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Antriebsvorrichtung für Tonfilme Das Patent 554 505 hat eine
Antriebsvorrichtung für Tonfilme zum Gegenstand, bei der die Achse der Vorwickelrolle
mit dem Antriebsmotor in einem festen Übersetzungsverhältnis gekuppelt ist, während
die Achse der glatten Rolle an der Steuerstelle über ein nach Maßgabe der Spannung
einer zwischen Tonrolle und Vorwickelrolle liegenden Filmschleife in seiner Drehzahl
selbsttätig veränderliches Reibradgetriebe angetrieben wird.
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Die Erfindung betrifft eine andere Aus-, führungsform des Getriebes
zur Änderung der Drehzahl der Tonrolle gegenüber derjenigen der Antriebsvorrichtung
und damit auch gegenüber derjenigen der gezahnten Vorwickelrolle. Dieses besteht
gemäß der Erfindung aus einem Differentialgetriebe, dessen mit der Antriebswelle
bzw. mit der Tonrollenwelle verbundene Räder Innenverzahnung und verschiedeneDurchmesser
aufweisen und dessen mit zwei Zahnkränzen in die Innenzahnräder eingreifendes Differential
auf einer lose auf der Welle der Tonrolle angeordneten Exzenterbuchse frei drehbar
gelagert ist, die ihrerseits mit einer in Abhängigkeit von der Spannung der zwischen
Tonrolle und Vorwickelrolle liegenden Filmschleife abbrernsba,ren Bremsscheibe verbunden
ist.
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Die Erfindung ist iw der Zeichnung beispielsweise und schematisch
dargestellt, und es bedeutet -.
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Abb. i einen Querschnitt durch eine Tonaufnahmekamera, bei der die
erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung vorgesehen ist, Abb. 2 einen Längsschnitt durch
das Ge-
triebe, Abb- 3 eine Einzeldarstellung der Bremsvorrichtung,
Abb. 4 ein anderes Ausführungsbeispiel für die Steuerung der Bremsvorrichtung durch
die Spannrolle der Filmschleife.
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Die Kamera besteht aus dem Gehäuse i, auf dem das Filmmagazin 2 mit
den beiden Filmtrommeln 3 und 4 des Filmstreifens 5 angeordnet ist.
Die Trommeln werden in bekannter Weise angetrieben bzw. beim Ablauf gebremst. Der
in üblicher Weise perforierte Film 5 wird durch eine gezahnte Rolle
6 in dem dargestellten Beispiel an die Steuerstelle und von dieser weg transportiert.
Die gezahnte Rolle 6 wirkt also gleichzeitig als Vor-und Nachwickelrolle.
Mittels federnd gelagerter
Andruckrollen 7, 8 wird der Film
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an ' die Rolle 6 angedrückt. An der Steuerstelle ist eine
glatte Rolle 9 vorgesehcn, über .die der Film mittels eines federnd gelagerten
Rollenpaares io, i i gespannt geführt wird. In der Filmschleife zwischen der Rolle
7 und der Rolle io ist eine auf einem Hebel 13 gelagerte Rolle 1:2
angeordnet. Der Hebel 13 ist um den Punkt 14 schwenkbar. In der Filmschleife zwischen
der Rolle i i und der Rolle 8 ist eine Rolle 15 angeordnet, die auf
einem um den Punkt 16 schwenkbaren Hebel 17 drehbar gelagert ist. Die freien Schenkel
der Hebel 13 und 17 sind durch eine Feder ig miteinander verbunden. Die Spannung
der Feder ig kann durch eine Stellschraube 2o verändert werden. Bei :21 ist ein
an sich bekanntes Tonaufzeichnungsorgan angedeutet.
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Der -,#,ntrieb der Transportrolle 6 und der Tonrolle
9 erfolgt von einem Motor. Zu diQ-sein Zwecke ist auf der Motorwelle:22 eine
Schnecke 23 angeordnet, die ein Schneckenrad 24 treibt. Das Schneckenrad
24 ist mittels einer Nabe:25 drehbar auf einer mit der Welle 27 der Tonrolle
9 fest verbundenen Buchse 26 gelagert. Mit der Nabe:25 des Schneckenrades
24 fest verbunden ist ein Zahnrad 2,8, das über Zahnräder 29, 3o die Welle
3 1 der Vor- und Nachwickelrolle 6 antreibt. Über das Zahnrad
32 können weiterhin die Filmtrommeln angetrieben werden. Die Vor- und Nachwickelrolle
6 wird also starr und mit gleichbleibender Drehzahlübersetzung von dem Motor
angetrieben. Der Antrieb der Welle 27 der Tonrolle 14 erfolgt dagegen mittels
einer elastischen Kupplung über ein drehzahlverände * rliches Getriebe, und
zwar folgendermaßeti: Auf der Buchse 2,# ist ein Körper 33 drehbar gelagert.
Dieser Körper 33 ist mit dem Schneckenrad 24 über einen Ring 34 aus Filz,
Leder o. dgl, Material elastisch verbunden, und zwar mit Hilfe von Bolzen
35, die abwechselnd auf dem Schneckenrad 2,4 und auf dem Körper
33 befestigt sind und in den Ring 34 eingreifen, Auf der anderen Seite des
Körpers 33 ist ein Innenzahnrad 36 befestigt. In der' zylindrischen
Ausdrehung des Körpers 33 befindet sich ein Körper 37, der mit der
Buchse 26 und dadurch mit der Welle 27 der Tonrolle fest verbunden
ist. Er trägt auf der einen Seite ein Innenzahnrad 38. Die beiden Innenzahnräder
36 und 38 haben unterschiedliche * Durchmesser. Die Übertragung
des Drehmomentes von dem mit dem Antriebsmotor in Verbindung stehenden antreibenden
Innenzahnrad 36 auf das mit der Welle der Tonrolle in Verbindung stehende
angetriebene Innenzahnrad 39 erfolgt mittels des Differentialzahnrades
39, das entsprechend den unterschiedlichen Durchmessern der beiden Innenzahnräder
zwei Zahnkränze besitzt. Das Differentialrad 39 ist auf einer Exzenterbuchse
40 frei drehbar gelagert, die wiederum frei drehbar auf der Welle:27 der Tonrolle
gelagert ist. Die Exzenterbuchse4o steht mit einer Bremsscheibe41 in fester Verbindung.
An der Bremsscheibe 41 greift der BremsklOtz- 4:2 auf dem Bremsarm 43 an. Der Bremsarm
ist in der Wand des Gehäuses i drehbar gelagert. Die Bremsung erfolgt durch Andrücken,
des Bremsklotzes durch die Feder 44. Entgegen der Kraft der Feder kann der Bremsklotz
durch den Hebel 17 über eine Winkelhebelrollenanordnung 45, 46, 47 in
Ab-
hängigkeit von der Ausbuchtung' der Filmschleife zwischen den beiden Rollen
i i und 8
mehr oder weniger abgehoben werden.
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Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen drehzahlveränderlichen Getriebes
ist folgende: Wird das Reibrad 41 nicht gebremst, so kann es frei umlaufen. Dadurch
läuft auch die Exzenterbuchse40 mit gleicher Drehzahl wie das Differentialrad39
und das angetriebene Innenzahnrad 36 um. Das Differentialrad 39 bleibt
also immer mit denselben Stellen der Innenzahnräder 36 und 38 im Eingriff,
wirkt also wie eine starre Verbindung der beiden Innenzahnräder. Infolgedessen wird
das Innenzahnrad 38 und damit die Tonrollenwelle 2,7 mit der gleichen
Drehzahl angetrieben, mit der das Innenzahnrad 36 umläuft. Das ist der eine
Grenzfall der Tonrollenbewegung. I:ihs Zahnradgetriebe 29, 30 ist
SO
bemessen, daß in diesem Grenzfall die glatte Tonrolle 9 etwas schneller
angetrieben wird als die Zackenrolle 6.
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Infolge dieser Relativgeschwindigkeit der beiden Rollen und infolge
von Schrumpfungen des Filmstreifens wird sich die Einlaufschleife zwischen den Rollen
7 Und 10 verkleinern, die Auslaufschleife zwischen den Rollen 8 und
i i dagegen vergrößern. Die beiden Hebel 13 und 17 werden daher im
Uhrzeigersinn gedreht werden. Die Folge davon ist, daß der Bremsklotz 42 gegen die
Bremsscheibe 41 gedrückt wird. Die auf diese Weise gebremste Bretnsscheibe 41 bewirkt
eine Verlangsamung bzw. im Grenzfall eine Stillsetzung der Bewegung der Exzenterbuchse
40. In dem Grenzfall, in dem die Exzenterbuchse 4o durch Bremsung zum Stillstand
gebracht wird, wird das Differentialrad gezwungen, eine durch die Lagerung auf der
Exzenterbuchse bedingte exzentrische Bewegung zur Achse der Innenzahnräder auszuführen.
Das bedeutet, daß das Differentialrad nicht mehr dauernd mit denselben Stellen der
Innenzahnräder im Eingriff bleiben kann, sondern in der üblichen Anordnung der Zahnräder
auf den Zahnkränzen der Innenzahnräder abrollt. Dadurch wird die
starre
Verbindung der beiden Innenzahnräder aufgehoben; der Antrieb des Zahnrades
38
erfolgt nunmehr mit einer dem Verhältnis der Durchmesser der Zahnkränze
von 36, 38 und 39 entsprechenden Drehzahl. Die Bemessung el der Zahnräder
ist so getroffen, daß in diesem eben geschilderten Grenzfall, der bei voller Betätigung
der Bremse eintritt, der Film von der Tonrolle 9 langsamer transportiert
wird als von der Zackenrolle 6.
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Durch mehr oder weniger starkes Anziehen der Bremse kann eine fortlaufende
Regelung der Drehzahl der Tonrolle innerhalb der durch die beiden geschilderten
Grenzfälle gegebenen Grenzen erzielt werden.
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Ein anderes. Ausführungsbeispiel der Brenisvorrichtung ist in Abb.
4 dargestellt. Dabei sitzt der BremsklOtz 4-- auf einem Winkelhebel 5o, der bei
49 drehbar gelagert ist und durch die Feder ig gegen die Bremsscheibe 41 gedrückt
wird. Bei Verkürzung der Schleife zwischen den Rollen 8 und ii bewirkt der
Hebel 48 über die Feder 5 1 und den Bolzen 5:2 ein Lüften des Bremsklotzes
auf der Brenisscheibe 41.