DE618993C - Kreiselkompass - Google Patents

Kreiselkompass

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DE618993C
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    • G01C19/00—Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02—Rotary gyroscopes
    • G01C19/34—Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes
    • G01C19/38—Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes with north-seeking action by other than magnetic means, e.g. gyrocompasses using earth's rotation

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Description

Die Erfindung betrifft solche Kreiselkompasse mit Richtkraft, bei welchen die Dämpfung durch ein um die lotrechte Aufhängeachse wirkendes Drehmoment erfolgt, das durch einen bogenförmigen, als starres Pendel wirkenden Arm ausgeübt wird. Statt einer starren Pendelmasse hat man an dem bogenförmigen Arm auch auf der Nord- und Südseite kommunizierende Flüssigkeitsbehälter angebracht. Dieses Pendel ist an dem Nachdrehring aufgehängt und mit der Kreiselkappe an einem Punkte verbunden, der gewöhnlich etwa exzentrisch zu der durch die Kreiselmitte gehenden lotrechten Aufhängeachse liegt. Wegen dieser Exzentrizität wirkt der von dem Pendel bei einer Kippung auf • den Kreisel ausgeübte Druck sowohl um die waagerechte Kippachse als auch um die lotrechte Aufhängeachse. Das um die waagerechte Kippachse wirkende Kräftepaar erzeugt die Richtkraft, das um die lotrechte Achse wirkende Kräftepaar dagegen die Dämpfung. Es ist begannt, daß diese Dämpfungsvorrichtung Schwingungen erzeugt, sobald das den Kompaß tragende Schiff Beschleunigungen in nord-südlicher Richtung erfährt oder sich dreht, und es ist deshalb vorgeschlagen worden, die Dämpfung während dieser Zeit auszuschalten. Erfinderin hat aber gefunden, daß dadurch zwar diese Schwingungen verringert werden, daß sie aber nicht ganz vermieden werden, wenn nicht noch weitere Hilfsmittel angewendet werden. Es ist seit langem bekannt, daß die Schwingperiode eines Kreiselkompasses eine lebenswichtige Beziehung zu seinem richtigen Verhalten bei einer Drehung oder Beschleunigung des Schiffes hat; man hat daher die Schwingungsperiode durch Änderung des Schwerefaktors einstellbar gemacht, und es hat sich gezeigt, daß eine Periode von 85 Minuten die befriedigendste ist. Erfinderin hat jedoch gefunden, daß auch bei einem auf diese Periode abgestimmten Kompaß bei ausgeschalteter Dämpfung noch Schwingungen auftreten und daß eine Ursache derselben ist, daß die Ausschaltung der Dämpfung eine Verkürzung der Periode des Kompasses um etwa 10 bis 12 Minuten bewirkt je nach dem verwendeten Dämpfungsfaktor. Das Resultat ist, daß, wenn das Schiff dreht oder beschleunigt wird, der Kompaß den neuen Einstellungspunkt nicht gleichzeitig mit dem Aufhören der Beschleunigung erreicht, was die Entwicklung einer Schwingung bedingt.
Dieser 'Fehler wird gemäß der Erfindung durch eine Hilfsregelung beseitigt, die bei der Ausschaltung der Dämpfung selbsttätig den Schwerefaktor (durch Verlegung des Schwerpunktes) so ändert, daß die - ungedämpften
Schwingungen dieselbe Periode haben wie die gedämpften.
Insbesondere ist bei solchen Kreiselkompassen, bei denen zur Einstellung des Schwerefaktors ein System kommunizierender Behälter dient, deren Flüssigkeit auf den . Kreisel wechselnde Drehmomente um die Ost-West-Achse ausüben kann, gemäß der Erfindung jeder der üblichen beiden Behälter ίο in zwei Kammern unterteilt, und die Verbindung zwischen dem einen Paar entsprechender Kammern der beiden Behälter wird während der Dämpfungsausschaltung .unterbrochen.
Es ist ferner bekannt, daß der Sperrykompaß, bei dem die Dämpfung durch die exzentrische Verbindung eines der Schwerkraft unterworfenen Rahmens mit der Krei-. seikappe erfolgt, sich unter einem bestimmten nur kleinen Winkel zum Meridian einstellt, wobei dieser Winkel eine bestimmte Beziehung zur geographischen Breite des Schiffsortes hat. Dieser Fehler wird durch eine Korrektionsvorrichtung ausgeglichen, die entsprechend der Breite einstellbar ist, so daß die Angaben des Kompasses gewöhnlich richtig sind. Wird aber beim Auftreten'von Beschleunigungen oder bei einer Drehung des Schiffes die Dämpfung durch Beseitigung der Exzentrizität der Verbindung zwischen dem der Schwerkraft unterworfenen Rahmen und der Kreiselkappe entfernt, so wird dadurch ein veränderter Einstellungspunkt bedingt, so daß, auch wenn die Dämpfung nach beendeter Drehung des Schiffes wieder in Wirkung tritt, durch diese zeitweilige Veränderung im Einstellungspunkt eine Schwingung entwickelt worden ist. Außerdem wird natürlich während der Zeit der Drehung die Angabe des Kompasses allmählich ungenau, da die Ablesung zu dieser Zeit für einen nicht vorhandenen Breitenfehler berichtigt wird.
Dieser weitere Fehler wird gemäß der Erfindung beseitigt durch die an sich bekannte Verwendung einer oder mehrerer entsprechend der geographischen Breite einstellbarer, ein Drehmoment ausübender Massen in Verbindung mit einer Vorrichtung, die beim Aus-■ schalten der Dämpfung diese Massen selbsttätig so verschiebt, daß der Einstellungspunkt unverändert verbleibt.
Schließlich soll die selbsttätige Einrichtung verbessert werden, die auf die Drehung des Schiffes anspricht, um den selbsttätigen Dämpfungsausschalter zur Wirkung zu brin-5S gen. Dies geschieht gemäß der Erfindung durch die Anordnung einer Flüssigkeitsschleppvorrichturig, deren einer Teil mit der Kompaßnachdreheinrichtung verbunden ist, während der andere, nachgeschleppte Teil mit dem Dämpfungsausschalter gekuppelt ist, der infolge eines vorhandenen Totganges nuc auf größere Schwankungen des Schiffes, nicht aber auf das Tanzen des Nachdrehorgans oder das Gieren des Schiffes anspricht.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele schematisch dargestellt.
Abb. ι ist ein Aufriß eines Kompasses, nach Norden gesehen,
Abb. 2 ein Grundriß einer auf Drehungen ansprechenden Kontaktvorrichtung in größerem Maßstabe,
Abb. 3 ein Schnitt nach Linie 3-3 der Abb. 2,
Abb. 4 ein Grundriß der Flüssigkeitsschleppeinrichtung der. auf Drehung ansprechenden Kontaktvorrichtung, Deckel abgenommen,
Abb. 5 ein Schnitt durch eine der Gewichtsverschiebevorrichtungen,
Abb. 6 eine Darstellung einer anderen Ausführung der Vorrichtung nach Abb. 5,
Abb. 7 eine Einzeldarstellung der Einstellvorrichtung für die verschiedenen Breiten, Abb. 8 ein vereinfachtes Schaltschema. Der übliche Tragstern 1 trägt die um eine lotrechte Achse drehbare Nachdrehstütze 2, in der der lotrechte Ring 3 und die Kreiselkappe 4 abgestützt ist. An die Stütze 2 ist das Flüssigkeitssteuersystem 5 angelenkt, dessen Arm 6 unten mit der Kreiselkappe am 9" Punkt 7 verbunden ist, der gewöhnlich etwas exzentrisch zur Lotrechten durch die Kappenmitte ist. Der Arm 6 ist bei 8 an das Flüssigkeitsgehäuse S angelenkt und wird selbsttätig bewegt, so daß der Verbindungspunkt 7 in die lotrechte Mittellinie genau unter den Schwerpunkt des Kreisels gebracht wird, wenn das Schiff sich dreht. Dies wird durch das Solenoid 9 erzielt, das am Gehäuse 5 gelagert ist und einen Kern 10 hat, der an den Hebel 11 angelenkt ist. Dieser ist bei 12 an einer Stütze 13 angelenkt, die an der Seite des Gehäuses 5 befestigt ist. Am unteren Ende ist der Hebel 11 durch einen Lenker 12' mit dem Arm 6 verbunden. Eine an dem Hebel und einem Festpunkt des Gehäuses 5 angreifende Feder 13' kann verwendet werden, um den Arm 6 gewöhnlich exzentrisch östlich der Mittellinie des Kreisels zu halten. Wird aber das Solenoid 9 erregt, so wird der Kern in die Lage nach Abb. 1 hereingezogen, die Feder 13' stärker gespannt und der Arm 6 etwas im Uhrzeigersinne bewegt.
Die üblichen Korrektionseinrichtungen für Geschwindigkeit und BEeite sind bei 60. und dargestellt. Letztere berichtigen den oben besprochenen, auf dem Dämpfer beruhenden Fehler, jedoch nur bei eingeschalteter Dämpfung.
Um die richtige Periode für den Kompaß iao zu gewährleisten, kann man zwei Wege wählen. Entweder kann man den Kompaß so
ausbilden, daß seine Periode bei Dämpfung langer als die übliche Periode von 85 Minuten ist, so daß bei ausgeschalteter Dämpfung die Periode auf die erforderlichen 85 Minuten kommt, oder man kann den Kompaß so ausbilden, daß er normalerweise die richtige Periode von 85 Minuten hat, indem man diese Periode zu der Zeit verändert, wo die Dämpfung ausgeschaltet ist. Eine Ausführungsform einer solchen Vorrichtung hierfür besteht darin, daß man jeden der Flüssigkeitsbehälter 5 durch Wände 16 in Kammern 21, 23 teilt und Einrichtungen vorsieht, durch welche die Menge der zwischen den Behältern 5 hin und her strömenden Flüssigkeit durch Absperren der Verbindung zwischen den entsprechenden Kammern 21 der beiden Behälter 5 verändert wird. Dies geschieht zweckmäßig dadurch, daß man in jedem Behälter S den an einer Seite der Trennwand (in der Kammer 21) befindlichen Teil der Flüssigkeit von dem Verbindungsrohr 26 der beiden Behälter 5 absperrt. Hierzu dient ein Schieber 17, der in einem Kanal 24 geführt ist und dessen Aussparungen 18, 19 gewöhnlich gleichzeitig in Verbindung mit dem Kanal 20 nach der Kammer 21 links der Wand 16 und mit dem Kanal 22 nach der Kammer 23 rechts der Trennwand sind.
In der Narmalstellung (bei eingeschalteter Dämpfung} kann das Quecksilber aus beiden Kammern jedes Behälters 5 frei durch das Verbindungsrohr 26 in die Kammern des anderen Behälters 5 strömen. Wird aber der Schieber 17 nach links (Abb. 1) bewegt, so wird in jedem Behälter der Kanal 20 durch den verdickten Teil 27 des Schiebers verschlossen und dadurch die Verbindung zwischen den Ouecksilbermassen in den entsprechenden Kammern 21 abgesperrt. Die Bewegung des Schiebers kann dadurch erzielt werden, daß man ihn mit dem Hebel 11 z. B. mittels eines Stiftes 14 verbindet, so daß der Schieber gleichzeitig mit dem exzentrischen Arm 6 bewegt wird. Wird das Solenoid erregt, so wird der Anker hereingezogen und dadurch der Schieber nach links bewegt. Ein Schieber 17 mit Antrieb ist auch auf der anderen Seite des Kompasses (in Abb. 1) vorhanden, doch kann der exzentrische Arm 6 dort fehlen.
Da bei gleichförmiger Bewegung des Schiffes der Flüssigkeitsstand in beiden Behältern gleich hoch ist und das Schließen der Schieber schon bei Beginn auftretender Drehungen oder Beschleunigungen des Schiffes erfolgt, bleibt diese gleichmäßige Verteilung der Flüssigkeit auf die beiden abgetrennten Kammern 21 bestehen, solange die Veränderungen der Geschwindigkeit oder des Kurses andauern, und es ist nur eine kleinere, in den Kammern 23 befindliche Quecksilbermenge ballistisch wirksam. Dies ergibt eine Verlängerung der Periode zu dieser Zeit durch die Verringerung des Schwerkraftfaktors, so daß die Periodenverkürzung ausgeglichen wird, die sonst eintreten würde, wenn die Dämpfung entfernt wird. Dadurch wird die Periode auf dem richtigen Werte gehalten und eine indirekte Ursache von Schwingungen entfernt.
Zur selbsttätigen Einschaltung des Solenoides 9 bei Drehung des Schiffes dient in bekannter Weise eine an dem Tragstern 1 befestigte Kontaktvorrichtung 20', die von der Nachdrehvorrichtung des Kompasses gesteuert wird. Diese Kontaktvorrichtung ist in neuartiger Weise folgendermaßen ausgebildet: Das am Tragstern 1 gelagerte Ritzel 21' kämmt mit dem großen Zahnrade 22' der Kompaßnachdreheinrichtung, so daß das Rad 21' und seine Welle 23' stets gedreht werden, wenn das Schiff sich dreht. An der Welle 23' sitzt ein größeres Rad 24', das mit einem Ritzel 25' kämmt, das an einem Teile einer zweiteiligen Flüssigkeitsschleppeinrichtung befestigt ist. Das Ritzel 25' ist am Gehäuse 26' eines Flüssigkeitsbehälters z. B. durch Anbringung an einer Hülse 27' befestigt, die in der Oberplatte 28 der Vorrichtung lagert. Unten ist das Gehäuse 26' bei 29 in der Unterplatte 30 gelagert. Das Gehäuse hat vorzugsweise am inneren Um'fange Zähne, Rauhungen oder Flügel 31.
In dem Behälter ist eine Welle 32 drehbar, die durch die obere Hülse 27' ragt und unten z. B. durch ein kleines Spurlager oder Zentrierlager 33 im Lagerblock 34 des Gehäuses 26' gelagert ist. Im Gehäuse ist an Welle 32 der zweite Teil der Flüssigkeitsschleppeinrichtung in Form eines oder mehrerer Flügel oder Schaufeln 35 gelagert, zwischen deren Außenkanten und den Innenkanten der Zähne. 31 wenig Spiel ist. Oben ist an der Welle 32 ein Arm 36 befestigt, der das Schließen der Kontakte bewirkt. In der Bahn des Armes 36 liegen vorzugsweise zwei Kontaktpaare 37, 38 und 37', 38'. Jedes Paar weist zwei gewöhnlich getrennte Blattfedern auf (Abb. 2). Die eigentlichen Kontakte liegen an den freien Enden der Federn, deren andere Enden an einem gemeinsamen Block 39 befestigt sind. Vorzugsweise ist etwas Spiel zwischen dem Kontaktende 36' des Armes 36 und jedem Kontaktsatz, um eine unerwünschte Kontakt-Schließung durch ein Zittern (das Tanzen) der Nachdreheinrichtung oder durch das Gieren des Schiffes zu verhindern.
Eine ausgesprochenere Drehung des Schiffes aber erzeugt eine rasche Drehung des Ge- 12a häuses 26' durch das erläuterte Getriebe und damit ein rasches Kreisen der Flüssigkeit im
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Gehäuse. Diese "sucht "die Flügel 35 mit herumzuschleppen und bewegt daher den Arm 36 gegen den Kontakt 37 oder 37' je nach Drehungsrichtung des Schiffes. Eine weitere Drehung des Schiffes bewirkt das Schließen des Kontaktes gegen den Federdruck. Sobald aber das Schiff sich zu drehen aufhört, sucht die Federwirkung der Federarme den Arm 36 rückwärts zu bewegen, so daß er in begrenztem Maße nach der Mitte zu zurückgeführt wird und kurz darauf die Kontakte 37, 38 bzw. 37', 38' geöffnet werden. Das Resultat ist, daß der Kontakt nur geschlossen ist, wenn das Schiff sich dreht; das aber ist es, was gewünscht wird. Die Kontakte sind natürlich parallel in dem Stromkreis mit dem Solenoid 9 geschaltet, so daß diese beim Schließen des einen oder anderen Kontaktpaares erregt wird, wie Abb. 8 zeigt. Diese zeigt auch einen Schalter 20' als Andeutung einer Handeinrichtung oder selbsttätigen Einrichtung, um den Dämpfungsausschalter und die Korrektionsvorrichtungen zur Wirkung zu bringen, wenn das Schiff seine Geschwindigkeit verändert.
Wie oben erläutert, kann auch bei Vorhandensein obiger Mechanismen bei einer Drehung oder Beschleunigung des Schiffes eine Schwingung des Kompasses dadurch erzeugt werden, daß sich der durch den Breitenfehler bedingte Einstellungspunkt bei der Ausschaltung der Dämpfung ändert. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen, wird von der erwähnten, auf Drehung ansprechenden Vorrichtung (oder von dem auf Geschwindigkeit ansprechenden Schalter) eine Einrichtung betätigt, um ein oder mehrere Gewichte seitlich am Kompaß zum Konstanthalten des Einstellungspunktes zu verschieben. Am Kompaß sind eine oder mehrere verschiebbare Massen 40, 40' beiderseits angebracht und sind nach der waagerechten Achse 0-0 des Kompasses zu oder davon hinweg verschiebbar (Abb. i, 5, 8). Auch sind Hilfsmittel vorgesehen, um selbsttätig mindestens eines dieser Gewichte zu verschieben, wenn die Dämpfung ausgeschaltet wird. Hierzu ist das Gewicht am beweglichen Kern 42 des Solenoides 43 befestigt, das vorzugsweise im gleichen Stromkreis wie der Magnet 9 liegt. Wird das Solenoid erregt, so wird daher die Masse unter Zusammendrückung der Feder 44 einwärts gezogen, welche, sobald das Solenoid aberregt wird, die Masse wieder nach außen schiebt. Die Masse des Gliedes und ihr Weg sind so bemessen, daß um die waagerechte Achse ein genügend großes Drehmoment ausgeübt wird, um den Einstellungspunkt des Kompasses bei ausgeschalteter Dämpfung in derselben Lage zu halten wie bei eingeschalteter Dämpfung, aber in Ursprungslage befindlichem Gewicht.
Die soweit beschriebene Einrichtung könnte mit Genauigkeit nur in einer einzigen Breite benutzt werden, da der Breitenfehler, wie oben erläutert, sich mit der Breite ändert und in nördlichen Breiten entgegengesetzt wie in südlichen ist. Um aber die Vorrich-. tung allgemein verwendbar zu machen, ist eine Einrichtung vorgesehen, um den Schwerpunkt des Kompasses für nördliche Breiten entgegengesetzt wie für südliche zu verlegen. Ein Weg hierzu ist die unabhängige Steuerbarkeit der Gewichte 40, 40'. Diese sind beiderseits des Kompasses angebracht, und ein Schalter 45 (Abb. 1 und 8) regelt, welches Gewicht durch das angeschlossene Solenoid bewegt werden soll, wenn das Schiff, sich dreht oder beschleunigt wird.
Wie Abb. ι zeigt, hat der Schalter drei Lagen, eine für nördliche Breiten, eine für den Äquator und eine für südliche Breiten. In nördlicher Breite wird das Solenoid 43 verwendet. Am Äquator, wo kein Breiten-" fehler vorhanden ist, wird keines der SoIe-■noide verwendet, und in südlicher Breite wird das Solenoid 43' benutzt.
Um Hilfsmittel zu schaffen, durch welche das Gewicht um ein veränderliches Maß je nach dem Breitengrade verschiebbar ist, ist nach Abb. 5 eine Stellschraube 46 im Gewicht 40 verschraubbar als verstellbarer Anschlag, der gegen das Ende 47 des Solenoidgehäuses wirkt, so daß das Maß, um das der Kern 42 in das Solenoid gezogen wird, je nach dem Breitengrad verstellbar ist. Am Riffielkopf 48 der Schraube kann ein Zeiger P (Abb. 7) vorgesehen sein, der an einer Teilung 49 spielt, die den Breitengrad angibt und nicht fein geteilt zu sein braucht, da der Breitenfehler klein ist und Änderungen in der Breite nur langsam -auftreten.
Eine andere Art der Veränderung des Verschiebungsmaßes des Gewichts in verschiedenen Breiten zeigt Abb. 6. Hier fällt die Schraube 46 fort, und es sind Schlitze 50, 50', 50" usw. in dem Schafte 42' des Gewichtes 51 angebracht. Ein an der Stirn des Solenoides 53 verschiebbarer Stift 52 kann no in einen der Schlitze eingreifen und begrenzt dann die Verschiebung des Gewichtes 51 und verhindert gleichzeitig eine Drehung des Gewichtes. Wenn die Breite sich genügend geändert hat, zieht man den Stift 52 mittels seines Knopfes 54 heraus, dreht das Gewicht z. B. um 900 und schiebt den Stift in den nunmehr darunter befindlichen Schlitz. Die Länge der Schlitze ist verschieden, je nach dem Maße, um das man das Gewicht für eine bestimmte Breite verschieben muß, und auch hier können Teilungen wie nach Abb. 7 vor-

Claims (6)

618 gesehen sein. Diese Ausführung ist der nach Abb. 5 etwas überlegen, da die Einstellung für verschiedene Breiten nicht die Balance des Kompasses beeinträchtigt, während das Herein- und Herausschrauben der Schraube eine kleine Wirkung in dieser Hinsicht hat. Der Griff 45 wird auf nördliche oder südliche oder äquatoriale Breite eingestellt je nach dem Schiffsort. Ebenso wird die übliche Breitenkorrektionsvorrichtung 61 eingestellt und die Schraube 46 in Abb. 5 oder die Masse 51 in Abb. 6 je nach Breitengrad eingestellt. Wenn daher das Schiff sich dreht oder beschleunigt wild, so wird Strom nur durch das Solenoid 9 geschickt, wenn der Kompaß nahe dem Äquator ist. Ist er in nördlicher Breite, so wird Strom durch die Solenoide 9 und 43 gleichzeitig geschickt, in südlicher Breite aber durch die Solenoide 9 und 43'. Dadurch wird der Schwerpunkt des Kompasses zeitweilig verschoben, um den Einstellungspunkf stets gleichzuhalten und dadurch die Entwicklung von Kompaßschwingungen zu verhindern. Patentansi'Rüche:
1. Kreiselkompaß mit Richtkraft, dessen Schwingungsperiode durch Änderung des Schwerefaktors eingestellt werden kann und bei welchem die Dämpfung durch ein um die lotrechte Achse wirkendes Drehmoment erfolgt und dessen Dämpfungsvorrichtung zeitweilig, beim Drehen oder Beschleunigen des den Kompaß tragenden Schiffes, ausgeschaltet wird, gekennzeichnet durch eine Hilfsregelung, die bei der Ausschaltung der Dämpfung selbsttätig den Schwerefaktor (durch Verlegung des Schwerpunktes) so ändert, daß die ungedämpften Schwingungen dieselbe Periode haben wie die gedämpften.
2. Kreiselkompaß nach Anspruch 1, bei dem zur Einstellung des Schwerefaktors ein System kommunizierender Behälter
*5 dient, deren Flüssigkeit auf den Kreisel Drehmomente um die Ost-West-Achse ausüben kann, dadiirch gekennzeichnet, daß jeder der üblichen zwei untereinander verbundenen, die Übertragungsflüssigkeit enthaltenden Behälter (5) in zwei Kammern (21, 23, Abb. 1) unterteilt ist und daß die Verbindung zwischen dem einen Paar (21) entsprechender Kammern der beiden Behälter während der Dämpfungsausschaltung versperrt wird.
3. Kreiselkompaß nach Anspruch 1 und 2, bei dem der die Dämpfung ausübende bogenförmige Arm gewöhnlich exzentrisch an der Kreiselkappe angreift und dieser Angriffspunkt bei Drehungen oder Beschleunigungen des Schiffes selbsttätig in die zentrische Lage geführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen (20) der beiden Kammern eines jeden Behälters (5) durch Schieberventile (17) gesperrt werden und daß diese mit dem Steuerungsgestänge (10, 11) verbunden sind, welches die Umschaltung des exzentrischen Angriffspunktes (7) in die zentrische Stellung bewirkt.
4. Kreiselkompaß mit Richtkraft, bei welchem die Dämpfung durch ein um die lotrechte Achse wirkendes Drehmoment erfolgt, mit einer Vorrichtung, die zeitweilig, z. B. beim Drehen oder Beschleunigen des den Kompaß tragenden Schiffes, die Dämpfung ausschaltet, und mit einer einstellbaren Korrektionseinrichtung für die geographische Breite, gekennzeichnet durch die an sich bekannte Verwendung einer oder mehrerer entsprechend der geographischen Breite einstellbarer, ein Drehmoment ausübender Massen (40, 40') in Verbindung mit einer Vorrichtung, die beim Ausschalten der Dämpfung' diese Massen (40, 40') selbsttätig so verschiebt, daß der Einstellungspunkt unverändert verbleibt.
5. Kreiselkompaß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Breitenkorrektion dienenden Gewichte (40, 40', Abb. 5 und S, oder 51, Abb. 6) an dem verschiebbar und drehbar gelagerten Kern oder Anker (42, 42') einer oder mehrerer elektromagnetischer Einrichtungen (43, 43') sitzen und daß jeder Kern mehrere verschiedenen Breitengraden entsprechen de Längsschlitze (50') für den Wahleingriff eines Anschlagstiftes (52) aufweist.
6. Kreiselkompaß nach Anspruch 1 oder 4 mit selbsttätiger, von der Nachdrehvorrichtung bewirkter Einschaltung des Stromes zur Aufhebung der Dämpfung, gekennzeichnet durch die Anordnung einer Flüssigkeitsschleppvorrichtung, deren einer Teil (z. B. ein Behälter 26', Abb. 3) mit der Kompaßnachdreheinrichtung verbunden ist, während der andere, nachgeschleppte Teil (z.B. eine Welle mit Schaufeln 35 im Behälter) mit dem Dämpfungsausschalter gekuppelt ist, der infolge eines vorhandenen Totganges nur auf größere Schwenkungen des Schiffes, nicht aber auf das Tanzen des Nachdrehorgans oder das Gieren des Schiffes anspricht.
Hierzu r Blatt Zeichnungen
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