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Einfadenwirkmaschine zum Ausbessern von Wirkwaren Die Erfindung betrifft
eine Einfadenwirkmaschine zum Ausbessern von Wirkware, die nach Art einer Kettelmaschine
arbeitet.
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Bei den bisher bekannten Maschinen dieser Art wird die Fadenschleife
von einer senkrecht zu der, ähnlich wie eine Nähmaschinennadel arbeitenden Einstechnadel
liegenden Kuliernadel aufgenommen und die neu gebildete Masche in der Ebene der
Längsachse der Einstechnadel gehalten. Um bei weiterer Arbeit das Eindringen der
Eins' echnadel in die Öffnung der Masche zu ermöglichen, ist daher eine besondere
Vorrichtung vorgesehen, die dazu bestimmt ist, die Masche aus der vertikalen Lage
zu verdrehen, was aber infolge der Elastizität des Arbeitsstückes nur in geringem
Maße vor sich geht. Da die Einstechnadel in festen Führungen gehalten wird, legen
sich die einander folgenden Maschen übereinander, was eine Verwickelung des Arbeitsfadens
zuläßt.
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Außerdem geht hieraus hervor, daß die Mittelentfernung der Kuliernadel
für den Durchgang des Maschenabnehmers sowie für den Arbeitsfaden genügend groß
gehalten werden muß, wodurch die Herstellung eines dichtmaschigen Gewirkes verhindert
wird.
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Ein weiterer Nachteil ist das Aufspannen des Arbeitsstückes auf einen
Rahmen, was unvermeidlich eine unnötige Erweiterung, d. h. Deformierung der Rißstelle
und infolgedessen, nach Vollendung der Arbeit, eine Ausbauchung der Ware verursacht.
Wenn es sich beispielsweise um die Ausbesserung von Gegenständen wie Ärmel, Strümpfe
u. dgl. handelt, die gestülpt werden müssen, dann ist die Größe des Rahmens auf
wenige Zentimeter beschränkt. Der aus diesem Arbeitsverfahren sich ergebende Übelstand
besteht darin, daß bei Ausbesserung einer Fläche, die größer als der Spannrahmen
ist, die Maschine mehrfach angehalten werden muß. Bei den einander folgenden Still-
und Wiederingängsetzungen der Maschine ist es fast unmöglich, das Arbeitsstück vom
Spannrahmen zu befreien und letzteren auf den noch der Verarbeitung unterliegenden
Teil der Rißstelle zu verschieben und wieder zu spannen, ohne den Arbeitsfaden zu
zerreißen und die letzte Maschenreihe von der Vorrichtung, auf der sie sich befindet,
zu befreien. Demzufolge ist es auch möglich, das weitere Parallelverlaufen der Maschenraihen
aufrechtzuerhalten.
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Die Wirkmaschine nach der Erfindung ermöglicht die Abstellung der
erwähnten Nachteile dadurch, daß ein auf eine ebene Unterlage frei aufgelegtes und
ungespanntes Stück ausgebessert werden kann; der Antrieb der
Maschine
braucht nicht unterbrochen zu werden, bevor die Arbeit vollendet ist. Die Arbeitsweise
der Einsteehnadel der beanspruchten Maschine unterscheidet sich von der aller bisher
bekannten Nadeln dadurch, daß sie nicht auf die Führung des Fadens beschränkt ist,
sondern eine bestimmte Reihe von Operationen ausführt.
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Das wesentliche Merkmal der Maschine nach der Erfindung ist eine Stange,
welche zwischen zwei in der Nähe des unteren Teiles des Maschinenkopfes einander
gegenüber angeordneten verstellbaren Führungsstücken senkrecht abwärts gleitet und
die den Arbeitsfaden führende Einstechnadel trägt, die ohne jegliche besondere Vorrichtung
durch die bereits in horizontaler Lage auf einem Zahnlamm ruhenden Maschen 'hindurchgeht
und gleichzeitig letztere der Reihe nach von den nach unten gerichteten Kammzähnen
abnimmt und beim Beginn ihrer Aufwärtsbewegung sich um einen bestimmten, quer zur
Antriebswelle gerichteten Winkel verstellt und dadurch die Maschen nach hinten verlegt,
worauf die Stange über die Führungsstücke hiweggleitend die Einstechnadel in schräger
Lage bis nach oben bewegt, wodurch der zur Bildung neuer Maschen nötige Raum so
lange freigehalten wird, bis die Nadelspitze das Arbeitsstück verläßt.
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Demzufolge knüpft sich jede neue Masche an die vorhergehende Masche
an und da ein übereinanderlegen von Maschen nicht vorkommt, wird eine Fadenverwicklung
verhindert und eine regelmäßige Arbeit bzw. eine selbsttätige Verschiebung des Stückes
während der Ausbesserung gewährleistet.
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Das Arbeitsstück wird auf eine parallel zur Antriebswelle verschiebbare
Platte aufgelegt, an deren Unterseite ein waagerechter zu gleicher Zeit als Maschenbildner
dienender Aufhängekamm angeordnet ist, dessen nach unten gerichtete Zähne einzeln
als Häkchen ausgebildet sind, deren Lücken der Fadenstärke entsprechen. Durch die
dicht nebeneinanderliegenden Maschen geht die Einstechnadel herunter und bringt
den Arbeitsfaden in den Bereich des Greifers, der - aus zwei Schenkeln besteht,
von denen einer sich verschwenkt und die Fadenschleife spreizt, welche nachher mittels
beider Schenkel gegen eine Reihe von Hebeln oder Leitnadeln vorgestoßen wird, die
die Fadenschleifen von den Spreizfingern des Greifers abnehmen und auf den Aufhängekamm
ablegen.
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Die Steuerung der Arbeitsglieder erfolgt von einer Welle, die mittels
verschiedener Kurven oder Steuerscheiben den richtigen Ablauf der Bewegungen der
einzelnen Arbeitsglieder sichert.
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Eine Ausführungsform der neuen Wirkmaschine ist auf der Zeichnung
beispielsweise dargestellt. Es zeigen: Fig. i und 2 eine Seiten- und Stirnansicht,
Fig. 2a einen Einzelteil, Fig. 2a, 2b, 2c, 2d und 2e die Wirkungsweise der Nadel
3 in den verschiedenen Lagen, Fig.2a' die Nadel in ihrer höchsten Stellung, Fig.
2b die Teile nach Fig. 2a' von der Seite gesehen, Fig. 2c in gleicher Darstellung
die Stellung des Nadelhalters zu Beginn seines Abwärtshubes, Fig. 2d den Nadelhalter
in seiner tiefsten Stellung, Fig. 2e eine Seitenansicht der Nadel und des Nadelhalters
in ihrer Stellung beim Beginn der Aufwärtsbewegung, Fig. 3 eine Draufsicht, Fig.
q. bis 7 Einzelheiten des Nadelbarrens. Fig. 8 bis 14 solche des Greifers, Fig.
15 und 16 Einzelteile in größerem Maßstäbe, Fig. 17 und 18 die Wirkung des Winkelhebels
und deren Zusammenarbeit mit den übrigen Teilen der Maschine bei der Maschenbildung.
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Die neue Vorrichtung hat, ähnlich wie bei Nähmaschinen, zur Auflage
des Werkstückes eine Grundplatte i, unter der die Werkzeuge zur Bildung der Maschen
aus dem von der Einstechnadel 3 zugeführten Faden :2 gelagert sind. Die Nadel 3
ist in einem Ausleger 4. verschiebbar, in dem auch die Antriebswelle mit den verschiedenen
Steuerscheiben und einer Handkurbel 5 oder einem sonstigen Antrieb gelagert ist.
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Zur Herbeiführung des angestrebten Erfolges muß der Einstechnadel
3 neben der senkrechten Auf-,und Abbewegung bei jedem Stich noch eine Querbewegung
erteilt werden. Der Rückgang der Nadel erfolgt daher in schräger Richtung zu der
Ebene, in der sie zum Einstechen gesenkt wird. Hierzu hat der Kopf 6 des Auslegers
q. eine im Querschnitt U-förmige, ortsfeste Führung 7 (Fig. 2), in der nahe ihrem
unteren Ende zwei parallele Flachstücke 8 einander gegenüber angeordnet sind und
die Seitenwände der Führungsbahn 7 durchsetzen. Sie werden von auf ihre abgewandten
Flächen wirkenden Blattfedern 9 gehalten und können deren Druck entgegen aus der
Führungsbahn 7 herausgedrängt werden.
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Ein die Nadel 3 tragender Schieber io wird von einer Feder i i gegen
den Boden der Führungsbahn 7 gepreßt und hat an der Kopfseite ein T-förmiges Glied
12 (Fig. 2a). Beim Niedergang der Nadel 3 werden die beiden Flachstücke 8 von dem
breiten Teil des Führungsstückesi2 aus der Gleitbabn7 herausgedrückt, so daß der
Nadelträger io am Boden der Führung 7 entlanggleitet. In der unteren
Umkehrlage
gibt das Führungsstück 12 die Flachstücke frei, die dann unter der Wirkung der Federn
9 ihre ursprüngliche, in die Gleitbahn 7 hineinragende Lage wieder einnehmen. Bei
der nunmehr folgenden Aufwärtsbewegung der Nadel 3 gelangen die abgeschrägten Kanten
13 (Fig. 2a) am Querbalken des T-Stückes 12 mit den Flachstücken 8 in Eingriff und
heben hierbei entgegen der Wirkung der Feder i i den Nadelträger io von dem Boden
der Gleitbahn 7 ab, so daß die Nadel 3 in schräger Stellung zurückgeführt wird,
bis das T-Stück sich oberhalb der Flachstücke 8 befindet und die Feder ii den Nadelträger
io wieder in die Gleitbahn 7 eindrückt.
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Unter der Grundplatte i befindet sich eine gerade Nadelbarre zur Aufnahme
der von der Einstechnadel 3 und dem Greifer gebildeten Schleifen. Diese Nadelbarre
besteht aus einem Rahmen 14 mit einer Querachse 15. Auf der Achse 15 sind eine Reihe
von Leitnadeln 16 mittels einer U-förmigen Kröpfung 17 gelagert. Die Nadeln 16 enden
in einen Schnabel 18, der nach oben gebogen ist. Der Schnabel i8 verbreitert sich
schwalbenschwanzförmig und hat eine Mittelrippe i9 (Fig. 4 und 5). Jede der Flachnadeln
16 steht unter dem Druck einer Feder 2o, die vor dem Schnabel i8 von unten her angreift
und sie auf der Achse 15 festhält. über den Enden der Nadelschnäbel 18 liegt ein
geneigter Kamin 21 aus in eine Schiene eingeschnittenen Zähnen 2a, zwischen denen
sich die Lücken 23' befinden (Fig. 6).
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Auf der anderen Seite der Einstechnadel 3 (Fig. 2) gegenüber den Leitnadeln
16 befindet sich die Einrichtung zum Bilden und Offenhalten der Schleifen. Sie besteht
aus zwei mit Fingern versehenen Greiferschenkeln 23, 24 (Fig. 2, 3, 8 bis 12), von
denen der eine 23 auf einer Platte 25 angeordnet ist, die auf der Unterseite eine
Öse 26 zum Anschluß einer Antriebskurbel hat. Die Grundplatte weist ferner einen
im Kreisbogen um eine Bohrung 29 verlaufenden Schlitz 27 auf. Der Schenkel
23 hat eine waagerechte Ausfräsung 28, so daß er einen im wesentlichen U-förmigen
Querschnitt hat. Die Wangen dieses U-förmigen Schenkels sind von der Bohrung 29
durchsetzt.
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Der Gegenschenkel 24 ist doppelt gekrümmt und hat eine in die Ausfräsung
28 passende Rippe 3o. Die Schenkel 23, 24 sind durch einen in das Loch 29 und eine
Bohrung 31 der Rippe 3o eingesetzten Stift beweglich miteinander verbunden. Unten
am rückwärtigen Ende des Schenkels 24 ist ein Führungszapfen 32 vorgesehen, der
durch den Schlitz 27 der Platte 25 hindurch in eine Führungsnut 34.' an einer festen
Führung 32' eingreift (Fig. 13). Die Platte 25 ist in der ortsfesten Führung 32
auf der Unterseite der Grundplatte geführt (Fig. 2 und 14). Die Führung 32' liegt
parallel zu den Nadeln 16 und hat eine Aussparung 33' zum Durchtritt der Öse 26.
Die Nut 34' bewirkt bei der hin und her gehenden Bewegung der Grundplatte 25 in
der Führung 32' eine Verdrehung des Schenkels 24 gegen den Schenkel 23.
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Die Nadeln 16 und der Aufhängekamm 21 für die fertigen Maschen müssen
während der Arbeit quer zum Einstechweg der Nadel 3 und zur Bewegung der Tragplatte
25 des zangen- oder scherenförmigen Schleifen spreizers 23, 24 verschoben werden.
Hierzu ist die Nadelbarre 14, 15, 16, 21 an der Unterseite einer in Gleitbahnen
an der Grundplatte verschiebbaren Platte 33 befestigt. Ihr Antrieb erfolgt durch
zwei parallele Zahnstangen 34, 35, die mit der Platte 33 fest verbunden sind und
mit ihren freien Enden in Führungen 36 der Grundplatte i laufen und deren Zähne
zur Umkehr der Bewegung einander entgegengesetzt geneigt sind. Den Zahnstangen 34,
35 sind zwei Schaltklinken 37, 37' zugeordnet, die parallel zueinander an einer
Seite eines kippbaren Bockes 38 angelenkt sind. Der Bock 38 selbst ist. um eine
waagerechte Achse 41, die parallel der Gleitbahn der Platte 33 liegt, schwenkbar
und kam außerdem um 0ine hierzu senkrechte Achsre 39 gekippt werden (Fig. 2). Die
Achse 39 geht quer durch den Kippbock 38, der freibeweglich auf ihr sitzt, und hat
zu ihrer Verdrehung einen in eine Treibkurve eingreifenden Finger 4o. Die zweite
Achse 41 hat in ihrer Mitte quadratischen Querschnitt, liegt senkrecht zur Achse
39 und paßt unverdrehbar in den Ausschnitt des im Querschnitt U-förmigen Kippbockes
38. Die Enden der Achse 41 (Fig. i) ruhen in Lagern 42 eines an der Grundplatte
i festen Bockes 43. Auf der die Schaltklinken 37, 37' tragenden Seite hat der Kippbock
38 eine kreisbogenförmige Ausnehmung 43' (Fig. i) und eine achsiale Bohrung 44',
in der der Führungsschuh 45 eines Stellgliedes 46 eingelagert ist. Das Stellglied
46 hat einen achsial (das ist parallel der Achse 39) gerichteten Mitnehmerbolzen
47, der in die Ausnehmung 43' des Kippbockes 38 eingreift. Das Stellglied 46 ist
mit der Stange 39 verkeilt und dient zum Antrieb der Schaltklinken 37, 37'. Eine
den gewölbten Rücken des Kippbockes 38 übergreifende Bremsfeder 48 an dem Stellglied
46 hindert eine ungewollte gegenseitige Verschiebung dieser beiden Teile (Fig. 2).
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Auf der Gegenseite des Kippbockes 38 ist eine Platte 49 mit zwei Gruppen
von je zwei symmetrisch gelagerten Anschlagzapfen 5o, 51 angeordnet. Das auf dieser
Seite befindliche Ende der Stange 39 ruht in einem Lager
52, das
mittels einer Gabel 53 an einem Arm 54 eines Schiebers 55 aufgehängt ist. Der Schieber
55 gleitet in einer senkrechten Führung 56. Das Gegenende der Stange 39 ragt in
einen senkrechten Führungsschlitz 57 einer seitlich an dem Ausleger 4 der Maschine
befestigten Platte 58 (Fig. 1, 2). Der Schieber 55 hat noch einen zweiten Arm 59
zum Einhängen einer Feder 6o und einen Stellzahn 61, der mit einer Verzahnung 62
in der Mitte einer Stange 63 in Eingriff gebracht werden kann. Die Stange 63 ist
parallel der Antriebswelle 77 verschiebbar und hat an den Enden je eine weitere
Verzahnung 64, 65. Sie ist mit der die ?Nadelbarre tragenden Brücke 33 fest verbunden
und hat zwei Stellstangen 66, 67, die an ihren einander zugekehrten Enden je eine
ausschwenkbare Klinke 68, 69 tragen. Jede Klinke 68, 69 hat einen Anschlag
70 und eine Spannfeder 71. Die Außenenden der Stellstangen 66, 67 haben Bedienungsknöpfe
72 -und an einem Lagerböckchen 73 je eine um eine senkrechte Achse schwenkbare Kuppelklinke
74, die von einer Feder 75 in Eingriff mit -einer Verzahnung 64 und 65 der Stange
63. gehalten werden. Die Stellstangen 66, 67 können somit in verschiedenen Lagen
zueinander auf der Führungsstange 63 gehalten werden, wobei die Klinken 68, 69 einander
mehr oder weniger genähert sind. Diese Klinken 68, 69 dienen zum Schalten der den
Kippbock 38 vierschwenkenden Platte 49 durch Anschlag an deren Zapfen 5o, 51.
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Der Antrieb sämtlicher Arbeitsglieder erfolgt von der Welle 77 aus,
die eine Reihe von Kurven- oder Steuerscheiben trägt. Die Scheibe 78 steuert einen
Winkelhebel 79, dessen freier Schenkel durch einen Lenker 8o mit dem Kurbelarm 8
einer parallel zur Antz iebswelle 77 unter der Arbeitsplatte i liegenden Welle 82
gekuppelt ist. Die Welle 82 trägt noch eine zweite Kurbel 83, -die durch eine Schubstange
84 mit dem Lagerauge 26 der Grundplatte 25 der Schleifenspreizeinrichtung verbunden
ist, Die Scheibe 78 steuert ferner einen um den Bolzen 84' schwenkbaren Hebel 83',.
der durch einen Lenker 85 mit der Kurbel 86 einer Welle 87 gekuppelt ist. Die Welle
87 liegt der vorgenannten Welle 82 gegenüber unter der Arbeitsplatte i, verläuft
ebenfalls parallel zur Antriebswelle 77 und hat einen zweiten Kurbelarm 88, der
durch .eine Schubstange 89 mit einem Winkelhebel go verbinden ist. Der zweite Schenkel
dieses Winkelhebels go läuft in eine Spitze 9 aus, die unter dem einen Ende einer
der Nadeln 16 liegt und beim Verschwenken die Nadel 16 anhebt, unter der sie sich
gerade befindet.
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Unter den Triebwerksteilen ist ein Rahmen 92 (Fi . --2,
3) einseitig an der Unterseite der Grundplatte i angelenkt, der an der Vorderseite
der Maschine seitlich aus der Grundplatte i heraustritt und hier eine Griffleiste
93 trägt, mittels deren er gegen die Platte i zu angehoben werden kann.
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Der Bügel 93, der von Hand bedient wird, findet Verwendung, wenn man
das gleichzeitige Abwärtsgehen aller Leitnadeln 16 erzielen will, um das Arbeitsstück
freizugeben. Der Rahmen 92 hat eine über seine Oberkante vorspringende Querleiste
93', die parallel zur Antriebswelle 77 und unterhalb der hinter der Tragachse 15
liegenden Enden der Nadeln 16 verläuft. Durch das Anheben des Rahmens 92 werden
die Nadeln 16 zur Freigabe der fertigen Maschen um, die Achse 15 gegen die Wirkung
der Stützfedern 2o mit ihren Schnäbeln 18 nach unten geschwenkt.
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Eine weitere Steuerscheibe 94 auf der Antriebswelle 77 dient zur Verstellung
eines Hebels 95, der auf einer über der Arbeitsplatte i parallel der Arbeitswelle
77 gelegenen Welle 96 sitzt. Die Welle 96 ist in Böcken 97 gelagert und hat einen
Kurbelarm 98, dessen Ende durch einen Lenker 99 mit dem Träger io der Einstechnadel
3 verbunden ist.
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Die Nockenscheibe ioo auf der Antriebswelle 77 wirkt auf den mit einer
Rolle ioi auf ihr aufliegenden Hebelarm log zusammen, der auf der kantigen Achse
41 des Kippbockes 38 sitzt.
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Eine weitere Steuerscheibe io3 dient zur Verdrehung der zweiten Schwenkachse
39 des Kippbockes 38. In ihrer Umfangsnut läuft ein Gleitstein 104, der auf dem
Finger 4o der Schwenkachse 39 sitzt. Wird der Kippbock 38 um die Achse 41
nach hinten umgelegt, so daß die Achse 39 zur Verstellung der Schaltklinken 37,
37' sich mit dem Finger 4o und seiner Rolle 104 in die Umfangsnut der Scheibe 103
einlegt, so ist die gesamte Anordnung dieser Teile gegen seitliche Verschiebung
und seitliches Ausschwenken gesichert.
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Die Maschine ist mit den üblichen Einrichtungen zur Führung des Fadens
bis zur Einstechnadel 3 versehen, wie sie von Nähmaschinen her bekannt sind.
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Zum Arbeiten mit der Maschine wird die auszubessernde Ware (Trikot
o. dgl.) derart auf die bewegliche Brücke 33 aufgelegt, daß die beschädigte Stelle
sich von der Einstechnadel 3 nach dem vorderen Teil der Maschine zu erstreckt. Es
ist zunächst an der Maschenware selbst eine Maschenreihe zu bilden, an die sich
dann die weiteren Maschenreihen zum Füllen der Rißstelle ansetzen. Durch den Maschinenantrieb
wird der Einstechnadel 3 eine auf und ab gehende Bewegung erteilt, wobei durch das
Fortschalten der Zahnstangen 34, 35 mittels der Sperrklinken 37, 37' die Brücke
33 nach jedem Aufwärtsgang der
Nadel 3 um einen Zahn seitwärts verschoben
wird, so daß nacheinander alle Nadeln 16 unter die Einstechnadel 3 gelangen. Diese
führt den Faden vor die Schenkel oder Spreizfinger 23, 24. In diesem Augenblick
wird die Grundplatte 25 mit den Spreizfingern 23, 24 gegen die Nadeln 16 vorgeschoben,
ohne daß die Finger 23, 24 ihre gegenseitige Lage ändern, da der Führungsstift 32
während dieses Teiles der Bewegung noch in dem Teil der Nut 34' gleitet, der parallel
zu der Bewegungsrichtung liegt. Die Spitzen der Finger 23, 24, die noch aneinmderliegen,
schieben sich zwischen die Nadel 3, und den von ihr geführten Faden und werden dann
bei ihrem weiteren Vorgang und während des Rückganges der Nadel 3, da der Führungsstift
32 nunmehr in den schräg verlaufenden Teil der Nut 34' gelangt, durch Abheben des
Fingers a4 voneinander getrennt, wobei dieser den Faden 2 mitnimmt. Die der Einstechnadel
3 gegenüberliegende Nadel 16 ist zugleich mit dem Absenken der Nadel 3 mit ihrem
Schnabel 18 nach unten geschwenkt worden. Sie geht erst nach dem Spreizen der Finger
23, 2.4 wieder nach oben, legt sich hierbei in die von diesen offengehaltene Schlaufe
des Fadens 2 und hängt schließlich die Schlaufe auf den entsprechenden Zahn des
Kammes 21 auf. Zum Schluß eines Arbeitsspieles geht die Schleifenspreizeinrichtung
unter Schließen der beiden Finger 23, 24 in die Ausgangslage zurück.
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Auf diese Weise wird Masche für Masche eine Reihe von Maschen an die
Ware angesetzt, die zunächst auf den Zähnen des Kammes 21 verbleiben. Am Ende der
Reihe wird die Nadelbarre 14 -f- 21 stillgesetzt, während die Einstechnadel 3 noch
einen Stich ausführt und hierbei eine Fadenlänge zum Anfang einer weiteren Maschenreihe
liefert. Die Nadelbarre 14 -f- 21 wird dann in entgegengesetzter Richtung verschoben
und die Nadel 3 greift zur Bildung der neuen Maschen jeweils in die ihr zugeführte
Masche der vorhergehenden Reihe ein. Die neue Masche wird, wie zuvor beschrieben,
von den Fingern 23, 24 gespreizt, von der zugehörigen Nadel 16 aufgenommen und dann
auf den Kamm 21 gehängt, nachdem die Masche der vorhergehenden Reihe von diesem
abgezogen war und mit der Maschenware über die Platte 33 entgleitet.
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Die zur Bildung der Maschenreihe notwendige Verschiebung des Arbeitsstückes
erfolgt durch das Ausschwenken der Einstechnadel 3 beim Beginn ihrer Aufwärtsbewegung,
in dem der Ausschlag der Nadel 3 einen Zug auf die zuvor gebildete Maschenkette
ausübt, durch die Masche, die sie bei ihrem Abwärtsgang hindurchgestochen hatte.
Die Verschiebung der Brücke 33 zur Weiterschaltung der auszubessernden Maschenware
und der Nadelbarre 14 -(- 21 erfolgt je nach der Bewegungsrichtung durch den Eingriff
einer der beiden Schaltklinken 37, 37' in die entsprechende Zahnleiste 34 oder 35.
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Die Einzelbewegungen sind so zueinander abgestimmt, daß bei jeder
Umdrehung der Antriebswelle 77 .die Platte 33 eine Zeitlang stillsteht und anschließend
verschoben wird. Der Stillstand wird unter Entspannung der Feder 6o durch Absenken
des Schiebers 55 herbeigeführt, wobei der Sperrzahn 61 in die mittlere Verzahnung
62 der fest mit der Platte 33 verbundenen Führungsstange 63 eingreift. Gleichzeitig
wird die Achse 39, die mit dem Schieber 55 gelenkig verbunden ist, in eine Schräglage
geschwenkt und kann dann weder zur Seite noch um ihre Achse gedreht werden, da der
Gleitstein 104 des an ihr befestigten Fingers 40 in die Umfangsnut der Steuerscheibe
zog eingreift. Das Zurückschwenken des Kippbockes 38 und der Achse 39 erfolgt durch
.den -Arm io2, dessen Rolle ioi an der Nockenscheibe ioo anliegt. Durch den Rückgang
der Achse 39 in die in Fig. 2 dargestellte Ausgangslage wird der Sperrzahn 61 aus
der Verzahnung 62 herausgezogen und die Platte 33 zur weiteren Fortschaltung freigegeben.
Gleichzeitig wird die Schaltklinke 37 oder 37' wie der mit der ihr zugeordneten
Zahnstange 34 oder 35 in Eingriff gebracht. Die Steuerscheibe io3 schwenkt den Finger
4o und durch die dadurch bewirkte Verlagerung der Achse 39 das Stellglied 46, das
auf die Schaltklinken 37, 37' zur Verschiebung der Zahnstangen 34, 35 einwirkt.
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Die Umkehr der Bewegungsrichtung der Nadelbarre 14 -f- 21 wird von
den einstellbaren Klinken 68, 69 eingeleitet. Der Kippbock 38 befindet sich zunächst
in der Lage, in welcher einer der beiden Schaltklinken 37, 37' mit der zugeordneten
Zahnstange 34, 35 in Eingriff steht. Mit der fortschreitenden Verschiebung greift
schließlich eine der Klinken 68, 69 über einen der Zähne 5o, 51 der Scheibe 49 während
der Schwenkbewegung des Kippbockes 38 um die der Antriebswelle 77 parallele Achse
41 und hält den Bock 38 in dieser Lage fest, so daß die Schaltklinken 37, 37' von
ihren Zahnstangen abgehoben bleiben und eine Fortschaltung durch diese nicht mehr
erfolgen kann. Die Nadel 3 kann also an der gleichen Stelle zur Lieferung des zum
Ansetzen der nächsten Maschenreihe erforderlichen Fadentrumms einstechen. Die neue
Maschenreihe beginnt dann mit dem nächsten Ausschwenken des Bockes 38, wodurch die
im Eingriff stehende Klinke 68 oder 69 mit dem zweiten Zahn 5o oder 51 der Scheibe
.19 in Eingriff gelangt und der Bock
38 um die Achse 39 zur Seite
verschwenkt wird, so daß die andere Klinke 37 oder 37' mit der zugeordneten Zahnstange
34 oder 35 in Eingriff gelangt. Am Ende der Maschenreihe erfolgt dann in gleicher
Weise wieder eine Umkehr der Bewegung und so fort.