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Verfahren zur Aufbereitung von Getreidekörnern Zur Aufschließung von
Getreidekörnern zwecks ihrer Vorbereitung sowie der Erleichterung der bei der Verarbeitung
zu backfähigem Mehlerforderlichen. Arbeitsgänge, wie Trennung der Schalen und Hüllen
des Kornes vom Kern, Erhaltung oder Verbesserung der Backfähigkeit, gibt die Erfindung
einen neuen, wirksamen Weg an.
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Es war bislang wohl bekannt, Getreidekörner mit hindurchgeleiteten
elektrischen Strömen gleicher oder wechselnder Stromrichtung zu behandeln. Als Wechselströme
verwendete man auch Diathermieströme, das sind hochfrequente Wechselströme von einer
Frequenz von i bis z Millionen je Sekunde entsprechend einer Wellenlänge von 3oo
bis i 5o m. Zu einer besonderen praktischen Bedeutung sind diese Vorschläge nicht
gelangt. und zwar deshalb, weil eine besondere, über eine allgemeine Erwärmung des
Gutes hinausgehende Wirkung nicht eintrat oder auch nicht erstrebt wurde, weil sie
sich mit anderen einfacheren Mitteln erreichen ließ.
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Demgegenüber wird nach der Erfindung eine ganz andere elektrische
Erscheinungsform verwendet, nämlich die erst bei ganz hohen Wechselfrequenzen von
mehr als 6 Millionen Hertz energiereich genug werdenden Verschiebeströme, die in,
dem in ein Wechselfeld solch hoher Frequenz eingebrachten Gut entstehen, wobei auch
noch eine derartige Einstellung der Frequenzen möglich ist, daß ganz bestimmte,
unterschiedliche Wirkungen auf die verschiedenen Bestandteile des Getreidekornes,
insbesondere auf den Getreidekern gegenüber der Getreidehülle, ausgeübt werden.
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Diese tultersichieäliche Einwirkung, z. B. unterschiedliche Erwärmung
des Kernes gegenüber der Hülle, wird erst wirksam genug bei der Verwendung besonders
hochfrequenter Wechselfelder, deren Wellenlängen unterhalb 50 m bis herab
zu den zur Zeit praktisch herstellbaren Minimahverten von etwa 3 m, vornehmlich
also im Bereiche der Ultrakurzwellenlängen, liegen. Innerhalb dieses Bereiches wird
es möglich, die Wellenlänge auf eine derartige Größe einzustellen, daß z. B. die
Erwärmung des Kernes gegenüber derjenigen der Hülle ein Maximum wird. Ebenso läßt
sich eine andere Wellenlänge einstellen, wobei die Erwärmung der Hülle gegenüber
der des Kernes besonders groß wird. Es lassen, sich also große unterschiedliche
Wirkungen in den verschiedenen Bestandteilen des Kornes erzielen, die z. B. zum
Zwecke der Loslösung der Hülle vom Kern oder zur Vorbereitung der Loslösung von
besonders starkem Erfolg sind. Die jeweils richtige Frequenz läßt sich aus _ den
unterschiedlichen elektrischen Konstanten der Leitfähigkeit und der Dielektrizität
für Hülle und Kern, die voneinander verschieden sind, bestimmen und ergibt sich
als in dem gegenannten Bereich zwischen 5o und 3 m liegend. Entsprechend den verschiedenen
biologischen
Gewebeschichten des Kornes lassen sich in dieser Weise
selektive Wirkungen innerhalb der verschiedenen Gewebeschichten erzielen.
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5 Zur Vorbereitung des-Trennungsvorganges von Getreideschale und Kern
kann es. vorteilhaft sein, eine möglichst weitgehende Lockerung zwischen diesen
beiden Gewebeteilen dadurch noch zu verstärken, daß auf eine !o mittels der für
größtmögliche Hüllenerwärmung eingestellten Frequenz verfolgte Erwärmung der Hülle
ihre schnelle Abkühlung erfolgt, z. B. dadurch, daß das elektrische Wechselfeld
unterbrochen wird, oder dadurch, daß 15 das Getreide aus dem elektrischen Feld herausgebracht
wird. Es kann eine mehrfache Wiederholung dieser Maßnahmen erfolgen. Besonders starke
Zerrungen und Dehnungen zwischen Hülle und Kern zwecks weitgehenzo der Lockerung
des mechanischen Zusammenbanges beider können dadurch erzielt werden, daß abwechselnd
Frequenzen eingestellt werden, deren eine die Hülle gegenüber dem Kern und deren
andere den Kern gegenüber 25 der Hülle möglichst stark erwärmt, wobei auch
Abkühlungsvorgänge dazwischengeschaltet werden können.
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Für die Behandlung der Körner werden diese zwischen. Elektrodenflächen
gebracht, 3o denen die hochfrequenten Spannungen der bestimmten. Frequenz angelegt-
werden. Die Körner zwischen den Elektroden bilden bei den vorgesehenen Frequenzen
zusammen mit der sie umgebenden Luft oder Flüssigkeit das 35 zwischen den als Kondensatorplatten
wirkenden Elektroden gelegene Dielektrikum, in dem die innerhalb der kleinsten biologischen
Bestandteile des Gewebes verlaufenden und für unterschiedliche Gewebebestandteile
ver-4o schieden großen Ströme entstehen.
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Oben wurde darauf hingewiesen, daß die einzustellende Frequenzzahl,
mit der die Behandlung erfolgt, durch die Leitfähigkeit und die Dielektrizitätskonstante
des betreffenden 45 Gewebeteils bestimmt wird. Diese beiden Werte sind wieder beeinflußbar
durch den mehr oder weniger großen Feuchtigkeitsgehalt der betreffenden Gewebeteile.
Es ist selbstverständlich, daß man auch durch Be-5o feuchtung oder Troclniung der
beiden oder eines der Gewebeteile den Vorgang so vorbereiten kann, daß sich möglichst
selektive Wirkungen durch Einstellung - der Frequenzen. ergeben.
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55 Als mechanische oder elektrische Apparatur für die Durchführung
des Verfahrens eignet sich besonders ein Röhrengenerator für die Erzeugung einstellbarer
ultrakurzer elektrischer Wellen, wobei durch die übliche Einregelung von Kapazitäten
und Selbstinduktionen in Schwingkreisen die gewollte Wellenlänge mühelos eingestellt
werden 1m=. Da durch die mehr oder weniger starke Schichtdicke des zwischen denBehandlungselektroden
befindlichen Getreides die Kapazität des Schwingkreises, der zur Behandlung dient,
sich verändern kann, wird zweckmäßig eine Regeleinrichtung dieses oder eines diesen
Kreis anregenden Schwingkreises vorgesehen, damit durch Einstellung der Kreise auf
Resonanz maximale Energieleistungen erzielt werden. Das zu 'behandelnde Getreide
-wird zweckmäßig ununterbrochen zwischen den beiden Behandlungselektroden hindurchbefördert,
etwa durch Förderbänder oder durch Schüttelrinnen oder durch Schwerkraftausnutzung
in anderjer Weise. Es können auch die .eine oder beide Elektrodenfiächen, die finit
Halb- oder Nichtleitern überzogen sein können, gleichzeitig als Fördermittel ausgebildet
sein, z. B. etwa als S:chüittelfläche dienen, die die Förderung des- Getreides bewirkt.
PATENT ANSL'Kl:c:lIls: $5
i. Verfahren zur Aufbereitung von Getreidekörnern,
bei dem die Körner in ein elektlisches Wechselfeld hochfrequenter Wellen gebracht
werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Wellenlänge . auf die 9o Zahl zwischen 3
m und 5o m .eingestellt wird, die zwecks Lockerung des' Gefüges zwischen Schale
und Kern des Getreidekornes einen größtmöglichen Unterschied zwischen dem Erwärmungsgrad
der Schale 'g5 und dem des Kerns ergibt.
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2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Getreidekorn
nach der hochfrequenten Behandlung zwecks weiterer Auflockerung des Ge- loo füges,
wie an sich bekannt, abgekühlt wird, gegebenenfalls, wie ebenfalls. bekannt, unter
mehrfacher Wiederholung der Erwärmung und Abkühlungsperiode.
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3. Verfahren nach Anspruch i und 2, 1o5 dadurch gekennzeichnet, daß
nacheinander die Wellenlänge des wirksamen'Wechselfeldes auf die Zahl, die eins
höc.'hstmögliche Erwä.lznung der Schale gegenüber dem Kern ergibt, und dann auf
die Zahl, 11o die .eine höchstmögliche Erwärmung des Kernes gegenüber der Schale
ergibt, eingestellt wird, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung von Abkühlungsperioden.
BERLIN. GEDRUCET IN DER REICIISDItL'CREttfiI