DE49058C - Stickmaschine mit vorwiegend selbstthätigem Betrieb - Google Patents

Stickmaschine mit vorwiegend selbstthätigem Betrieb

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DE49058C
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DE
Germany
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DENDAT49058D
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F. SAURER & SÖHNE in Arbon, Schweiz
Publication of DE49058C publication Critical patent/DE49058C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05CEMBROIDERING; TUFTING
    • D05C3/00General types of embroidering machines
    • D05C3/04General types of embroidering machines with horizontal needles

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE B2: Nähmaschinen.
Wie die Heilmann'sche Stickmaschine, dient auch die in der Folge beschriebene Maschine zum gleichzeitigen Sticken mit vielen Nadeln, doch bezweckt sie eine wesentlich erhöhte Leistungsfähigkeit.
Der Stickrahmen mit dem zu bestickenden Stoff bietet, da er wie bisher aufgehängt, mit Gegengewicht versehen ist und gleichlaufende Führungen hat, nichts Besonderes dar und er wird auch, wie bisher, durch den vom Sticker geführten Pantographen bewegt. Ebenso sind die bekannten Nadelzangen oder Kluppen vorhanden, doch haben dieselben hier nur äufserst kurze Wege, etwa Y20 der Fadenlänge, zu durchlaufen und werden nicht von den bekannten Nadelzangenwagen, auch nicht von Hebeln, sondern von Schlitten getragen.
Zu jeder Nadelzange gehört ein besonderes Werkzeug, der Greifer. Er kann als Haken mit kegelförmiger Spitze c gestaltet werden (Fig. i, 2 und 3), die gegen das Sticktuch gekehrt, dabei aber gegen die Nadel in doppeltem Sinne schief gestellt ist, und wird noch mit einem Vorsprung g ausgerüstet, für den Fall, dafs solche Schrägstellungen des Greifers eintreten, in denen ein Abrutschen des Fadens nach der Seite des Schaftes stattfinden könnte (s. Fig. 3, welche den Greifer in der Lage rechts unten mit Bezug auf Fig. 13 zeigt).
Entsprechend den Nadelzangen, sind auch die Greifer gleichlaufend und wie jene meistens in geraden Reihen nach Rapporten angeordnet, derart, dafs für jede Zange ein bestimmter, mit ihr zusammen arbeitender Greifer vorhanden ist.
Hauptsächlich um den Greiferreihen auf ihrer bedeutenden Länge einen mehrmaligen Antrieb
zu verschaffen, hat die Maschine einen wesentlich neuen Aufbau erhalten, indem für jede Nadelzangenreihe eine starre Verbindung der. beiden Seitenschilder (C D, Fig. 10) durch je eine kräftige Wange (Querträger) EE1 hergestellt wird, welche neben einer bisher unerreichten Steifheit und Festigkeit des Maschinengestelles ein Mittel zur wiederholten Lagerung und Führung der eigentlich arbeitsverrichtenden Werkzeuge liefert und die Anwendung einer neuen Nadeleinsetzvorrichtung (nach Verbrauch der Fäden) ermöglicht.
Die Parallelführung, von welcher aus jede Greiferleiste ihren mehrmaligen Antrieb empfängt, ist in. den Fig. 13 bis 15 dargestellt.
Mit der kräftigen, am Querträger E bezw. E1 mehrmals gelagerten Welle i sind in gewissen Abständen Gehäuse /i2 /12, Fig. 13, 14 und 10, fest verbunden, von denen jedes einer Zahnstange h1 als Führung dient. Auf einer zweiten schwächeren, zu i stets gleichlaufenden Welle h3, die in den Gehäusen h? gelagert ist und folglich an deren Bewegung mit theilnimmt, sitzen Stirnrädchen h* fest, die mit den Zahnstangen hl in Eingriff stehen. Die innerhalb der Maschinenschilder C D gelegenen Zahnstangen tragen an ihren der Stickfläche' zugekehrten Enden eine zur Welle hs stets gleichlaufende Leiste /j, welche die Greifer trägt. Es werden so alle Zahnstangen durch die Stirnräder ft4 gezwungen, gleichzeitig dieselben Wege in ihren Führungsgehäusen zurückzulegen.
Es genügt daher, dafs eine bestimmte Stelle der aufserhalb der Schilder D liegenden breiteren Antriebszahnstange i\ z. B. die mit der Hakenmitte der Greifer übereinstimmende Stelle, durch Zapfen und Rolle ζ2 in einer Curven-
nuth is geführt ist, um damit allen Fadenfängern gleiche, mit dem Mittelrifs der Curvennuth übereinstimmende Bahnen anzuweisen. Aus Fig. 13 sind die oben der Stickfläche möglichst nahekommenden, sodann aber den Stoffwellen im Stickrahmen ausweichenden und weiter abwärts geradlinig gestalteten symmetrischen Bahnen k der Greifer ersichtlich. Die Körper der Curvennuthen is, von denen für jede Greiferreihe eine vorhanden ist, sind am Schild D befestigt (s. Fig. 14). Die Rollenzapfen i2 der über einander liegenden, d. h. der nämlichen Maschinenseite angehörigen Antriebszahnstangen i1 sind durch leichte (hohle) Kuppelstangen z'°, Fig. 15, verbunden, so dafs das ganze auf einer Seite der Stickfläche befindliche Greifersystem einfach dadurch bewegt werden kann, dafs einer der Rollenzapfen i2 (hier ist es der obere) den entsprechenden Antrieb erhält. Die Greifer, als diejenigen Werkzeuge, welche die gröfsten der vorkommenden Bewegungen ausführen, können sammt den sie tragenden Leisten h mit Rücksicht auf möglichste Leichtigkeit aus Holz oder anderen passenden leichten Stoffen hergestellt werden.
Zu den eigentlichen Stickwerkzeugen gehört noch der Fadenspanner, der zu beiden Seiten der Stickfläche angebracht und für jede Nadelzangenreihe einmal vorhanden ist. Jeder Fadenspanner mag aus einer in der Nähe der Stickfläche gleichlaufend zu dieser und der Nadelebene hindurchgeführten passenden drehbaren Welle mit in gewissen Abständen darauf sitzenden gleichen Hebelchen bestehen, deren freie Enden ein leichtes, der ganzen Nadelreihe entlang geführtes Stäbchen oder Röhrchen tragen.
Allgemeine Wirkungsweise.
Die Fig. 4, 5, 6, 7, 8 und 9 zeigen einige der wichtigsten Lagen eines Stickfadens, sowie der unmittelbar beim Sticken betheiligten Werkzeuge während der Ausführung eines halben Stiches.
Fig. 4. Beide Nadelzangen ^1 und ^2 sind bis je in ihre äufserste Stellung ausgefahren, Zange ^1 ist geöffnet, ^2 geschlossen.
Der Faden geht von seinem bei in den
Stoff eingestickten Ende aus unter dem unteren Greifer α hindurch und zurück nach b°, daselbst wieder durch den Stoff und waagrecht weiter . bis ins Oehr der Nadel.
Kurz vor oder unmittelbar bei Vollendung der Ausfahrt der Zangen ^1 und ^2 beginnt der Greifer b, der sich ursprünglich in der Lage bl befand, eine kleine Aufwärtsbewegung, bei welcher seine Spitze c den Faden erst bei Seite schiebt, um ihn nachher unter sich wieder einschnappen zu lassen (s. auch Fig. 2).
Während sich Greifer b in der höchsten Stellung befindet, giebt der Fadenspanner d\ indem er eine kurze Bewegung nach auswärts macht, dem Faden eine mäfsige Anspannung,
05B damit Greifer b bei seiner nun beginnenden Abwärtsbewegung ihn sicher mitnimmt; sobald sich die Hakenspitze genügend tief über den Faden hinweggesenkt hat, hört die Spannung wieder auf, indem der Fadenspanner d1 in seine Ausgangslage zurückkehrt. Die begonnene Abwärtsbewegung des Greifers b wurde dadurch ermöglicht, dafs ein gleichzeitiges Aufsteigen des unteren Greifers α stattfand.
Fig. 5 zeigt die beiden Greifer α und b in ihrer Bewegung begriffen. Sind dieselben in den Stellungen von Fig. 6 angelangt, so hängt sich die dem Stoff zugekehrte Spitze c des Greifers α beim weiteren Aufsteigen aus der kurzen, links des Stoffes, liegenden Schleife aus, welche von dem Greifer b an den Stoff herangezogen wird (Fig. 7). Während Greifer b noch im Begriffe, ist, seine Abwärtsbewegung zu vollenden, macht der Fadenspanner a?2 eine kräftige Auswärtsschwingung von d2 nach <f2*, durch welche einerseits der Anzug des Stiches bewirkt wird, während andererseits die Gröfse der Auswärtsschwingung anzeigt, eine wie grofse Fadenlänge bei der letzten Stichbildung ver-. braucht wurde. Um die Zusammenfahrt der Nadelzangen zu ermöglichen, geht Greifer a sogleich nach dem Aushängen der Schleife zurück bis unter die Nadelbewegungsebene und kehrt Fadenspanner d2, seinen Nadelzangen voraneilend, in die Ausgangslage zurück. Es erfolgt nun die Zusammenfahrt der Nadelzangen; Zange ^2 wird geöffnet, ^1 geschlossen (Fig. 8), so dafs bei der .nun erfolgenden raschen gleichzeitigen Ausfahrt beider Nadelzangen die Nadel mit einem Fadenstück nach links hinausgezogen wird (Fig. 9). Die Stellung der Theile ist nun gegen die in Fig. 4 veranschaulichte genau vertauscht und es wiederholt sich das Spiel auf der anderen Seite.
Jede Greiferreihe wird nun durch später zu beschreibende Vorrichtungen von der Maschine aus völlig selbstthätig angetrieben. Um ein wirklich zuverlässiges Sticken ohne häufige Fadenbrüche zu ermöglichen, mufs daher zwischen den Bewegungen zweier zusammen arbeitender Greiferreihen ein solcher Zusammenhang hergestellt werden, dafs während der Hindurchförderung der Fäden, d. h. während der Hauptbewegung der Greifer α und b, die Fäden an keiner Stelle und zu keiner Zeit weder erheblich gespannt sind, noch auch jemals so lose in den Greifern hängen, dafs eine Verwickelung oder sogar ein Aushängen der Fäden aus den Greifern eintreten könnte. Da die Fäden während des Stickens allmälig kürzer werden, so mufs auch die Gröfse der Bewegungen der Greiferreihen Schritt für Schritt, und zwar ungleichmäfsig, nämlich ganz nach Mafsgabe des Fadenverbrauchs, verkürzt werden.
Ein Theil der Lösung der Aufgabe, diese veränderlichen und verwickelten Bewegungen hervorzubringen, besteht nun darin, sie in zwei
von zwei verschiedenen Vorrichtungen erzeugte Bewegungsgruppen, in die sogenannte grofse Bewegung von stark veränderlichem Hube und in kleine, für alle Fadenlängen fast gleichbleibende sogenannte Ergä'nzungsbewegungen aufzulösen.
Die grofse Bewegung besteht in von den auf verschiedener Seite der Stickfläche befindlichen Greiferreihen gleichzeitig, aber entgegengesetzt ausgeführten auf- und niedergehenden Schwingungen von anfänglich grofsem und allmälig kleiner werdendem Hube, wobei jedoch die oberen Umkehr- oder Todtpunkte unveränderlich stehen bleiben, während die unteren Umkehrpunkte schrittweise in die Höhe rücken.
Die hauptsächlich an und in der Nähe der Todtpunkte der grofsen Bewegung eintretenden Ergänzungsbewegungen sind bei der vorliegenden Ausführung der Maschine folgende:
a) der oben befindliche Greifer macht nach Freigabe seiner Fadenschlinge eine kleine Abwärtsbewegung, so weit, dafs er die Zufahrt der Nadelzangen nicht mehr.hindert, um
b) sogleich neben den in diesem Augenblick lockeren Fadenstücken wieder aufzusteigen (Einschnappen, des Fadens);
c) der unten befindliche Greifer mufs während der Ausfahrt der Zangen, um der auf der anderen Seite befindlichen Nadel das geradlinige Ausziehen einer gewissen Fadenlänge zu gestatten, eine kurze, schnelle Aufwärtsbewegung von ungefähr der Hälfte dieser Fadenlänge machen (s. den unteren Greifer b in Fig. 9);
.d) zur Zeit, da für beide Greifer die grofse Bewegung, und zwar für den unteren die aufsteigende, für den oberen die herabgehende beginnt, mufs hauptsächlich der obere Greifer eine derartige Ergänzungsbewegung ausführen, dafs er anfänglich viel rascher sinkt, als der untere Greifer aufsteigt, weil er beim Niedergang erst ein grofses Wegstück zu durchlaufen hat, ehe er auf den Faden trifft, und er von da an beim Zurücklegen einer kurzen Strecke II (Fig. 4) den Faden um einen wesentlich kleineren Betrag' nachziehen kann, als um das Doppelte seines eigenen Weges, während das von 'dem unteren Greifer gleichzeitig hergegebene Fadenstück fast genau das Doppelte des von ihm zurückgelegten Weges beträgt.
Ein anderer wichtiger Theil der Lösung der Aufgabe besteht in der Einrichtung der Maschine, dergestalt, dafs sie selbstthätig eine allmälige Verkleinerung der Weglängen bei der grofsen Bewegung der Greiferreihen hervorbringt, welche Verkleinerung ganz nach Mafsgabe der bei jedem Stich mit Hülfe des Fadenspanners bewirkten Ausmessung des Fadenverbrauches oder der letzten Stichlänge geschehen mufs.
Um ' sie übersichtlich zusammenzustellen, sind nach dem Gesagten die hauptsächlichsten
05S der von der Maschine auszuführenden Bewegungen sammt Regelung derselben folgende:
I. Die unveränderliche kurze Ein- und Ausfahrt der Nadelschlitten.
II. Das abwechselnde Oeffnen und Schliefsen der, Nadelzangen.
III. Die grofse Bewegung der Greiferreihen.
IV. Die Ergänzungsbewegungen der Greiferreihen.
V. Ein von jedem Fadenspanner auszuführendes zweimaliges Ausschlagen mit darauf folgender Rückkehr zur Ruhelage, wobei das Ausschlagen stets nur durch die Einwirkung gespannter Federn, die Rückkehr dagegen zwangläufig zu erfolgen hat;
a) der erste, durch schwache Federspannung bewirkte Ausschlag hat nur die auf der anderen Seite waagrecht hinausgezogenen Fadenstücke kurz vor und in dem Augenblick geradezustrecken, wo die Spitzen der dortigen Greifer, die Fäden übergreifend, hinabgleiten;
b) der zweite, bei Vollendung der grofsen Fadenauszugsbewegung eintretende Ausschlag hat dagegen das Anspannen (den sogenannten Anzug) des Stiches unter meist viel stärkerem Federdruck auszuführen und zugleich ein Ausmessen des Fadenverbrauches bei diesem Stich zu besorgen.
VI. Eine . selbsttätige Regelung der abnehmenden Hubhöhe der grofsen Bewegung der Greifer nach Mafsgabe des Fadenverbrauches.
Grofse Bewegung.
. Zur Hervorbringung derselben dient folgende Vorrichtung:
Der Antrieb geht von der Welle /, Fig. 16 und 17, aus, welche mittelst Kurbel und Schubstange Z0 den an einem besonderen Fufs F waagrecht geführten Schieber Z1 hin- und herbewegt. Dieser greift mit seiner an der Unterseite angebrachten Verzahnung in ein Stirnrad P ein, welches einer mit ihm auf der nämlichen Welle Z* sitzenden Kurbel Z3 eine schwingende Bewegung verleiht. Senkrecht über der Welle Z* liegt der lange Drehzapfen eines doppelten Coulissenhebels Z4, der auf seiner Vorder- und Hinterseite je mit einer geradlinigen radialen Gleitbahn versehen ist. Der Zapfen der Kurbel Z3 läuft mittelst eines Gleitbackens in der einen Bahn des Coulissenhebels Z4 und ertheilt diesem seinen Antrieb. Nun ist die Bewegung der Kurbel Z3 so bemessen, dafs sie von ihrer abwärts gerichteten Mittellage aus nach beiden Seiten hin um ein gewisses gleiches Stück über die zum Coulissenhebel senkrechte Lage hinausschwingt. Durch diese Anordnung wird erreicht, dafs die von dem Schieber Z1 ausgeführte, bei der grofsen Länge der Schubstange fast genaue -»sinus versus«- Bewegung in wesentlich geänderter Weise auf den Coulissenhebel Z4 übertragen wird, und zwar so, dafs dieser in seinen
rW.OSS
beiden gleich weit von der Lothrechten abstehenden Endlagen viel längere Stillstände (streng genommen kleine Rück- und Vorläufe) als sonst erlangt, die zur Zeit der Zangenschlittenbewegung eintreten. In Fig. 17 a, worin die Abscissen Zeiten, die Ordinaten Wege darstellen, zeigt die Linie s-s die sinus versus-Bewegung des Schlittens; die Linie sl-s1 dagegen die daraus abgeleitete Coulissenbewegung mit den angenäherten Stillständen bei α1 b1.
Zwischen zwei unten auf der Grundplatte G aufsitzenden Ständern A, die oben durch ein Verbindungsstück A1 am Schild D befestigt sind, hängt der Mittelbalken B, welcher sammt den an ihm gelagerten Stirnrädern z'8 P z'10 mit Zubehör senkrecht beweglich ist. . Eine mit dem Mittelbalken steif verbundene waagrechte Querschiene Ze bildet dadurch, dafs sie mit Gleitbacken die an den Ständern A vorspringenden Schienen A2 umfafst, die untere Führung des Balkens B, der eine zweite obere Führung in dem Verbindungsstück A1 findet. Eine oben verzahnte schieberartige, auf der Querschiene Z6 geführte Stange Z5 greift in das im Balken B gelagerte Stirnrad Z10 ein, das mit dem gröfseren Rade z'9 auf gleicher wäagrechter Welle sitzt. Die an ' ihren Innenseiten schwalbenschwanzförmig gestalteten Säulen A A bilden die Führungen zweier zwischen den Säulen angeordneter, in das Stirnrad z'9 eingreifender Zahnstangen z'7 (weiterhin auch Gleitschienen oder Antriebskörper genannt). An der Zahnstange Z5 sitzt nun ein Zapfen, der mittelst eines Gleitsteines in die zweite Bahn des Coulissenhebels Z4 eingreift. . Wird der Mittelbalken B in irgend einer bestimmten Tiefenlage festgehalten, während der Coulissenhebel Z4 die angegebene schwingende Bewegung ausführt, so wird diese zunächst die Zahnstange Z5 und von da aus durch die Stirnräder z10 und z'9 auf die Antriebskörper z7 übertragen, so dafs diese in entgegengesetzt schwingende Bewegungen (s. Pfeile in Fig. 16) versetzt werden. Verlegt man hierauf (mit Hülfe einer später anzugebenden Vorrichtung) den Mittelbalken in eine zweite höhere Stellung, so werden zugleich mit den Rädern ζ 10Z9 einmal die Schwingungsmittelpunkte für beide Antriebskörper z'7 höher gerückt, gleichzeitig aber auch die Hübe oder Schwingungswege dadurch verkleinert, dafs der an der Zahnstange Z5 sitzende Zapfen sammt Gleitbacken in der Bahn des Coülissenhebels Z4 dem Drehpunkt dieses letzteren nähergerückt wird, so dafs ein kleinerer Hebelarm von Z4 zur Wirkung kommt. Ausschlagwinkel des Coulissenhebels und Uebersetzungsverhältnifs der Räder z10 z'9 sind nun so bemessen, dafs die halben Hübe der Antriebskörper z'7 um das nämliche Mafs abnehmen, um welches die Schwingungsmittelpunkte aufsteigen, oder, mit anderen Worten, so bemessen, dafs der obere Ümkehrpunkt der schwingenden Bewegung beider Antriebskörper stets an der nämlichen Stelle stehen bleibt, wie grofs auch die Hubhöhe der Bewegung sein mag.
Bei der gewählten Anordnung müfste aber den Gleitschienen ζ'7 Raum gewährt werden, um abwärts durch den Fufsboden hindurch ausschlagen zu können, wenn nicht das obere Stirnrad z's das Mittel darböte, die Gleitschienen so hoch hinauf zu verlegen, dafs sie den Boden nicht berühren, dafür aber weit über den Eingriff mit dem Stirnrad i4 hinaus aufwärts laufen. Der Eingriff wird hierbei aus dem Grunde niemals unterbrochen, weil immer mindestens eine (die tiefer liegende) Gleitschiene mit ihrer Verzahnung gleichzeitig in beide Räder i8 und z9 eingreift, sie zwangläufig verbindend, so dafs es für die andere höher liegende Gleitschiene genügt, nur noch mit dem Rad ζ'8 im Eingriff zu stehen.
Der Mittelbalken B befindet sich bei Beginn des Stickens mit einem neuen Faden annähernd in seiner tiefsten Lage, so dafs die beiden Gleitschienen anfänglich ihre gröfste Bewegung ausführen. Durch ein später zu beschreibendes Schaltwerk wird dann der Mittelbalken während des Stickens nur ganz allmälig, und zwar dem Fadenverbrauch entsprechend, in die Höhe gerückt, so dafs sich die Weglängen der Gleitschienen nach und nach verkleinern.
Die Bewegung des Coulissenhebels Z4 läfst sich statt durch Stirnräder und Zahnstangen noch durch mannigfache andere Mittel derart auf die Gleitschienen ζ'1 übertragen, dafs diese die erläuterte Bewegung empfangen. So zeigt Fig. 23 eine dem gleichen Zwecke dienende Vorrichtung, bei der die Zahnstange Z5 durch einen ungezahnten Schieber H und die drei Stirnräder z8 z9 und z10 durch einen dreiarmigen Hebel H1 H1 H1 nebst drei Schubstangen ersetzt sind, so dafs auch die Verzahnungen der Antriebskörper z'1 wegfallen. Die
weise bleibt dabei dieselbe.
Wirkungs-
Erg an zungsbewegungen.
An jeder Gleitschiene i7 sitzt oben ein langes Auge, in dem die Welle z6, Fig. 16, des Winkelhebels z5 m gelagert ist (Fig. 21, 22 und 23), der aus einem innerhalb der Säulen A A sitzenden, in der Mittellage ungefähr waagrechten inneren Arm ζ'5 und einem aufserhalb der Säulen angeordneten, in der Mittellage etwa senkrecht stehenden Arm m besteht.
Wie schon bei Erläuterung von Fig. 14 und 1 5 angedeutet, empfangen die Greiferreihen einer Maschinenhälfte ihren. Antrieb von der oberen, zur Parallelführung gehörigen Antriebszahnstange z7, und zwar von dem Zapfen der in einer Curvennuth z3 laufenden Rolle aus. Nun «ist dieser obere Rollenzapfen z2, Fig. 21 und 22, je mit dem inneren Hebelarm z5 des zugehörigen Winkelhebels z5 m durch Kuppelstange ζ* verbunden. Der Zapfen des äufseren (der Zeich-
nung gemäfs nach abwärts gerichteten) Hebelarmes wz greift dabei mittelst eines Gleitbackens in eine Coulissenschiene m1, die gewöhnlich senkrecht steht, bei einem waagrechten Ausschlage aber eine Drehung des Winkelhebels z'5 in um seine Achse z6· und damit ein gewisses Heben oder Senken der Greiferreihen bewirken mufs. Zur Hervorbringung der Ergänzungsbewegungen ist es daher nur erforderlich, den beiden Coulissenschienen m1 m\ Fig. 21, angemessene waagrechte Bewegungen zu ertheilen. Bei der Kleinheit der Weggröfsen aller der Bewegungen, um die es sich hier handelt (s. oben bei »Wirkungsweise« unter a), b), c), d) lassen sich dieselben sehr leicht von Curvenscheiben ableiten.
Man kann hierfür eine der folgenden zwei Einrichtungen treffen:
1. Jede Coulissenschiene (wie ml) wird auf ähnliche Weise wie die später zu erläuternden Nadelschlitten gleichlaufend geführt. An der Rückseite einer jeden Coulissenschiene sitzt eine Rolle, die in die Nuth m2 einer sich drehenden Scheibe m6 eingreift, wobei beide Rollen um i8o° der Curvennuth gegen einander versetzt sind.
2. Will man die schädlichen Wirkungen des Beharrungsvermögens dieser rasch ausschlagenden Coulissenschienen möglichst verkleinern, so empfiehlt sich die in den Fig. 20, 21 und 22 dargestellte Einrichtung. Jede Coulissenschiene m1 ist mit zwei Deckzapfen versehen, deren ersterer in der Nähe des oberen Endes sitzt und eine Rolle trägt, während der zweite etwa Y4 bis Y3 der Schienenlänge vom unteren Ende absteht und in einem Auge gelagert ist. Beide Augen der unteren Zapfen sitzen an einer gemeinschaftlichen waagrechten Führungsstange m5. Nun laufen die an dem oberen Zapfen der Coulissenschienen sitzenden Rollen z'° in der Nuth m2 der Scheibe J7i6, die auf ihrer Rückseite eine zweite Curvennuth m3 trägt (Fig. 20). In diese greift die Rolle eines zweiarmigen Hebels to4 ein, dessen unteres Ende mittelst Schubstange die Führungsstange m5 hin - und herschiebt. Der Antrieb der die Nuthen m2 und ma tragenden Scheibe me erfolgt durch Vermittelung eines Kegelräderpaares μ7 m8, Fig. 22, einer Welle m9 und eines zweiten Kegelräderpaares m10, Fig. 11 und 16, von der durchgehenden Welle F aus. Die Nuth m2 enthält die Curventheile für alle »Ergänzungsbewegungen«, die Nuth m3 derselben Scheibe m% dagegen in der Hauptsache nur diejenigen, welche ein Aufsteigen der unten befindlichen Fadenfänger während der Zangenausfahrt bewirken.
Bewegung der Fadenspanner.
Die unteren Fadenspannerwellen e1 e\ Fig. 24, welche durch Gestänge k1 die oberen gleichbenannten mitbewegen, tragen nach unten
S0 zeigende Hebelchen rf3 rf4, welche durch Zugstangen mit Hebeln rf5 rf6 zusammenhängen, die (mittelst Federdruckes) in Berührung mit der Umfläche einer unrunden Scheibe Z1 gehalten werden, welche ebenso wie die benachbarte unrunde Scheibe /2 beständig umläuft, angetrieben mittelst eines Stirnräderpaares Z8 von Welle /7 aus. Federn/3/4 pressen die kürzeren Mitnehmer- oder Schlepphebel rf7 rf8 gegen die Umfläche der zweiten Scheibe /2. Scheibe /' hat zwei Vertiefungen ι und 2, Scheibe/2 nur eine 3, und zwar liegen 1 und 3 in einem und demselben Radius. Mit rf7 und rf8 sind Winkelstücke rf9 verbunden, welche in der Ebene der langen Hebel rf5 und rf6 liegende Stellschrauben rf10 tragen (s. auch Fig. 25 a). Es erhellt, dafs, wenn die kleinere Vertiefung 2 von Scheibe/1 der Berührnngsrolle einem der Hebel rf5 oder rf6 gegenübersteht, nur der betreffende Hebelrf5 oder rf6 der Wirkung seiner Feder folgen und den Fadenspanner zu einem Ausschlag veranlassen kann (das geschieht, wie weiter oben unter Absatz V. a) erwähnt, zur Streckung des Fadenstückes), dafs hingegen, wenn die grofsen Vertiefungen 1 und 3 den Berührungsrollen der Hebel rf6 und rf8 (oder rf5 und rf7) gegenüberstehen, aufser den Hebeln rfs oder rf5 auch rf8 oder rf7 der Wirkung ihrer starken Federn /4 bezw. /3 folgen können. In diesem Falle wirken also zwei Federn auf den Hebel rf3 oder rf4 ein und veranlassen den betreffenden Fadenspanner rf1 oder rf2 zu einem entsprechenden Ausschlage, von welchem oben bei V. b) gesprochen wurde.
Man erkennt sofort, dafs dieser Ausschlag ein gröfserer ist, wenn beim letzten Stich nur wenig Faden verbraucht wurde, ein geringerer, wenn der Stich ein langer war, also viel Faden eingestickt worden ist. Hiervon wird die allmälige Hubverkürzung der Greifer abgeleitet (s. unter »Regelung der Hubhöhe«).
Um dem Sticker ein Mittel an die Hand zu geben, die Fadenspannung während der Arbeit schnell und leicht zu ändern, läfst · sich eine diesbezügliche Vorrichtung zur Regelung der Federspannung (Fig. 26) treffen. Durch Hebel/5, welche je auf die Federn /3/4 fest aufgesteckt sind, Gestänge/8 und Haupthebel/7 ist der angegebene Zweck offenbar dann leicht zu erreichen, wenn letzterwähnte Hebel mit den Zahnbögen /8 in der Nähe des Standortes des Stickers angeordnet sind. ' Der sonach vom Sticker zu verändernde Gesammtdruck beider Federn auf den Fadenspanner rf1 oder rf2 ist jedoch nur so grofs, um einen guten Anzug der Fäden zu bewirken, ohne die Fäden zerreifsen zu können.
Regelung der Hubhöhen.
Die Vorrichtung, welche eine selbsttätige Verkürzung der grofsen Bewegung der Greifer nach Mafsgabe der durch die Fadenspanner
Ψ) :0
bewirkten Messung der Stichlänge zu besorgen hat, wird bei der vorliegenden Ausführungsform der Maschine am besten wie folgt eingerichtet :
Der Mittelbalken B hängt samrht dem verzahnten Schieber Z5, Fig. 16, und den Stirnrädern i8 z'9 und f10, die den Antriebskörpern z7 die grofse (auf und absteigende) Bewegung ertheilen, mittelst einer fest mit ihm verbundenen Zahnstange n, Fig. 16, 18 und 19, in den Zähnen eines kleinen Stirnrades n1, welches auf dem Verbindungsstück A1 Lagerung findet.
Auf gleicher Welle mit diesem Getriebe sitzt ein gröfseres Stirnrad ri2 fest, welches wieder in ein Getriebe n3 eingreift. Dieses ist auf einer Hohlwelle n* befestigt, die ein Sperrrad η5 trägt, das für gewöhnlich durch Gegenklinke «6 in seiner Stellung erhalten, im Bedarfsfalle jedoch durch eine Klinke n7 weiter geschoben werden kann. Die letztere wird durch Schubstange «8 und einen auf Daumen n9 der Welle Z aufliegenden Hebel (Fig. 16) beständig hin- und herbewegt. Ob und wann sie in das Sperrrad κ5, Fig. 18 und 19, eingreifen soll, wird durch einen Leithebel 0, welcher mit der Klinke ηΊ auf gleicher Achse festsitzt, bestimmt. Der Leithebel setzt sich mit einem Kopf auf eine Scheibe o1 auf und kann sich bei geeigneter Stellung der Scheibe in deren Schlitz o2 einlegen. Sobald ihm dies ermöglicht wird, vermag die Klinke w7 treibend auf das Sperrrad η5 einzuwirken. Die jeweilige Einstellung erwähnter Scheibe wird nun von den Fadenspannern d1 und d% bewirkt, und dies kann durch folgend erläuterte Vorrichtung geschehen:
Am anderen Ende der die Scheibe o1 tragenden Welle o3, Fig. 19, welche durch die hohle Welle n* hindurchgeht (und durch eine zu regelnde Bremse o4 am Zuweitlaufen gehindert, werden kann), wird durch Hebel o5 oe mit Kugelgelenk und Gestänge o7 eine Verbindung mit einer senkrechten, unten einen zweiarmigen Hebel o9 mit zwei vorspringenden Stiften o10 tragenden Welle os hergestellt (Fig. 24 und 25). Unterhalb dieser liegen zwei Schiebestangen o11 o12, welchen von den Fadenspannwellen e1 e2 mittelst der Hebel und Gestänge kl k2 ks eine hin- und hergehende Bewegung ertheilt wird, deren Gröfse dem Ausschlag der Fadenspanner d1 d2 entspricht.
Die Stifte o10 befinden sich im Bereich von auf den Schiebestangen sitzenden Knaggen o13, so dafs bei weiteren Ausschlägen der Fadenspanner d1 d2 die senkrechte Stange o8 um einen stärkeren Betrag, bei geringeren Ausschlägen jener um einen geringeren Betrag gedreht wird. Demzufolge wird auch die Schlitzscheibe o1, Fig. 18, mehr oder weniger in der Pfeilrichtung verdreht und in der erlangten Lage durch die Bremse festgehalten. Die letztere Drehung geschieht kurz vor dem Augenblick, wo die Klinke.«7 ihre Bewegung ebenfalls in der Pfeilrichtung beginnt. Sobald der Leithebel mit seinem Kopf über den Schlitz der Scheibe o1 zu liegen kommt und in diesen einfällt, beginnt die Klinke n1 in das Sperrrad w5 einzugreifen. .Der Weg, um den das Sperrrad auf diese Weise gedreht wird, ist dabei um so gröfser, je kleiner der vorangegangene Hub des Fadenspanners war. Der Leithebel 0 dient zugleich dem Zwecke, die durch Anstofs der Knaggen o13 an die Stifte o10 erfolgte Verstellung des mit diesen Stiften ausgestatteten Doppelhebels o9 wieder aufzuheben bezw. diesen Hebel o9 wieder in seine Ausgangslage zurückzuführen.
Das geschieht durch die vermöge Einfallens des Kopfes von ο in den Schlitz o2 erfolgende Verkupplung der Schlitzscheibe o1 mit dem Hebel k*, welcher mit der Stange w3 verbunden ist und die Welle des Leithebels, sowie der Klinke n1 trägt. Die betreffende Verkupplung bewirkt das Zurückdrehen von o1., bis durch Aufsetzen des Leithebels 0 auf einen übrigens genau einstellbaren Stab k5 die Auslösung von ο aus o2 bewirkt worden ist.
Einrichtung der Nadelschlitten.
Die Nadelschlitten können bestehen aus schwalbenschwanzförmigen Schiebern (Fig. 10 und 27), die in auf den Querträgern EE1 sitzenden Betten geführt sind, und aus den mit den Schiebern ^4 fest verschraubten Linealen, auf denen die Nadelzangen angebracht sind. An ihrer Unterseite sind die Schieber als Zahnstangen gebildet und mit kleinen Stirnrädern in Eingriff, die auf AVelle ^5 sitzen, welche durch die ganze Länge der Querträger hindurchgeführt und in diesen mehrmals gelagert sind. Eine andere Form der Nadelschlitten ist in Fig. 27 a dargestellt. An die Stelle der schwalbenschwanzförmigen Schieber treten hier runde, in zwei Lagern geführte Stangen, die mit Trägern ^4 verbunden sind, auf welche die Lineale mit den Nadelzangen aufgeschraubt werden. Die Uebertragung von der durchgehenden, in diesem Falle aufserhalb des Querträgers E angebrachten Welle auf die Führungsstangen wird hier durch Hebel und Schubstange hergestellt.
a) Die Ein- und Ausfahrt dieser Nadeloder Zangenschlitten
wird am besten, wie aus Fig. 28 ersichtlich, mittelst Kurbelgetriebes ρρ1p'2 hervorgebracht. Richtet man es so ein, dafs die Schlittenendstellungen immer in die todten Punkte des erwähnten Kurbelgetriebes fallen, so wird die Wagenbewegung, von deren Geschwindigkeit die Stichzahl der Maschine beeinflufst wird, möglichst gesteigert und werden trotzdem Stofswirkungen an den Hubendstellen derselben vermieden werden können. Die hin- und her-
V 9 05$
gehende Bewegung der Kurbelscheibe wird dieser vorliegendenfalls durch Zahnsectoren p3 nebst Getriebe ertheilt und die schwingende Bewegung des Zahnsectors von einer Curvennuth j?4 abgeleitet, welche sich in einer mit dem Zahnrad p5 verbundenen Scheibe befindet. Das Zahnrad p5 erhält seine Umdrehung durch Zwischengetriebe ρΆ von der Welle ^6 aus. Es erhellt, dafs durch die so bewerkstelligte Schwingung der Doppelkurbelscheibe ρ vermöge einfachen Anschlusses von doppelarmigen Hebeln p9 an die Kurbelstangen px p* dann die gewünschte Zangenschlitten-Ein- und Ausfahrt selbstthätig erzielt wird, wenn mit den Hebelnp9 Zahnsectoren in Zusammenhang gesetzt werden, welche in die an den durchgehenden Wellen .^5 sitzenden Zahnräder pw eingreifen. Es ist indessen bei gewissen Stickarbeiten, z. B. beim Bohren der Löcher, nothwendig, die Bewegung erwähnter Zangenschlitten ^4 auch von Hand vornehmen zu können. Aus diesem Grunde sind die Kurbelstangen p1 p2 nicht unmittelbar mit den Hebeln p9 verbunden, sondern durch die Handhebel ^7, Fig. 12, die während des Ganges der Maschine mit den erstgenannten Hebeln p9 verkuppelt, beim Stillstand der Maschine dagegen von diesen losgelöst sind.
b) Oeffnen und Schliefsen der Nadelzangen.
Die Nadelzangen werden auch hier durch die bekannten, über den Zangenreihen hindurchgeführten excentrischen Wellen geöffnet und geschlossen. Nach den Fig. 29 und 10 bilden vorliegendenfalls eine durch die ganze Länge der Maschine hindurchgeführte Welle s15, zwei auf der anderen Seite des Stickrahmens angebrachte Wellenstücke s16, vier aufserhalb der Maschinenschilder sitzende Hebel s11, Stangen.?4.?5 und s6 und endlich an den Enden der Excenterwellen js sitzende Hebel s"1 das Hebelwerk, durch welches alle Excenterwellen gezwungen werden, ihre Bewegungen gleichzeitig auszuführen. Dem Hebel s'2, welcher mittelst Stange sd und Hebel die Welle s15 betreibt, kann die erforderliche schwingende Bewegung in geeigneter Weise, z. B. durch eine auf der Zeichnung weggelassene Curvenscheibe, ertheilt werden.
Von ganz wesentlicher Bedeutung für die Maschine, namentlich in Hinsicht auf die Verminderung der nothwendigen Stillstände (dieselben werden etwa auf die Hälfte herabgezogen) ist die nun zu erläuternde
Nadeleinsetzvorrichtung
zu nennen, welche in einer Ausführungsform in Fig. 30 und 31 dargestellt ist. Dieselbe besteht zweckmäfsig aus einer durchlaufenden Schiene x, welche eine Leiste x1 mit ebenso viel Löchern, als Nadeln in einer Reihe stehen, trägt, und vor deren Löchern ein Streifen x2 aus Gummi oder ähnlichem Stoff vorgesehen ist. Oberhalb davon sind Nadeleinsatzblöcke x3 angeordnet. Die Schiene χ wird von Armen x4 getragen, die um mit dem Gestell fest verbundene Zapfen x5 in die mit gestrichelten Linien gezeichnete Lage zurückgeklappt werden können. Da durch Zurückklappen die Schiene χ weiter von der Stickfläche entfernt worden ist, als dafs ein Zusammentreffen mit den Zangenschlitten bei deren weitestem Ausschlag zu befürchten steht, so kann bequem während der Arbeit der Maschine das Einsetzen neuer, mit Fäden versehener Nadeln in die Blöcke x3 stattfinden. Soll nun das Ausschalten der seither in der Maschine arbeitenden Nadeln wegen Verbrauchs ihrer Fäden und bezw. die Einschaltung der frischen Nadeln bewirkt werden, so bedarf es nur des Umklappens der Leiste χ in die gezeichnete Stellung (doch nur so weit, dafs die Lochreihe in x1 genau den Zangenmäulern in den Schlitten ^4 gegenübersteht) eines einmaligen Vorschubes der Zangenschlitten ^4 (wobei sich die alten Nadeln in den Gummistreifen x2 einstechen), des Oeffhens der Zangen und Zurückfahrens der Zangenschlitten £4 (wobei die alten Nadeln im, Gummistreifen stecken bleiben), hierauf einer kurzen Verschiebung der Leiste χ in ihrer Längenrichtung und gleichzeitig Senkung derselben so weit, dafs die in x3 steckenden frischen Nadeln den geöffneten Zangenmäulern gegenüberstehen (was einfach dadurch geschehen kann, dafs man die Arme x4 mit Stellschrauben x6 versieht und diese anfangs auf den oberen Absatz einer Stufe x7, später auf den unteren Absatz derselben aufsitzen läfst), und endlich des Vorrückens der Zangenschlitten, sowie Schlusses der Mäule'r derselben und Zurückziehens der Schlitten. Dann ist die Maschine, sobald die Leiste χ in die mit gestrichelten Linien bezeichnete Stellung zurückgeklappt worden, zur meist selbstthätigen Arbeit wieder gebrauchsfertig. Die erwähnten Stellschrauben xe bieten das Mittel zur genauen Einstellung der Nadeln derart, dafs das Einsetzen derselben mit voller Sicherheit in die Zangenmäuler geschieht.
Die beschriebene Maschine kann ohne Abweichung vom Grundgedanken der Erfindung auch als doppelte Maschine ausgeführt werden, um deren Leistungsfähigkeit noch mehr zu vergröfsern. Eine solche Doppelmaschine, bei welcher zwei Hälften, je nach Art der erläuterten Maschine, von einer gemeinschaftlichen Blumentafel (T in Fig. 10) aus bedient werden, entsteht unter anderem dann, wenn für die Zangeüschlitten- und Kluppenbewegung, .desgleichen für die Gehäuse der Greiferzahnstangen, sowie für die die Bewegung dieser Zahnstangen mit vermittelnden Zahnrädchen durchgehende Wellen eingelegt werden, so dafs der Antrieb von der Mitte zwischen beiden Hälften wesentlich ebenso, wie vorher erläutert, bewirkt werden kann.

Claims (2)

  1. 058
    Patent-Ansprüche:
    ι . Eine Stickmaschine, bei welcher Greifer (a b) die Fäden durch das Sticktuch fördern und dieselben zum Schütze vor Verwickelungen bis kurz vor dem Stichanzuge gefafst halten, welche (Greifer) jederzeit selbstthätig ohne Benutzung der Fäden zur Bewegungsübertragung dem angegebenen Zwecke entsprechende auf- und absteigende bezw. hin- und hergehende Bewegungen von veränderlichem Hube vollführen, geregelt durch andauernd wirkende Stichlängenmesser (d1 d2), dergestalt, dafs eine genau dem Fadenverbrauch entsprechende Hubverkürzung bewirkt wird.
  2. 2. Bei Stickmaschinen der in Anspruch ι. bezeichneten Art:
    a) die Bethätigung des Greifermechanismus von einem Coulissenhebel Z4, Fig. ii, 16 und 17, aus, welcher den Antriebskörpern f eine sinus versus-ähnliche Bewegung ertheilt, so zwar, dafs diese,
    . abhängig von der jeweilig wirksamen, vom Stichlängenmesser (d1 d2) mittelbar eingestellten Coulissenhebellänge, nach Lage des Schwingungsmittelpunktes und Ausschlag derart sich ändert, um die Schwingungsmittelpunkte beider Antriebskörper stetig um wesentlich dasselbe Mafs zu verlegen, um welches die halben Bewegungshübe sich verkleinern;
    b) in Verbindung mit dem unter 2. a) gekennzeichneten Greiferantriebsmechanismus eine oder zwei Curvenscheiben »Μ2«3, Fig. 20 bis 22, welche durch Vermittelung geeigneter Glieder (ml m z6 f5 il PJ den vorerwähnten (grofsen) Bewegungen der Antriebskörper i7 noch kleine, für alle Fadenlängen nahezu gleiche »Ergänzungsbewegungen« hinzufügen ;
    c) ein mit kegelförmiger, nach zwei Richtungen schief gestellter Spitze (c) und Vorsprung (g) . ausgerüsteter Greifer (Fig. ι bis 3), welcher in der erforderlichen Anzahl auf Leisten (h) derart festsitzt, dafs das Fadeneinhängen sowohl wie das Aushängen der Schleifen ohne Beihülfe frei erfolgen kann;
    d) die mit den Gestellseitenschildern zusammenhängenden Wangen (EE1) in
    . Verbindung mit daran gelagerten Greiferführungen, letztere bestehend aus· parallelen, um Welle' i schwingenden Zahnstangen (7?y, welche aufserdem durch Räder (W tf) ihrer Länge nach bewegt werden, so dafs vermöge Curvennuthführung (i3) eines Zahnstangenpunktes (PJ alle übrigen je congruente Bahnen beschreiben (Fig. 1 3 bis 15);
    ,e) ein auf Grund beständiger Stichlängenmessung den Hub der Greiferbewegung verkürzender Fadenspanner (d1 d*), welcher bei jeder Stichvolleridung alle Fäden einer Reihe nahezu senkrecht zur Stickfläche mittelst (einstellbaren) Federdruckes anspannt, in Verbindung mit einem Schaltwerk (Fig. 11, 18 und 19), welches bei jedem Stich, eine Stange (Mittelbalken B) oder ein Rad (n1) selbstthätig vorwärts rückt um einen Betrag, der vom letzten Fadenverbrauch abhängt, und wobei das Schaltwerk den Hebelarm der Antriebscoulisse (^) entsprechend verkürzt;
    f) eine durch Nadelhalter (x3) und mit nachgiebigem Stoff (Kautschuk) bekleidete Leiste (x 1J oder durch zwei Nadelhalterreihen gekennzeichnete Nadeleinsetzvorrichtung (Fig. 30 und 31), welche, wenn um x5 umgeklappt und auf einen Block x7 aufgelegt, bei der Voranbewegung der in den Kluppen % sitzenden alten Nadeln diese dadurch aus jenen auslöst, dafs sie sich in den weichen Stoff (x2) an xl einstechen, während nach dem Auflegen der Vorrichtung auf die niedere Stufe von x1 die Einführung der frischen Nadeln in die Kluppen durch ein zweites Voranbewegen von \ geschieht.
    Hierzu 8 Blatt Zeichnungen.
DENDAT49058D Stickmaschine mit vorwiegend selbstthätigem Betrieb Expired - Lifetime DE49058C (de)

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