DE63308C - Verfahren zur Herstellung langer und dünnwandiger Metallrohre auf elektrolytischem Wege - Google Patents
Verfahren zur Herstellung langer und dünnwandiger Metallrohre auf elektrolytischem WegeInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25D—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PRODUCTION OF COATINGS; ELECTROFORMING; APPARATUS THEREFOR
- C25D1/00—Electroforming
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Herstellung von Rohren auf elektrolytischem Wege unterliegt bei Anwendung der
bisher bekannten Verfahren, namentlich wenn Löthstellen ausgeschlossen sein sollen, grofsen
technischen Schwierigkeiten. :
Insbesondere ist es bisher unmöglich, die Kernstücke (Dorne oder Formen), auf welchen
der Niederschlag erfolgen soll, so herzustellen, dafs der Durchmesser des Rohres bei einer
Länge von selbst nur einigen Metern überall vollkommen genau derselbe ist. Demzufolge
kann der sich der Form an allen Stellen genau anpassende Niederschlag nur sehr schwer oder
gar nicht über diejenigen Stellen des Kernes hinweggezogen werden, welche auch nur um
ein Geringes stärker sind, als der übrige Theil desselben. Bei Dornen, welche der Länge
nach aus zwei oder mehreren Stücken hergestellt werden, unterliegt das genaue Zusammenpassen
und Zusammenhalten dieser Stücke insbesondere dann grofsen Schwierigkeiten, wenn
es sich um die Erzeugung langer Rohre von geringem Durchmesser handelt.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren,
durch welches die vorstehend angeführten Uebelstände vollständig beseitigt werden und
die Herstellung von Rohren von beliebiger Länge und beliebigem Durchmesser, sowie von
sehr geringer Wandstärke (bis Y100 mm) ermöglicht
ist. Derartig hergestellte Rohre sind sehr biegsam und zusammendrückbar, besitzen
eine hohe, bei ihrer Herstellung von selbst ohne mechanische Hülfsmittel sich ergebende
Glätte und grofse Leitungsfähigkeit für den elektrischen Strom. Sollen solche Rohre verstärkt
werden, so können dieselben mit anderen Metallen oder Materialien umgeben
werden.
Die beiliegende Zeichnung stellt in Fig. 1 und 2 einen zur Ausführung dieses Verfahrens
dienenden Apparat im Längsschnitt und Seitenansicht dar. Die Fig. 3,4,5 und 6 zeigen
schematisch die Bildung des Rohres.
Wie ersichtlich, besitzt das galvanische Niederschlagsbecken Ä in zwei gegenüberliegenden
Wänden Oeffnungen, in welche die Kapseln B BΎ fest eingesetzt sind. Diese
Kapseln besitzen kreisförmige Ausschnitte mit V-förmiger Ringnuth, in welche Bleiringe C C1
von entsprechender Querschnittsform eingepafst sind, die an ihren Innenflächen mit weichen
Gummiringen D Dl oder einem anderen
elastischen Material ausgekleidet sind, so dafs hierdurch der durch diese Ringe hindurchgehende
, den elektrolytischen Niederschlag tragende Kern E elastisch abgedichtet ist. Je
nach dem Durchmesser des zu erzeugenden Rohres werden die Bleiringe C C1 stärker oder
schwächer gewählt. Die Form oder der Kern E, auf welchem der galvanische Niederschlag
erzeugt werden soll, besteht entweder aus einem einzigen Stück oder aus zwei oder
mehreren Stücken und wird mit einer Isolirungsschicht versehen, um das Anhaften des Niederschlages zu verhindern.
Bei Ausführung des Verfahrens wird die Form, welche vortheilhaft doppelt so lang gewählt
wird als die Länge des Niederschlagbeckens, durch einen der Gummiringe DD1
derart eingeschoben, dafs eine Hälfte derselben aus dem Bade herausragt und sie in den
Ringen DD1 abgedichtet gelagert ist. Hierauf
wird der Strom durch das Bad durchgeleitet, demzufolge auf der Form ein rohrförmiger
Niederschlag F, Fig. 3, abgesetzt wird.
Durch eine geeignete Vorrichtung wird hierauf der Dorn E in seiner Längsrichtung
langsam vorwärts bewegt, so dafs nach und nach der ganze Dorn in das Bad gelangt, mit
dem galvanischen Niederschlag F bedeckt und durch den Gummiring D1 der Ausgangsöffnung
hinausbewegt wird (Fig. 4).
Sobald nun auf diese Weise der ganze Dorn mit einer gleichmäfsigen Metallschicht
von gewünschter Stärke umgeben ist, wird derselbe sammt dem daran haftenden Niederschlag
so weit zurückgeschoben, dafs der zuletzt bedeckte Theil α des Domes wieder aus
dem Niederschlagsbecken herausragt (Fig. 5), worauf die bisher benutzte Form in der Pfeilrichtung
herausgezogen und bei sehr dünnen Niederschlägen durch Holzformen ersetzt wird, während der Theil h des Niederschlages freibleibt,
um das Ende eines neuen, entsprechend präparirten Domes E1 aufzunehmen, der nun
zum gröfsten Theil aus dem gebildeten Rohr herausragt. Der Dorn E1 sammt dem Rohr F
wird nun wieder vorwärts bewegt, bis der erstere in das Bad gelangt (Fig. 6), worauf der
während des Auswechselns der Dorne eventuell unterbrochene Strom neuerdings geschlossen
wird und auf dem zweiten Dorn mit Ausnahme des in dem Gummiring D liegenden
und das Auslaufen der Flüssigkeit verhindernden Endes desselben einen Niederschlag erzeugt.
Hierauf wird eventuell wieder der Strom unterbrochen, der Kern sammt dem Niederschlag
zurückgeschoben, an Stelle des Kernes E1 der frühere, mittlerweile frisch präparirte Kern E
eingesetzt u. s. w. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Rohr die gewünschte
Länge erreicht hat.
Das Verfahren kann auch dahin abgeändert werden, dafs beim jedesmaligen Auswechseln
der Dorne das Ganze aus dem Bade herausgenommen wird, oder man kann die Dorne mit einander verbinden und dieselben im Rohr
stecken lassen, bis dasselbe in seiner ganzen Länge fertiggestellt ist, und hierauf die Dorne
entfernen.
Anstatt durch zeitweilige Unterbrechung des Stromes kann man das längere Verbleiben
einzelner Theile des Niederschlages in dem Bade und entstehende Ungleichheiten auch dadurch
ausgleichen, dafs man zwischen der Anode und der betreffenden Stelle Glasplatten
einstellt oder die Form sammt dem Niederschlag in Umdrehung versetzt, wobei die sich
in den Nuthen der Kapseln B B1 mitdrehenden Bleiringe C Cx das Auslaufen von Flüssigkeit
aus dem Niegerschlagsbecken verhindern. Je nachdem die zu erzeugende Röhre auf der
Aufsen- oder auf der Innenseite eine vollkommen glatte Oberfläche erhalten soll, wird
der galvanische Niederschlag auf einem cylindrischen Rohrkern oder innerhalb einer Rohrform
erzeugt.
Um das Herausnehmen der Kerne aus den gebildeten Rohren zu erleichtern, werden dieselben
hohl gemacht und durch dieselben kalte Flüssigkeiten oder unter Druck stehende bezw.
verflüssigte Gase, welche bei ihrer Ausdehnung oder Verdunstung bedeutende Temperaturänderungen
bewirken, hindurchgeleitet, welche die Kerne rasch abkühlen; durch Erhitzen des
aus dem Bade herausragenden Theiles des Niederschlages und gleichzeitiges Abkühlen des
Kernes kann die Trennung noch mehr erleichtert werden.
Bei der Erzeugung von Rohren auf elektrolytischem Wege tritt noch der Uebelstand auf,
dafs die in dem Bade stets enthaltenen Unreinigkeiten durch Niederfallen und Anhaften
an dem Kern bei zunehmender Stärke des Niederschlages sich vergröfsernde Mängel, als
unganze Stellen, Streifen oder Knoten, hervorrufen. Um dies zu vermeiden, werden in dem
Niederschlagsbecken feststehende oder verschiebbare Bürsten angeordnet, welche auf den sich
drehenden Kern bezw. auf den an demselben haftenden Niederschlag beständig reinigend einwirken.
Um die nach dem beschriebenen Verfahren hergestellten Rohre zu verstärken, genügt es
in vielen Fällen, dieselben je nach ihrer Bestimmung mit Metallen, Legirungen, Papieroder
Holzstoffmasse, Kautschuk, Cement, Thon oder Gypsbrei u. dergl. zu umgeben.
Claims (1)
- Pa te nt-Anspruch:Ein Verfahren zur Herstellung von Metallrohren auf elektrolytischem Wege, dadurch gekennzeichnet, dafs man auf nach einander in das Bad eingeführten Kernen, von denen jeder die Fortsetzung des vorhergehenden bildet, der Reihe nach einen Niederschlag derart herstellt, dafs derselbe auf jedem der nachfolgenden Kerne fortwächst und auch nach dem Herausziehen der Kerne eine homogene zusammenhängende Masse bildet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE63308C true DE63308C (de) |
Family
ID=337241
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT63308D Expired - Lifetime DE63308C (de) | Verfahren zur Herstellung langer und dünnwandiger Metallrohre auf elektrolytischem Wege |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE63308C (de) |
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