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Niederfrequenzübertrager Die Erfindung betrifft Transformatoren, die
als Übertrager beim Verstärken elektrischer Schwingungen u. a. in der drahtlosen
Telegraphie oder Telephonie verwendet werden. Beim Nachmessen der üblichen Niederfrequenzübertrager
zeigt sich, daß infolge von Streuung Resonanzspitzen auftreten, die, besonders wenn
sie im hörbaren Frequenzbereich liegen, für die Verwendung in der drahtlosen Telephonie
große Nachteile ergeben. Es ist besonders für die Zwecke der drahtlosen Telephonie
erwünscht, daß alle Hörfrequenzen gleichmäßig verstärkt werden und nicht ein bestimmter
Frequenzbereich eine größere Verstärkung erfährt als die anderen Frequenzen. Die
Erfindung hat den Zweck,. einen Übertrager zu schaffen, der die Frequenzen, für
die er. gebaut ist, alle gleichmäßig oder nahezu gleichmäßig verstärkt.
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Es ist bekannt, zu diesem Zweck die eine oder beide Wicklungen aus
Widerstandsdraht herzustellen, und es ist auch schon vorgeschlagen worden, die Wicklungen
von Niederfrequenztransformatoren aus Eisendraht herzustellen.
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Bei dem Übertrager gemäß der Erfindung wird zur Unterdrückung der
Resonanzspitzen an der oberen Grenze der Hörfrequenzen der Draht für wenigstens
eine der Wicklungen aus hTickel hergestellt. Nickel ebenso auch Eisen haben nämlich
die Eigenschaft, daß infolge einer Erhöhung der Hautwirkung die Impedanz mit der
Frequenz zunimmt, so daß besonders Resonanzspitzen, die bei den hohen Frequenzen
auftreten -würden, durch den Draht aus dein. magnetischen Stoff unterdrückt werden.
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Nickel weist gegenüber Eisen den wesentlichen Vorteil. auf, daß auf
Grund seiner vorzüglichen mechanischen Eigenschaften die aus ihm hergestellten Drähte
derart dünn ausgezogen werden können, daß die-- Resonanzspitze leicht an die obere
Grenze der Hörfrequenzen verlegt werden kann, was mit Eisendraht nicht möglich ist.
Der Übertrager kann dabei derart ausgebildet werden, daß die Impedanz an dieser
oberen Grenze um so viel zugenommen hat, daß die Spitze nicht nur abgeflacht wird,
sondern daß auch die Verstärkungskurve am Ende des abgeflachten Teils scharf abfällt,
so daß über der erwähnten Höchstgrenze liegende Frequenzen nicht mehr verstärkt
werden. Bei einem solchen Übertrager werden also ausschließlich die innerhalb des
Bereichs des Übertragers liegenden Schwingungen verstärkt. Der Draht
aus
Nickel kann sowohl für die Primär- als auch für die Sekundärwicklung verwendet werden.
Baut man jedoch Transformatoren, die als Zwischenübertrager zwischen den Verstärkerstufen
eines Empfangsgeräts verwendet werden, so wird man für die Primärwicklung zweckmäßig
einen Draht mit niedrigem spezifischem Widerstand und für die Sekundärwicklung den
Draht nach der Erfindung verwenden.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand einer graphischen Darstellung
näher erläutert. Darin bezeichnen die Abszissen die Frequenzen und die Ordinaten
die Verstärkung. Vier Kurven sind aufgetragen, die j e mit I, II, III und IV bezeichnet
sind.
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Kurve I stellt die Verstärkungskurve eines gewöhnlichen Übertragers
mit einer Resonanzspitze bei etwa io ooo Hertz dar. Aus der graphischen Darstellung
ergibt sich, daß eine Frequenz von ioooo Hertz etwa zweieinbalbmal soviel verstärkt
wird als eine Frequenz von iooo Hertz. Wird ein solcher Übertrager m einem Empfangsgerät
verwendet, so tritt das hinderliche Pfeifen auf.
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Kurve Il bezieht sich auf einen Übertrager mit einer Sekundärwicklung
aus Widerstandsdraht (Nickelchrom). Wie sich aus ihr ergibt, ist die Spitze ganz
verschwunden, die Kurve verläuft aber derart, daß bei iooo Hertz schon ein allmähliches
Fallen nach den höheren Frequenzen hin auftritt. Treibt man den Widerstand noch
höher, so erhält man den Verlauf der Kurve III, die noch ungünstiger ist und bei
der z. B. Frequenzen von Sooo Hertz zweimal sowenig verstärkt werden als eine Frequenz
von 6oo Hertz. Wie sich aus den Kurven II und III ergibt, ist die Verstärkung zwar
über den ganzen Bereich gleichmäßiger als bei Kurve I, fällt aber allmählich nach
den hohen Frequenzen hin ab.
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Kurve IV stellt schließlich den Verlauf eines Übertragers mit einer
Sekundärwicklung aus magnetischem Stoff dar. Die Spitze ist ganz abgeflacht, jedoch
weit günstiger als bei Kurve Il und III. Die Kurve fällt an der oberen Grenze des
hörbaren Bereichs, also ungefähr bei einer Frequenz von io ooo Hertz, steil ab.
Infolge der starken Zunahme des Drahtwiderstandes mit der Frequenz wird das Abfallen
der Kurve auf einen sehr kleinen Frequenzbereich zusammengedrängt, so daß, praktisch
gesagt, Schwingungen von io ooo Hertz noch gut, Schwingungen von ii ooo Hertz aber
nur wenig verstärkt werden. Durch richtige Wahl des Drahtes hat man es in der Hand,
vorzügliche Übertrager in der Weise herzustellen, daß man die Resonanzspitze des
Übertragers ungefähr an die Höchstgrenze des Frequenzbereichs verlegt, für den der
Übertrager gebaut worden ist, während man durch den magnetischen Drahtstoff, wie
oben erwähnt, eine Abflachung der Kurve erzielt, die sich an den gleichmäßigen Verlauf
der Verstärkungskurve anpaßt, wobei oberhalb der oberen Hörgrenze eine so hohe Impedanz
auftritt, daß alle noch höher liegenden Frequenzen nicht mehr verstärkt werden.