln
DE967716C (de) Verfahren zur Herstellung von Platten oder Formkoerpern aus formbaren Kunstholzmassen
DE610607C (de) Verfahren zur Herstellung eines Baustoffes aus Aluminiumhydrosilikat und einer Erdalkalibase
DE162858C (de)
CH638765A5 (de) Moertelzusatz, verfahren zur herstellung desselben, sowie herstellung von moertelmassen unter verwendung desselben.
DE2629667A1 (de) Mittel zur erleichterung des loesens von giessereirohlingen
DD212970A5 (de) Formbare zusammensetzung und daraus hergestelltes produkt
DE835386C (de) Fasermasse aus tierischem Hautmaterial fuer die Herstellung von Wursthuellen u. dgl. und Verfahren zu deren Gewinnung
DE1671164C3 (de) Verfahren zum Hydrophobieren wasserdurchlässiger Baumaterialien
DE873512C (de) Verfahren zur Herstellung von farbig brennenden Illuminationskoerpern
DE1159840B (de) Druckverformtes, formbestaendiges Waermeisoliermaterial und Verfahren zu seiner Herstellung
DE817149C (de) Verfahren zur Herstellung von in Wasser schnell zerfallenden Formlingen aus Kupfervitriol
DE1015734B (de) Verfahren zur Herstellung eines Calciumsilicatproduktes
DE975942C (de) Verfahren zur Herstellung magnetisierbarer Kerne, insbesondere Hochfrequenz-Massekerne