DE609552C - Verfahren zur Darstellung von Glykokoll - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Glykokoll

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DE609552C
DE609552C DEG83813D DEG0083813D DE609552C DE 609552 C DE609552 C DE 609552C DE G83813 D DEG83813 D DE G83813D DE G0083813 D DEG0083813 D DE G0083813D DE 609552 C DE609552 C DE 609552C
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

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  • Verfahren zur Darstellung von Glykokoll Bei der Reduktion von Cyanameisensäureester mit Wasserstoff zu Aminoessigsäureester ergibt sich, sofern man die Reduktion in neutralen Lösungen vornimmt, die Schwierigkeit, daß der entstehende Glycinester auf den noch nicht veränderten Cyanameisensäureester bei gewöhnlicher und besonders schnell bei erhöhter Temperatur einwirkt, wobei z. B. die Bildung von U rethan festgestellt werden konnte. Infolgedessen ist die Ausbeute bei einer solchen Reduktion nicht vollständig. Man kann zwar die Urethanbildung durch Arbeiten in stark saurem Mittel ausschalten, derart, daß der Glycinester als Salz, z. B. als Hydrochlorid oder Sulfat o. dgl., festgelegt wird. Die Anwendung starker Säuren hat aber den Nachteil, daß alle durch solche angreifbaren Kontakte, wie z. B. Nickel, nicht mehr verwendbar sind, so daß nur die kostspieligen, technisch unwirtschaftlichen Edelmetallkontakte übrigbleiben.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die Reduktion auch mit Nickelkatalysatoren in Abwesenheit von Mineralsäuren in guter Ausbeute durchführen kann, wenn man während der Reduktion für Anwesenheit von die Aminogruppe des Glykokolls acylierenden Mitteln sorgt. Insbesondere ist Essigsäureanhydrid ein sehr geeignetes Acylierungsmittel.
  • Zur Durchführung des Verfahrens kann man sich aller bekannten Hilfsmaßnahmen, die bei der Hydrierung angewendet werden, bedienen, insbesondere Temperatursteigerung, Lösungs-und Verdünnungsmittel aller Art, Anwendung von Druck usw. Ebenso kann die Reduktion in der Dampfphase durchgeführt werden und statt Essigsäureanhydrid jedes entsprechend wirkende Acylierungsmittel dienen.
  • Durch das Arbeiten auf Acetylaminoessigsäureester erreicht man ferner, daß das Produkt in Abwesenheit anorganischer Beimengungen entsteht und daß es sich durch Destillation leicht aus dem Reaktionsgemisch in großer Reinheit absondern läßt, so daß auch etwaige organische Verunreinigungen bequem abzutrennen sind. Wird jetzt die Verseifung mit Mineralsäuren durchgeführt, so enthält das Reaktionsgemisch neben dem abgespaltenen Alkohol als sonstige organische Verunreinigung nur die gleichfalls leicht abdestillierbare Essigsäure, worauf die Entfernung der Mineralsäure besonders gut durchführbar ist. Die Vorteile, die hierin liegen, werden besonders deutlich, wenn man einmal die Schwierigkeiten der Glycingewinnung aus Chloressigsäure, wobei man organische und anorganischeVerunreinigungen gleichzeitig vom Glycin trennen muß, hiermit vergleicht. Beispiel 1 Eine Mischung von 379 Cyanameisensäureäthylester (Reingehalt 81,6°/o) und 8o g Essigsäureanhydrid wird in einem innen versilberten Rührautoklaven mit 25 g eines nach R u p e (Helvetica Chimica Acta, i [igi8], Seite 453 bis 454) hergestellten Nickelkatalysators erhitzt und bei einem. Druck von 3o Atm. Wasserstoff unter Rühren und Erwärmen bei etwa 145' hydriert. Bereits nach 1/2 Stunde ist die berechnete Menge Wasserstoff aufgenommen. Die vom Nickelkontakt abfiltrierte Lösung kann auf zweierlei Weise aufgearbeitet werden, nämlich: a) die eine Hälfte wird im Vakuum fraktioniert destilliert, hierbei stellt der zwischen 135 und i7o° bei 2o mm übergehende und bei gewöhnlicher Temperatur vollkommen erstarrte Anteil den Acetylaminoessigsäureäthylester dar. Die Ausbeute beträgt 13,5 g, d. i. 61,4°/o der Theorie.
  • b) Die andere Hälfte wird mit Zoo ccm 5 n-Salzsäure 12 Stunden am Rückflußkühler gekocht. Darauf wird die Lösung im Vakuum zur Trockne eingedampft und der Rückstand mit alkoholischer Salzsäure in Glykokollesterhydrochlorid übergeführt. Die Ausbeute beträgt 15,8g, d.i.75%derTheorie. Das Glykokollesterhydrochlorid kann in bekannter Weise auf Glykokoll verarbeitet werden. Beispiel Eine Mischung von rund 103 g Cyanameisensäureäthylester (Beingehalt 87,750/u) und 1519 Essigsäureanhydridwird imVerlauf von--'/, Stunden mit Wasserstoff unter 15 Atm. Druck bei 185 bis 1g5° in Dampfform über einen Nickelkatalysator geleitet. Der Kontakt war in bekannter Weise durch Tränken von Tonscherben mit reinem Nickelnitrat, Glühen an der Luft und .Reduzieren bei 3oo° mit Wasserstoffgas hergestellt. Das Kontaktmaterial wird in einer Schicht von 2o cm Länge in ein elektrisch erhitztes Kupferrohr von 8 qcm Querschnitt eingefüllt. Die das Kontaktrohr verlassenden Gase werden in einer Vorlage tief gekühlt, wobei ein nur schwach gelb gefärbtes öliges Kondensat in einer Menge von 93,5°/o des Gewichtes der Ausgangsstoffe erhalten wird.
  • Die Aufarbeitung des Kondensats kann in einer der nach Beispiel i angegebenen Weise erfolgen. Die Verarbeitung auf Glykokollesterhydrochlorid liefert 7o0/, der theoretischen Ausbeute. Beispiel 3 Eine Mischung von 97,5 g Cyanameisensäureäthylester (Beingehalt 82,3°/o) und 82,5 g Essigsäureanhydrid wird im Verlauf von 21/4 Stunden mit Wasserstoff unter 1o Atm. Druck bei 18o bis igo° in Dampfform. über einen Nickelkatalysator geleitet, der durch Reduktion von gepreßten Nickelformiatstücken (3 bis 5 mm Korngröße) bei 3oo° hergestellt wurde. Das Kontaktmaterial wird in einer Schicht von 7 cm Länge in ein elektrisch beheiztes Kupferrohr von 8 qcm Querschnitt eingefüllt. Die Menge des analog Beispiel 2 , gewonnenen Kondensats beträgt 168 g, d. i. 91% des Gewichtes der Ausgangsstoffe.
  • Die wie im Beispiel = angegebene Aufarbeitung des Kondensats auf Glykokollesterhydrochlorid liefert 61% der theoretischen Ausbeute. Beispiel 4 43o ccm Essigsäureanhydrid und 15 g eines :Mischkatalysators, der durch Fällen von Nickel-und Kupferhydroxyd (i Mol : i Mol) und keduktion des Fällungsgemisches bei 50o° im Wasserstoffstrom dargestellt ist, werden in einem versilberten Rührautoklaven auf 13o° unter einem. Wasserstoffdruck von 4o Atm. aufgeheizt. 'Durch eine Druckpumpe werden in 30 Minuten 173 ccm 87%iger Cyanameisensäureäthylester (entsprechend 15o g reinem Ester) in . gleichmäßigem Strom eingepumpt. Der am Druckabfall zu beobachtende Wasserstoffverbrauch wird durch Nachgeben neuen Wasserstoffes ergänzt. Kurz nach Beendigung des Esterzusatzes kommt die Wasserstoffaufnahme zum Stillstand. Der abgekühlte Autoklaveninhalt wird durch Filtration vom Katalysator befreit und im Vakuum fraktioniert. Es werden 1g1 g Acetylaminoessigsäureäthylester erhalten, entsprechend 87,5% der theoretischen Ausbeute. Der Ester wird mit Wasser bei 150 bis 170' im Druckgefäß unter gleichzeitiger Abspaltung der Acetylgruppe verseift. Die Verseifungsprodukte (Essigester, Alkohol, verdünnte Essigsäure) werden im Vakuum bis zur Trockne abdestilliert. Aus dem Rückstand wird in bekannter Weise durch Alkohol das Glykokoll abgetrennt. Beispiel 5 a) 2o g Cyanameisensäureäthylester (= 2/1o Mol) werden in Zoo ccm Dekahydronaphthalin gelöst, hierzu 30 g Phthalsäureanhydrid (= 2/1o Mol) und 13g Nickel-Kupfer-Katalysator (s.Beispiel4)gegeben. Unter einemDruckvon4oAtm. Wasserstoff wird bei einer Temperatur von 12o° die Hydrierung in 15 Minuten beendet, wobei 8,51 Wasserstoff aufgenommen werden. Nach dem Öffnen des Autoklaven wird der ausgeschiedene Phthalylglykokollsäureäthylester durch Erwärmen im Dekahydron;#phthalin gelöst, der Katalysator abfiltriert und durch Abkühlen der Ester in schönen Nadeln vom F. 1o5° und in einer Ausbeute von 28,4 g (= 6o,5 0/ o der Theorie) erhalten.
  • b) In derselben Weise werden an Stelle des Phthalsäureanhydrids 45,2 g Benzoesäureanhydrid (= 2/1o Mol) angewandt. Als Reaktionsprodukt wird Hippursäureäthylester in einer Ausbeute von 63% erhalten. Über 15 g Nickel-Tonscherben-Kontakt (nach Beispiel e hergestellt) mit einer Schichtlänge von etwa To cm wird bei 185 bis 1g5° Wasserstoff, der bei 40 bis q.5° mit Cyanameisensäureäthylesterdampf und bei 7o bis 75° mit mindestens der gegenüber Cyanameisensäureester theoretischen Menge Essigsäureanhydriddampf gesättigt ist, mit einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa To 1 in der Stunde geleitet.
  • Aus dem durch Tiefkühlung abgeschiedenen Kondensat erhält man mittels fraktionierter Vakuumdestillation bei 1q.o bis 1q.3° und 15 mm Druck siedenden N-Acetylglykokollester vom F. 442 in einer Ausbeute von 72% (berechnet auf angewandten Cyanameisensäureester). Essigsäureanhydrids erhält man (in0/0 der theoretischen Ausbeute an Acetylaminoessigsäureäthylester) Vorlauf (Too bis 14o°; etwa 50%ig) To,oO/o Hauptlauf (1q.5 bis 1q.8°; TooO/oig, reinweiß, vollkommen erstarrt) 70,5% Nachlauf (15o bis 16o°; gg%ig, gelblich, vollkommen erstarrt). . 13,o0/0 Zersetzungsrückstand .... .... 5,a0/0 b) Arbeitet man bei Zimmertemperatur, also ohne Anwärmen, so erhält man dieselben Ergebnisse, doch dauert die Hydrierung entsprechend länger, nämlich etwa 2 bis 3 Stunden.
  • Ko

Claims (2)

  1. PATENTANJPRÜcIir: Beispiel 7 a) Man behandelt eine zerkleinerte Nickel-Aluminium-Legierung mit heißer 5 n-Natronlauge, filtriert den aus Nickel bestehenden Rückstand vom herausgelösten Aluminium ab und wäscht gut mit Wasser, hierauf mit Alkohol und endlich mit Essigsäureanhydrid aus. Von dem erhaltenen empfindlichen Katalysator bringt man 40 g zusammen mit 500 g Essigsäureanhydrid und Zoo g Cyanameisensäureäthylester (850/0ig) in den bereits erwähnten Rührautoklaven, wärmt auf etwa 4o° an und hydriert bei einem Wasserstoffdruck von 6o Atm. und unter Kühlung zwecks Wegführung der Reaktionswärme bei 30 bis 4o'. Nach etwa ¢5 Minuten ist die Hydrierung beendet. Die aus dem Autoklaven entfernte Lösung wird vom Katalysator abfiltriert und m Vakuum fraktioniert. Nach Abdestillieren des i. Verfahren zur Darstellung von Glykokoll-durch Reduktion von Cyanameisensäureester mit Wasserstoff in Gegenwart von Nickelkatalysatoren oder nickelhaltigen Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion in Abwesenheit von Mineralsäuren und bei Gegenwart von die Aminogruppe des Glykokolls acylierenden Stoffen, insbesondere Essigsäureanhydrid, in flüssiger oder gasförmiger Phase durchführt, worauf man die Acylgruppe in bekannter Weise abspaltet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion in an sich bekannter Weise in Gegenwart organischer Verdünnungsmittel bzw. bei erhöhten Temperaturen oder Drucken vornimmt. BERLIN. GEDRUCKT IN DER RCICIISDRUCICEREI
DEG83813D 1932-10-16 1932-10-16 Verfahren zur Darstellung von Glykokoll Expired DE609552C (de)

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DE (1) DE609552C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2516900A (en) * 1946-11-12 1950-08-01 Samuel A Morell Process for manufacture of penaldic acids and their derivatives

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US2516900A (en) * 1946-11-12 1950-08-01 Samuel A Morell Process for manufacture of penaldic acids and their derivatives

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