DE604847C - Verfahren zur Herabsetzung des Fluessigkeitsgehaltes von viele Kapillarraeume enthaltenden Stoffen - Google Patents

Verfahren zur Herabsetzung des Fluessigkeitsgehaltes von viele Kapillarraeume enthaltenden Stoffen

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DE604847C
DE604847C DEB142472D DEB0142472D DE604847C DE 604847 C DE604847 C DE 604847C DE B142472 D DEB142472 D DE B142472D DE B0142472 D DEB0142472 D DE B0142472D DE 604847 C DE604847 C DE 604847C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10FDRYING OR WORKING-UP OF PEAT
    • C10F5/00Drying or de-watering peat

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Sludge (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes von viele Kapillarräume enthaltenden Stoffen Die Erfindung bezieht sich im allgemeinen auf ein Verfahren zur Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes von viele Kapillarräume enthaltenden Stoffen und besonders auf ein Verfahren zum Auspressen von Frischtorf, Kohlenschlamm u. dgl.
  • Es ist bekannt, daß es viele Stoffe gibt, in welchen Wasser oder andere Flüssigkeiten in ähnlicher Weise festgehalten werden wie das Wasser im Frischtorf; der Einfachheit halber wird die Erfindung jedoch erklärt werden, indem beschrieben wird, in welcher Weise Frischtorf in einfacher und ökonomischer Weise vom Wasser befreit werden kann.
  • Der Frischtorf besteht .aus mehr oder weniger verwesten Pflanzenstoffen und weiter aus W asser. Das im Frischtorf enthaltene Wasser, dessen Menge gewöhnlich 85 bis 94 a/o des Torfgewichts beträgt, ist innerhalb der Wände der früheren Pflanzenzellen oder in Kapillarräumen eingeschlossen, welche letztere durch Auf- und Gegeneinanderliegen der Pflanzenzellen entstanden sind, während auch in den sich in der Torfmasse befindenden Hohlräumen Wasser enthalten ist.
  • Es ist bekannt, daß man aus natürlichem Frischtorf durch die einfache Anwendung von nicht sehr hohen Drucken nur einen kleinen Teil des Wassers entfernen kann und daß dies außerdem nur dann möglich ist, wenn man diesen Druck während mehrerer Stunden ausübt. Die Erfindung beruht nunmehr auf der Erkenntnis, daß das Wasser in ökonomischer Weise entfernt werden kann, und zwar dadurch, daß in der Masse ein Zustand herbeigeführt wird, in welchem das in dem Frischtorf eingeschlossene Wasser sich unter dem Einfluß der im Wasser selbst anwesenden Kräfte nach außen bewegt.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung zur Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes von vielea Kapillarräume enthaltenden Stoffen ist dadurch gekennzeichnet, daß unter gleichzeitiger Ausübung eines mechanischen Druckes auf die Masse durch direkte Erhitzung der Masse an der Flüssigkeitsaustritts$äche mittels heißer Flüssigkeiten oder Gase und Kühlung des Innern oder eines von beiden. ein Temperaturunterschied zwischen der Masse und den Ausflußstellen der Flüssigkeit herbeigeführt und aufrechterhalten oder die Masse bei den Ausflußstellen mit Flüssigkeiten in Berührung gebracht wird, welche eine größere Affinität für die zu entfernende Flüssigkeit besitzen als das Material, aus dem diese entfernt werden soll.
  • Es wurde nämlich gefunden, daß durch deal Temperaturunterschied zwischen dem Innern der Masse und den Ausflußstellen der Flüssigkeit bzw. durch die Berührung mit der Flüssigkeit, die eine größere Affinität für die zu entfernende Flüssigkeit besitzt, ein Gefälle des tangentiellen Druckes längs der Wände der Kapillaren hervorgerufen wird, und zwar derart, daß der tangentielle Druck in der Masse in der Richtung zur Flüssigkeitsaustrittsfläche kleiner wird.
  • Durch die Herabsetzung des tangentiellen Druckes an der Stelle, wo die Flüssigkeit aus den Kapillaren treten soll, also an den Flüssigkeitsaustrittsflächen, wird die in den Kapillarräumen enthaltene Flüssigkeit in der Richtung des Gefälles des tangentiellen Druckes aus den Xapillaren austreten.
  • Der Begriff tangentielller Druck ist schon vor etwa 3 o Jahren von v a n d e r W aal s benutzt. Eine ausführliche Abhandlung über den tangentiellen Druck findet sich in der Zeitschrift für physikalische Chemie 1927, Heft i und 2, sowie in The Proceedings of the Koninklijke Academie van Wetenschappen, Amsterdam, Band 23, Nr. 2, S. i.
  • Unter Ausübung eines mechanischen Drukkes in vorliegendem Verfahren werden diejenigen Preßverfahren verstanden, bei denen der Preßdruck mittels eines fest-en Körpers, z. B. eines Stempels, auf die Masse ausgeübt wird; ein derartiger mechanischer Druck kommt z. B. bei Absaugeverfahren nicht in Frage, die somit von der vorliegenden Erfindung nicht getroffen werden.
  • Zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung kann man das erforderliche Druckgefälle herbeiführen, indem man dafür Sorge trägt; daß an der Stelle, an der man das Wasser aus der Masse fließen lassen will, die Temperatur höher ist als innerhalb der zu entwässernden Masse und darauf achtet, daß ein passender Temperaturunterschied nach Möglichkeit aufrechterhalten wird. Die Größe des erhaltenen Gefälles des tangentiellen Druckes ist von den gewählten Temperaturen abhängig, während die mittlere Temperatur auch eine Rolle spielt. Mit Hilfe dieses durch Temperaturunterschiede erhaltenen tangentiellen Druckgefälles kann man bei einer gewissen Preßkraft bei richtiger Wahl der Temperaturen mehr Wasser aus dem Frischtorf entfernen, als ohne Anwendung der Erfindung möglich wäre. Zum Aufrechterhalten des gewünschten Temperaturunterschiedes ist verhältnismäßig wenig Energie erforderlich, so daß in dieser Weise ohne bedeutende Kosten eine weitgehende Entwässerung erreicht werden kann.
  • Erwünschtenfalls kann die Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes durch das oben beschriebene Verfahren noch durch die an sich bekannte Anwendung eines elektroendosmotischen oder kataphoretischen Effektes unterstützt werden.
  • Wenn man ein Faß, welches eine mit wasserdurchlässigen Öffnungen versehene Wand hat, mit natürlichem oder noch besser mit fein zerkleinertem Frischtorf füllt, welcher z. B. eine Temperatur von i o° C hat, und die Entwässerungsfläche z. B. bis ioo° C erhitzt, indem heißes Wasser oder ein heißes Gas entlang derselben geführt wird, so wird bei Ausübung eines Druckes auf die Frischtorfmasse unter dem Einfluß des durch die einseitige Erhitzung entstandenen Gefälles des tangentiellen Druckes Wasser aus dem Frischtorf hinausfließen. Um den Temperaturunterschied in der Masse möglichst aufrechtzuerhalten, kann man zu gleicher Zeit das Innere der Masse absichtlich kühl halten, während man die Masse an den Entwässerungsflächen erhitzt. Des weiteren kann man die Geschwindigkeit der Entwässerung der Masse vergrößern, indem man gleichzeitig an mehreren Stellen der Masse Temperaturunterschiede hervorruft. Man kann z. B. in einem weiten Fasse mit gelochter Wand in einer gewissen Entfernung von der Wand viele geschlossene Rohre oder Röhrchen anordnen, durch welche man eine kalte Flüssigkeit fließen läßt, und zu gleicher Zeit die Entwässerungsfläche erhitzen; auch kann man in einem großen Fasse abwechselnd durchlochte Rohre, durch welche heiße Flüssigkeiten oder Gase geführt werden, und nichtdurchlochte, gekühlte Rohre anordnen.
  • Man kann die Flüssigkeitsaustrittsfläche in verschiedener Weise erhitzen; es ist gleichgültig, in welcher Weise diese Erhitzung stattfindet. Man kann z. B. dabei Rauchgase, Dampf, warme Flüssigkeiten, heiße Luft oder andere erhitzte Gase verwenden, oder man kann die Erhitzung durch Strahlung, durch direkte Flammen oder durch die Verwendung elektrischer Energie herbeiführen, vorausgesetzt, daß man dafür sorgt, daß ein passender Temperaturunterschied in der Masse aufrechterhalten bleibt.
  • Gemäß der Erfindung kann man die Unterschiede in dem tangentiellen Druck auch dadurch hervorrufen, daß man die Masse an der Flüssigkeitsaustrittsfläche mit Flüssigkeiten, welche eine größere Affinität für die zu entfernende Flüssigkeit haben als die Masse selbst, in Berührung bringt.
  • Es sei noch erwähnt, daß eine Verschmerung der Öffnungen der Entwässerungsflächen nicht aufzutreten braucht, solange die Flüssigkeit unter dem Einfluß der Druckunterschiede in tangentieller Richtung nach außen fließt und der jeweils ;ausgeübte äußere Druck unter einer durch die Konsistenz und die weiteren Eigenschaften der Masse bestimmten Grenze bleibt.
  • Der durch Anwendung des Verfahrens laut der Erfindung erhaltene technische Fortschritt geht aus dem nachfolgenden Versuch hervor: Man füllt i oo g fein zerkleinerten Frischtorfes von etwa 9o % Feuchtigkeitsgehalt in ein Faß, dessen Wände mit Schlitzen versehen sind, und führt die heißen Verbrennungsgase eines Bunsenbrenners der durchlochten Wand entlang, bis eine Dampfentwicklung einsetzt. Wenn man nunmehr unter Aufrechterhaltung einer Temperatur von etwa i oo° C an der Wasseraustrittsfläche einen allmählich steigenden .äußeren Druck auf die Masse ausübt, so kann man bis etwa So o/o des Gesamtgewichtes des,Frischtorfes an Wasser auspressen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herabsetzung des Flüs: sigkeitsgehaltes von viele Kapillarräume enthaltenden Stoffen, -wie z. B. Frischtorf, Kohlenschlamm u. dgl., dadurch gekerm,-zeichnet, daß unter gleichzeitiger Ausübung eines mechanischen Druckes auf die Masse durch direkte Erhitzung der Masse an der Flüssigkeitsaustrittsfläche mittels heißer Flüssigkeiten oder Gase und Kühlung des Innern oder eines von beiden .ein Temperaturunterschied zwischen der Masse und den Ausflußstellen der Flüssigkeit herbeigeführt und aufrechterhalten oder die Masse bei den Ausflußstellen mit Flüssigkeiten in Berührung gebracht wird, welche -eine größere Affinität für die zu entfernende Flüssigkeit besitzen als das Material, aus dem diese entfernt werden soll.
DEB142472D 1929-03-09 1929-03-09 Verfahren zur Herabsetzung des Fluessigkeitsgehaltes von viele Kapillarraeume enthaltenden Stoffen Expired DE604847C (de)

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