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Schaltvorrichtung für den Antriebsmotor von in Flüssigkeitskanälen
angeordneten Siebreinigern Die Erfindung betrifft eine Schaltvorrichtung für den
Antriebsmotor von in Flüssigkeitskanälen angeordneten Siebreinigern.
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Die in Flüssigkeitskanälen der verschiedensten Art, wie z. B. in Schlarnmwasserkanälen,
angeordneten Siebe neigen zu Verstopfungen; deswegen müssen sie in gewissen Zeiträumen
gereinigt werden. Hierzu sind bereits selbsttätig arbeitende Reinigungsvorrichtungen
vorgeschlagen worden, bei denen das Einschalten des Antriebsmotors durch die Flüssigkeitsstandsänderung
vor dem Sieb bewirkt wird. Zu diesem Zweck wird ein Schwimmer verwendet, der beim
Ansteigen der Flüssigkeit vor dem verstopften Sieb den Antriebsmotor für den Siebreiniger
einschaltet.
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Diese bekannte Vorrichtung ist aber für solche Flüssigkeitskanäle
unbrauchbar, bei denen sich die Menge der durchfließenden Flüssigkeit und der Spiegel
derselben ändert; vor allem also bei Anlagen im Freien, die dem Einfluß der Jahreszeiten
und der Niederschlagsmengen unterworfen sind.
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Die Erfindung verwendet zwar das bekannte Prinzip der Schwimmerregelung,
vermeidet aber den genannten Nachteil, so daß sie für alle Anlagen Anwendung finden
kann, bei denen sich der allgemeine Flüssigkeitsstand in den Kanälen, sei es unter
dem Einfluß der Witterung, sei es infolge der Verschiedenheit der in der Zeiteinheit
durchfließenden Flüssigkeitsmengen, ändert.
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Dieser Erfolg wird dadurch erreicht, daß je ein Schwimmer vor und
hinter dem Sieb angeordnet wird und daß beide Schwimmer gemeinsam auf ein Steuerorgan
wirken, welches( um einen linear verschiebbaren Drehpunkt schwingt. Steigt bei einer
solchen Anordnung der Flüssigkeitsspiegel vor und hinter dem Sieb gleichmäßig an,
dann verschiebt sich zwar die von den Schwimmern betätigte Steuereinrichtung linear,
wird aber nicht gedreht und wirkt deshalb nicht - auf den Antriebsmotor ein. Ändert
sich andererseits der Flüssigkeitsstand vor dem Sieb gegenüber demjenigen hinter
dem Sieb, und zwar gleichgültig, welcher allgemeine Flüssigkeitsstand zu; diesem
Zeitpunkt besteht, dann wird durch die beiden Schwimmer das Steuerorgan verdreht
und der Antriebsmotor eingeschaltet.
In dieser vorzugsweisen Ausführungsform
stellt die Vorrichtung eine sich selbst tragende Schwimmereinheit dar.
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Weitere Merkmale der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung
hervor, in der an Hand der beigefügten Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
erläutert wird.
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In der Zeichnung zeigt: Fig. i ein Schaltschema der Steuervörrichtung
mit dem Reiniger und verschiedenen Schaltern, Fig. z eine Vorderansicht des Schwimmerreglers,
Fig.3 eine Seitenansicht dieses Reglers, Fig.4 einen Quecksilberschalter, der auf
einem Tragorgan angebracht und von diesem betätigt wird und sich in geöffneter Stellung
befindet, Fig. 5 denselben Schalter in geschlossener Stellung und Fig. 6 einen Grundr
iß der in Fig. 4 dargestellten Vorrichtung.
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Die Fig. i zeigt schematisch einen Reiniger io für ein Schlammwassersieb
ii, eine Schwimmervorrichtung 12 für die Steuerung des Reinigers io. 13 zeigt einen
selbsttätig wirkenden Schalter, der die Stromleitung 1q. mit einem für den Antrieb
des Reinigers io bestimmten Motor 15 verbindet. Der Hauptschalter 13 wird durch
einen Steuerstromkreis 16 entweder selbsttätig durch einen Quecksilberschalter 17
des Schwimmerreglers oder wahlweise durch einen Druckknopfschalter 18 gesteuert.
Ein besonderer Halteschalter 18a kann durch die Bewegung des Reinigers io bewegt
werden.
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Der Schwimmerregler 12 besteht aus Schwimmern ig und 2o (Fig. 2),
die in besonderen röhrenförmigen Schwimmerkammern 21 und 22 angeordnet sind. Diese
Kammern befinden sich in dem Betonfundament 23 und haben Verbindungsleitungen 24
und 25, durch welche sie mit dem zugehörigen Flüssigkeitsstand kommunizieren. Die
Flüssigkeit befindet sich vor und hinter dem Siebrost in einem Schlammwasserkanal26,
und mit 27 und 28 ist der Wasserspiegel bei niedrigem oder hohem Wasserstand angegeben.
Jeder Schwimmer ig und 2o besitzt ein mittleres Rohr 3o, durch welches sich eine
Schwimmerstange 31 und 32 erstreckt. Jede Schwimmerstange trägt an ihrem unteren
Ende den Schwimmer und ist mit ihrem oberen Ende durch einen Hebel 33 mit
der anderen verbunden. Jede der Stangen 31 und 32 ist in einem Paar von Lagern 34
35 und 36, 37 geführt, die z. B. auf einem Haltebrett 38 befestigt sind, das durch
Säulen 39 und 4o getragen wird, die wieder durch Ankerbolzen 41 und da auf dem Betonfundament
befestigt sind. Der Hebel 33 trägt auf seinem mittleren Teil den Quecksilberschalter
17, der von üblicher Ausführung sein kann und aus einer Glasröhre 43 (Fig. 4) mit
zwei sich nach unten erstreckenden Rohrstutzen 44 und 45 besteht, die mit den biegsamen
Leitungen oder Kabeln 46, 47 verbunden und mit der notwendigen Menge Quecksilber
gefüllt sind. Das Glasrohr 43 wird durch Schellen 48 gehalten, welche auf einer
Grundplatte 49 befestigt sind. Diese Grundplatte 49 ist vermittels eines Bolzens
5o (Fig. 6) und einer Flügelschraube 5i mit Unterlagscheiben 52 verstellbar auf
dem Hebel 33 angebracht und kann entsprechend der Gradeinteilung 53 verstellt werden.
Durch eine Verbindungstafel 54 auf dem Hebel 33 und durch biegsame Kabel
55 ist der Quecksilberschalter mit dem Steuerstromkreis 16 verbunden. In Fig. 4
ist der Quecksilberschalter in offener (ausgeschalteter) Stellung gezeigt, während
Fig. 5 die geschlossene Stellung zeigt.
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Die Arbeitsweise der Schwimmerreglungsvorrichtung ist folgende: Der
Flüssigkeitsspiegel in beiden Schwihlmerkammern steigt gleichmäßig an, wenn sich
der Flüssigkeitsstand im Kanal erhöht. Dabei wird keine Bewegung der Steuervorrichtung
bewirkt, weil die Flüssigkeit die beiden Schwimmer nur gleichmäßig mit den Schwimmerstangen
und dem Hebel 33 hebt, der Hebel 33 aber in derselben, d. h. in seiner ersten Neigungsstellung
verbleibt. Wenn dagegen infolge einer Verstopfung des Siebes ein Höhenunterschied
zwischen dem Flüssigkeitsstand vor dem Siebrost und demjenigen hinter dem Sieb eintritt,
so werden sich die Schwimmer ig und 2o verschieden hoch einstellen, und der Hebel
33 wird sich in die untere, in Fig. 2 gestrichelt gezeichnete, geneigte Stellung
bewegen, so daß der Quecksilberschalter gekippt und der Kontakt herbeigeführt wird.
Dadurch wird der Siebreiniger in Tätigkeit gebracht. Die bewegliche Kabelverbindung
55 erlaubt sowohl eine ungehinderte Aufundab- als auch eine Drehbewegung des Hebels
33. Wenn der Quecksilberschalter geschlossen wird, so schaltet er den Hauptschalter
13 und damit den Antriebsmotor 15 ein.
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Man wird _ den Reiniger erst dann wieder anhalten, wenn die Wasserspiegel
vor und hinter dem Rostsieb gleich hoch sind. Deshalb ist ein besonderer Halteschalter
vorgesehen, welcher den Reiniger anhält, nachdem er eine bestimmte Bewegung ausgeführt
hat. Dies kann ein gewöhnlicher Ausschalter sein, welcher durch den Reiniger io
selbst betätigt wird, wenn dieser beispielsweise eine volle Umdrehung gemacht hat.
Diese Anordnung schützt davor, daß der Reiniger eineu zu
kurzen
Zeitraum arbeitet, wie es eintreten könnte, wenn seine Bewegung allein vom Öffnen
und Schließen des Quecksilberschalters abhängig wäre. Denn es ist leicht einzusehen,
daß der Quecksilberschalter, nachdem er einmal geschlossen ist, sich sehr rasch
wieder öffnen würde, wenn die Wasserspiegel vor und hinter dem Rostsieb sich ausgleichen,
ohne daß dabei der Reiniger den Siebrost wirklich gereinigt hat.
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Im vorstehenden wurde nur ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert,
das leicht in verschiedener Weise abgeändert werden kann, ohne daß der Rahmen der
Erfindung dabei überschritten wird. Beispielsweise sind als Träger der Schwimmer
Stangen gezeigt worden. Statt dieser können aber auch Ketten oder andere biegsame
Zugorgane verwendet werden, bei denen das Gewicht des Schwimmers bei niedrigem Wasserstand
für die Betätigung des Hebels dient.
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Schließlich könnte auch eine Verbindung aus Flaschenzügen mit Gegengewichten
zum selben Zweck verwendet. werden.