DE64295C - Doppelsteppstich-Sohlen-Nähmaschine - Google Patents

Doppelsteppstich-Sohlen-Nähmaschine

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DE64295C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05BSEWING
    • D05B15/00Machines for sewing leather goods
    • D05B15/02Shoe sewing machines
    • D05B15/04Shoe sewing machines for lock-stitch work

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE S2: Nähmaschinen.
BENNO FISCHER in STUTTGART
in FRANKFURT a. Main.
Doppelsteppstich-Sohlen-Nähmaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. November 1890 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Sohlen-Nähmaschine, in welcher eine gebogene Oehrnadel im Verein mit einem Vorstecher arbeitet, welche Theile auf einer gemeinsamen Welle drehbar angeordnet sind und in einer gemeinschaftlichen Bogenlinie sich bewegen, wobei die Oehrnadel in das Leder von oben und der Vorstecher in dasselbe von unten eintritt, und in welcher eine Fadenspule unterhalb der Stichplatte von einem greiferartigen Schiingentransporteur in schwingender Bewegung umspielt wird, um die Fadenschleife des Nadelfadens über die Fadenspule zu werfen.
Diese neue Combination einer gebogenen Oehrnadel über der Stichplatte mit unter der Stichplatte angeordnetem Vorstecher, Fadenspule und schwingendem Schleifentransporteur in einer Sohlen-Nähmaschine ermöglicht, beim Nähen der Sohle die Stiche mittelst der gebogenen Oehrnadel möglichst dicht an das Oberleder heranzuführen und gleichzeitig die nach Herstellung des Schuhwerks sichtbare Naht auf dem Rahmen durch den Spulenfaden herzustellen,
Es wird beim Arbeiten mit dieser Maschine der Nadelfaden, welcher die in dem Kanal der Sohle liegende Naht bildet, vor unnöthiger Reibung in dem Stichloch erheblich geschont, weil die Nadel während des Ueberwerfens der Nadelfadenschleife durch den Schleifentransporteur aufserhalb des Stichloches über der Stichplatte stillsteht und der Nadelfaden demnach nicht vom Schiingentransporteur durch das Stichloch hineingezogen wird, während sich die Nadel im Stichloch befindet.
An der Maschine ist ein unter Federdruck stehender Prefsfufs angebracht, der sich der Dicke des Leders entsprechend einstellt und oben auf das Leder -durch eine selbstthätig in Wirksamkeit tretende Einrichtung in dem Moment festgestellt wird, wenn der Vorstecher von unten das Loch durch das Leder sticht. Ist der Vorstecher in das Leder eingetreten, so wird die den Arm des Vorstechers und den Arm der gebogenen Oehrnadel gemeinsam tragende Welle um die Stichlänge verschoben, also das Arbeitsstück um diese Entfernung verschoben; die Welle geht in ihre Ausgangs-, stellung zurück, wenn Vorstecher und Nadel· aus dem Arbeitsstück herausgetreten sind.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist in Fig. 1 eine Ansicht der Maschine von der einen, in Fig. 2 eine Ansicht von der anderen·. Seite, in Fig. 3 ist die Ansicht von der Stellung des Arbeiters aus, und in Fig. 4 ein Grundplan,, während Fig. 5, 6 und 7 Einzelansichten wiedergeben.
Aus letzteren ist das Zusammenarbeiten der wesentlichen Theile ersichtbar.
Wendet man eine gebogene Oehrnadel für Lederarbeit an, so mufs selbstverständlich das Leder für den Eintritt der Na'del durchstochen werden, was bei Weifsnäherei, bei welcher eine gebogene, über der Stichplatte angeordnete Oehrnadel im Verein mit einer unter der Stichplatte angeordneten Greiferspule arbeitet, nicht
noting ist. Bei dieser letztgenannten Anordnung ist dann aber der Greiferhaken in solcher Lage zur Nadelbahn, dafs er in die vom Nadelfaden gebildete Schleife direct eintreten kann.
Die Anordnung des Greiferhakens in solcher Stellung zur Nadelfadenschleife wird aber für den vorliegenden Fall ausgeschlossen, weil der Vorstecher unter der Stichplatte i in der Nadelbahn arbeiten mufs und in dieser Bahn deshalb kein Platz für die Unterfadenspule ist.
Es ist deshalb die Unterfadenspule so weit aus dem Arbeitsbereich der gebogenen Oehrnadel £4 und des gebogenen Vorstechers d4· nach hinten zurückgelegt, dafs diese Theile frei und unbehindert arbeiten können und der durch das Leder hindurchgetretene Vorstecher die Stoffverschiebung bewirken kann.
Dagegen ist in gleicher Achse mit der Unterfadenspule ein Schleifentransporteur h2 unter der Stichplatte angeordnet, welcher in die von der Nadel abstehende Schleife unter der Stichplatte mit seinem Haken h3 eintritt (Fig. 6) und mit der Schleife so weit die Unterfadenspule umkreist, als zum Durchschlüpfen der Spule durch die Schleife nöthig ist; der Schleifentransporteur geht dann wieder zurück (Fig. 7); er hat also keine vollständig kreisende, sondern eine schwingende Bewegung.
Auf diese Weise ist das Zusammenspiel in einer Sohlen - Nähmaschine der gekrümmten Oehrnadel Z>4 über der Stichplatte und des gekrümmten Vorstechers d1 unter der Stichplatte, welche Theile unabhängig von einander in gleicher Curvenbahii arbeiten, mit der Unterfadenspule und des sie mit Schwingbewegung umspielenden Schleifentransporteurs /?2 /i3 unter der Stichplatte gesichert, zu dem Zwecke, den auf der Stichplatte i mit dem Rande aufliegenden und mit der Sohlenfläche nach oben gekehrten Stiefel mit Randnaht zu versehen, welche möglichst knapp an dem Oberleder anliegt und die reine Unterfadennaht auf dem • Rahmen zeigt. .Zum Zwecke · des Antriebes dieser Theile, sowie der Sticheinstellung und Stoffverschiebung, ferner der selbstthätigen Feststellung des Presserfufses gegen das Leder zur Zeit des Eintrittes des Vorstechers in das Leder von unten sind die nachstehend be-.schriebenen Einrichtungen getroffen.
Auf der im hinteren Theile des Maschinengestells gelagerten Antriebswelle α sitzen die Curvennuthenscheiben bed; von diesen Scheiben ist b an der inneren Seite mit Curvennuth versehen, in welche die Führungsrolle eines auf Achse e drehbar sitzenden Hebels b1 greift. Das obere Ende dieses Hebels 1 1st durch eine Stange l·'2 mit dem auf der verschiebbaren Achse b drehbar sitzenden Nadelkopf f>3 verbunden, welcher die bogenförmige Oehrnadel :b4 trägt (s. auch die Einzelansichten Fig. 5, 6 und 7). In die an der inneren Seite der Scheibe d vorgesehene Curvennuth' greift die Führungsrolle eines auf Achse e drehbar sitzenden Hebels d1, dessen oberes Ende durch eine Stange d'2 mit dem auf der verschiebbaren Achse f drehbar sitzenden Vorstecherkopf d3 verbunden ist, welcher den dem Nadelbogen, entsprechend gebogenen Vorstecher dA trägt.
Durch die angegebene Verbindung des Nadel- und des Vorstecherkopfes mit' den Curvennuthenscheiben werden bei Drehung der Welle a Vorstecher, und Nadel zeitweise abwechselnd eine in ein und dieselbe Bogenlinie fallende, auf- und niedergehende Schwingbewegüng ausführen.
Wie ersichtlich, sind die Verbindungsstangen b2 und d'1 an ihren Enden durch Kugelgelenk mit den betreffenden Theilen verbunden, um eine Verschiebung der Achse/ in ihrer Längsrichtung für Stoffverschiebung zuzulassen.
In die Seitencurvennuth der Scheibe c greift die Führungsrolle eines auf Achse e drehhar sitzenden Hebels c1, dessen' oberes Ende durch eine Stange c'2 mit der bekannten Nadelfadenspannvorrichtung c3 verbunden ist.
In die an der äufseren Seite der Scheibe b vorgesehene Curvennuth. greift die Führungsrolle eines bei g am Maschinengestell drehbar gelagerten Doppelhebels g', der an seinem vorderen Ende einen Zahnbogen g2 trägt. Dieser Zahnbogen greift in ein Stirnrad /2, welches auf der Hohlachse h1 des unterhalb der Stichplatte i gelagerten greiferartigen Schiingentransporteurs h2 festsitzt. Letzterer tritt infolge dieser Anordnung derart in Thätigkeit, dafs er, wenn die Nadel bei ihrem Rückgange die entsprechende Schlinge gelegt hat, mit seinem Haken h3 in die Schlinge des Nadelfadens eintritt, Fig. 1, und dieselbe durch theilweises Umkreisen der Unterfadenspule über die. letztere wirft, Fig. 7, worauf er dann zu erneuter Schlingentransportirung in die Stellung ν Fig.. 6 zurück, also oscillirend bewegt, wird.
Die eine der Spulenlagerpfannen wird zur Hervorbringung der nöthigen Spannung des Unterfadens mittelst ihres Zapfens k von einem bei kl drehbar gelagerten, unter Federdruck stehenden Hebel £2 gegen die Unterfadenspule gedrückt. Mit dem Hebel Jc- ist ein Druck- * bolzen /c3 verbunden, gegen welchen die an der Stirnfläche des ScMingentransporteurs vorgesehene Abschrägung dergestalt wirkt, dafs der Hebel k* gegen die Wirkung seiner Feder von dem Zapfen k abgerückt und demzufolge die Unterfadenspule behufs Ueberwerfens der Nadelfadenschlinge über den Unterfaden zum geeigneten Zeitpunkt freigegeben wird.
Die Verschiebung des Stoffes zur Bildung der Stichweite erfolgt durch den im Leder
steckenden Vorstecher rf4, welcher zu diesem Zwecke mit seinem Kopf d3 ebenso wie der die Oehrnadel i»4· tragende Nadelkopf b3 auf der in Längenrichtung verschiebbaren Achse f zwischen dem festen Bund f1 und der feststellbaren Mutter /2 lose drehbar angeordnet ist, wie dies aus Fig. 5 hervorgeht.
Von der Achse_/ steht unten ein mit Langschlitz versehener- senkrechter Arm f3 ab, in dessen Schlitz ein Bolzen 0 eingreift; dieser Bolzen ist in dem einen mit Langschlitz versehenen Arm ο1 eines Doppelhebels befestigt, welcher in auf der Maschinengrundplatte sitzenden Lagern o3 o4 drehbar angeordnet ist. Der andere Arm ο2 des Doppelhebels greift mittelst Führungsrolle in eine in der Peripherie der Scheibe b vorgesehene Curvennuth, so dafs also bei Drehung der Scheibe., b zu geeigneter Zeit die Weiterrückung des Stoffes durch den Vorstecher, und zwar kurz vor dessen Rückgang erfolgen wird.
Durch einfaches Verstellen des Bolzens 0 in dem Arm ο1 hat man es in der Hand, der Achse f mit dem darauf sitzenden Nadel- und Vorstecherkopf eine gröfsere oder kleinere Längen-, Hin- und Herverschiebung zu ertheilen, so dafs man also die Stichweite ganz nach Wunsch erhält.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei einer Sohlen-Nähmaschine, bei welcher die Sohlennaht knapp am. Oberleder und mit dem Unterfaden auf dem Rahmen durch das Zusammenspiel einer gekrümmten Oehrnadel (bA) über der Stichplatte (i), einem mit der Oehrnadel in dem gleichen Kreisbogen arbeitenden Vorstecher (dx) und einer aus der Nadelbahn gerückten Unterfadenspule hergestellt wird, die Anordnung eines die Fadenspule in Schwingbewegung umspielenden Schleifentransporteurs (h2 h3), welcher das Umlegen der Schleife um die Spule erst dann bewirkt, wenn die Nadel aus dem Leder herausgetreten ist, wobei die auf einer gemeinsamen Welle (f) lose aufgesteckten Köpfe oder Arme (b3 und d3) der Nadel (W) und des Vorstechers (d*) dergestalt durch mit Kugelgelenken an ihren Enden versehene Stangen fb'2 und d2) angetrieben werden, dafs sie mit ihrer Welle in Längsrichtung der letzteren zur Stoffschiebung verschoben werden können, wenn der Vorstecher in den Stoff zur Lochbildung eingetreten ist.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT64295D Doppelsteppstich-Sohlen-Nähmaschine Expired - Lifetime DE64295C (de)

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