DE615309C - Verfahren zur Gewinnung von Staub bzw. feinem Pulver aus organischen geschmolzenen Stoffen durch Zerstaeubung - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Staub bzw. feinem Pulver aus organischen geschmolzenen Stoffen durch ZerstaeubungInfo
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von Staub bzw. feinem Pulver aus organischen geschmolzenen Stoffen durch Zerstäubung Die Gewinnung von Staub bzw. feinem Pulver aus geschmolzenen Stoffen geschah bisher mit Hilfe von Dampf, Preßgas oder Preßluft unter Anwendung von Düsen Ein trockenes, pulveriges Produkt zu erhalten, war jedoch nur möglich, wenn durch genügend langes In-der-Schwebe-Halten der zerstäubten Stoffe in einem geschlossenen Raume genügende Abkühlung leintrat. Bei der Zerstäubung mit Dampf sind die zerstäubten Stoffe einerseits lange der Nässe des Frischdampfes ausgesetzt, was sich nachteilig auf die Produkte auswirkt; andererseits können große Mengen gesundheitsschädigender Dämpfe entstehen, so daß die Zerstäubung für die Bedienungsmannschaft hygienisch äußerst schädlich ist. Bei der Zerstäubung mit Preßgas oder Preßluft kühlen sich die zerstäubten Stoffe schnell ab, weshalb sich die Düsen häufig verstopfen oder das zerstäubte Produkt sich an den Düsen ansetzt und ein Weiterarbeiten erschwert. Die dabei verwendeten großen Mengen an Gas und Luft machen große Räume notwendig, verursachen eine große Staubentwicklung und führen schließlich große Mengen der zerstäubten Stoffe mit sich fort, womit Materialverluste und auch gesundheitsschädliche Nachteile für die das betreffende Verfahren Ausführenden verbunden sind. Die Anwendung von Dampf, Preßluft oder Preßgas hat noch den weiteren Nachteil, daß sie die noch heißen zerstäubten Stoffe gegebenenfalls chemisch verändert Durch die Zerstäubung mit Dampf und durch die mit Preßluft hervorgerufene Abkühlung wurde ein Pulver erzielt, welches leicht wieder zusammenklebte. Es ergaben sich deshalb für den Weitertransport große Schwierigkeiten. Naturgemäß geht der Vorteil eines pulverförmigen Stoffes vollständig verloren, wenn derselbe wieder zusammenbackt.
- Es wurde nun gefunden, daß alle die erwähnten Nachteile dadurch gänzlich vermieden werden, wenn die Zerstäubung organischer geschmolzener Stoffe vermittels einer rotierenden, impulsfrei fördernden Zahnradpumpe, welche beispielsweise mit Förderpfeilzahnrädern oder mit schneckenförmigen Förderwalzen ausgestattet ist, erfolgt.
- Nach der vorliegenden Erfindung ist es möglich, die geschmolzenen organischen Stoffe in einen trockenen, pulverförmigen Zustand überzuführen ohne Anwendung von Dampf oder Preßluft. Daher fällt bei Anwendung einer impulsfrei arbeitenden Pumpe eine Belästigung des Bedienungspersonals durch gesundheitsschädliche Dämpfe oder Staubbildung vollständig fort. Überdies ist die Größe der einzelnen zerstäubten Partikelchen stets gleichmäßig. Da nur ein geringer Energiebedarf zum Antrieb der Pumpe genügt, um große Mengen zu verarbeiten, und der Betrieb kontinuierlich ohne besondere Überwachung arbeitet, ist. das Verfahren den seitherigen Verfahren an Brauchbarkeit und Wirtschaftlichkeit weit überlegen.
- Die Überführung organischer geschmolzener Stoffe nach dem vorliegenden Verfahren in einen trockenen, pulverigen Zustand ohne Anwendung von Dampf, Preßgas oder Preßluft bedeutet einen erheblichen Fortschritt, weil die bisherige Gewinnung pulverisierter chemischer Körper durch mechanische Mahlvorgänge mit großen Schwierigkeiten und großen Kosten verknüpft ist. Nach dem vorliegenden Verfahren lassen sich schmelzbare Stoffe organischer Natur in Staub beliebiger Körnung überführen.
- Beispiel I Geschmolzenes und überhitztes Pech von etwa 1500 C wird mittels einer impulsfrei fördernden Zahnradpumpe unter Druck durch eine Zerstäuberdüse beliebiger Art gepreßt.
- Dem zerstäubten Produkt wird wegen seiner Feinheit schnell durch die mitgerissene Luft im Zerstäuberraum Wärme entzogen, so daß es erstarrt zu Boden fällt. Nach der angegebenen Zerstäubungsmethode kann jede beliebige Feinheit des Produktes erzielt werden.
- Beispiel 2 Naphthalin wurde bei etwa 800 C geschmolzen und, v, wie in dem Beispiel 1 angegeben, mit einer impulsfrei fördernden Zahnradpumpe unter Druck durch eine Zerstäuberdüse gepreßt. Das zerstäubte Produkt verließ in feiner Pulverform die Düse und eignete sich besonders vorzüglich zur Sulfonierung, Nitrierung und zur Überführung in Phthalsäure.
- Beispiel 3 Acridin wurde bei IIIO C geschmolzen und, wie im vorhergehenden Beispiel geschildert, durch eine Zerstäuberdüse gepreßt. Das so gewonnene Produkt war von großer Feinheit und eignet sich vorzüglich zur Herstellung von Acridinfarbstoffen.
- Beispiel 4 Palmitinsäure wurde bei etwa 63° C geschmolzen und ebenfalls, wie im vorhergehenden Beispiel geschildert, behandelt und in Pulverform übergeführt. Da sämtliche Harze, Baumhärze, Kolophonium sowie auch künstliche Harze, wie Cumaronharz usw., schmelzbar sind, lassen sich dieselben nach dem vorliegenden Verfahren durch Anwendung einer Präzisionszahnradpumpe in Verbindung mit einer Zerstäuberdüse in Pulverform überführen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCB: Verfahren zur Gewinnung von Staub bzw. feinem Pulver aus organischen geschmolzenen Stoffen durch Zerstäubung, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffe in geschmolzenem Zustand mit Hilfe einer impulsfrei fördernden Zahnradpumpe unter Druck gesetzt und durch eine Düse zerstäubt werden.
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