DE643243C - Gewickelter Band- oder Drahtkern, insbesondere fuer Belastungsspulen fuer Fernmeldeleitungen - Google Patents
Gewickelter Band- oder Drahtkern, insbesondere fuer Belastungsspulen fuer FernmeldeleitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Band- oder Draht-■ kerne, insbesondere für Belastungsspulen von
Fernmeldeleitungen, die aus solchen, vorzugsweise kalt bearbeiteten magnetisierbaren
Werkstoffen hergestellt sind, deren magnetische Eigenschaften durch mechanische Spannungen
verschlechtert werden.
Es ist bereits bekanntgeworden, kalt bearbeitete Drähte oder Bänder aus magnetisierbarem
Material in Kernform zu wickeln und für Übertrager, Pupinspulen u. dgl. zu verwenden.
Die kalt bearbeiteten Bänder, insbesondere aus Eisen-Nickel-Legierungen, besitzen
bekanntlich den Vorzug, Spulen mit geringen Hystereseverlusten und großer Stabilität
zu ergeben. Magnetisierbare Bänder und Drähte in Kernform, insbesondere Ringkernformen,
zu wickeln, bereitet nun Schwierigkeiten insofern, als beim Aufwickeln Spannungen
im magnetisierbaren Material entstehen, die die magnetischen Eigenschaften beeinträchtigen. Um dies zu vermeiden, ist
bekannt, die Kerne nachträglich zu glühen. Im Falle der Herstellung von kalt bearbeiteten
Bändern wird die Empfindlichkeit durch die Kaltbearbeitung für den Wickelvorgang
zwar bereits erheblich herabgesetzt, jedoch nicht völlig beseitigt.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, um die durch das Wickeln in dem Kern verursachten
Beanspruchungen und die damit eintretenden Beeinträchtigungen der magnetischen Eigenschaften zu vermeiden, die magnetisierbaren
Drähte oder Bänder in die im Kern angewendete Form/kalt vorzuverformen.
Insbesondere sollten nach diesem Vorschlage die Drähte oder Bänder auf den Krümmungsradius
vorverformt werden, den die Bänder nach dem Wickeln im Kern einnehmen sollten.
Auch ist es bereits bekannt, die Kerne in eine Hülle einzulegen, wobei diese Hülle so
weit gemacht wird, daß der Kern bei der abschließenden, zur Imprägnierung notwendigen
Erwärmung durch seine Ausdehnung die Hülle nicht sprengt.
Es hat sich aber gezeigt, daß hierdurch der Kern mechanischen Spannungen unterworfen
wird, die die Ausbildung guter magnetischer Eigenschaften verhindern. Auch kommt noch
der Einfluß von magnetostriktiven Erscheinungen hinzu, die die magnetischen Eigenschaften
ungünstig beeinflussen.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, diese Verschlechterung der magnetischen Eigenschäften
bei der nachträglichen Erwärmung der Spulen, Übertrager u.dgl. zu vermeiden.
Nach der Erfindung werden gewickelte Band- oder Drahtkerne aus solchen, Vorzugsweise
kalt verformten magnetisierbaren Werkstoffen, deren magnetische Eigenschaften
*} Von dem Patentsucher sind als die Erfinder angegeben worden:
,Fritz Hörning in Berlin-Friedenau
und Franz Noil in Strandbad Schönwalde über Veiten, Mark,
durch mechanische Spannungen verschlechtert werden, dadurch verbessert, daß eine gesondert
geformte, den Kern umgebende Hülse aus Isoliermaterial solcher Bemessung verwendet
wird, daß der Kern sich infolge Erwärmung oder magnetostriktiver Erscheinungen, ohne mechanische Spannungen zu erleiden,
frei ausdehnen kann.
Die starren Hülsen werden hierbei vorzugsweise nach außen hin an die Wicklungsform
angepaßt und beispielsweise aus Preßstoff, bakelisiertem Papier o. dgl., hergestellt.
Die Fig. i, 2 und 3 zeigen Ausführungsformen von magnetisierbaren Kernen nach
der Erfindung im Schnitt.
In Fig. ι ist ein Ringkern dargestellt aus magnetisierbaren Bändern b, um die eine
Hülse ft, beispielsweise aus bakelisiertem Papier, gelegt ist, welche die Bandwicklung wie
eine Schachtel einschließt. Über der Hülse h werden dann die Wicklungen der Spule aufgebracht.
Nach Fig. 2 ist um den Bandkern b eine Hülse angebracht, die gegen den Kern (aus
zwei Bandringen) zu rechteckigen, gegen die Wicklungen zu zur Anpassung kreisförmigen
oder elliptischen Querschnitt besitzt. Die Hülse besteht aus einem gefäßartigen Unterteil
und einem diesen abschließenden Deckel. Xach Fig. 3 ist die Hülse aus zwei ineinandergreifenden
Schalen gebildet.
Zur Erläuterung der Wirkung der erfindungsgemäß angewendeten Hülse seien folgende
Versuche angeführt:
Eine Legierung von 42% Nickel, 9°/0 Kupfer,
Rest Eisen war nach der letztmaligen Glühung des Walzdrahtes bei einem Durchmesser
von 3,5 mm durch Profilwalzen und Bandwal/en ohne jegliche Zwischenglühungen
auf eine Stärke von 8/100 mm gebracht worden.
Die Hysteresekonstante des Kerns betrug nach längerer Lagerung etwa 33 bei einer
Permeabilität von etwa 90. Nach einer thermischen Behandlung bei der für Spulen üblichen
Imprägnierungstemperatur von 120° für die Dauer von 24 Stunden zeigte die
Spule eine Hysteresekonstante für den Kern von 53. Diesen Wert behielt die Spule auch
trotz hunderttägiger Lagerung bei. Auch bei kalt vorgeformten, kalt bearbeiteten magnetisierbaren
Bändern zeigte sich diese Abhängigkeit von der Imprägnierungstemperatur. So wies beispielsweise ein Bandkern, der aus
einer Eisen-Nickel-Legierung von 35 °/0 Nickel, 9°/0 Kupfer, Rest Eisen hergestellt war, eine
Hysteresekonstante von etwa 9 auf bei einer Permeabilität von etwa 50. Nach östiindiger
Wärmebehandlung bei 1200 stieg die
Hysteresekonstante bei etwa gleichbleibender Permeabilität auf etwa 15. Auch hier konnte
trotz andauernder Lagerung die Hysteresekonstante nicht wieder herabgesetzt werden.
In beiden Fällen betrug die Änderung der Hysteresekonstante durch die Imprägnierung
etwa 6o°/0.
Nun hat sich gezeigt, daß bei Verwendung von Hülsen, in welche die magnetisierbaren go
Drähte oder Bänder eingelegt wurden, der Einfluß der Imprägnierung fortfällt, was
darauf zurückzuführen sein dürfte, daß der Kern während der Imprägnierung atmen kann, so daß keine erheblichen elastischen
Vorspannungen in dem Kern zurückbleiben. Die Werte für Kerne, welche in derartige
Hülsen eingelegt werden, ergaben sich wie folgt:
Legierung
42 " „ Ni, 9 ° ,, Cu, Rest Fe . .
35",, Ni, 9°n Cu, Rest Fe ..
42 ° ;, Ni, 9 ".■■,-, Cu, Rest Fe bei
45° gewickelt
35 °/n Ni, 9 °/n Cu, Rest Fe bei
45° gewickelt
Die Tabelle zeigt, daß durch die Imprägnierung bei einer die Atmung des Kernes erlaubenden
Hülse die Hysteresekonstante nur wenig zunahm, in manchen Fällen sogar abnahm, was auf eine Entspannung infolge der
freien Atmung des Kernes zurückzuführen ist. Die Tabelle zeigt auch Versuche, den Kern
bei einer Temperatur zu wickeln, die zwischen der Zimmer- und der Imprägnierungstemperatur
liegt.
| Vor Imprä gnierung |
h | Nach Imprä gnierung |
h | Ahn /1 |
| ßo | 31 IO |
ßa | 27 II.5 |
|
| 67 50 |
35 | 66 51 |
30 | — 13 + 15 |
| 74 | 15 | 75 | 12,2 | j C |
| 50 | 52 | 20 |
Durch Unterbringung der Bandwicklung in starren Gehäusen kann auch der Einfluß
der Magnetostriktion herabgesetzt werden. »15 Es hat sich gezeigt, daß Bandkerne aus kalt
bearbeiteten Legierungen eine starke Änderung der Hysteresekonstante durch eine Entmagnetisierung
aufweisen. Beispielsweise wurde bei einem Kern durch eine magneti- iao
sierende Feldstärke von 14 örsted (Wechselfeld mit abnehmender Amplitude, wie bei
64B243
Entmagnetisierung üblich) die Hysteresekonstante um etwa 95% erhöht. Im Falle der
Anwendung einer Hülse trat nur eine Erhöhung von 400/o ei11- Die Versuche weisen
darauf hin, daß durch das Magnetfeld durch magnetostriktive Einflüsse Spannungen im
Bandkern zurückbleiben, die im Falle der in der Hülse frei atmenden Kerne bedeutend
geringer sind. Die Band- oder Drahtkerne nach der Erfindung sind bei Eisen-Nickel-Legierungen,
insbesondere mit Kupfer und/oder Manganzusätzen, besonders wertvoll, die durch Kaltbearbeitung auf unter ein
Zehntel der Materialstärke auf Fertigmaß gebracht sind. ■
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Gewickelter Band- oder Drahtkern aus solchen, vorzugsweise kalt verformten magnetisierbaren Werkstoffen, deren magnetische Eigenschaften durch mechanische Spannungen verschlechtert werden, gekennzeichnet durch die Verwendung einer starren, gesondert geformten, den Kern umgebenden Hülse aus Isoliermaterial solcher Bemessung, daß der Kern sich infolge Erwärmung oder magnetostriktiver Erscheinungen, ohne mechanische Spannungen zu erleiden, in der Hülse frei ausdehnen kann.
- 2. Gewickelter Band- oder Drahtkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er im wesentlichen aus kalt verformten Nickel-Eisen-Legierungen mit Kupferzusatz besteht.
- 3. Gewickelter Band- oder Drahtkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse aus mehreren halbkreisförmigen Teilen mit kreis- oder ellipsenförmigen Querschnitt besteht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES113068D DE643243C (de) | 1934-03-01 | 1934-03-01 | Gewickelter Band- oder Drahtkern, insbesondere fuer Belastungsspulen fuer Fernmeldeleitungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES113068D DE643243C (de) | 1934-03-01 | 1934-03-01 | Gewickelter Band- oder Drahtkern, insbesondere fuer Belastungsspulen fuer Fernmeldeleitungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE643243C true DE643243C (de) | 1937-04-05 |
Family
ID=7532227
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES113068D Expired DE643243C (de) | 1934-03-01 | 1934-03-01 | Gewickelter Band- oder Drahtkern, insbesondere fuer Belastungsspulen fuer Fernmeldeleitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE643243C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1000540B (de) * | 1955-08-02 | 1957-01-10 | Vacuumschmelze Ag | Verfahren zur Herstellung eines gegen mechanische Beanspruchung geschuetzten Magnetkernes |
| DE970277C (de) * | 1955-01-23 | 1958-09-04 | Vacuumschmelze Ag | Verfahren zum Verfestigen von Ringkernen, insbesondere Ringbandkernen, zum Schutze gegen mechanische Beanspruchungen |
| DE1117213B (de) * | 1956-03-12 | 1961-11-16 | Siemens Ag | Elektromagnetisches Geraet, insbesondere Magnetverstaerker |
| DE1155854B (de) * | 1959-11-04 | 1963-10-17 | Siemens Ag | Halte- und Befestigungsvorrichtung fuer Drosselspulen mit Kernen aus stossfugenfrei in sich geschlossenen Blechen aus hochwertigem magnetischem Material |
-
1934
- 1934-03-01 DE DES113068D patent/DE643243C/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE970277C (de) * | 1955-01-23 | 1958-09-04 | Vacuumschmelze Ag | Verfahren zum Verfestigen von Ringkernen, insbesondere Ringbandkernen, zum Schutze gegen mechanische Beanspruchungen |
| DE1000540B (de) * | 1955-08-02 | 1957-01-10 | Vacuumschmelze Ag | Verfahren zur Herstellung eines gegen mechanische Beanspruchung geschuetzten Magnetkernes |
| DE1117213B (de) * | 1956-03-12 | 1961-11-16 | Siemens Ag | Elektromagnetisches Geraet, insbesondere Magnetverstaerker |
| DE1155854B (de) * | 1959-11-04 | 1963-10-17 | Siemens Ag | Halte- und Befestigungsvorrichtung fuer Drosselspulen mit Kernen aus stossfugenfrei in sich geschlossenen Blechen aus hochwertigem magnetischem Material |
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