DE60658C - Mefsvorrichtung zur Bestimmung des Augenbrechzustandes mit der Schattenprobe ohne Rechnung - Google Patents

Mefsvorrichtung zur Bestimmung des Augenbrechzustandes mit der Schattenprobe ohne Rechnung

Info

Publication number
DE60658C
DE60658C DENDAT60658D DE60658DA DE60658C DE 60658 C DE60658 C DE 60658C DE NDAT60658 D DENDAT60658 D DE NDAT60658D DE 60658D A DE60658D A DE 60658DA DE 60658 C DE60658 C DE 60658C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
eye
shadow
mirror
determining
condition
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT60658D
Other languages
English (en)
Original Assignee
Dr. A. ROTH, Stabsarzt, in Berlin N.W., Friedrichstr. 140
Publication of DE60658C publication Critical patent/DE60658C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B3/00Apparatus for testing the eyes; Instruments for examining the eyes
    • A61B3/02Subjective types, i.e. testing apparatus requiring the active assistance of the patient
    • A61B3/028Subjective types, i.e. testing apparatus requiring the active assistance of the patient for testing visual acuity; for determination of refraction, e.g. phoropters
    • A61B3/04Trial frames; Sets of lenses for use therewith

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Medical Informatics (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • Ophthalmology & Optometry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Heart & Thoracic Surgery (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Surgery (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Eye Examination Apparatus (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 42: Instrumente.
Das Verfahren, welches bei dem Instrument zur Anwendung kommt, ist seit dem Jahre 1873 als Retinoskopie, Skiaskopie oder Schattenprobe bekannt. Die Art, in welcher dieses Verfahren bis jetzt angewendet wurde, ist folgendes :
Der' Patient sitzt neben einer Lampe; der Arzt, vor ihm sitzend, wirft .. das Licht der Lampe mit einem gestielten, runden Planspiegel in das zu untersuchende Auge. Der Arzt beobachtet das Auge durch ein Loch in der Mitte des Spiegels. Sobald der Spiegel Licht in das Auge wirft, sieht der Arzt die sonst dunkle Pupille des Patienten hellroth leuchten. Dreht nun der Arzt den Spiegel um die Achse des senkrecht gehaltenen Griffes hin und her, so sieht er die Pupille bald hell, bald dunkel werden. Der Schatten, welcher dabei dem Licht folgt, hat eine bestimmte Richtung, und diese Richtung in der Bewegung des Schattens ist für die Untersuchung das Mafsgebende.
Angenommen nämlich, es handelt sich um Kurzsichtigkeit in dem Grade, dafs der Fernpunkt des Auges in 25 cm Entfernung liegt, so sieht der Arzt, so lange sein Auge weiter als 25 cm vom untersuchten Auge entfernt ist, den Schatten in einer Richtung gehen, welche den Drehungen des Spiegels entgegengesetzt ist. Ist jedoch die Distanz beider Augen kleiner als 25 cm, so geht der Schatten in derselben Richtung, wie der Spiegel gedreht wird. Der Arzt sucht nun unter fortwährenden leichten Drehungen des Spiegels von rechts nach links und von links nach rechts diejenige Distanz auf, in welcher ein Schattenwechsel stattfindet, d. h. in welcher der gegenläufige Schatten in den mitläufigen umschlägt. Dieser Schattenwechsel findet im Fernpunkt des kurzsichtigen Auges, im vorstehend angenommenen Falle 25 cm vom Auge, statt. Allgemein gilt nun der Satz, dafs, wo der Schattenwechsel beobachtet wird, die Lage des Fernpunktes sich befindet. . Mit der mefsbaren Entfernung des Fernpunktes ist das Mafs der Kurzsichtigkeit gegeben. Da nur der Kurzsichtige in endlicher Entfernung einen Fernpunkt besitzt, wird der Brechzustarid des Weitsichtigen wie auch des Normalsichtigen in der Weise gemessen, dafs man durch ein Convexglas künstlich Kurzsichtigkeit erzeugt. Z.B. wird einem zu Untersuchenden ein Convexglas von 10 Dioptrien (10 cm Brennweite) vor das Auge gehalten, und man findet den Schattenwechsel im Brennpunkt des Glases, d. h. in 10 cm, so ist das Auge normalsichtig (emetropisch). Findet jedoch der Arzt den Fernpunkt in 25 cm, entsprechend einer Kurzsichtigkeit von
100
25
= 4D.
(d. h. 4 Dioptrien), so liegt eine Weitsichtigkeit von 6 D. vor. Hochgradig Kurzsichtige, deren Fernpunkt in 10 cm und weniger Entfernung liegt, würde man nur schwer und ungenau direct untersuchen können; diesen benimmt man deshalb durch ein vorgehaltenes Concavglas einen Theil ihrer Kurzsichtigkeit. Findet man z. B. nach Correctur durch Concavglas 6 D. eine Kurzsichtigkeit von 7 D., so liegt thatsächlich eine Kurzsichtigkeit von 13 D. vor. Das zur Skiaskopie bisher dienende Instrumentarium war folgendes:
1. ein Planspiegel bekannter Construction mit runder, centraler Durchbohrung;
2. ein Mefsband mit Centimetertheilung;
3· eine Anzahl einzelner convexer und concaver Linsen. '
Das von mir erfundene Instrument bietet folgende Vortheile:
1. es macht jede Rechnung überflüssig;
2. es giebt vermöge seiner besonderen Con-· struction seines Spiegels einen leichter erkennbaren Schatten wechsel;
■ 3. es ermöglicht ein rasches und bequemes Wechseln der Linsen.
In Fig. ι der beiliegenden Zeichnung ist die Vorrichtung in ihrer Gesammtanordnung dargestellt. Fig. 2 zeigt die Rückseite des Bandes a der Fig. 1, Fig. 3 die Hinteransicht des Spiegels b nebst Anordnung der Kapsel c im Rahmen d und Fig. 4 die Vorderansicht des Spiegels b.
Der Spiegel b ist ein runder Glasplanspiegel, in dessen hintere Metallschutzplatte ein Loch e gedrückt ist.' Der Belag des Spiegels ist von f bis g in Gestalt eines ca. 0,8 mm breiten Streifens fortradirt, so dafs im Spiegel eine entsprechende durchsichtige, wenig Licht zurückwerfende . Spalte h entsteht. Dieser Spiegel giebt einen sehr schmalen, horizontalen Schatten, dessen Bewegungen, weil sie horizontal verlaufen, unsichtbar sind. Durch Vorlage einer H elm ho Iz'sehen Glasscheibe habe ich die Intensität des Schattens bis auf ein sehr geringes Mafs abgeschwächt.
Das bisher gebräuchliche runde Loch erzeugt bei der Untersuchung einen das Gesichtsfeld stark verdunkelnden und durch seine Bewegungen störenden Schatten. Die Abhängigkeit dieses Schattens von dem Spiegelloch war bisher nicht bekannt.
Der Spiegel ist in den Rahmen d eingeschraubt, an welchem auch der Stiel i befestigt ist. Der Rahmen trägt ferner in Körnerspitzen gelagert die Bandkapsel c. Durch Druck auf den Knopf k kann das Mefsband arretirt bezw. freigegeben werden.
Das Mefsband zeigt auf jeder Seite drei, im Ganzen also sechs Farbenstreifen, wodurch sechs einzelne Mefsbänder entstehen. Beispielsweise sind folgende Farben gewählt: Obere Seite: blau, weifs, roth; untere Seite: grün, gelb, braun. Das freie Ende des Mefsbandes a ist. mittelst Oese / an dem Halter m der Glaslinsenrosefte R befestigt. Die Linsen sind strahlen- oder rosettenartig in ihrer Fassung angeordnet. Letztere ist drehbar mit dem Halter m verbunden. Auf der Fassung ist bei jeder Linse die correspondirende Farbe des Mefsbandes sowie der Brennpunkt der Linse angebracht. Bei vorliegendem Instrument sind folgende Linsen gewählt: + ι ο + 6 + 2, — 2 — 6 — ίο Dioptrien.
Fafst man den Rosettenhalter m zwischen Daumen und Mittelfinger, so kann man mit dem Zeigefinger ein Glas nach dem anderen mit Leichtigkeit an eine bestimmte Stelle drehen.
Wie ersichtlich, ermöglicht die beschriebene Anordnung der Glaslinsen deren Wechsel in gleichbleibender Entfernung vor dem zu untersuchenden Auge mit einer bisher nicht erreichten Einfachheit.
Die Eintheilung des Mefsbandes beruht auf folgendem:
Ein kurzsichtiges Auge hat seinen Fernpunkt in endlicher Entfernung, und zwar beträgt. der Fernpunktsabstand bei — 1 D. 100 cm, ·—2D. 50 cm, ■— 3D. 33,3 cm u. s f.
Hiernach läfst sich als Grundtypus ein Mefsband construiren, welches die Bezeichnungen trägt: — ι D. bei 100 cm, — 2 D. bei 50 cm u. s. w.
Mifst man mit Hülfe von Linsen, so mufs der Werth dieser Linsen vom Ergebnifs dieses typischen Mefsbandes subtrahirt werden. Be-' nutzt man z. B. Linse + 2 D., so mufs das zugehörige Mefsband bei 50 cm die Bezeichnung ο tragen, d. h. 2 — 2. Bei 20 cm (— 5 D.) wird notirt — 3D. (denn — 5 D. weniger + 2 D. ergiebt — 3 D.). Das zu + 2 gehörige Band mifst die Werthe für mäfsige Grade von Kurzsichtigkeit (bis etwa — 4 D.). Weitsichtigkeit wird je nach dem· Grade gemessen mit den Gläsern -j- 6 und + 10.
Höhere Grade von Kurzsichtigkeit werden zunächst durch Concavgläser zum Theil corrigirt, d. h. der Fernpunkt hinausgerückt.
Findet man dann z. B. bei Anwendung von Linse — 10 D. den Fernpunkt in 33,3 cm, einer Entfernung, die ohne Correctionslinse -— 3D. bedeuten würde, so liegt thatsächlich nicht — 3 D., sondern — 13 D. vor:
— 3 — (— 10) = — (3 + 10) = — 13.
Das Mefsband für + 10 zeigt also bei 33,3 cm Dioptrien Kurzsichtigkeit an.
Somit haben alle Mefsbänder gemeinsam die Theilung in 50, 33,3 u. s. w. cm, jedoch hat jedes derselben an diesen Stellen seine besonderen, für die zugehörige Linse berechneten Zahlen.
An Stelle der Gläser + 1 o, + 6, + 2, — 2, — .6, —10 können auch andere Linsen zur Verwendung kommen. Da + 10 nur bis + 8 D. mifst, könnte man je nach Bedarf für höhere Weitsichtigkeit statt +10 ein stärkeres Glas einstellen. Hiernach müfste das Mefsband entsprechend verändert werden. Statt sechs Linsen würde auch eine Rosette mit sieben Linsen (z. B. als siebente + 14) herstellbar sein.
Durch solche Aenderungen würde das Wesen der Construction unberührt bleiben.
Da endlich jeder Werth statt in Dioptrien auch in Zoll ausgedrückt werden kann, so habe ich ein zweites Mefsband für solche Aerzte hergestellt, welche gewöhnt sind, nach dem Zollsystem zu rechnen. Die sechs Metersystemlinsen (es könnten Zollsystemlinsen sein) bleiben beim Zollmefsband an ihrem Platz.
Die Zollwerthe sind nach der bekannten Formel
1—j- = —r berechnet und in den üblichen
ab/
Ganzen und Bruchtheilen auf den einzelnen Bändern verzeichnet. Die Abmessungen liegen hier nicht bei 50,0, 33,3 u. s. w. cm, sondern z. B. auf dem zur Linse — 6D. gehörigen
ι "
Mefsband für π— in 7,6 Zoll Entfernung
von der Linse.
31A
Auf Mefsband für +10 D. liegt +V10" 6,1 Zoll von der Linse u. s. w. Das Zollmeisband ist im Princip dasselbe wie dasjenige für Dioptrien.
Die Messung hat sich zu erstrecken auf den Abstand der Linsenebene von der Hornhautebene des beobachtenden Auges. Da das Band nur bis zum Eintritt in den Schlitz der Kapsel sichtbar ist, dieser Schlitz jedoch von der betreffenden Hornhautebene1 einen gewissen Abstand hat (etwa 3 cm), so würde das Resultat, beim Eintritt des Mefsbandes in den Schlitz abgelesen, um 3 cm zu klein ausfallen. Damit nun das Mefsband beim Schlitz dennoch das richtige Ergebnifs zeigt, ist es an seinem freien Ende um 3 cm gekürzt (es beginnt mit 3 cm und endigt 3 cm vor dem Ziel).
Bei Benutzung meines Instrumentes verfährt man wie folgt:. Man stellt eines der Gläser vor das zu untersuchende Auge und sucht einen Schattenwechselpunkt zu finden. Ergiebt sich kein solcher, so versucht man es mit einem anderen Glas. Ist ein Schattenwechselpunkt gefunden, so wird das Mefsband festgestellt und man liest auf demjenigen Mefsband, welches die Farbe der benutzten Linse trägt, das Ergebnifs ab.

Claims (1)

  1. P a tent-Anspruch:
    Mefsvorrichtung zur Bestimmung des Augenbrechzustandes mit der Schattenprobe (Skiaskopie), bei der die unmittelbare Ablesung des Brechzustandes, ohne vorherige Rechnung, durch ein Mefsband ermöglicht wird, das in verschiedenfarbige Längsstreifen abgetheilt ist, von denen jeder ein besonderes Mefsband für je eine bestimmte Linse darstellt, welche Linsen in einem drehbaren Stern am Ende des Mefsbandes befestigt sind und Fassungen besitzen, die dieselben Farben haben wie die zugehörigen Mefsbandstreifen.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT60658D Mefsvorrichtung zur Bestimmung des Augenbrechzustandes mit der Schattenprobe ohne Rechnung Expired - Lifetime DE60658C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE60658C true DE60658C (de)

Family

ID=334776

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT60658D Expired - Lifetime DE60658C (de) Mefsvorrichtung zur Bestimmung des Augenbrechzustandes mit der Schattenprobe ohne Rechnung

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE60658C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE921597C (de) * 1952-11-07 1954-12-23 Heinrich Dr Med Sachtleben Skiaskopierspiegel

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE921597C (de) * 1952-11-07 1954-12-23 Heinrich Dr Med Sachtleben Skiaskopierspiegel

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3650185T2 (de) Polarisierungslinse, undurchlässig für ultraviolette strahlung und blaues licht.
DE4407547A1 (de) Körper aus transparentem Material mit einer Markierung und Verfahren zu dessen Herstellung
DE3015488C2 (de)
DE3040009A1 (de) Augenuntersuchungsgeraet
DE1143648B (de) Ophthalmometer
DE3503271A1 (de) Vorrichtung zum messen der zum anbringen von brillenglaesern in einem brillengestell erforderlichen parameter
EP0492044B1 (de) Sehtestgerät
DE2353862A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur entspannung der akkommodation eines auges
DE69029246T2 (de) Teststreifen für Tränen
DE10217543B4 (de) Verfahren zur spektrometrischen Bestimmung der Sauerstoffsättigung von Blut in Gegenwart optischer Störgrößen
DE60658C (de) Mefsvorrichtung zur Bestimmung des Augenbrechzustandes mit der Schattenprobe ohne Rechnung
DE102016008885B4 (de) Schmuckstück mit ATR-Spektrometer und Kit mit dem Schmuckstück
DE1772660B2 (de) Optisches element zur veraenderung der optischen wirkung eines augenglases
DE539515C (de) Verfahren und Geraet zur Bestimmung der Hornhautkruemmung
EP3402386B1 (de) Verfahren zur sehzeichendarstellung und sehzeichengerät
DE19823780C1 (de) Vorrichtung zur Verbesserung und zur Behandlung der Sehkraft und die Anwendung der Vorrichtung
CH139225A (de) Lichtfilter.
DE2842133C2 (de) Verfahren und Hilfsgerät zur Bestimmung der Durchblickstellen an Brillengläsern
DE1958480A1 (de) Vorrichtung zur Kompensation einer quantitativ bestimmten Farbenfehlsichtigkeit
DE686062C (de) AEnderung eines Optometers mit positiver Linse und einem laengs der Achse derselben verschienbbaren Pruefobjekt
DE581474C (de) Vorrichtung zur Refraktionsbestimmung des Auges
DE375491C (de) Beidaeugiges Augenglas zum gleichzeitigen Gebrauch fuer Naehe und Ferne
DE2427733A1 (de) Verfahren und geraet zur gesichtsfeldbestimmung
DE709746C (de) Vorrichtung zur Bestimmung der Refraktion des Auges
DE658307C (de) Tafel zur Feststellung des Astigmatismus beim menschlichen Auge