DE632383C - Kreiselhorizont fuer Flugzeuge u. dgl. - Google Patents

Kreiselhorizont fuer Flugzeuge u. dgl.

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DE632383C
DE632383C DE1930632383D DE632383DD DE632383C DE 632383 C DE632383 C DE 632383C DE 1930632383 D DE1930632383 D DE 1930632383D DE 632383D D DE632383D D DE 632383DD DE 632383 C DE632383 C DE 632383C
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    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C19/00Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02Rotary gyroscopes
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Description

  • Kreiselhorizont für Flugzeuge u. dgl. Die Erfindung betrifft einen künstlichen Horizont, der als Navigationsinstrument für Luftfahrzeuge gebraucht wird. Geräte dieser Art dienen dazu, dem Flieger, insbesondere beim Blindflug, im Nebel, in einer Wolke oder nachts, das Halten des Flugzeuges in der richtigen Fluglage zu erleichtern. Wenn der Flieger bei derartigen Flügen keine Landmarken sehen kann, so verliert er jedes Gefühl für die Lage seines Flugzeuges in bezug auf das wahre Lot. Des Nachts, im Nebel oder in Wolken besteht daher die Gefahr, daß der Flieger sein Flugzeug, ohne es zu merken, in eine gefährliche Lage bringen kann, die ein Abrutschen zur Folge hat. Um dieser Gefahr zu begegnen, sind unter der Bezeichnung »Künstliche Horizonte« Kreiselgeräte geschaffen worden, die einen Kreisel von drei Freiheitsgraden und lotrechter Umlaufachse enthalten und bei denen der Kreisel vermöge des Widerstandes, den er Änderungen der Lage seiner Umlaufachse entgegensetzt, die Lage des wahren Horizontes anzuzeigen vermag. Die Kreisel werden gewöhnlich mit besonderen Dämpfungseinrichtungen, z. B. mit Pendeln, versehen, welche Luftstrahlen steuern, die ein allmähliches Auswandern des Kreisels aus seiner Sollage infolge der durch Lagerreibung entstehenden Präzessionsbewegungen, der Einwirkung der Erddrehung und sonstiger Ursachen verhindern. Da erfahrungsgemäß die Steuerung eines Luftfahrzeuges nach Instrumenten wesentlich erleichtert wird, wenn die Anzeigen sinnfällig erfolgen, d. h. die die Anzeige vermittelnden Teile des Instrumentes sich gegeneinander so bewegen, wie sich diejenigen Gegenstände der Natur bewegen, die durch sie versinnbildlicht werden, so besteht die Aufgabe, das bewegliche Anzeigeglied der künstlichen Kreiselhorizonte derart auszubilden und reit dem Lagerträger für die Kreiselumlaufachse so zu verbinden, daß es in bezug auf die feststehenden Teile die gleichen Bewegungen ausführt, welche der vom Führersitz aus gesehene natürliche Horizont in bezug auf das Flugzeug selbst auszuführen scheint.
  • Diese Aufgabe ist bereits in der Weise gelöst, daß die erforderliche, Bildumkehrung auf optischem Wege mittels einer Linse erzielt wird. Durch den hierzu erforderlichen Strahlengang wird jedoch erheblicher Platz beansprucht.
  • Die Erfindung bezweckt eine Lösung der erwähnten Aufgabe durch rein mechanische Mittel.
  • Die übliche Anordnung aller Navigationsinstrumente gegenüber dem mit dem Blick nach vorn sitzenden Flugzeugführer sowie die übliche kardanische Aufhängung des Kreiselumlaufachsenlagerträgers bringt es mit sich, daß die Bewegungen desselben um die eine Kardanachse gegenüber den feststehenden Teilen des;Instrumentes imr.umgekehrten Sinn erfolgen, wie die Bewegungen des natürlichen. Horizontes gegenüber,-dem Ausblickfenster für den Flugzeugführer zu erfolgen scheine.. Die Erfindung kennzeichnet sich daher : lrn wesentlichen dadurch, daß die Bewegungen= des Kreiselkörpers um die eine Kardanachse durch ein mechanisches Umkehrgetriebe im umgekehrten Sinn erfolgen, wie die Bewegungen des natürlichen Horizontes gegenüber dem Ausblickfenster für den Flugzeugführer zu erfolgen scheinen. Die Erfindung kennzeichnet sich daher im wesentlichen dadurch, daß die Bewegungen des Kreiselkörpers um die eine Kardanachse durch ein mechanisches Umkehrgetriebe im umgekehrten Sinn auf das z. B. als eine den Horizont vortäuschende Schiene ausgebildete Anzeigeglied übertragen werden.
  • Bei den als Wendezeiger bekannten Geräten, welche aus einem gefesselten Kreisel von drei Freiheitsgraden und waagerechter Umlaufachse bestehen, ist zwar bereits vorgeschlagen worden, eine Übertragung der durch die Fesselung beschränkten Präzessionsbewegungen des Kardanrahmens auf den Zeiger durch ein Hebelsystem zu bewirken, welches die Bewegungen des Kardanrahmens in umgekehrtem Drehsinn auf den Zeiger überträgt. Das Hebelsystem wurde bei diesen bekannten Geräten jedoch einzig und allein zu dem Zweck angewandt, um eine Vergrößerung der Ausschläge am Zeiger zu erzielen. Da Ädie Zeigerausschläge bei diesen bekannten Geräten nur die Winkelgeschwindigkeiten der Drehungen des Flugzeuges um die Lotrechte und eine Waagerechte anzeigen, so geben die Zeigerbewegungen dieser bekannten Geräte keinerlei Aufschluß über die gegenseitigen Lagen des Flugzeuges gegenüber den natürlichen Gegenständen auf der Erde. Von der Möglichkeit, daß man derartige -Umkehrgetriebe dazu benutzen kann, bei einem künstlichen Kreiselhorizont die Bewegungen eines den natürlichen Horizont versinnbildlichenden beweglichen Anzeigegliedes sinnfällig genau so erscheinen zu lassen, wie sich der natürliche Horizont gegenüber dem Flugzeug, vom Sitz des Führers aus gesehen, zu bewegen scheint, hat man jedoch bisher keinen Gebrauch zu machen gewußt. .
  • In den Abbildungen sind einige zweckmäßige Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
  • Abb. r zeigt einen waagerechten Schnitt durch das ganze Gerät, Abb. 2 eine Vorderansicht.
  • Abb.3 stellt einen lotrechten Schnitt nach Entfernung der Vorderseite dar. Aus dieser Abbildung ist die Lage des Anzeigegliedes bei einer Neigung des Flugzeuges um die Längsachse ersichtlich.
  • Abb. ¢ stellt eine Ausführungform für die ':Bewegungsübertragung auf das Anzeigeglied :''.,`£ -,''Abb. 5 ist ein lotrechter Teilschnitt durch 'die Vorderseite des Gerätes nach der Linie 5-5 in Abb. r .
  • Abb. 6 stellt ähnlich wie Abb. r einen waagerechten Schnitt durch eine andere Ausführungsform der Erfindung dar.
  • Abb. 7 ist die zugehörige Vorderansicht, Abb. 8 ein lotrechter Schnitt.
  • Abb.9 zeigt eine Vorderansicht einer anderen Ausführungsform, bei der das Instrument durch weitere Navigationsgeräte zu einem Universalgerät ergänzt ist.
  • Abb. zo zeigt einen lotrechten Schnitt durch diese Ausführungsform.
  • In Abb. ri und 12, sind weitere Einzelheiten dargestellt.
  • Die Schauseite des Gerätes wird zweckmäßig, wie Abb. 2 zeigt, so ausgebildet, daß der durch das Schauglas sichtbare Teil die Aussicht aus einem Flugzeug darstellt, wie sie sich vom Führersitz aus beim Blick nach vorn darbietet. Teil.a, welches zu der mit einem rechteckigen Ausschnitt versehenen, am Gehäuse 6 befestigten Platte q.' gehört, versinnbildlicht einen festen, vom Führersitz aus sichtbaren Teil des Flugzeuges, z. B. die Motorkappe. Dieses Teil kann indessen auch, wie die Ausführungsform nach Abb. 9 zeigt, ein Flugzeug z' versinnbildlichen. Der Horizont wird, wie beide Abbildungen zeigen, zweckmäßig durch eine Schiene 3 bzw. 3' versinnbildlicht, welche -beim Geradeausflug in richtiger Lage waagerecht über oder in Deckung mit dem Teile bzw. 2' liegt. Die Schiene 3 bzw. 3' ist mit dem Lagerträger für die Kreiselumlaufachse so verbunden, daß sie sich gegenüber dem Teil 2 bzw. 2' auf und nieder bewegen und kippen oder drehen kann. Dadurch, daß erfindungsgemäß die Übertragungen der Bewegungen um die eine Kardanachse durch ein Umkehrgetriebe vermittelt wird, wird erreicht, daß die Schiene 3 gegenüber dem Teil 2 bzw. 2' genau die gleichen auszuführen scheint, welche der natürliche Horizont, vom Flugzeugführer aus gesehen, scheinbar in bezug auf das Flugzeug ausführt.
  • In Abb. r bedeutet 16 die lotrechte Umlaufachse des Kreisels, die in dem Umlaufachsenlagerträger 15 in üblicher Weise gelagert ist. Dieser ist um die waagerechte, bei dieser Ausführungsform zur Flugzeugquerachse parallele, zweite Kardanachse 13, 14 in dem Kardanrahmen 7 schwenkbar gelagert. Der Kardanrahmen 7 ist wieder in dem festen Gehäuse 6 um. die zu den beiden erstgenannten Achsen senkrechte, also gleichfalls waagerechte, parallel zur Flugzeuglängsachse liegende Kardanhauptachse io, ii schwenkbar gelagert. Der vordere Lagerzapfen io ist in der Rückwand des Gehäuses 6 gelagert, während der hintere, dem Flugzeugführer zugekehrte Zapfen i i in dem am Gehäuse befestigten Arm 12 sein Lager findet. Der Kardanrahmen 7 ist mit einem Ansatz 7' versehen, an welchem vorn eine Platte 5 befestigt ist. An dem Kardanrahmen 7 ist eine Achse 9 drehbar gelagert, an der mittels einer Schelle 8 die Schiene 3 befestigt ist. Diese ist durch einen Schlitz 4 in der an dem Ansatz 7' befestigten Platte 5 hindurchgeführt, und das äußere Ende ist rechtwinklig umgebogen. Durch gelenkig miteinander verbundene Hebel 17, 18, von denen der erstgenannte bei i9 an dem Umlaufachsenträger 15 angelenkt, der zweite 18 an der Achse 9 befestigt ist, ist der Umlaufachsenlagerträger 15 mit der Schiene 3 verbunden.
  • Bewegungen des Kreiselachsenlagerträgers 15 um die Kardanachse 13, 14 werden daher durch das Hebelpaar 17, 18 im umgekehrten Drehsinn auf die Achse 9 und daher in umgekehrtem Sinn auf die Schiene 3 übertragen, während die Schiene 3 vermöge ihrer Befestigung an der im Kardanrahmen 7 gelagerten Achse 9 alle Bewegungen des Kardanrahmens 7 um die Kardanhauptachse i o, ii unmittelbar mitmacht. Da der Kreiselachsenlagerträger 15 bei allen L ängs- und Querneigungen des Flugzeuges seine Lage im Raum beibehält, so führt der Anzeigebalken 3 bei Querneigungen des Flugzeuges dieselben Drehbewegungen in bezug auf das Teil 2 in Abb. 2 aus, bei allen Längsneigungen, die sich in Drehungen des Kreiselumlaufachsenlagerträgers um die zur Querachse parallele Kardanachse 13, 14 äußern, die gleichen Aufundniederbewegungen in bezug auf das Teil 2, welche der wahre Horizont in bezug auf die vom Führersitz aus gesehene Motorhaube auszuführen scheint..
  • Zweckmäßig wird man die im Schauglas sichtbare gehäusefeste Platte 4', unter der sich die Schiene 3 als Sinnbild des Horizontes zu bewegen scheint, mit weiteren Bezugszeichen, z. B. mit Teilungen 21, versehen, die Aufschluß über die Größe der Längs- und Querneigungen geben können. Ferner ist es zweckmäßig, die Nullstellung des Anzeigegliedes 3, welche die Lage des wahren Horizontes bei Geradeausflug ohne Quer- und Längseigung angibt, einstellbar zu machen, um den verschiedenen Lagen, die das Flugzeug bei verschiedener Belastung einnimmt, Rechnung tragen zu können. Dies kann in der Weise ausgeführt werden, daß das Teil 2 in Abb. 2 verstellbar hinter der Rückseite 23 des Fensters angebracht wird. Dieses kann mittels eines an dem Schild 4' angeordneten, mit Mutterge-,vinde versehenen Auges a4 geschehen, welches mit einer durch einen Rändelknopf 26 zu betätigenden Schraube 25 zusammenarbeitet.
  • 24' stellt einen Querneigungsmesser dar, der zweckmäßig dem Gerät beigegeben wird und in bekannter Weise z. B. aus einem mit einer dämpfenden Flüssigkeit 25' gefüllten, gebogenen Glasrohr besteht, in dem als Anzeigeglied eine Kugel 26' läuft. Dieser Scheinlotzeiger arbeitet in bekannter Weise und bildet nicht den Gegenstand der Erfindung.
  • Eine andere zweckmäßige Ausführungsform ist in den Abb. 6, 7 und 8 dargestellt. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform nach den Abb. i bis 5 im wesentlichen dadurch, daß die Achse 13', 14', um-welche der Kreiselumlaufachsenlagerträger 15 in dem Kardanrahmen 35 schwingt, von vorn nach hinten, also der Flugzeuglängsachse parallel, gerichtet ist, während die Hauptkardanachse io', i i', um welche der Kardanrahmen 35 in dem Instrumentengehäuse schwingt, der Flugzeugquerachse parallel ist. Außerdem stellt im Gegensatz zu den Ausführungsformen nach den Abb. 2 und 9 die Schiene 39 nicht den Horizont, sondern das Flugzeug dar, während der Horizont durch die Marken 4.1 angedeutet ist. Infolgedessen werden bei dieser Ausführungsform die Aufundniederbewegungen der das Flugzeug darstellenden Schiene 39 durch die Drehbewegungen des Kardanrahmens 35 um die Hauptkardanachse io', i i' wiedergegeben, während die Querneigungen, also die Drehungen des Flugzeuges um seine Längsachse, durch die Kippbewegungen des Umlaufachsenlagerträgers 15 um die Nebenachse U', 14' wiedergegeben werden. Bei dieser Ausführungsform werden daher die letztgenannten Bewegungen umgekehrt. Dies geschieht, wie aus Abb. 6, 7, 8 zu ersehen ist, dadurch, -daß auf den Lagerzapfen 14' ein Zahnrad 38 aufgekeilt ist, welches mit einem Zahnrad 37 kämmt, das auf der ebenfalls an dem Lagerträger 15 gelagerten Achse 36 sitzt, die der Achse i3', i4' parallel liegt und auf der anderen Seite die Anzeigeschiene 39 trägt. Die Achse 36 ist durch einen lotrechten Schlitz 37' in dem gewölbten Schild 4o hindurchgeführt.. Bei dieser Ausführungsform geben Marken 41 an der Rückwand 23 des Fensters den Horizont an zur Beurteilung der Lage der das Flugzeug versinnbildlichenden Schiene 39 in bezug auf den Horizont. Auch hier wird durch das Zahnradpaar 38, 37 eine Übertragung der Bewegungen des Kreisels um die Achse 13', 14', also die eine Kardanachse, in umgekehrtem Sinn auf mechanischem Wege vermittelt. 24', 2.5', 26' ist, wie bei der-Ausführungsform nach Abb. i, ein Scheinlotzeiger.
  • Eine weitere Ausführungsform des Gerätes ist in den Abb. 9 bis 12 dargestellt, die sich in der äußeren Gestaltung an die zuerst beschriebene Ausführungsform anlehnen kann. Bei dieser Ausführungsform ist die Hauptkardanachse, um welche der Kardanrahmen 71 schwingt, wieder zu der Flugzeuglängsachse parallel angeordnet. io", i-i" sind die zugehörigen Lager. In dem Kardanrahmen 71 ist der Lagerträger 61 für die Kreiselumlaufachse entsprechend um eine nicht dargestellte, waagerechte, zur Flugzeugquerachse parallele Achse schwenkbar gelagert. Die Schiene 3' ist an dem Kardanrahmen 7i bei 58 und 7o drehbar angelenkt, so daß sie die scheinbaren Querneigungen des wahren Horizontes gegenüber dem Flugzeug, vom Führersitz aus gesehen, durch die Bewegungen des Kardanrahmens 7 i um die zur Flugzeuglängsachse parallele Achse angibt, die durch die Kardannebenachse übertragen werden. Die relativen Bewegungen des Kreiselumlaufachsenlagerträgers 61 um die zur Flugzeugquerachse parallele innere Kardanachse werden mittels des an dem Kreiselumlaufachsenlagerträger 61 angeordneten Stiftes 73 auf die Schiene 3' übertragen. Zu dem Zweck ist in dem Kardanrahmen ein kreisförmiger Schlitz 74 vorgesehen, durch welchen der Stift 73 hindurchragt und in einen waagerechten Schlitz 72 in der Schiene 3' eingreift. Der Schlitz 74 gewährt dem Stift 73 die nötige Bewegungsfreiheit; so daß der Kreiselachsenlagerträger 61 um die Kardannebenachse frei schwingen kann. Dadurch, daß der Stift 73 zwischen dem Gelenk 58, 7o der Schiene 3' und der Kardannebenachse, um welche der Stift schwingt, liegt, werden die Bewegungen um die Kardannebenachse auf die Schiene 3' im umgekehrten Sinn übertragen. Auch bei dieser Anordnung macht daher die Schiene 3' in bezug auf das im Schauglas sichtbare Sinnbild 2' für das Flugzeug genau die gleichen Bewegungen, die der wahre Horizont; vom Führersitz aus gesehen, scheinbar in bezug auf das Flugzeug ausübt.
  • Außer durch einen Scheinlotzeiger 24, 25', 26' kann das Gerät noch durch einen Kompaß 51 und gegebenenfalls durch einer' Wendezeiger 5o, 52, 53, 54, 54! zu einem Universal-Navigationsgerät ergänzt werden, welches außer dem Horizont auch noch das Scheinlot, Wendungen und die Flugrichtung in übersichtlicher Weise abzulesen gestattet. Die Anordnung dieser Nebeneinrichtungen bildet nicht den Gegenstand der Erfindung.
  • Die an sich bekannte Ausbildung des die Horizontlinie vortäuschenden Anzeigegliedes als Schiene in Verbindung mit dem mechanisehen Umkehrgetriebe, insbesondere nach den Ausführungsformen in den Abb. i bis 4 und 9 bis 12, bringt noch den folgenden, besonders bedeutungsvollen Vorteil mit sich.
  • Durch die in Abb. 4 dargestellte Hebelverbindung oder durch die Verbindung mittels des in dem Schlitz spielenden Stiftes wird erreicht, daß die Ausschläge der Horizontschiene trotz Beschränkung auf das Gesichtsfeld bei kleinen Längsneigungswinkeln bereits recht beträchtlich sind, mit wachsenden Neigungswinkeln dagegen in geringerem Maße zunehmen. Bei der Ausführungsform nach Abb. 9 bis 12 z. B. ist dies dadurch erreicht, daß sowohl die Entfernung der Horizontschiene 3' von dem Stift 73 ein Vielfaches der Entfernung des Stiftes 73 von dem Gelenk 58, 7o beträgt, als auch diese letzte Entfernung größer ist als der Abstand des Stiftes 73 von der sekundären Kardanachse. Infolgedessen werden bereits sehr geringe Längsneigungen des Flugzeuges durch recht kräftige Ausschläge der. Horizontschiene angezeigt.
  • Die Erfindung ist in ihrer Tragweite nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Zu ihrer Verwirklichung können mechanische Umkehrgetriebe anderer bekannter Art und andere Anzeigemittel dienen.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE i. Künstlicher Horizont, insbesondere für Luftfahrzeuge, bei dem ein Kreisel von drei Freiheitsgraden und lotrechter Umlaufachse ein Anzeigeglied verstellt, welches sowohl Längsneigungen als auch Querneigungen durch Bewegungen der Umlaufachse des Kreiselkörpers um die eine bzw. die andere Kardanachse erkennen läßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungen um die eine Kardanachse (i3, 14, Abb. i und io; i3', i4', Abb. 8) durch ein mechanisches Umkehrgetriebe (Hebelanordnur@g Abb. i, io; Zahngetriebe Abb.8) im umgekehrten Sinn auf das z. B. als Schiene (3). ausgebildete Anzeigeglied übertragen werden.
  2. 2. Künstlicher Horizont nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung der- primären Kardanachse (io, i i ), parallel zu der Fahrzeuglängsachse das z. B, als Schiene ausgebildete Anzeigeglied (3) an einem an den Kardanrahmen (7, Abb. i; 71, Abb. io, 12) angelenkten (9, 8, Abb, i ; 70, Abb. 12) Hebel angeordnet ist, auf den die Bewegungen der Umlaufachse des Kreiselkörpers um die sekundäre, zur Fahrzeugquerachse parallele Kardanachse im umgekehrten Drehsinn übertragen werden.
  3. 3. Künstlicher Horizont nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (9, Abb. i ; 70, Abb. 12) des das Anzeigeglied (3, Abb. i ; 3', Abb. 12) tragenden Hebels hinter der sekundären Kardanachse liegt. 4.. Künstlicher - Horizont nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der Bewegung um die sekundäre Kardanachse (13, 14, Abb. i) auf den das Anzeigeglied tragenden Hebel durch einen Zwischenhebel (17) erfolgt, der an einem Gelenkpunkt angreift, welcher zwischen der sekundären Kardanachse (13,14) und der Anzeigehebelachse (9) liegt. 5. Künstlicher Horizont nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der Bewegung um die sekundäre Kardanachse (13, 14, Abb. i) auf den das Anzeigeglied tragenden Hebel durch einen an dem Lagerträger (61, Abb. 12) für die Umlaufachse des Kreiselkörpers zwischen der sekundären Kardanachse und der Schwenkachse (7o) des Anzeigegliedes (3') befestigten Stift (73) erfolgt, welcher durch einen zweckmäßig gebogenen Schlitz (74) des Kardanringes (71) hindurch in einen waagerechten Längsschlitz (72) des Anzeigehebels hineinragt. 6. Künstlicher Horizont nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung der primären Kardanachse (io', i i', Abb.6, 8) parallel zur Fahrzeugquerachse die Bewegungen der Kreiselumlaufachse um die sekundäre Kardanachse (13', 14', Abb.8) mittels eines Zahnradpaares (38,37) auf eine im Kardanrahmen (35) gelagerte Welle (36) übertragen werden, welche das z. B. als Schiene (39) ausgebildete Anzeigeglied trägt. 7. Künstlicher Horizont nach einem der Ansprüche i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Anzeigeglied (3, Abb. i bis 5; 39, Abb. 6 bis 8; 3', Abb. 9, io) in an sich bekannter Weise vor einer zweckmäßig gekrümmten Fläche (5, 40, 68) spielt. B. Künstlicher Horizont nach einem der Ansprüche i bis 5 und Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (5, Abb. i bis 5; 68, Abb. io) an dem Kardanrahmen (7, Abb. i bis 5; 71, Abb. io, 12) befestigt ist. 9. Künstlicher Horizont nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die schiffsfeste Fläche (40, Abb.8), vor der das Anzeigeglied (39) spielt, mit einem lotrechten Schlitz versehen ist (37'), durch den die das Anzeigeglied (39) tragende Welle (36) hindurchragt. i o. Künstlicher Horizont nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (5, Abb. i bis 5; 40, -Abb. 6 bis 8; 68, Abb. io), vor der das Anzeigeglied spielt, einschließlich des Fensters so ausgebildet ist, z. B. das Bild eines Teiles des Luftfahrzeuges trägt, daß sie in bekannter Weise den gleichen Anblick gewährt wie die entsprechenden Teile des Luftfahrzeuges und Himmels, selbst vom Führersitz aus gesehen. ii. Künstlicher Horizont nach einem der Ansprüche i bis i o, dadurch gekennzeichnet, daß das Umkehrgetriebe eine selbsttätig veränderliche Übersetzung hat, so daß kleine Drehungen des KreiselumIaufachsenlagerträgers um die sekundäre Kardanachse aus der Nullage heraus in stark vergrößertem Maß auf die Anzeigeschiene übertragen werden, wogegen bei größer werdenden Ausschlägen das. Übersetzungsverhältnis kleiner wird. 12. Künstlicher Horizont nach Anspruch 5 und i i, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Entfernung der Anzeigeschiene (3') von dem am Kreiselumlaufachsenlagerträger (61) befestigten Stift (73) ein Vielfaches der Entfernung des Stiftes von dem Gelenk (58, 70) des Hebels (3') beträgt, als auch diese letzte Entfernung- größer ist als der Abstand des Stiftes (73) von der sekundären Kardanachse (Abb. io). 13. Künstlicher Horizont nach einem der Ansprüche i bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise auf der Schaufläche des Instrumentes zur Beurteilung der Höhe von Längsneigungen mittels des Horizontzeigers (3) wenigstens eine nach der Flugzeughochachse gerichtete Teilung (21, Abb.2) sichtbar ist, welche vorzugsweise mittels eines äußeren Handgriffes (Knopf 26) zur Nullpunktsberichtigung bei wechselnden Belastungsverhältnissen in sich verschiebbar ist. 14. Künstlicher Horizont nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß an der.in dem Schauglas (i, Abb.2) sichtbaren, die Teilung (21) zur -Beurteilung der Längsneigungen tragenden Platte (4 ') ein Auge (24) mit Muttergewinde angeordnet ist, welches zur Nullpunktberichtigung mit einer durch einen außen am Gehäuse (6) angeordneten Rändelknopf (26) zu betätigenden Schraube (25) zusammenarbeitet.
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