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Schutzkappe für Kraftfahrer u. dgl. Gegenstand der Erfindung ist eine
Schutzkappe für Kraftfahrer u. dgl., insbesondere eine bessere Gestaltung und Befestigungsart
deren Ohrenschutzeinrichtungen. Bei den bekannten Schutzkappen sind vor den Ohren
liegende kleine Schallöffnungen vorgesehen, die durch eine Klappe verschlossen werden
können. In geöffnetem Zustande ist diese Klappe zumeist nach vorn vorgerollt. Erfahrungsgemäß
zeigt sich bei diesen Schutzklappen der Übelstand, - daß bei größeren Geschwindigkeiten
der an den Schallöffnungen vorbeistreichende Fahrwind ein so starkes Geräusch im
Ohr hervorruft, daß die Aufnahme von Schallwellen dadurch unterbunden ist. Werden
aber die Schallöffnungen mit der Klappe geschlossen, so ruft die dabei eintretende
starke Dämpfung der Schallwellen einen gleichen Übelstand, die Verringerung der
Hörfähigkeit, hervor. Ähnliche Nachteile sind bei andern zu wenig versteiften, öder
zu kleinen oder auch bei taschenartigen, Ohrenschutzeinrichtungen zu verzeichnen.
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Man hat nun schon Ohrenschützer geschaffen, die einen Schutz gegen
Wind, Regen oder Staub vermitteln sollen und die das Ohr seitlich frei lassen und
nur von vorn lediglich in den Windschatten bringen. Es handelt sich dabei um großflächige,
aus einen steifen Werkstoff bestehende Schutzplatten, die in einem beliebigen Winkel,
seitlich abstehend, vor den Ohren angeordnet sein können und mittels Bügel an der
Ohrmuschel befestigt sind. Diese Ohrenschützer haben den Nachteil, daß sie nur beim
Fortlassen der Schutzkappe benutzt werden können, und daß die Befestigungsweise
sehr störend ist, insbesondere weil, da der starke Winddruck auf den Schrägflächen
ruht, die steifen Metallplatten mit Kinnbändern befestigt sein müssen und die Platten
mit den Bügeln stark auf die Ohrmuscheln drücken. Ferner besteht die Möglichkeit,
daß der Luftdruck die Schutzklappen an den Kopf herandrückt. Außerdem besteht der
Nachteil, daß, da die Schrägflächen nur von vorn einen Schutz gewähren, bei von
hinten kommenden Unwettern die Ohren völlig schutzlos bleiben müssen.
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Von den bekannten Ausführungen unterscheidet sich der Erfindungsgegenstand
dadurch, daß vor den Schallöffnungen der Schutzhaube ansetzende steife, großflächige
Windsperrwände mittels von vorn angreifender Haltebänder oder durch Stahlbandfedern
u. dgl. die Haube und die Windsperrwände miteinander verbindende Befestigungsauf-
oder -einlagen in einer seitabstehenden, einen nach hinten offenen Winkel bildenden
Lage gehalten werden. Um im Bedarfsfalle, bei von hinten kommenden Unwettern, einen
allseitig fest umschließenden Schutz der Ohren zu ermöglichen, sind diese Befestigungsmittel
lösbar bzw. verstellbar angeordnet, so daß die Schutzflächen, gelenkig drehbar,
auf die Ohren gelegt und wie die üblichen Ohrenschutzklappen verwendet werden können.
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Die durch die Erfindung erzielten Vorteile bestehen im wesentlichen
darin, daß die den
Kopf wirksam schützende Kappe den Leitwänden
für die Luftströmung eine günstige Befestigung am Kopf vermittelt, und daß der auf
die in großem Winkel vor dem Kopf abstehenden Leitwände wirkende Luftdruck von der
Kappe abgefangen wird. Dadurch he='' steht, wie bei den obenerwähaten bekannten
Ohrenschützern ohne Schutzkappe, de Möglichkeit, den Fahrwind in weitester Entfernung
vom Kopf des Fahrers vorbeizuleiten, und die Ohren befinden sich völlig frei, lediglich
im Windschatten der grollen Schutzwände, was neben der starken Dämpfung und Ableitung
des Fahru-indgeräusches den weiteren Vorteil ergibt, da!.') die von rückwärts kommenden,
an den Leitwänden sich stoi.ienden Schallwellen aufgehalten, gesammelt und aufs
Ohr zu reflektiert werden. Die von hinten kommenden Signale sind daher besonders
gut zu hören, aber auch von vorn kommende Geräusche, da durch die Ausschaltung des
Windgeräusches an der Gehörsöffnung die Aufnahmefähigkeit des Ohres für alle Schallwellen
erleichtert wird.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt Fig. i eine Vorderansicht der Schutzkappe, Fig. 2 eine Seitenansicht
derselben, Fig.3 eine die Haube und Ohrenklappe miteinander verbindende Stahlbandfeder;
Fig..l und 5 zeigen die Strömungslinien des Fahrwindes bei unzulänglichem Ohrenschutz
an der Haube, Fig.6 die Ableitung des Fahrwindes bei den gemäß der Erfindung befestigten
großflächigen Ohrenschutzwänden; Fig. 7 und S zeigen die geringere Aufnahmefähigkeit
für von hinten kommende: Schallwellen ohne die großflächig angeordneten, Fig.9 die
erhöhte Aufnahmefähigkeit bei Verwendung der großflächigen Schutzwände an Autohauben.
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Die Leitwände a weisen eine verhältnismäßig große Form auf und sind
vor den Schallöffnungen in der Schutzkappe angeordnet; die Schallöffnungen können
dabei so groß gehalten werden, daß die Ohren des Trägers der Kappe hindurchragen.
Die Leitwände a können in geeigneter Weise umklapp-;bar an der Schutzkappe befestigt
sein und 'werden in der offenen Stellung durch ein "Brand c gehalten, das z. B.
mittels Druck--lcnöpfen an der Schutzkappe lösbar befestigt werden kann. Das Halteband
kann elastisch oder unelastisch ausgeführt sein; es können auch mehrere Schließmittel
zwecks Verstellbarkeit angeordnet sein. Die Leitwände a können in die in Fig. 2
gestrichelte Lage umgelegt werden, wobei sie die Schallöffnung abdecken und in dieser
Lage gleichfalls durch die Bänder c festgehalten werden können. Die Leitwände können
aus zweckdienlichem Werkstoff, möglichst winddicht, hergestellt sein. Bei weichem
Werkstoff, z. B. Leder, können sie durch Metalleinfassungen o. dgl. versteift sein.
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Sie können eine zweckdienliche, am besten nach hinten gewölbte Formgestaltung
aufweisen. Bei ihrer Bemessung ist die akustische Gesetzmäßigkeit zu beachten, daß
mit der Entfernung bzw. Ableitung des Fahrwindes von der Gehöröffnung die Belästigung
im quadratischen Verhältnis abnimmt.
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Die leitabstehende Lage der Windsperrflächen kann auch durch feststellbare
Scharniere bewirkt werden.