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Einlage aus in der Schußrichtung versteiftem Gewebe Die Erfindung
betrifft eine Einlage für Männer- und Frauenkleidung und Verfahren zur Herstellung
derselben. Die für Männer-und Frauenkleidung bestimmten Einlagen werden aus in der
Schußrichtung versteiften Ge%veben, insbesondere Geweben mit R@oßhaarschußfäden,
hergestellt. Es ist bekannt, diese Einlagen aus fünf Teilen, nämlich Vorderteil,
hinteres Seitenstück, Unterteil und zwei Auflagestücken, zusammenzusetzen. Dabei
werden je zwei gleichartige Auflagestücke aus einem rechteckigen Stoffstück
abfallos in der Weise hergestellt, daß dieses Stoffstück durch Ausschneiden entlang
einer zweifach geknickten Linie, die einen Winkel von etwa 45° mit den Längsseiten
des Stoffstückes bildet, in zwei spiegelgleiche Teile zerlegt wird. Bei diesen bekannten
Einlagen ist die Achsel an das hintere Seitenstück angeschnitten, d. h. sie bildet
das ;obere Ende dieses Seitenstückes. Die erforderliche Wölbung dieser angeschnittenen
Achsel soll dadurch erzielt werden, daß die Achselkante keilförmig ausgeschnitten
und in diesen Ausschnitt sein keilförmiges Abfallstück eingesetzt wird. Auf diese
Weise läßt sich aber die anatomisch richtige Achselwölbung nicht herstellen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Einlagen mit angeschnittener
Achsel dieser eine der Körperform entsprechende Wölbung zu erteilen, die auch beim
Tragen des Kleidungsstückes ihre Form und Sprungkraft nicht verliert. Es ist bereits
vorgeschlagen worden, bei Einlagen mit angesetzter Achsel, also bei Einlagen, bei
denen die Achsel für sich hergestellt und nachträglich an den Hauptteil der Einlage
angenäht wird, durch eine besondere Ausbildung der Verbindung zwischen der Einlage
und dem Achselteil. unter Benutzung des beim Ausschneiden des Brustausnähers und
.desgArmloches entstehenden Abfallzwickelseine der Körperform entsprech ende Achselwölbung
zu erzielen und diese Wölbung durch das G.egeneinanderwirken der in verschiedener
Richtung verlaufenden versteifenden Schoßfäden auch beim Tragen des Kleidungsstükkes
ständig aufrechtzuerhalten. Der erstrebte Erfolg ist auch tatsächlich erreicht worden,
und man kann auch diese Einlage verhältnismäßig neinfach herstellen. Es hat sich
jedoch herausgestellt, daß in vielen Fällen eine noch einfachere Ausbildung der
Einlage am Platze ist. Es besteht jedenfalls ein Bedürfnis danach, auch bei Einlagen
mit angeschnittener Achsel dieser seine der Körperform entsprechende und sich auch
beim Tragen des Kleidungsstückes nicht verändernde Wölbung von ausreichender Sprungkraft
zu erteilen. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der @ob:ere Teil der
Achsel durch einen in der Verlängerung der Reverskanten verlaufenden Einschnitt,
der sich von der inneren Spitze des Ausschnittes für den Brustausnäher etwa bis
zur Mitte der Achsel erstreckt, von der Einlage abgetrennt ist und der Einschnitt
mit Hilfe eines besonderen Stoffstreifens,
zweckmäßig mit Hilfe
des aus dem Ausschnitt für den Brustausnäher abfallenden Zwickels, auseinandergesperrt
ist, wobei die Kante des oberen Achselteiles von ihrer Wurzel bis zu ihrer Mitte
ausgezogen auf dien Zwickel aufgenäht ist, dessen Versteifungsfäden winklig zur
Einschnittrichtung ver-, laufen. Dadurch wird erreicht, daß die Achsel eine der
Körperform entsprechende natürliche Wölbung erhält und daß diese Wölbung sich auch
beim Tragen des Kleidungsstückes nicht verliert. Die Einlage gemäß der Erfindung
läßt sich aus den handelsüblichen Stoffbahnen in einfacher Weise herstellen, ohne
daß nennensti-erter Abfall entsteht.
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Zweckmäßig wird die obere Kante der Einlage nach einer zweifach geknickten
Linie ausgeschnitten, die von der einen Kante der Stoffbahn bis zu einem etwa in
der Mitte des Ausschnittes für den Brastausnäher liegenden Punkt unter einem Winkel
von etwa 30" zur Schußrichtung verläuft, dann unter einem Winkel von etwa 85° abbiegt
und von der Halslochspitze der Achsel bis zur anderen Gewebekante unter einem Winkel
von 30- zur Schußrichtung, also parallel zu der ersten Schnittrichtung, verläuft.
Auf diese Weise entsteht eine angeschnittene Achsel, bei der die versteifenden Fäden
in einer solchen Richtung verlaufen, daß nach der Fertigstellung der Achselwölbung
die versteifenden Schußfäden des Achselteiles winklig zu den Versteifungsfäden des
zur Herstellung der Achselwölbung eingesetzten Zwickels verlaufen. Durch das Gegeneinanderwirken
der in verschiedenen Richtungen laufenden versteifenden Fäden wird erreicht, daß
die Achselwölbung auch beim Tragen des Kleidungsstückes aufrechterhalten bleibt.
Der Vorteil dieser Herstellung liegt in der einfachen Schnittführung, wobei hinzukommt,
daß die ganze Einlage aus einem einzigen Stück besteht.
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In der Zeichnung ist die Einlage gemäß der Erfindung entsprechend
ihrer Herstellung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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Fig. i zeigt schematisch eine Ausführungsform der Einlage gemäß der
Erfindung. Fig.2 zeigt schematisch eine Stoffbahn, auf der die Umrisse von Einlagen
gemäß Fig. i in einer Weise aufgezeichnet sind, daß eine abfallose Herstellung dieser
Einlagen möglich ist.
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Fig.3 zeigt eine aus der Stoffbahn gemäß Fing. 2 ausgeschnittene Einlage.
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In Fig.2 ist mit 5 eine in der Schußrichtung mit Versteifungsfäden,
beispielsweise Zwirnroßhaarfädcn, versehene Stoffbahn bezeichnet. Auf dieser Stoffbahn
sind die Umri131inien von Einlagen 6,1 und 6b so aufgezeichnet, daß ein abfalloses
Ausschneiden der Einlagen erfolgen kann. Das Ausschneiden der Einlage 6a erfolgt
in der Weise, daß zu--,j.ächst von der linken Kante 5a der Stoffbahn, ben Punkt
7 beginnend, ein Schnitt geführt w , der bis zum Punkt 8 reicht und einen WL'kel
a mit der Gewebekante 5a einschließt. bieser Winkel beträgt etwa 6o°. Vom Punkt
9 ab wird bis zum Punkt t o ein zweiter Schnitt geführt. Die Schnittlinie 9- i o
schließt mit der Sehnittliräe 7-8 einen Winkel von etwa 85° ein. Vom Punkt to ab
wird bis zum Punkt i i der rechten Kante 5b der Stoffbahn ein Schnitt geführt, der
parallel zu der Schnittlinie 7-8 verläuft. Auf diese Weise entsteht der obere Rand
der Einlage 6a. Der untere Rand der Einlage 6a entsteht durch die mehrfach geschwungene
Schnittlinie 12-13.
Nachdem auf diese Weise die Einlage 6a in ihren rohen
Umrissen ausgeschnitten ist, wird der dreieckige Ausschnitt 14 hergestellt, dessen
Ecken in Fig. 3 mit 15, 16 und 17 bezeichnet sind. Dieser dreieckige Ausschnitt
dient in bekannter Weise zur Herstellung des Brustausnähers, der die gewölbte Brustform
ergibt. Dann wird der Armlochzwickel 18 ausgeschnitten, so daß das Armloch 19, 20,
2 t und 22 entsteht. Die gestrichelten waagerechten, in Fig.3 mit 23 bezeichneten
Linien
deuten den Verlauf der Versteifungsfäden (z. B. Zwirnroßhaarfäden)
an. Die Einlage 66 entsteht in entsprechender Weise.
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Fig. i zeigt die in Fig. 3 dargestellte Einlage in vergrößertem Maßstabe
nach Her-
stellung des Brustausnähers 24 und des Armlochausnähers 25. Der
von 8 bis 9 reichende Einschnitt, durch den der obere Teil26 der angeschnittenen
Achsel 9, i o, i i von dem Reverstei127 .abgetrennt ist, ist durch Einnähen des
beim Ausschneiden des dreieckigen Ausschnittes 14 ,abfallenden Stoffzwickels 28
auseinandergesperrt, wie Fig. i zeigt. Dies führt dazu, daß die Achsel bei 29 eine
Wölbung erhält. Diese Wölbung wird auch beim Tragen des Kleidungsstückes ständig
aufrechterhalten, weil die Versteifungsfäden 30 des Zwickels 28 winkelig zu den
Versteifungsfäden 23 der angeschnittenen Achsel und der Einlage verlaufen. Außerdem
ist die Kante 8-9 der Achsel vom Punkt 8 bis zum
Punkt 8a, der etwa in der
Mitte der Strecke 8-9 liegt, ausgezogen auf den Zwickel 28 aufgenäht.