DE61746C - Einrichtung zum Einstellen von Fernrohr - Visiren für Schiffsgeschütze - Google Patents

Einrichtung zum Einstellen von Fernrohr - Visiren für Schiffsgeschütze

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DE61746C
DE61746C DENDAT61746D DE61746DA DE61746C DE 61746 C DE61746 C DE 61746C DE NDAT61746 D DENDAT61746 D DE NDAT61746D DE 61746D A DE61746D A DE 61746DA DE 61746 C DE61746 C DE 61746C
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Germany
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gun
telescope
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limbus
ship
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DENDAT61746D
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B. A. FlSKE, Lieutenant der Nordamerikanischen Marine, in New-York, 32 Park Place, V. St. A
Publication of DE61746C publication Critical patent/DE61746C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F41WEAPONS
    • F41GWEAPON SIGHTS; AIMING
    • F41G1/00Sighting devices
    • F41G1/38Telescopic sights specially adapted for smallarms or ordnance; Supports or mountings therefor
    • F41G1/393Mounting telescopic sights on ordnance; Transmission of sight movements to the associated gun

Landscapes

  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Optics & Photonics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Telescopes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf Fernrohr-Visire für Schiffsgeschütze und besteht insbesondere in der Construction dieser Visire und der Verbindung derselben mit dem Geschütz.
In der beiliegenden Zeichnung zeigt Fig. 1 in den Hauptlinien ein auf Deck befindliches Geschütz, dessen Seelenachse parallel zur Ebene des Decks liegt und das ,mit einem Schild versehen ist, auf welchem das vorerwähnte Fernrohr-Visir angebracht ist. Dieses letztere ist in zwei Stellungen gezeichnet. In der einen ist die Achse des Fernrohres parallel zur Seelenachse des Geschützes, und in der anderen bilden die beiden Achsen einen Winkel mit einander.
Fig. 2 zeigt dieselben Theile wie Fig. 1, und namentlich zeigt diese Figur, wie das Fernrohr in die horizontale Lage gebracht wird, nachdem es durch das Rollen oder Schlingern des Schiffes geneigt worden ist.
Fig. 3 zeigt einen Aufrifs des Fernrohres, zum Theil im Schnitt gezeichnet, wobei einzelne Theile abgebrochen wurden.
Fig. 4 ist eine Vorderansicht der getheilten Scheibe und des festen, sie umschliefsenden Limbus, der nach Graden und Unterabtheilungen getheilt ist.
In Fig. ι und 2 bezeichnet A einen Theil des Decks, B ist das Geschütz, dessen Schildzapfen C in irgend einem geeigneten Rappert D liegen. Das letztere liegt auf einem Schlitten mit dem gebräuchlichen Schutzschild E, durch dessen Oeifnung das Geschütz hinausragt.
An einer Seite des Schildes ist eine Tragplatte F befestigt, auf welcher der Fufs G des Instrumentes befestigt ist. H ist das Fernrohr, dessen Zapfen J in geeigneten Lagern in Ständern K liegen, die vom Fufs G hinaufführen. Vom mittleren Theil des Fernrohres H geht ein Ansatz L aus, dessen unteres Ende abgeschnitten ist, wodurch eine senkrechte ebene Fläche entsteht, auf welcher die Spitze der Stellschraube M aufliegt. Die Schraube geht durch einen Ständer N des. Fufses G und trägt eine geflanschte Scheibe O und einen gerändelten Knopf P, mittelst dessen die Schraube gedreht wird. Die aus dem Ständer K herausragenden Stangen Q tragen einen bogenförmigen Limbus R, dessen innerer Rand dicht am Rand der Scheibe O steht. An einem vom Ansatz L . herabreichenden Arm S ist ein Ende einer Spiralfeder T befestigt; das andere Ende dieser Feder ist mittelst eines Hakens öder in anderer Weise am Ständer N befestigt.
Das Fernrohr H ist das für Feldzwecke gebräuchliche und ist mit einem geeigneten Fadenkreuz versehen. Auf der Scheibe O ist zunächst ein Nullpunkt verzeichnet und dann folgt eine regelmäfsige Theilung mit entsprechenden Zahlen (wie in Fig. 4 gezeichnet), welche Schufsweiten in Metern bezeichnen. Die Zeichen auf dem Limbus R geben Grade der Hebung und Senkung (Elevation oder Depression) des Fernrohres an.
Die allgemeine Wirkungsweise der Vorrichtung ergiebt sich aus Fig. 1 und 2. In Fig. ι ist die Seelenachse des Geschützes durch die punktirte, zur Ebene des Decks .4 parallele Linie a-a angedeutet. Die optische Achse b b des Fernrohres H ist parallel zur Linie a a.
Es sei nun nothwendig, dem Geschütz eine gewisse Höhenrichtung zu geben, um das Ziel erreichen zu können. Gewöhnlich geschieht dies mit Hülfe einer senkrecht beweglichen Visirstange (Aufsatz) am hinteren Ende des Geschützes, indem eine an derselben angebrachte Einkerbung entsprechend gehoben und das hintere Ende des Geschützes gesenkt wird, bis die Einkerbung im Aufsatz, das Körn und das Ziel in eine Gerade fallen. Wenn dies der Fall ist, dann hat das Geschütz die erforderliche Höhenrichtung erhalten, so dafs das Geschofs das Ziel trifft. In der Praxis ist es üblich, die gebräuchliche Visirstange nach Graden und Brüchtheilen zu theilen, so dafs man dem Geschütz die gewünschte Elevation ertheilen kann, und ebenso nach Schufsweiten, welche den in Graden angegebenen Elevationen entsprechen. Mittelst dieser Visirstange kann das Geschütz auf eine beliebige Elevation oder jede gewünschte Schufsweite eingestellt werden.
Die Nachtheile derartiger Visirvorrichtungen bei Schiffsgeschützen sind zahlreiche. Da sich die Visirstange am Geschütz selbst befindet, nimmt, sie Theil an allen Bewegungen des Geschützes, zum Beispiel am Rücklauf. Die Stange ist somit nach der Einstellung Verschiebungen ausgesetzt und wird in der That gewöhnlich für jeden Schufs eingestellt. Der mit dem Richten des Geschützes betraute Mann mufs in einem gewissen Abstand vom Geschütz und deshalb auch von der Visirstange stehen, wodurch die Schwierigkeit, das Visir, das Korn und das Ziel zum Einspielen zu bringen, sehr erhöht wird. Diese Schwierigkeiten vergröfsern sich, wenn, was auf der See immer der Fall ist, das Schiff rollt oder stampft. Der das Geschütz richtende Mann mufs sich dann selber im Gleichgewicht erhalten, und mufs aufserdem genau den Augenblick erfassen, wenn das Ziel in die Visirlinie tritt. Die Folge davon ist die, dafs ein gutes Schiefsen an Bord sehr von persönlicher Uebung und Geschicklichkeit abhängig ist und ausgiebige Schulung erfordert, und zwar nicht nur wegen der angeführten Schwierigkeiten, sondern auch wegen der dabei auftretenden Beobachtungsfehler, sowie auch darum, weil es unter dem Einflufs der den ernsten Kampf begleitenden Aufregung ausgeführt werden soll.
Durch vorliegende Neuerungen werden die vorstehend erwähnten Schwierigkeiten bedeutend verringert und gröfstentheils beseitigt. Man benutzt zunächst das Rollen oder Schlingern des Schiffes selbst, um dem Geschütz die erforderliche Elevation zu geben; das Geschütz liegt dabei so, dafs dessen Seelenachse parallel zum Deck liegt. Sollte aber die Winkelbewegung des Decks nicht ausreichen, um das Geschütz um den erwünschten Winkel zu drehen, so giebt man dem Geschütz mittelst der gewöhnlichen Richtvorrichtung eine gewisse ■ Anfangselevation, welche hinreicht, damit die Schiffsbewegung den erforderlichen Winkel ergänzt. Das Zielen oder Visiren erfolgt durch ein nicht vom Geschütz getragenes Fernrohr, das auch am Rücklauf des Geschützes nicht theünimmt, sondern am besten am Schild E befestigt ist. Das Zielen wird in folgender Weise vorgenommen. Die optische Achse b b des Fernrohres, die Seelenachse α α und das Deck mögen parallel sein; das Geschütz erhält dann die erforderliche Seitenrichtung, und da das Fernrohr am Schild befestigt ist, so erhält es dieselbe Seitenrichtung. Sobald der Beobachter am Fernrohr bemerkt, dafs das Ziel in der Kreuzung der Fäden des Fadenkreuzes erscheint, wird das Objectivende des Fernrohres sodann durch die nachstehend beschriebenen Mittel um einen Winkel herabgedreht, welcher gleich ist der Elevation, die das Geschütz erhalten mufs, damit das Geschofs das Ziel erreiche.
Die Stellung des so niedergedrückten Fernrohres ist durch die punktirten Linien in Fig. ι angedeutet und die optische Achse durch die Linie c - c. Der Beobachter am Fernrohr wartet nun ab, bis das Ziel abermals im Fadenkreuz erscheint; dies geschieht offenbar dann, wenn das Deck und somit auch die Seelenachse α α des Geschützes unter demselben Winkel stehen, in welchen das Fernrohr eingestellt worden ist. Mit anderen Worten, wenn das Fernrohr H sich horizontal stellt, wie in Fig. 2 angedeutet, dann steht die Seelenachse α α unter dem' gehörigen Winkel, um die gewünschte Schufsweite zu erreichen. Der Beobachter braucht deshalb, sobald er bemerkt, dafs das Ziel durch das Fadenkreuz geht, nur die Abfeuerungstaste niederzudrücken, und das Geschütz wird abgefeuert.
In Fig. 3 und 4 ist die Vorrichtung dargestellt, welche die gewöhnlichen Visirvorrichtungen bei Geschützen praktisch ersetzen soll. Wird der gerändelte Knopf P in einer Richtung gedreht, so drückt die Spitze der Schraube M auf das Ende des Ansatzes L und bewirkt, dafs das Objectivende des Fernrohres hinaufgeht; wenn aber dieser gerändelte Knopf in der entgegengesetzten Richtung gedreht wird, so bewirkt die auf den Arm S und Ansatz L wirkende Feder, dafs das Objectivende des Fernrohres herabgeht. Deshalb kann das Fernrohr durch Drehung des Knopfes P die gewünschte Elevation oder Depression erhalten. Dieser Knopf befindet sich im bequemen Handbereich des Beobachters, und der Nullpunkt auf der Scheibe O ist so eingestellt, dafs, wenn er mit dem Nullpunkt am Limbusi? zusammenfällt, die optische Achse des Fernrohres parallel zum Deck liegt. Der Limbus R ist nach Graden getheilt und giebt die Drehung des Fernrohres
an. Auf der Scheibe O sind die Schufsweiten angegeben, welche diesen Winkeln entsprechen. Aus Fig. 4 z. B. ersieht man, dafs bei einer Elevation von 2° die Schufsweite 2200 m beträgt, bei einer Elevation von 1'Z2 0 ist die Schufsweite 1675 m, bei i° 1075 m u. s. f. Wenn man deshalb das Fernrohr für eine Schufsweite von 2200 m einstellen will, so wird der gerändelte Knopf P gedreht, bis die Bezeichnung 2200 dem Nullpunkt am Limbus i? gegenüber zu stehen kommt. Die auf den Ansatz L wirkende Feder T hat dann das Fernrohr um 2 ° herabgedrückt. Aehnlich geht man für eine andere Schufsweite vor.
Es ist blos nothwendig, die entsprechende Schufsweitenmarke auf den Nullpunkt des Limbus R einzustellen, um zu wissen, dafs das Fernrohr so eingestellt worden ist, dafs, wenn das Ziel im Fadenkreuz erscheint, das zugehörige Geschütz unter demselben Winkel steht, oder mit anderen Worten so eingestellt ist, dafs das Geschofs die von der Scheibe O angegebene Schufsweite erreicht.
Wenn das Schiff nicht hinreichend rollt oder stampft, um dem Geschütz die gewünschte Elevation zu geben, so wird, wie bereits erwähnt, dem Geschütz selbst eine Anfangselevation ertheilt, z. B. 1 °, wenn die ganze erforderliche Elevation 2 ° beträgt. Es ist klar, dafs dann die Drehung des Fernrohres für eine Schufsweite von 2200 m blos i° beträgt. In diesem Falle wird aber der Theilstrich 2200 auf der Scheibe O nicht auf den Nullpunkt des Limbus R gestellt, sondern auf den mit i° bezeichneten Punkt des Limbus, oder mit anderen Worten auf den Punkt, welcher die Anfangselevation angiebt. Unter Deck ist hier jener Theil des Decks zu verstehen, auf welchem sich das Geschütz bewegt und welcher in modernen Kriegsschiffen immer eine ebene Fläche darstellt.
Die Linie vom Geschütz zu dem in gleicher Höhe über dem Wasser gelegenen Ziel ist hier als optische Achse bezeichnet und sonach waagrecht angenommen.
Es ist klar, dafs kein wesentlicher Fehler entsteht, wenn die Achse nicht ganz genau waagrecht ist, sondern das Ziel an der Wasserlinie trifft, denn das Geschofs trifft die Scheibe einfach an einem höher oder tiefer gelegenen Punkte, je nachdem die optische Achse höher oder tiefer schneidet. Es ist auch klar, dafs man beim Schiefsen bei Nacht die Fäden des Fadenkreuzes durch den elektrischen Strom zum Leuchten bringen kann, wie es bei den astronomischen Fernrohren der Fall ist; hierdurch wird die Nothwendigkeit des Gebrauches der complicirten elektrischen Nachtvisire vermieden, welche bei allen Marinen im Gebrauch sind.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Einrichtung zum Einstellen von Fernrohr-Visiren für Schiffsgeschütze, bestehend aus einer die Neigung des Fernrohr-Visirs beeinflussenden Mikrometerschraube (O), die eine die verschiedenen Schufsweiten bezeichnende Theilung trägt und zu einem mit einer verschiedene Neigungswinkel des Geschützes bezeichnenden Theilung versehenen Limbus (R) derart angeordnet ist, dafs, wenn der die betreffende Schufsweite bezeichnende Theilstrich der Mikrometerschraube (O) dem den bekannten Neigungswinkel des Geschützes bezeichnenden Theilstriche des Limbus gegenübersteht, die Visirachse des Fernrohres der gewünschten Schufsweite bei der betreffenden Neigung des Geschützes entspricht.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT61746D Einrichtung zum Einstellen von Fernrohr - Visiren für Schiffsgeschütze Expired - Lifetime DE61746C (de)

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