KAISERLICHES
PATENTA
PATENTSCHRIFT
KLASSE 2O: Eisenbahnbetrieb.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. December i8go ab.
Bei den bisher verwendeten elektrischen Eisenbahnen, welche obere Stromzuführung
und Rückleitung durch die Erde haben, war die Rückleitung eine unsichere, da die Schienenverbindungen
nicht immer eine verhältnifsmäfsig widerstandslose Leitung für die Elektricität abgaben
und infolge der mangelhaften Rückleitung ein Kraftverbrauch, sowie eine Störung von
Telegraphen- und Fernsprechleitungen eintrat.
Um dies zu vermeiden, wird nach vorliegender Erfindung jede Schienenlänge unmittelbar
mit der Erde verbunden, und zwar werden Stangen an jeder Schienenlänge so tief in das Erdreich eingetrieben, dafs eine gute
Rückleitung gesichert wird.
Die Erfindung ist auf beiliegender Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι den Grundrifs einer Eisenbahnstrecke einer elektrischen Eisenbahn nach vorliegender
Erfindung,
Fig. 2 das Profil derselben,
Fig. 3 einen vergröfserten Querschnitt durch die Geleise und die Art, wie die elektrische
Verbindung zwischen dem Geleise und der Erde hergestellt wird.
A bezeichnet die Oberleitung einer elektrischen Strafsenbahn, B ist das Geleise derselben, C bezeichnet
Stangen von Metall, welche genügende Leitungsfähigkeit besitzen, um den Strom der
Erde zuzuleiten. Diese Stangen werden in der Nähe und parallel den Geleisen vertheilt in
den Boden eingetrieben und mittelst Drähte oder anderer elektrischer Leiter D mit den
Schienengeleisen £ verbunden, und zwar derart, dafs jede Schienenlänge eine Zuleitung erhält.
Die Schienen können unter einander verbunden sein, und hat die Einschaltung der Stangen C
für jede Schienenleitung nur den Zweck, eine sichere Verbindung zwischen den Schienen B
und dem feuchten Erdreich zu sichern. Die Stangen C sind bis in das feuchte Erdreich
getrieben, wobei zu berücksichtigen ist, dafs schon in geringerer Tiefe die Erde als durchaus
gut leitend befunden ist. Der auf dem Schienengeleise abfahrende Wagen ändert dadurch, dafs
die Schienen in ihren einzelnen Längen mit dem Erdboden verbunden sind, an sich die
Länge des geschlossenen Stromkreises, Der elektrische Strom wird von der Dynamomaschine
oder dem Stromerzeuger mittelst der oberen Leitung A in der gewöhnlichen Weise
der Kraftmaschine zugeführt. Er geht durch die Wagenräder in die Geleiseschienen an der
Stelle, wo die Wagenräder auf den Schienen aufstehen. Von den Geleiseschienen wird der
Strom durch den nächsten Leiter D der nächstliegenden Stange C zugeführt. Diese führt den
Strom durch die Erde zurück zu dem Stromerzeuger, so dafs der Stromkreis geschlossen ist.
Dadurch, dafs verschiedene metallische Verbindungen zwischen den Schienengeleisen und
der Erde hergestellt werden, wird der elektrische Stromkreis durch den fahrenden Wagen in
seiner Länge selbstthätig verändert, und es können verschiedene Wagen unabhängig von
einander auf einer Strecke laufen, indem jeder Wagen beim Laufen auf den Schienen einen
Stromkreis für sich schliefst.
Patenτ-Ansρruch:
Eine Erdrückleitung für elektrische Eisenbahnen mit oberer Stromzuführung, dadurch
gekennzeichnet, dafs die Schienenstrecke in einzelne Abtheilungen getheilt ist, welche einzeln
durch Leiter D mit Stäben C verbunden sind, welche Stäbe bis in das feuchte Erdreich
dringen, zur Sicherung eines elektrischen Stromschlusses.