DE60460C - Verfahren und Apparat zur Darstellung von Kohlensäure aus Mineralien - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Darstellung von Kohlensäure aus MineralienInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das ' vorliegende Verfahren bezweckt die
Gewinnung von Kohlensäure aus Mineralien, namentlich aus kohlensaurem Kalk, aus den
Magnesiten, Dolomiten und den verschiedenen Verbindungen derselben. Dafs diese Mineralien
bei hoher Hitze ihre Kohlensäure abgeben, ist bekannt. Zur Ausführung des vorliegenden
Verfahrens wird aber eine besondere Erscheinung benutzt, welche bisher nicht bekannt
war. Wird nämlich die Erhitzung der genannten Mineralien in geschlossenen Retorten
vorgenommen j so erhält die Kohlensäure eine bedeutende Spannung, die schnell auf mehrere
Atmosphären steigt. Wird nun die Retorte mit einem geschlossenen Rohr verbunden, dergestalt,
dafs dieses gewissermafsen eine Verlängerung der Retorte bildet, so kann man
den in der Retorte entwickelten Druck benutzen, um die Kohlensäure in dem erwähnten
Rohr, wenn dieses entsprechend abgekühlt wird, zu verdichten. Der1 Erfinder ha-t ferner
gefunden, dafs die Abscheidung der Kohlensäure unmittelbar eintritt, wenn die Mineralien,
fein vertheilt, in Pulverform, mit entsprechend erhitzten Oberflächen in Berührung kommen
und die Kohlensäure vermag dann infolge
ihrer Spannung durch die in ihrem Wege befindlichen Massen des Beschickungsstoffes hindurchzudringen.
Der verbleibende Rückstand bildet eine nicht mehr wie vorher das Pulver
mehlartig zusammenhängende Masse, sondern ist so locker und leicht beweglich wie trockener
Sand. .. ■
Die vorstehend gekennzeichneten Eigenschaften der betreffenden -Mineralien benutzt
der Erfinder zur Ausführung des Verfahrens unter Benutzung des auf der Zeichnung dargestellten
Apparates, worin die Erhitzung der gepulverten Mineralien in senkrechten Retorten
geschieht.
Der Ofen zur Erhitzung der Retorten ist folgendermafsen eingerichtet. Die Retorten,
welche aus Eisen oder feuerfestem Material bestehen, sind in beliebiger Anzahl iri einen
ovalen, aus feuerfesten Stoffen hergestellten Raum α eingesetzt, wobei ihr Zwischenraum
zweckmäfsig mit feuerfesten, Steinen, wie Asbest, Sand oder dergleichen ausgefüllt sein kann.
Die Erhitzung der Retorten auf Roth- oder Weifsglut geschieht mittelst des schrauben-.
förmig um den Raum α herumlaufenden Heizkanals d, durch welchen .die Heizgase von
einer oder mehreren Feuerstellen c nach dem Schornstein ziehen. ...
Die Retorten münden oben in einen Behälter h, auf dessen Boden sie mit einem
Flantsch ruhen. Mit ihrem unteren Ende führen sie gut schliefsend durch ein in das
Ofenwerk eingefügtes Schliefsstück hindurch inden unteren Raumy. Alle Retorten sind nach
oben offen und unten mit einem Abschliefser g versehen, durch den man den Inhalt der
Retorte in beliebigen Zeiträumen ablassen kann.
Der Behälter h dient zur Beschickung der Retorten und mufs immer mit einer genügenden
Menge Röstgut gefüllt sein, damit der
Claims (1)
- Betrieb keine Unterbrechung erleidet. Man könnte das Beschickungsgut unmittelbar in diesen Behälter schütten. Damit der Betrieb des Apparates aber in ununterbrochener Weise vor sich gehen kann und keine erheblichen Kohlensäureverluste beim Beschicken des Behälters h entstehen, befindet sich zweckmäfsig über dem Deckel h1 desselben ein zweiter Behälter k zum Vorfüllen, der von dem unteren durch einen Abschliefser Z getrennt und durch den Deckel k1 geschlossen ist. Die Deckel h1 und k1 sind mit Wasserdichtungen oder auf andere Weise luftdicht auf die Behälter h und k aufgebracht. In den Behältern h und k sammelt sich auch die aus den Retorten entweichende Kohlensäure, welche durch die Beschickungsmasse emporsteigt, diese vorwärmt und durch die Röhren ii] weiter geleitet wird. In einer gekühlten, einseitig geschlossenen Rohranlage kann dann die Kohlensäure bei entsprechender Abkühlung durch den in dem Apparat, wie oben beschrieben, herrschenden Druck oder durch Compressoren in den FlUssigkeitszustand übergeführt werden.Die Beschickung mit dem zu röstenden Pulver erfolgt in der Weise, dafs das Material in den Behälter k geschüttet wird, während man die Verbindung nach dem Behälter h durch die Abschlufsvorrichtung / abstellt. Danach schliefst man den oberen Behälter und öffnet den Durchgang, so dafs das gepulverte Material frei nach unten fallen kann. Jetzt kann die Kohlensäure durch die eingeschüttete Masse auch in den oberen Behälter dringen; sie entweicht von hier aus durch das Abzugsrohr i1. Auf diese Weise läfst sich der Betrieb ununterbrochen mit nur ganz geringem Kohlensäureverlust durchführen.Um die aus dem Behälter h in die Retorten fliefsende Masse zu nöthigen, an den glühenden Wänden der Retorten nieder zu streichen, kann man, wie dargestellt, in denselben einen festen, centralen Kern anordnen, der z. B. aus einer oben offenen Röhre bestehen kann, wie auf der Zeichnung angegeben. Beim Betriebe füllt sich die Röhre schnell mit dem Röstgut, welches darin als todte Masse bleibt.. Es bleibt also nur ein ringförmiger Raum, in dem die Masse durch das Eigengewicht niedergleitet. Doch läfst sich das Niederbewegen auch durch eine mechanische Einrichtung, beispielsweise durch eine Förderschraube an Stelle des centralen Kerns bewerkstelligen. Die aufsteigende Kohlensäure dient gleichzeitig zum Vorwärmen des Grundstoffes. Da das ausgebrannte Material, wie oben auseinandergesetzt, so leicht flüssig wie feiner Sand wird, so kann man die ausgebrannte Masse durch Oeffnen des Verschlusses g von Zeit zu Zeit ablassen. Die ausgeglühte Masse fällt dann in den Raum f.Man hat es also ganz in der Hand, die Zeit zu bestimmen, wie lange der Grundstoff der Glühhitze ausgesetzt werden soll. Die Glühdauer hängt natürlich von der Breite des ringförmigen Raumes bezw. von der Dicke der Lage des Grundstoffes ab; man mufs ferner eine um so höhere Glühhitze anwenden, je dicker die Lage des Masse ist, weil dieselbe einen schlechten Wärmeleiter bildet. Da man aber die Breite des Ringes auf ein geringstes Mafs bringen kann, so ergiebt sich, dafs sich die Entwickelung der Kohlensäure bei dem kleinstmöglichen Aufwand an Hitze oder Feuerungsmaterial bewirken läfst. Für den Betrieb kommt zu diesem Vortheil der des ununterbrochenen Betriebes, wodurch auch die nöthige Arbeitskraft zum Füllen und Entleeren sich auf ein Geringstes beschränkt, sowie das leichte Auswechseln der Retorten, ohne dafs das Feuer gelöscht zu werden braucht und der Betrieb erheblich gestört wird. Das Auswechseln geschieht von oben. .In dem Deckel hl des Behälters h sind noch Stangen m 1 dicht verschiebbar angeordnet, welche unten den Deckel m für die Retorten tragen. Mit Hülfe dieser Einrichtung läfst sich jede einzelne Retorte aufser Gebrauch setzen. Die gewonnene Kohlensäure mufs in dem Behälter h eine mehrere Meter hohe Lage des gepulverten Materials durchziehen, wodurch sie sich sehr stark abkühlt. Wird kohlensaurer Kalk oder Magnesit geröstet so erweisen sich die als Rückstand gewonnenen Massen gebrannter Kalk oder Magnesia, als von besonderer Güte. Ersterer zeigt sich als aufserordentlich . aufnahmefähig für Feuchtigkeit (hygroskopisch), so dafs. derselbe bei der Eisfabrikation in der Luftleere einen vorzüglichen Grundstoff bildet. Jedes Kilogramm vermag das zwei- bis dreifache Gewicht Eis zu liefern, und der für diesen Zweck gebrauchte gebrannte Kalk findet dann noch als Mörtel seine gewöhnliche Verwendung. Die gewonnene Magnesia ist stark cementhaltig und erweist sich als ein sehr brauchbares Product.Pateντ-Ansprüche:i. Verfahren zur Gewinnung von Kohlensäure hoher Spannung in einem geschlossenen Raum durch Glühen von Kohlensäure hergebenden Mineralien in solcher Weise, dafs dieselben in dünnen Schichten über senkrechte oder schräge glühende Flächen fortgeleitet oder fortbewegt werden, während man die ausgeglühte und alsdann leicht wie Sand fliefsende Masse zeitweilig am Ende der Glühfläche aus dem Raum abläfst, so dafs sich ein ununterbrochener Betrieb ergiebt.Zur Ausführung des unter i. angegebenen Verfahrens eine Retortenanlage, deren unten mit Abschlufs (g) und oben in den Vorraths- und Druckbehälter (h) mündende Retorten zur Bildung der dünnen Schicht mit einem centralen Kern versehen sind, der entweder fest oder zur Erleichterung der Fortbewegung der Masse drehbar ist und im letzteren Falle durch eine Förderschnecke ersetzt sein kann, wobei die ununterbrochene Beschickung durch die beiden luftdicht verschliefsbaren, über einander gesetzten und durch einen Abschliefser (I) getrennten Behälter (h k) geschieht, welche beide mit Kohlensäureableitungsröhren (i P) verbunden sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE60460C true DE60460C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1029813B (de) * | 1955-07-26 | 1958-05-14 | Diamond Alkali Co | Verfahren zur Herstellung von Ammoniaksoda |
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