DE62965C - Vorrichtung zur unmittelbaren Aufnahme des von einem Radfahrzeuge durchlaufenen Weges - Google Patents
Vorrichtung zur unmittelbaren Aufnahme des von einem Radfahrzeuge durchlaufenen WegesInfo
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Description
KAISERLICHES
Die yorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung,
welche es ermöglicht, bei auf Rädern rollenden Fahrzeugen, vorzugsweise bei Fahrrädern
die durchlaufene Wegestrecke direct kartographisch aufzuzeichnen.
Denkt man sich einen Mefstisch auf einem Fahrrade oder auf einem anderen Radfahrzeuge
angebracht, dessen eine Achse ein über dem Mefstisch seiner Länge nach bewegliches Lineal
mit Bleistift mittelst eines geeigneten Zwischengetriebes in Bewegung setzt, so wird1 der Bleistift
auf dem Mefstisch die zurückgelegte Wegstrecke in einem der Uebertragungszahl entsprechenden
Mafsstabe aufzeichnen. Der Bleistift wird indessen selbstverständlich nur eine gerade Linie aufzeichnen; um aber eine Karte
oder den geometrischen Grundrifs des durchlaufenen Weges zu erhalten, mufs der Mefstisch
auf jedem Punkte der Wegestrecke »orientirt« sein, d. h. er mufs trotz der verschiedenen
Richtungen, welche das Fahrzeug einschlägt, seine Lage zur Nord-Süd-Linie unverändert
beibehalten.
Um dies zu erreichen, wird nach vorliegender Erfindung der Mefstisch derartig mit dem
Lenkrade oder Lenkradpaar verbunden, dafs bei Drehung der Lenkstange in der einen Richtung
der Mefstisch eine Drehung um einen gleich grofsen Winkel nach entgegengesetzter
Richtung erfährt. Wenn nun ferner dafür gesorgt wird, dafs der Mefstisch bei dem unmittelbar
darauf stattfindenden Einbiegen der Laufräder in dieselbe Richtung, in welche das
Lenkrad zuvor eingestellt wurde, seine neue Lage zur hinteren Radachse nicht ändert, so
erfährt der Tisch auch für die neue Fahrrichtung bei diesem Einbiegen der Laufräder in
die neue Richtung eine relative Rückdrehung zur Lenkspindel um denselben Winkel, so dafs
er nunmehr orientirt ist.
Von-Bedeutung ist es, dafs der Weg, der
vermessen werden soll, in geraden Linien befahren wird. Gelangt das Fahrrad also zu
einer Biegung des Weges, so wird das Lenkrad momentan so viel gedreht, dafs seine Ebene
in die neue Wegrichtung fällt, wodurch der Mefstisch um den entsprechenden Winkel in
der entgegengesetzten Richtung gedreht wird. Fährt man bei so gedrehtem Lenkrade weiter,
so schwenkt das Laufrad oder Laufräderpaar nach, so dafs die Ebene derselben allmälig
ebenfalls in die neue Wegrichtung kommt. Gleichzeitig mit dieser letzten Schwenkung erfolgt
eine gleich grofse relative Drehung des Mefstisches in derselben Richtung; der Tisch
wird sich daher nach der Schwenkung der Laufräder genau in derselben Orientirung befinden,
wie vor der Aenderung der Bewegungsrichtung. Die Fahrt wird in gerader Linie bis zur nächsten Station fortgesetzt.
Würde nun die Orientirung des Mefstisches um eine feste Achse des Mefstisches selbst
stattfinden, so würde der Bleistift, falls derselbe sich nicht gerade in dieser Achse befände,
bei jeder Richtungsänderung einen Kreisbogen auf dem Papier beschreiben. Es würde also anstatt eines richtigen Grundrisses
der Wegstrecke eine Karte erhalten werden, bestehend aus geraden Linien und Kreisbögen,
welche um die Drehachse des Mefstisches als Centrum geschlagen sind. Eine correcte Karte
müfste also hiernach erst ausgearbeitet werden.
Da aber der Zweck dieses Vermessungsverfahrens eben darin bestehen soll, direct eine
brauchbare Karte zu gewinnen, so werden nach vorliegender Erfindung Vorkehrungen getroffen,
vermöge deren eine richtige Karte auf dem Mefstische hervorgebracht werden kann.
Es würde dies dadurch erreicht werden können, dafs der Bleistift derartig am Ende
des Lineales befestigt wird, dafs derselbe nach jeder stattgefundenen Drehung des Mefstisches
wieder zum verlassenen Endpunkte der zuletzt gezeichneten geraden Linie zurückgeführt werden
kann (eine Anordnung, die keine technischen Schwierigkeiten darbietet, jedoch in
Bezug auf die Handhabung des Apparates sich als viel zu umständlich erweisen dürfte).
Nach vorliegender Erfindung ist die Einrichtung dagegen so getroffen, dafs der Mefstisch
keine feste Drehachse hat, sondern sich bei jeder neuen Orientirung um den Bleistift als
Achse dreht. Diese Anordnung bietet den Vortheil, dafs der Mefstisch jedesmal zu der
Station selbst, an welcher ein Richtungswechsel stattfindet, als Centrum orientirt wird, wodurch
ein hoher Grad von Genauigkeit erreicht wird.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein mit vorliegender Aufnahmevorrichtung versehenes
Zweirad dargestellt.
Der Apparat ist so eingerichtet, dafs der Mefstisch sich um den Zeichenstift als Centrum
drehen kann.
Fig. ι zeigt den gesammten Apparat in Seitenansicht.
Fig. 2 ist ein Schnitt durch den Mefstisch, insbesondere die Anordnung des Zeichenstiftes
darstellend.
Fig. 3 zeigt einen Theil des Mefstisches, von der unteren Seite gesehen.
Fig. 4 veranschaulicht eine Einzelheit.
Fig. 5 stellt die wesentlichen Theile des Apparates schaubildlich dar.
Der Apparat besteht aus fünf Haupttheilen : dem Motor, dem Zwischengetriebe, dem Zeichenapparat,
dem Mefstisch und der Orientirungsvorrichtung. .
Als Motor ist im dargestellten Falle ein Zweirad gewählt. Derselbe kann ebensogut
ein Dreirad oder ein sonstiges zu diesem Zwecke eigens construirtes Radfahrzeug sein.
Das Zwischengetriebe hat, die Aufgabe, die Bewegung von den Rädern des Motors auf den
Zeichenapparat zu übertragen, derartig, dafs letzterer die von der Maschine durchlaufene
Wegstrecke in erwünschtem Mafsstabe auf dem Mefstisch verzeichnet. Das Zwischengetriebe
ist in der Zeichnung als aus fünf Paar Zahnradtrieben bestehend dargestellt, mit
dem Zahnrade α auf der Pedalachse des Zweirades anfangend und mit der Zahnstange des
Zeichenlineales L endigend. Bei der gezeichneten Uebersetzung ist die lineare Bewegung
des Lineales L = derjenigen des Zwei-
IO 000
rades. Die Anordnung wird selbstverständlich so getroffen, dafs sich die Räder mit Leichtigkeit
austauschen lassen, um so für die Karten jeden beliebigen Mafsstab wählen zu können.
Die Räder werden zum Schütze gegen Regen, Staub u. Sv, w. mit einem Kasten umgeben.
Der Zeichenapparat besteht aus einem Lineal L, welches auf der unteren Seite mit Verzahnung
versehen ist und durch das Rad h vorwärts getrieben wird. Es ruht in horizontaler Lage
und ist seiner Länge nach in Führungen i-i und ϊ1-ΐλ verschiebbar, welche an den
Stützen c1, Fig. i, befestigt sind.
Am vorderen Ende des Lineales ist ein Schreibstift angebracht, bestehend aus einem
in die geschlitzte, senkrecht stehende Metallröhre k eingesetzten Graphitstift /, Fig. i. Die
Röhre k, welche oben mit dem Knopfe M endet, bewegt sich in einer etwas stärkeren
Röhre n, welche oben durch einen aufgeschraubten, mit Oeffhung für k versehenen
Deckel ο geschlossen ist. In ihrem oberen Theile ist die Röhre k von einer Spiralfeder
umgeben, welche nur bei ρ an derselben befestigt ist und oben gegen den Deckel ο wirkt.
Hierdurch wird der Schreibstift / mit geeigneter Kraft gegen die Unterlage gedrückt. Die
Röhre k trägt aufserdem einen Stift r, welcher in einen senkrechten Schlitz s der Röhre η
eingreift. Der Schlitz s ist mit einem seitlichen Absatz t versehen, so dafs durch Ziehen und
Drehen am Knopf m der Stift r zur Auflage auf diesen Absatz t gebracht, d. h. der Schreibstift
/ nach Belieben aufser Thätigkeit gesetzt werden kann.
Die Röhre η mit dem erwähnten Zubehör ist in einem Längsausschnitt u, Fig. 2 und 3,
im vorderen Ende des Lineales angebracht und liegt an der vorderen Begrenzungsfläche
des Ausschnittes frei an, während von der anderen Seite eine Spiralfeder ν wirkt, welche
an der Röhre η und an der anderen Endfläche des Ausschnittes u festgelöthet ist. Die
Röhre ruht mittelst eines Bundes w auf dem Lineal, und der unterhalb des Bundes befindliche
Theil χ der Hülse ist zweckmäfsig etwas verstärkt.
Der Mefstisch A wird von den Armen B getragen, welche ebenfalls an den mit dem
Fahrradgestell verbundenen Stützen C1C2 befestigt
sind (Fig. 1 und 5). Die Verbindung zwischen dem von den Armen B gebildeten
Stativ und dem Mefstisch geschieht durch Zapfen D und Hülse E. Die Hülse E sitzt an
einem Kreuz F, auf welchem der Mefstisch ruht.
Damit die Orientirung des Mefstisches an jedem Wendepunkt der Fahrrichtung zu dieser
Station selbst als Centrum erfolgen kann, ruht der Mefstisch in horizontaler Richtung frei beweglich
auf dem Kreuz F. An den Ecken des Mefstisches sind Arme J befestigt, welchen
vier an einem Ringe H sitzende Arme I entsprechen. Der Ring H wird derart von unten
gegen das Kreuz F gelegt, dafs die in den Armen / und J vorhandenen Löcher / in eine
Flucht fallen, so dafs in dieselben Verbindungsstifte (Fig. 5) eingezogen werden können. Die
Sicherung der Lage des Ringes H zum Kreuz F während der Fahrt in gerader Richtung erfolgt
mittelst Klammern G, Fig. 3 und 4, welche über und unter den Ring H fassen und in
welchen je zwei Schrauben 2 sitzen, von welchen die eine in die ringsum laufende Nuth 3
des Ringes H eingreift, während die andere Klemmschraube in einem beim Heranschieben
der Klammer an den Arm des Kreuzes über diesen Arm übertretenden Flügel 4 sitzt. Werden
beide Schrauben fest angezogen, so wird hierdurch der Ring H gegen den Arm des Kreuzes
festgestellt. Werden dagegen die Schrauben gelöst, so kann der Ring H und damit der
Mefstisch innerhalb der Grenzen des lichten Durchmessers des Ringes H beliebig verstellt
werden.
Die Einstellung des Mefstisches durch Drehung des Kreuzes F um den Zapfen D erfolgt nur
bei der ersten Orientirung. Während der Vermessung findet die Orientirung durch Verschiebung
und Drehung des Mefstisches auf dem Kreuz F statt. Um die Grenzen dieser
Verschiebbarkeit und Drehbarkeit möglichst weit zu halten, ist einerseits der lichte 'Durchmesser
des Ringes H möglichst grofs gewählt und andererseits ist die Lage der Verbindungs-.stifte
der Arme / und /so weit nach aufsen verschoben, dafs die Beweglichkeit des Ringes
durch die Arme F nicht behindert wird.
Auf der oberen Fläche des Mefstisches sind folgende Einrichtungen getroffen. An zwei
gegenüberliegenden Rändern des Mefstisches sind hohl liegende Schienen K angebracht,
auf deren jeder ein Schlitten M läuft. Letztere Schlitten M sind durch zwei parallele, zu den
erstgenannten Schienen K senkrecht gerichtete Schienen N verbunden. Auf letzteren wiederum
laufen zwei Schlitten O, welche durch eine Scheibe O1, Fig. 5, fest mit einander verbunden
sind. Auf dieser Scheibe O1 ist ein Zahnrad P befestigt, so dafs einerseits bei
Drehung dieses Rades der Mefstisch um die Achse des Rades mitgedreht wird, andererseits
zufolge der doppelten Parallelführung das Zahnrad nach jedem Punkte des Mefstisches verschoben
werden kann.
Zur Erleichterung der Bewegung sind die Schlitten M und O mit kleinen Stahlrädern
versehen (in der Zeichnung mit 5 bezeichnet, Fig. 2), welche, um verticale Achsen drehbar,
auf den entsprechenden Kanten der Schienen rollen und so die Reibung möglichst verringern.
Die Platte O1, welche die Schlitten O
vereinigt, ist derart erweitert, dafs sie den mit dem Rade P in Eingriff stehenden Zahnstangen
UU1 Stützpunkte gewährt.
Der Orientirungsapparat hat die folgende Einrichtung. An der Lenkspindel R ist senkrecht
zu derselben die Hälfte eines Kegelrades Q so befestigt, dafs der Mittelpunkt des Zahnradsegments
Q mit der Umdrehungachse inzwischen Vorder- und Hintertheil des Velocipeds zusammenfällt.
Der Zahnkranz Q greift in das horizontale, gleich grofse Kegelrad s ein, dessen senkrechte
Achse 6 ein Zahnrad T trägt, welches in derselben Ebene liegt und denselben Durchmesser
hat, wie das oben erwähnte Zahnrad P. Die Achse 6 ruht unten im Lager 7, das an den beiden Stativarmen B befestigt ist, während
sie oben durch den Rahmen 8, Fig. 5, gestützt wird, welcher am Gestelltheil c1 angebracht ist.
Das Zahnrad P hat dieselbe Verzahnung wie das gleiche Rad T. Die Nabe y des Zahnrades
P sitzt auf dem verstärkten Theil χ der Schreibstifthülse. Von der Nabej^ erstrecken
sich in schräger Richtung die Arme \ zum Radkranze. Das Rad P ist also um den
Schreibstift / als Drehpunkt beweglich.
Die zu beiden Seiten der Räder P und T angeordneten Zahnstangen U und U1 stehen
gleichzeitig mit diesen in Eingriff und sind der Länge nach in den Führungen r und r\
Fig. 5, verschiebbar, von welchen die ersteren an dem Fahrradgestell, im dargestellten Falle
an den Stützen c1 befestigt sind, während die Führungen r1 von einem am Lineal L angebrachten
Quersteg getragen werden. Uebrigens ruhen die beiden Zahnstangen U und U\ wie
bereits erwähnt, auch auf der erweiterten Scheibe O1, wodurch der Gang der Zahnstangen
ebenfalls gesichert wird. Das Zahnrad T ist in senkrechter Richtung auf seiner Achse verschiebbar.
Es ruht auf dem einen Ende eines doppelarmigen Hebels 9, Fig. 1 und 5 a, dessen
Drehachse 13 durch einen Vorsprung an der Lenkstange gestützt wird und dessen anderes
Ende mit der Stange 10 beweglich verbunden ist. Der Hebel 9 hat bei 14 ein Scharnier und
ist vorn mit einem Schlitz 15 versehen, durch welchen die Zahnradwelle 6 hindurchgeht.
Diese Einrichtung ist erforderlich wegen der Drehbarkeit der Lenkstange R. Die Stange 10
wird durch die Spiralfeder 11 nach unten gedrückt, so . dafs sie durch den Hebel 9 im normalen
Zustande das Zahnrad T oberhalb der Zahnstangen U U} und aufser Eingriff mit
denselben hält. Mittelst eines an der Lenkstange des Fahrrades angebrachten Hebels 12
kann die Stange io gehoben und der das Zahnrad T tragende Arm des Hebels 9 hierdurch
gesenkt werden, so dafs das Zahnrad in Eingriff mit den Zahnstangen kommt. Durch
diese Anordnung kann also das Zahnrad T nach Belieben in oder aufser Eingriff mit den
Zahnstangen. U U1 gebracht werden.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende: Am Ausgangspunkt wird der Tisch
durch Drehen des Kreuzes F um den Zapfen D orientirt und darauf die Hülse E in irgend
einer geeigneten Weise festgestellt. Während der ganzen Fahrt behält die Hülse E mit dem
Kreuz F diese Lage. Die Klammern G, deren 'am besten zwei Stück angeordnet sind, werden
nach erfolgter Orientirung des Mefstisches auf dem Ringe H an die betreffenden Arme des
Kreuzes F herangeschoben und festgeklemmt. Darauf wird die Fahrt begonnen. Während
der Fahrt beschreibt der Stift / entsprechend dem gewählten Uebersetzungsverhältnifs zwischen den Rädern α bis h eine entsprechend
lange gerade Linie auf dem Mefstisch oder vielmehr auf dem darauf befestigten Papierblatt.
Kurz bevor eine Biegung des Weges erreicht wird, an welcher die bis dahin geradlinige
Fahrrichtung also geändert werden mufs, werden die Schrauben 2, Fig. 4, an den Klammern
G gelöst. Unmittelbar vor der Drehung der Lenkspindel R behufs Einstellung des
Lenkrades in die neue Fahrrichtung wird das Zahnrad T gesenkt, so dafs dasselbe mit den
Zahnstangen U U1 in Eingriff kommt und letztere also bei der Drehung der Lenkspindel
durch die Wirkung des Zahnkranzes Q auf das Rad S und das von der Welle 6 desselben
mitgenommene Zahnrad T entsprechende Verschiebungen nach entgegengesetzten Richtungen
erfahren. Die Zahnstangen U U1 setzen hierdurch das Zahnrad P und damit den Mefstisch
um einen gleichen Winkel in Drehung, und zwar dreht sich der Mefstisch entgegengesetzt
zur Drehungsrichtung der Lenkspindel, wie dies ohne Weiteres einleuchtet. Die Drehung selbst
erfolgt um die Mittellinie der Schreibstifthülse als Drehachse.
Da während dieser Drehung ein weiteres Entfernen des Rades P und somit auch des
Stiftes / von der Achse des Rades T infolge der ununterbrochenen Verkettung durch die
Zahnstangen U und U1 nicht möglich ist, so schreitet das Lineal L auf eine kurze
Strecke weiter, ohne den Stift / mitnehmen zu können. Es kommt hierbei die Spiralfeder
ν zur Geltung, die nun zusammengedrückt wird. Ist die Drehung der Lenkspindel
und somit die des Mefstisches vollendet, so wird der Hebel 12 sofort freigegeben,
und zwar noch, ehe das hintere Rad (das Laufrad) der neuen Richtung folgen kann.
Hierbei wird das Zahnrad T aufser Eingriff mit den Zahnstangen U und U1 gehoben und
der" Stift / schiefst, der Spannung der Feder ν nachgebend, um das während der Wendung
zurückgelegte Wegestück vor. Derselbe zeichnet infolge der stattgehabten Drehung des Mefstisches
den Anfang der Linie, welche die neue Richtung auf dem Papier darstellt, da der Mefstisch relativ zum Gestell des Fahrrades
bereits seine neue Lage eingenommen hat. Folgt nunmehr auch das hintere Rad (das
Laufrad) und somit das ganze Gestell der neuen Fahrrichtung, so nimmt das Gestell den
Mefstisch nur mit. Während also vorher der Mefstisch gegen das Gestell verdreht wurde,
dreht er sich jetzt zusammen mit dem Gestell und kommt dadurch wieder im Vergleich zur
Himmelsrichtung in die ursprüngliche Lage zurück, d. h. er ist orientirt. Es hat sich beim
Einschwenken die Lage des Mefstisches gegen das Gestell nicht geändert und der Stift
schreitet auf dem Papier weiter vor, indem er die angefangene neue Linie fortsetzt.
Nach vollendetem Einschwenken können die Schrauben 2 wieder angezogen werden.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine Vorrichtung zur unmittelbaren kartographischen Aufnahme des von einem Radfahrzeuge durchlaufenen Weges, bestehend aus einem mit dem Gestell des Laufrades verbundenen, nach allen Richtungen in der Horizontalebene verschiebbaren Zeichentisch (A), welcher bei Aenderungen der Fahrrichtung dadurch orientirt wird, dafs er infolge der hierbei stattfindenden Drehung der Lenkspindel (R) um den gleichen Winkel, jedoch in entgegengesetzter Richtung um den geradlinig bewegten Schreibstift (I) als Achse gedreht und nach der Auslösung des diese Gegendrehung vermittelnden Triebes (T) beim Einschwenken des Laufrades von dem Radgestell mitgenommen wird, um durch diese Mitnahme wieder in seine ursprüngliche Lage zur Himmelsrichtung zu gelangen.
- 2. Bei einer Vorrichtung zur Aufnahme des von einem Radfahrzeug durchlaufenen Weges nach Anspruch 1. die Anordnung des geradlinig geführten Schreibstiftes (I) in der Nabe eines Zahnrades (P), welches mit dem einen von zwei senkrecht gegen einander verschiebbaren Schlitten (O btzvt.M) verbunden ist, von welchen der andere sich am Zeichentisch führt, derart, dafs dieser Tisch zwecks ursprünglicher Orientirung beliebig zum Schreibstift (I) in der Horizontalebene eingestellt werden kann und bei der infolge Drehung der Lenkspindel (R) mittelst Zahnstangen (UU1) herbeigeführten Drehung von dem auf dem . Schreibstift-halter als Achse sitzenden Zahnrad (P) mitgenommen wird.Bei einer Vorrichtung zur Aufnahme des von einem Radfahrzeuge durchlaufenen Weges nach Anspruch i. und 2. die Anordnung des beim Drehen der Lenkspindel (R) die Verschiebung der Zahnstangen (U U]) vermittelnden Zahnrades (T), sowie einer verschiebbaren Schreibstifthülse derart, dafs sich das diese Hülse tragende Lineal bei der mit der Einrückung des Zahnrades (T) eintretenden Festlegung des Zahnrades (P) mir dem Schreibstift für sich weiter bewegen kann und dabei gleichzeitig eine Feder (v) gespannt wird, welche bei der Ausrückung des Zahnrades (T) den Schreibstift wieder in die ursprüngliche Lage im Ausschnitt (u) vorschiebt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE62965C true DE62965C (de) |
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ID=336920
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT62965D Expired - Lifetime DE62965C (de) | Vorrichtung zur unmittelbaren Aufnahme des von einem Radfahrzeuge durchlaufenen Weges |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE62965C (de) |
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- DE DENDAT62965D patent/DE62965C/de not_active Expired - Lifetime
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