DE62052C - Verfahren zur Herstellung von Wasserzeichen auf gesprenkeltem Papier - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Wasserzeichen auf gesprenkeltem PapierInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE BS: Papierfabrikation.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Sicherheitspapier,
darin bestehend, dafs Wasserzeichen auf sogenanntem gesprenkelten Papier, und zwar entweder
farbig auf weifsem Grund oder weifs auf farbigem Grund hergestellt werden.
Papiere mit derartig hergestellten Wasserzeichen eignen sich vortheilhaft zur Fabrikation
von Checks oder ähnlichen Wertpapieren oder zur Erzeugung von Banknoten, Actien oder
Obligationen.
Der Erfindung gemäfs wird zunächst gesprenkeltes Papier erzeugt, dessen dieSprenkelung
hervorrufende Fasern je nach der Verwendungsart des Papieres mit empfindlichen oder mit
haltbaren Farben vorher gefärbt werden. Das so hergestellte Papier wird im ungeleimten Zustande
mit gummirten Wasserfarben, in welchen Beizen oder Aetzstoffe enthalten sind, an denjenigen
Stellen, wo das Wasserzeichen erscheinen soll, bedruckt, wodurch die Sprenkelungen in
der Papiermasse selbst derart verändert werden, dafs sie weifs auf gefärbtem Grunde erscheinen,
oder es wird der Grund allein bedruckt und die Stellen, an welchen das Wasserzeichen erscheinen
soll, freigelassen, wodurch gefärbte Wasserzeichen auf weifsem Grunde hervorgerufen
werden.
Bei Ausführung dieses Verfahrens wird der weifse Papierstoff in einem Mischholländer mit
gefärbten Fasern, welche die Sprenkelung des Papieres erzeugen, innig gemengt. Diese Fasern
werden, wenn das Papier für Checks und ähnliche Wertpapiere dienen soll, nachdem sie
vorher mit Tannin gebeizt worden sind, mit gegen Säuren oder Entfärbungsmittel, wie
Chlor u. dergl. empfindlichen Farbstoffen gefärbt; diese Farbstoffe gehören entweder zur
Gruppe der Anilinfarben oder sie werden aus Farbhölzern, Rothholz oder Gelbholz, erzeugt.
Soll das Papier für Banknoten u. dergl. Werthpapiere verwendet werden, so werden
die die Sprenkelung hervorbringenden Fasern mit haltbaren Farben gebeizt und gefärbt. Als
solche werden Indigo, Krapp oder Alizarin und Chromgelb oder ähnliche Farbstoffe verwendet.
Das gesprenkelte Papier wird alsdann mit gummirten Wasserfarben, in denen Beizen oder
Aetzstoffe enthalten sind, bedruckt, und zwar verwendet man für Papiere, dessen Sprenkeln
mit empfindlichen Farben gefärbt sind, Druckfarben, in welchen Eisensalze enthalten sind.
Als vortheilhaft haben sich folgende Verhältnisse erwiesen:
a) für Papiere, dessen Sprenkeln mit Tannin gebeizt und mit Farbholz gefärbt sind:
Dextrinwasser 1 1,
Glycerin 0,25 1,
Eisensulfat oder ein anderes
lösliches Eisensalz 20 bis 30 g.
Es kann auch in umgekehrter Weise vorgegangen werden, dafs man nämlich die Fasern,
welche die Sprenkeln bilden sollen, vor dem Eintragen in die weifse Papiermasse mit Eisensalzen
beizt und hernach mit einer Conversionsfarbe in folgender Zusammensetzung bedruckt:
Dextrinwasser 1 1,
Glycerin 0,25 1,
gelbes Blutlaugensalz 20 bis 30 g,
Alaun 20 bis 30 g;
b) für Papier, dessen Sprenkeln mit Tannin gebeizt und mit Anilin gefärbt sind:
Dextrinwasser ι 1,
Glycerin 0,25 1,
Zinkpulver 300 bis 400 g,
Aetznatron 350B 30 bis 40 g.
Durch die Conversions- oder Aenderungsfarben werden die Sprenkeln an den bedruckten
Stellen dunkler erscheinen oder modificirt, ohne dafs die Farbe des Papieres (weifs) verändert
wird.
Sind die Sprenkeln mit haltbaren Farben gebeizt und gefärbt, wie Indigo, Krapp, Alizarin
und Chromgelb, so werden Gummifarben aufgedruckt, welche Chromsäure oder ähnlich
wirkende zerstörende Stoffe enthalten.
So wendet man als Aetzfarbe für Indigo eine Gummifarbe mit rothem Blutlaugensalz und
Aetznatron von folgender Zusammensetzung an:
Dextrinwasser 1 1,
Glycerin 0,25 1,
rothes Blutlaugensalz 110 g,
Aetznatron 380 B 30 g.
Diese Aetzfarbe reagirt nur auf Indigo, jedoch nicht auf Krapproth; für Krapp allein wendet
man saure Aetzfarbe und Chlorkalk an, während Chromgelb (Zinkchromat) mit Oxalsäure
geätzt wird.
Eine Aetzfarbe für Krapp und Indigo, welche auf beide Farben einwirkt, besteht aus einer
Gummifarbe, in welcher Alaun-Citronensäure oder eine andere schwache Säure gelöst ist,
von folgender Zusammensetzung:
Dextrinwasser 1 1,
Glycerin 0,25 1,
Citronensäure 25 bis 40 g,
Alaun 30 g.
Nach dem Bedrucken wird das Papier durch eine sehr schwachgrädige Lösung von Chlorkalk
gezogen, dann sorgfältig abgespült und getrocknet.
Die Farbe der Sprenkeln wird nun an den bedrückten Stellen zerstört, so dafs diese weifs
erscheinen.
Zur Herstellung der Wasserzeichen werden, wie für Tapetendruck, Druckformen angewendet,
mittelst welcher die vorgenannten, entsprechend zusammengesetzten gummirten Wasserfarben
entweder blos auf denjenigen Seiten, wo das •Wasserzeichen erscheinen soll, aufgedruckt
werden, oder es wird der Grund allein mit denselben bedruckt, so dafs die Stellen für das
Wasserzeichen unbedruckt bleiben.
Bei Papier, dessen Sprenkeln mit empfindlichen Farben gefärbt sind, wird demnach im
ersteren Falle, da die Sprenkeln an den bedruckten Stellen dunkler gefärbt sind, ein
dunkler gefärbtes Wasserzeichen auf weifsem Grunde erscheinen, im letzteren Falle das
Wasserzeichen weifs bleiben und der Grund dunkler gefärbt erscheinen.
Sind die Sprenkeln mit haltbaren Farben gefärbt, so wird umgekehrt, da die Farben an
den bedruckten Stellen zerstört werden, diese also weifs erscheinen, im ersteren Falle ein
weifses Wasserzeichen auf farbigem Grunde, im letzteren Falle ein farbiges Wasserzeichen
auf weifsem Grunde entstehen.
Da die Gummifarben, welche die Conversions- oder Aetzchemikalien enthalten, das ungeleimte
Papier vollständig durchdringen, so wird auch das Papier an den betreffenden Stellen besser
durchscheinend gemacht, so dafs das Wasserzeichen in jedem Falle sich deutlich vom
Grunde abhebt und gut sichtbar wird.
Das in dieser Weise mit Wasserzeichen versehene Papier wird in Form von Blättern oder
Rollen durch Maschinen geführt, welche mit laufenden Schafwollentuchen versehen sind, so
dafs es vollkommen eben bleibt, und hierbei mit Wasser abgewaschen, hierauf über Trockenrollen
geleitet, über welche ebenfalls umlaufende Schafwolltücher gespannt sind, und getrocknet
und sodann in gewöhnlicher Weise geleimt.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Verfahren zur Herstellung von Wasserzeichen auf gesprenkeltem Papier, darin bestehend, dafs man die die Sprenkeln bildenden Fasern vor dem Eintragen in die weifse Papiermasse mit empfindlichen oder mit haltbaren Farben färbt, das hierauf hergestellte gesprenkelte Papier mit gummirten Wasserfarben, welche bei empfindlichen Farben Eisensalze, bei haltbaren Farben dagegen Aetzmittel oder Beizen enthalten, bedruckt, wodurch die gesprenkelten Stellen derart verändert werden, dafs, je nachdem die Stelle für das Wasserzeichen oder der Grund bedruckt wird, bei Anwendung empfindlicher Farben dunkler oder verschieden gefärbte Wasserzeichen auf weifsem Grunde bezw. weifse Wasserzeichen auf dunkler gefärbtem Grunde, bei Anwendung von haltbaren Farben dagegen weifse Wasserzeichen auf farbigem Grunde bezw. farbige Wasserzeichen auf weifsem Grunde erscheinen, worauf das Papier ausgewaschen, getrocknet und geleimt wird.
- 2. Eine Ausführungsform des unter 1. geschützten Verfahrens, darin bestehend, dafs man die die Sprenkeln bildenden Fasern vor dem Eintragen in die Papiermasse mit empfindlichen, durch Eisensalze veränderlichen Farben, wie Farbholzextracten oder mit durch Zinkstaub und Aetznatron ätzbaren Anilinfarben oder mit haltbaren, durch Chromsäure, rothes Blutlaugensalz oder Chlorkalk zerstörbaren Farben, wie Indigo, Krapp, Alizarin oder Chromgelb, färbt.
- 3· Eine Ausführungsform des unter i. geschützten Verfahrens, darin bestehend, dafs man behufs Herstellung dunkler oder farbiger Wasserzeichen auf weifsem Grunde gesprenkeltes Papier der angegebenen Art an den mit den Wasserzeichen zu versehenden Stellen mit Gummifarben und Eisensalzen bedruckt bezw. bei mit haltbaren Farben gefärbten Sprenkeln den Grund mit Gummifarben bedruckt, welchen Aetzmittel oder Beizen beigemischt sind, hierauf das bedruckte Papier auswäscht und trocknet.
- 4. Eine Ausführungsform des unter 1. geschützten Verfahrens, darin bestehend, dafs man behufs Herstellung weifser Wasserzeichen auf dunklem oder farbigem Grunde gesprenkeltes Papier der angegebenen Art bei mit haltbaren Farben gefärbten Sprenkeln an den mit Wasserzeichen zu versehenden Stellen mit Gummifarben bedruckt, welchen Aetzmittel oder Beizen beigemischt sind, oder bei empfindlichen Färben den Grund mit Gummifarben und Eisensalzen bedruckt, hierauf das bedruckte Papier auswäscht und trocknet.Gesprenkeltes Papier, welches nach dem unter 1. geschützten Verfahren mit dunkleren oder farbigen Wasserzeichen auf weifsem Grunde oder mit weifsen Wasserzeichen auf dunklerem oder farbigem Grunde versehen ist.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE62052C true DE62052C (de) |
Family
ID=336065
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT62052D Expired - Lifetime DE62052C (de) | Verfahren zur Herstellung von Wasserzeichen auf gesprenkeltem Papier |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE62052C (de) |
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0
- DE DENDAT62052D patent/DE62052C/de not_active Expired - Lifetime
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