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Die
vorliegende Erfindung betrifft Lipoxin-A4 und
Analoge zur Verwendung in ophthalmischen Zusammensetzungen, die
beim Behandeln trockener Augen verwendbar sind.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Trockene
Augen, auch im Allgemeinen als Keratoconjunctivitis sicca bekannt,
sind eine übliche
ophthalmologische Störung,
die jedes Jahr Millionen von Amerikanern befällt. Der Zustand ist besonders
weit verbreitet unter postmenopausalen Frauen aufgrund der hormonalen
Veränderungen
infolge der Wechseljahre. Trockene Augen können eine Person in unterschiedlicher
Stärke
befallen. In milden Fällen
kann ein Patient Brennen, ein Gefühl von Trockenheit und anhaltende
Reizung, wie sie oft von kleinen Körpern, die sich zwischen dem
Augenlid und der Augenoberfläche
festsetzen, hervorgerufen wird, empfinden. In schweren Fällen kann
das Sehen wesentlich beeinträchtigt
werden. Andere Erkrankungen, wie Sjogren's Krankheit und cicatriciales Pemphigoid,
können
sich auch durch Komplikationen trockener Augen äußern.
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Das
trockene Auge besteht aus einer Vielzahl von Zuständen unterschiedlichen
Ursprungs, welche den Tränenfilm
und die Augenoberfläche
beeinträchtigen.
Trockene Augen sind eine Störung
des precornealen Tränenfilms
aufgrund Tränenmangels
oder übermäßiger Tränenverdunstung,
was die Schädigung
der interpalpebralen okularen Oberfläche verursacht und mit Symptomen
von Unannehmlichkeit im Auge verbunden ist. Symptome, die Brennen,
Stechen und Photophobien einschließen, sind mit klinischen Anzeichen
von interpalpebraler Oberflächenschädigung und
Hyperosmolarität
von Träneninstabilität ver bunden.
Trockene Augen sind eine Folge einer Vielzahl von pathogenen Ursachen
und beeinträchtigen
Personen mit einem breiten Schweregrad. Der gemeinsame Nenner bei
Patienten mit trockenen Augen ist jedoch der Zerfall des okularen Tränenfilms,
was zu einer Entwässerung
und Schädigung
der freiliegenden Augenoberfläche
führt.
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Trockene
Augen treten bei Patienten mit Sjogren-Syndrom auf, eine Autoimmunerkrankung,
die die Tränendrüse zerstört und die
Tränenproduktion
vermindert. Ungefähr
75% der Menschen mit einem Alter über 65 leiden an trockenen
Augen, da die Tränenproduktion
mit dem normalen Alterungsprozess sinkt. Hormonale Veränderungen,
die während
der Schwangerschaft, Lactation, oralen Verwendung von Kontrazeptiva,
Menstruation und Menopause auftreten, können trockene Augen verursachen.
Trockene Augen können
auftreten, wenn Veränderungen
der okularen Oberfläche
bei rheumatischer Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenabnormalitäten, Asthma,
Katarakten, Glaukomen und Lupus auftreten. Medikationen, die trockene
Augen durch Senken der Tränenproduktion
induzieren, schließen
Antidepressiva, Decongestantien, Antihistaminika, Antihypertensiva,
orale Kontrazeptiva, Diuretika und Antigeschwürmittel ein. Trockene Augen
können
sich beim Aussetzen von Rauch, Fluoreszenzlicht, Luftverschmutzung,
Wind, Heizern, Klimaanlagen, ergeben. Fehlendes Blinzeln während der
Arbeit am Computer kann Anzeichen und Symptome von trockenen Augen
hervorrufen. Der Zustand kann vom Leben in einem trockenen Klima
oder Aussetzen trockenen Bedingungen, wie in Flugverkehr, herrühren. Trockene
Augen können
sich aus ungewöhnlicher
Gesichtsanatomie, die das Blinzeln beeinträchtigt, oder Unregelmäßigkeiten
der Cornea, die zu ungleichmäßiger Tränenverteilung
führt,
ergeben. Eine verminderte Erzeugung von Tränenflüssigkeit findet bei einer Infektion
oder Entzündung
der Meibomdrüsen
statt, die zu übermäßiger Tränenverdampfung
führt.
Verminderte corneale Empfindlichkeit kann auch zu unzureichendem
Reflextränen
und vermindertem Blinzeln führen.
Dies kann im Ergebnis einer Augenverletzung, beispielsweise Nervenschädigung aufgrund
der Klappenbildung bei chirurgischen LASIK-Verfahren oder aufgrund
der cornealen Photoablation, die durch solche Verfahren bewirkt
wird, oder bei schwerer Keratitis oder übermäßigem Tragen von Kontaktlinsen
stattfinden.
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Obwohl
es scheint, dass trockene Augen von einer Vielzahl von nicht zuordenbaren
pathogenen Ursachen stammen können,
teilen alle Präsentationen
der Komplikation eine gemeinsame Wirkung; das heißt, den
Zerfall des pre-okularen Tränenfilms,
welcher zur Entwässerung
der freiliegenden äußeren Oberfläche des Auges
und vielen vorstehend ausgewiesenen Symptomen fuhrt (Lemp. Report
of the National Eye Institute/Industry Workshop on Clinical Trials
in Dry Eyes, The CLAO Journal, Band 21, Nummer 4, Seiten 221–231 (1995)).
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Die
Mediziner haben verschiedene Ausätze
zur Behandlung von trockenen Augen unternommen. Ein üblicher
Ansatz besteht darin, den okularen Tränenfilm unter Verwendung von
so genannten künstlichen
Tränen,
die über
das Auge eingeträufelt
wurden, über
den Tag zu ergänzen
und zu stabilisieren. Andere Ansätze schließen die
Verwendung von okularen Einsätzen,
die ein Tränensubstitut
oder eine Stimulierung von endogener Tränenproduktion bereitstellen,
ein.
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Beispiele
des Tränensubstitutionsansatzes
schließen
die Verwendung von gepufferten, isotonischen Salzlösungen,
wässrigen
Lösungen,
die in Wasser lösliche
Polymere enthalten, welche die Lösungen
viskoser machen und somit weniger leicht durch das Auge abgestoßen werden,
ein. Der Tränenwiederaufbau
ist auch durch Bereitstellen von einer oder mehreren Komponenten
des Tränenfilms,
wie Phospholipide und Öle,
unternommen worden. Von Phospholipidzusammensetzungen wurde gezeigt,
dass sie beim Behandeln von trockenem Auge verwendbar sind; siehe
beispielsweise McCulley und Shine, Tear film structure and dry eye, Contactologia,
Band 20(4), Seiten 145–-49 (1998); und Shine
und McCulley, Keratoconjunctivitis sicca, associated wich meibomian
secretion polar lipid abnormality, Archives of Ophthalmology, Band
116(7), Seiten 849–52 (1998).
Beispiele für
Phospholipid-Zusammensetzungen für
die Behandlung von trockenem Auge werden in US-Patenten 4 131 651
(Shah et al.), 4 370 325 (Packman), 4 409 205 (Shively), 4 744 980
und 4 883 658 (Holly), 4 914 088 (Glonek), 5 075 104 (Gressel et
al.), 5 278 151 (Korb et al.), 5 294 607 (Glonek et al.), 5 371
108 (Korb et al.) und 5 578 586 (Glonek et al.) offenbart. US-Patent
5 174 988 (Mautone et al.) offenbart Phospholipid-Arzneimittel-freisetzende
Systeme, die Phospholipide, Treibmittel und einen Wirkstoff einbeziehen.
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US-Patent
3 991 759 (Urquhart) offenbart die Verwendung von Okulareinschüben bei
der Behandlung von trockenen Augen. Andere Halbfeststofftherapie
hat die Verabreichung von Carrageenanen (US-Patent 5 403 841 (Lang))
eingeschlossen, welche bei Kontakt mit natürlich auftretendem Tränenfilm
geliert.
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Ein
weiterer Ansatz beinhaltet die Bereitstellung von gleitenden Substanzen
anstelle von künstlichen Tränen. Beispielsweise
offenbart US-Patent 4 818 537 (Guo) die Verwendung einer gleitenden,
auf Liposom basierenden Zusammensetzung, und US-Patent 5 800 807
(Hu et al.) offenbart Zusammensetzungen, die Glycerin und Propylenglycol
zum Behandeln von trockenen Augen enthalten.
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Neben
den vorstehenden Bemühungen,
die hauptsächlich
auf die Linderung der mit trockenem Auge verbundenen Symptome gerichtet
sind, wurden Methoden und Zusammensetzungen, die auf die Behandlung des
dem trockenen Auge zugrunde liegenden Zustands gerichtet sind, ebenfalls
verfolgt. Beispielsweise offenbart US-Patent 5 041 434 (Lubkin)
die Verwendung von Sexualsteroiden, wie konjugierten Östrogenen,
um den Zustand von trockenen Augen bei post-menopausalen Frauen
zu behandeln; US-Patent 5 290 572 (McKeen) offenbart die Verwendung
von fein verteilten Calciumionen-Zusammensetzungen zum Stimulieren von
pre-okularer Tränenfilmproduktion;
und US-Patent 4 966 773 (Gressel et al.) offenbart die Verwendung
von mikrofeinen Teilchen von einem oder mehreren Retinoiden für okulare
Gewebsnormalisierung.
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Obwohl
diese Ansätze
einigermaßen
erfolgreich waren, verbleiben immer noch Probleme bei der Behandlung
von trockenen Augen. Die Verwendung von Tränensubstituten, die zeitweilig
wirksam ist, erfordert im Allgemeinen wiederholte Anwendung im Laufe
der Wachzeit des Patienten. Es ist nicht unüblich, dass ein Patient eine
künstliche
Tränenlösung zehn-
bis zwanzigmal im Verlauf des Tages anwenden muss. Ein solches Unterfangen
ist nicht nur unterbrechend und zeitaufwändig, sondern auch potenziell
sehr teuer.
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Die
Verwendung von Okulareinsätzen
ist auch problematisch. Neben den Kosten sind sie häufig unhandlich
und unbequem. Weiterhin können
sie als in das Auge eingeführte
Fremdkörper
eine Quelle für
Verunreinigung sein, die zu Infektionen führt. In Situationen, in denen
der Einsatz nicht selbst einen Tränenfilm produziert und freisetzt,
müssen
künstliche
Tränen
noch auf einer regelmäßigen und
häufigen
Grundlage eingeträufelt
werden.
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Mucine
sind Proteine, die mit auf Glucosamin basierenden Einheiten stark
glycosyliert sind. Mucine liefern schützende und gleitende Effekte
auf Epithelialzellen, insbesondere jene von Schleimhautmembranen. Von
Mucinen wurde gezeigt, dass sie durch Vesikel ausgeschieden werden
und auf der Oberfläche
des konjunktivalen Epitheliums von menschlichen Augen abgegeben
werden (Greiner et al., Mucus Secretory Vesicles in Conjunctival
Epithelial Cells of Wearers of Contact Lenses, Archives of Ophthalmology,
Band 98, Seiten 1843–-1846 (1980); und
Dilly et al., Surface Changes in the Anaesthetic Conjunctiva in
Man, with Special Reference to the Production of Mucus from a Non-Goblet-Cell
Source, British Journal of Ophthalmology, Band 65, Seiten 833–842 (1981)).
Eine Vielzahl von vom Menschen stammenden Mucinen, die in dem apicalen
und subapicalen cornealen Epithelium vorliegen, wurde gefunden und
geklont (Watanabe et al., Human Corneal and Conjunctival Epithelia
Produce a Mucin-Like Glycoprotein for the Apical Surface, Investigative
Ophthalmology and Visual Science, Band 36, Nummer 2, Seiten 337–344 (1995)).
Kürzlich fand
Watanabe ein neues Mucin, welches über die Cornea-apicalen und -subapicalen
Zellen sowie das konjunktivale Epithelium des menschlichen Auges
ausgeschieden wird (Watanabe et al., IOVS, Band 36, Nummer 2, Seiten
337–344
(1995)). Diese Mucine sorgen für
ein Gleiten und ziehen außerdem
zusätzlich
Feuchtigkeit und sebazöses
Material für
das Gleiten und die corneale Brechung des Lichts an und halten diese.
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Mucine
werden auch in anderen Teilen des Körpers erzeugt und ausgeschieden,
einschließlich
Lungenluftwegsdurchgänge,
und spezieller von Kelchzellen, die zwischen trachealen/bronchialen
Epithelialzellen angeordnet sind. Von bestimmten Arachidonsäuremetaboliten
wurde gezeigt, dass sie Mucinproduktion in diesen Zellen stimulieren.
Yanni teilte die erhöhte
Sekretion von mucosalen Glycoproteinen in der Rattenlunge durch
Hydroxyeicosatetraensäure-(„HETE")-Derivate (Yanni
et al., Effect of Intravenously Administered Lipoxygenase Metabolites
on Rat Tracheal Mucous Gel Layer Thickness, International Archives
of Allergy And Applied Immunology, Band 90, Seiten 307–309 (1989))
mit. In ähnlicher
Weise hat Marom die Erzeugung von mucosalen Glycoproteinen in der
Lunge des Menschen durch HETE-Derivate (Marom et al., Human Airway
Monohydroxy-eicosatetraenoic Acid Generation and Mucous Release,
Journal of Clinical Investigation, Band 72, Seiten 122–127 (1983))
mitgeteilt.
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Mittel,
von denen vorgegeben wird, dass sie die okulare Mucin- und/oder
Tränenproduktion
erhöhen, schließen vasoaktives
Intestinalpolypeptid (Dartt et al., Vasoactive intestinal peptide-stimulated
glycoconjugate secretion from conjunctival goblet cells, Experimental
Eye Research, Band 63, Seiten 27–34 (1996)), Gefarnat (Nakmura
et al., Gefarnate stimulates secretion of mucin-like glycoproteins
by corneal epithelium in vitro and protects corneal epithelium from
dessication in vivo, Experimental Eye Research, Band 65, Seiten
569–574 (1997),
Liposome (US-Patent 4 818 537), Androgene (US-Patent 5 620 921),
Melanozyten-stimulierende Hormone (US-Patent 4 868 154), Phosphodiesteraseinhibitoren
(US-Patent 4 753 945) und Retinoide (US-Patent 5 455 265) ein. Vielen
von diesen Verbindungen oder Behandlungen fehlt jedoch Spezifizität, Wirksamkeit
und Stärke
und keines von diesen Mitteln wurde als therapeutisch verwendbares
Produkt zum Behandeln von trockenen Augen und verwandten Erkrankungen
der Augenoberfläche
auf den Markt gebracht.
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US-Patent
5 696 166 (Yanni et al.) offenbart Zusammensetzungen, die natürlich vorkommende
HETE's oder Derivate
davon enthalten und Verfahren der Anwendung zum Behandeln von trockenen
Augen. Yanni et al. fanden, dass Zusammensetzungen, die HETE's umfassen, bei Verabreichung
an einen Patienten die okulare Mucinsekretion erhöhen, und
sind somit bei der Behandlung von trockenem Auge verwendbar.
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Es
ist bekannt, dass unter bestimmten Bedingungen 15-HETE durch aktivierte
Leukozyten zu Lipoxin-A4 umgewandelt werden
können
(Serhan, C.N., Bioch. Biophys. Acta, Band 1004, Seite 158 (1989);
Serhan, C.N., et al., J. Biol. Chem., Band 261, Seite 16340 (1986)).
Es wurde auch gefunden, dass Aspirinbehandlung von aktivierten Leukozyten
die Biosynthese von 15-epi-Lipoxin-A4 aus
Arachidonsäure über das
Zwischenprodukt von 15R-HETE induziert (Serhan, N. et al., J. Pharmacol.
Exp. Ther., Band 287, Seite 779 (1998) und Serhan, N. et al., Clin.
Chem. Lab. Med., Band 37, Seite 299 (1999), und dass entzündliche
Prozesse zu okularen Oberflächenabnormalitäten bei
trockenen Augen-Bedingungen beitragen können. Stern ME, et al., A unified
theory of the role of the ocular surface in dry eye, In: Sullivan
et al., Hrsg. Lacrinal Gland, Tear Film and Dry Eye Syndromes 2,
New York, Plenum, 1998, Seiten 643–-651. Die Expression von proentzündlichen
Zytokinen in Tränen
(Pflugfelder SC, et al., Altered cytokine balance in the tear fluid
and conjunctiva of patients with Sjögren's syndrome keratoconjunctivitis sicca,
Curr. Eye Res. 19(3):201–211
(1999) und von Markern der Entzündung
auf der Augenoberfläche
von Patienten mit Sjögren
und Nicht-Sjögren-Keratoconjunctivitis
sicca wurde mitgeteilt (Baudouin C, et al., Flow cytometry in Impression
Cytology Specimens: A new method for evaluation of conjunctival
inflammation. Invest Ophthalmol. Vis. Sci. 38:1458–1464 (1997))
und von anti-entzündlichen
Steroiden wurde die therapeutische Wirksamkeit bei Patienten mit
trockenen Augen gezeigt (Marsh P und Pflugfelder SC, Topical nonpreserved
methylprednisolone therapy for keratoconjunctivitis sicca in Sjögren's syndrome, Ophthalmology,
106:811–816
(1999)). Keine der vorangehenden Literaturstellen offenbart jedoch
oder schlägt
einen Antientzündungsbeitrag
von Lipoxin-A4 zu der Konservierung von cornealer Integrität in dem
Modell des trockenen Auges vor.
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Im
Hinblick auf das Vorangehende gibt es einen Bedarf für eine wirksame,
geeignete Behandlung für das
trockene Auge, die in der Lage ist, die Symptome zu lindern sowie
die zugrundeliegenden physikalischen und physiologischen Mängel des
trockenen Auges zu behandeln.
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KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung ist auf Zusammensetzungen gerichtet, die bei
der Behandlung von Erkrankungen des Trockenen-Augen-Typs und Störungen,
die das Benetzen des Auges erfordern, verwendbar sind. Insbesondere
offenbart die vorliegende Erfindung Lipoxin-A4 und
seine Analoge, wobei bevorzugte Zusammensetzungen davon typischerweise örtlich auf
das Auge für
die Behandlung von trockenem Auge verabreicht werden.
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BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
IM EINZELNEN
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Die
vorliegende Erfindung ist auf Zusammensetzungen gerichtet, die Lipoxin-A
4 und Analoge enthalten, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus:
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
können
auch in Phospholipide, wie Glycerylester oder Sphingomyelinamide,
eingearbeitet werden. Phospholipidsphingomyelinamide der erfindungsgemäßen Verbindungen
werden typischerweise eine erfindungsgemäße Verbindung umfassen, die über ihr
Kohlenstoffatom-1 des Carboxylats an die Aminogruppe des Sphingomyelingerüsts amidiert
ist. Die Phospholipidester umfassen verschiedene Phospholipide.
Phospholipidester der erfindungsgemäßen Verbindungen werden typischerweise eine über das
Kohlenstoffatom-1 des Carboxylats veresterte Verbindung an der Sn-1-
oder Sn-2-Position des Alkohols oder beiden des Glyceringerüsts des
Phospholipids umfassen. Wenn die Sn-1- oder Sn-2-Position der Glycerylesterklasse
keinen Ester einer erfindungsgemäßen Verbindung
enthält,
dann werden solche Kohlenstoffpositionen des Glyceringerüsts eine
Methylen-, Ether- oder
Estereinheit, die an ein substituiertes oder unsubstituiertes C12-30-Alkyl oder Alkenyl (die Alkenylgruppe,
die eine oder mehrere Doppelbindungen enthält); Alkyl(cycloalkyl)alkyl;
Alkyl(cycloalkyl); Alkyl(heteroaryl); Alkyl(heteroaryl)-alkyl; oder Alkyl-M-Q,
gebunden ist, worin der Substituent Alkyl, Halogen, Hydroxy oder
funktionell modifiziertes Hydroxy darstellt; M O oder S darstellt
und Q H, Alkyl, Alkyl(cycloalkyl)alkyl, Alkyl(cycloalkyl), Alkyl(heteroaryl)
oder Alkyl(heteroaryl)alkyl darstellt, umfassen. Jedoch mindestens
eine der Sn-1- oder Sn-2-Position des Alkohols des Glyceringerüsts muss einen
Ester mit einer erfindungsgemäßen Verbindung über das
Kohlenstoffatom-1 des Carboxylats von dem Letzteren bilden. Bevorzugte
erfindungsgemäße Phospholipidverbindungsester
sind vom Phosphatidylethanolamin-, Phosphatidylcholin-, Phosphatidylserin-
und Phosphatidylinosittyp. Die besonders bevorzugten Phospholipidester
der Formel (I) umfassen eine Verbindung der Formel (I), die über ihr
Kohlenstoffatom-1-carboxylat an dem Alkohol an der Sn-2-Position
des Phosphatidylcholins, Phosphatidylethanolamins oder Phosphatidylinosits
verestert ist. Die Phospholipidester der Formel (I) und Sphingomyelinamide
können
unter Verwendung verschiedener Phospholipidsyntheseverfahren, die
auf dem Fachgebiet bekannt sind, synthetisiert werden; siehe beispielsweise
Tsai et al., Biochemistry, Band 27, Seite 4619 (1988') und Dennis et al.,
Biochemistry, Band 32, Seite 10185 (1993).
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Eingeschlossen
in den Umfang der vorliegenden Erfindung sind die einzelnen Enantiomere
der Verbindung 3 der vorliegenden Erfindung sowie ihre racemischen
und nichtracemischen Gemische. Die einzelnen Enantiomere können enantioselektiv
aus dem geeigneten enantiomer reinen oder angereicherten Ausgangsmaterial
mit Hilfe jener, wie vorstehend beschrieben, synthetisiert werden.
Alternativ können
sie enantioselektiv aus racemischen/nicht-racemischen oder achiralen
Ausgangsmaterialien synthetisiert werden. (Asymmetric Synthesis;
J. D. Morrison und J.W. Scott, Hrsg.; Academic Press Publishers:
New York, 1983–1985,
Bände 1–5; Principles
of Asymmetric Synthesis; R.E. Gawley und J. Aube, Hrsg.; Elsevier
Publishers: Amsterdam, 1996). Sie können auch aus racemischen und
nicht-racemischen Gemischen durch eine Vielzahl von bekannten Verfahren,
beispielsweise durch Reinigung einer Probe durch chirale HPLC (A
Practical Guide to Chiral Separations by HPLC; G. Subramanian, Hrsg.;
VCH Publishers: New York, 1994; Chiral Separations by HPLC; A.M.
Krstulovic, Hrsg.; Ellis Horwood Ltd. Publishers, 1989) oder durch
enantioselektive Hydrolyse einer Carbonsäureesterprobe durch ein Enzym
(Ohno, M.; Otsuka, M., Organic Reactions, Band 37, Seite 1 (1989))
isoliert werden. Der Fachmann wird einschätzen, dass racemische und nicht-racemische
Gemische durch verschiedene Mittel erhalten werden können, einschließlich, ohne
Begrenzung, nicht-enantioselektiver Synthese, teilweiser Auftrennung
oder auch Mischproben mit verschiedenen enantiomeren Verhältnissen.
Abweichungen von solchen Details können innerhalb des Umfangs
der beigefügten
Ansprüche,
ohne von den Prinzipien der Erfindung abzuweichen und ohne Einbuße ihrer
Vorteile, erfolgen. Auch eingeschlossen in den Umfang der vorliegenden
Erfindung sind die einzelnen Isomeren, die im Wesentlichen frei
von ihren entsprechenden Enantiomeren sind.
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Wenn
hierin verwendet, bedeuten die Begriffe „pharmazeutisch verträgliches
Salz", „pharmazeutisch verträglicher
Ester" und „pharmazeutisch
verträglicher
Thioester" beliebiges
Salz, Ester bzw. Thioester, die zur therapeutischen Verabreichung
an einen Patienten durch ein beliebiges herkömmliches Mittel, ohne wesentliche
Verschlechterung von Gesundheitskonsequenzen, geeignet sein würde; und „ophthalmisch
verträgliches Salz", „ophthalmisch
verträglicher
Ester" und „ophthalmisch
verträglicher
Thioester" bedeuten
beliebiges pharmazeutisch verträgliches
Salz, Ester bzw. Thioester, die für eine ophthalmische Anwendung;
das heißt nicht-toxisch
und nicht-reizend, geeignet sein würden.
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Unter
den beanspruchten Verbindungen sind die nachstehenden Verbindungen
1–6; Verbindung
1 (Lipoxin-A4) ist kommerziell von Cayman
Chemical Co. (Ann Arbor, Michigan) und von Sigma Chemical Co. (St. Louis,
Missouri) erhältlich,
während
Verbindungen 2–6
wie in US-Patent 5 441 951 und der Internationalen PCT-Anmeldung
WO94/29262-A1 hergestellt werden können. Zusätzliche Literaturstellen, die
andere (nicht trockene Augen betreffende) biologische Wirksamkeiten
der einzelnen Verbindungen offenbaren, sind wie in der nachstehenden
Tabelle ausgewiesen.
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Salzformen
der Verbindungen der Formel (I) sind bevorzugt, da angenommen wird,
dass die reinen Salze stabiler sind als die entsprechenden reinen
Säuren.
Bevorzugte Salze der vorliegenden Erfindung sind jene, worin das
endständige
Carboxylat der Formel (I) (d.h., worin R1 CO2R darstellt) ein Salz mit Kationen bildet,
ausgewählt
aus: Na+, K+, NH4 +, Ben zyltrimethylammoniumion,
Tetrabutylammoniumion und Phenyltrimethylammoniumion.
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Wie
hierin nachstehend ausgewiesen, bezieht sich der Begriff „erfindungsgemäße Verbindungen" auf die vorstehend
beschriebenen Verbindungen. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen umfassen
eine oder mehrere Verbindungen und einen pharmazeutisch verträglichen
Träger.
Die Zusammensetzungen werden gemäß auf dem
Fachgebiet bekannter Verfahren für
den jeweiligen Verabreichungsweg, der zur Prävention, Behandlung oder Linderung
der einzelnen Zielerkrankung oder Störung gewünscht ist, formuliert. Wenn hierin
verwendet, bezieht sich der Begriff „pharmazeutisch verträglicher
Träger" auf eine beliebige
Formulierung, die sicher ist und eine geeignete Freisetzung einer
wirksamen Menge von einer oder mehreren erfindungsgemäßen Verbindungen
für die
Prävention,
Behandlung oder Linderung der Zielerkrankung oder Störung bereitstellt.
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Wenn
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff „pharmazeutisch wirksame Menge" auf eine Menge von
einer oder mehreren erfindungsgemäßen Verbindungen, die, wenn
an einen Patienten verabreicht, eine Erkrankung oder Störung oder
damit verbundene Zustände
verhindert, behandelt oder lindert. Wenn hierin verwendet, bezieht
sich „eine
ophthalmisch wirksame Menge" auf
eine Menge von einer oder mehreren erfindungsgemäßen Verbindungen, die, wenn
an einen Patienten verabreicht, eine ophthalmische Erkrankung oder Störung oder
damit verbundene Zustände
verhindert, behandelt oder lindert. Für die Behandlung von Glaukom und/oder
okularem Bluthochdruck wird eine solche wirksame Menge den intraokularen
Druck („IOP") senken und/oder
die damit verbundenen Zustände
lindern. Wenn hierin verwendet, bezieht sich „eine wirksame Menge zum Behandeln
von Glaukom und/oder okularem Bluthochdruck" auf eine Menge von einer oder mehreren
erfindungsgemäßen Verbindungen,
die, wenn an einen Patienten verabreicht, IOP senkt und/oder die
damit verbundenen Zustände
lindert. Für
die Behandlung von trockenen Augen wird eine solche wirksame Menge
die Sekretion von Mucin in das Auge stimulieren und so mit bei Verabreichung
an das Auge die Zustände
von trockenen Augen beseitigen oder verbessern. Wenn hierin verwendet,
bezieht sich „eine
wirksame Menge zum Behandeln von trockenen Augen" auf eine Menge von einer oder mehreren
erfindungsgemäßen Verbindungen,
die, wenn an einen Patienten verabreicht, die Erkrankung oder Störung eines
trockenen Auges oder damit verbundene Zustände verhindert, behandelt oder
lindert. Im Allgemeinen werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in einer Zusammensetzung
der vorliegenden Erfindung in einem Konzentrationsbereich von 0,00001
bis 10 Gewichtsprozent/Volumen („% Gewicht/Volumen") enthalten sein.
Bevorzugte ophthalmische Zusammensetzungen, einschließlich Zusammensetzungen
zur Behandlung von trockenen Augen, werden eine oder mehrere erfindungsgemäße Verbindungen
in einer Konzentration von 0,00001–0,01 % Gewicht/Volumen enthalten.
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Die
vorliegende Erfindung ist insbesondere auf Zusammensetzungen gerichtet,
die bei der Behandlung von trockenem Auge verwendbar sind. Vorzugsweise
werden solche Zusammensetzungen als Lösungen, Suspensionen und andere
Dosierungsformen zur örtlichen
Verabreichung formuliert. Wässrige
Lösungen
sind im Allgemeinen bevorzugt, da sie auf einer einfachen Formulierung,
biologischer Kompatibilität
(insbesondere im Hinblick auf das zu behandelnde Übel, beispielsweise
Erkrankungen und Störungen
vom Trockenen-Augen-Typ) sowie auf der Fähigkeit der Patienten zu einer
einfachen Verabreichung solcher Zusammensetzungen mit Hilfe des
Einträufelns
von einem bis zwei Tropfen der Lösungen
in die befallenen Augen basieren. Jedoch können Zusammensetzungen auch
Suspensionen, viskose oder halb-viskose Gele oder andere Arten von
festen oder halbfesten Zusammensetzungen sein. Suspensionen können für die erfindungsgemäßen Verbindungen,
die weniger in Wasser löslich
sind, bevorzugt sein.
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Vorzugsweise
werden die erfindungsgemäßen ophthalmischen
Zusammensetzungen auch Ethanol enthalten. Wenn hierin verwendet,
bezieht sich „eine
wirksame Konzentration an Ethanol" auf eine Konzentration, die die biologische
Wirksamkeit der Zusammensetzungen in vivo verstärkt. Im Allgemeinen wird angenommen,
dass die Konzentration an Ethanol, die zur Verstärkung der erfindungsgemäßen Verbindungen
notwendig ist, etwa proportional der Konzentration der zu verabreichenden
Verbindung(en) der Formel (I) ist. Wenn eine relativ hohe Konzentration
der Verbindung en) der Formel (I), beispielsweise oberhalb 0,01%
Gewicht/Volumen, verabreicht wird, kann die Konzentration an Ethanol
in solchen Zusammensetzungen proportional weniger sein als analoge
Zusammensetzungen, die niedrigere Konzentrationen der erfindungsgemäßen Verbindungen
enthalten. Im Allgemeinen jedoch wird die in den erfindungsgemäßen ophthalmischen
Zusammensetzungen enthaltene Ethanolkonzentration im Bereich von
0,001–2%
Gewicht/Volumen vorliegen. Die Zusammensetzungen, die die Konzentrationen
von 0,00001–0,02%
Gewicht/Volumen enthalten, werden vorzugsweise Ethanol in einer
Konzentration von 0,005–0,2%
Gewicht/Volumen und besonders bevorzugt 0,02–0,10% Gewicht/Volumen enthalten.
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Vorzugsweise
werden die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
auch ein Tensid enthalten. Verschiedene, in örtlichen ophthalmischen Formulierungen
verwendbare Tenside können
angewendet werden. Das/Die Tensid(e) kann/können zusätzliche chemische Stabilisierung
der Verbindungen bereitstellen und kann/können weiterhin die physikalische
Stabilität
der Verbindungen bereitstellen. In anderen Worten, können die
Tenside beim Verhindern des chemischen Abbaus der erfindungsgemäßen Verbindungen
helfen und auch die Verbindungen am Binden an den Behältern, worin
die Zusammensetzungen verpackt werden, hindern. Wenn hierin verwendet,
bezieht sich „eine
wirksame Konzentration an Tensid(en)" auf eine Konzentration, die die chemische
und physikalische Stabilität
der erfindungsgemäßen Verbindung
en) verstärkt.
Beispiele für
Tenside, welche in den Zusammensetzungen angewendet werden können, schließen Cremophor® EL,
Polyoxyl 20 Cetostearylether, Polyoxyl 40 hydriertes Rizinusöl, Polyoxyl
23 Laurylether und Poloxamer 407 ein, sind jedoch nicht darauf begrenzt.
Ein bevorzugtes Tensid ist Polyoxyl 40 Stearat. Die Konzentration
an Tensid wird in Abhängigkeit
von der Konzentration der Verbindung en) der Formel (I) und gegebenenfalls
in der Formulierung vorliegendem Ethanol variieren. Im Allgemeinen
jedoch wird die Konzentration an Tensid(en) 0,001 bis 2,0% Gewicht/Volumen
sein. Bevorzugte erfindungsgemäße Zusammensetzungen
werden 0,1% Gewicht/Volumen Polyoxyl-40-stearat enthalten.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
auch verschiedene andere Bestandteile, wie Tonizitätsmittel,
Puffer, Konservierungsmittel, Co-Lösungsmittel und Viskositätsaufbauende
Mittel einschließen.
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Verschiedene
Tonizitätsmittel
können
angewendet werden, um die Tonizität der Zusammensetzung einzustellen,
vorzugsweise jene von natürlichen
Tränen
für ophthalmische
Zusammensetzungen. Beispielsweise können Natriumchlorid, Kaliumchlorid,
Magnesiumchlorid, Calciumchlorid, Dextrose und/-oder Mannit zu der Zusammensetzung für ungefähre physiologische
Tonizität
zugesetzt werden. Eine solche Menge an Tonizitätsmittel wird in Abhängigkeit
des jeweiligen zuzugebenden Mittels variieren. Im Allgemeinen jedoch
werden die Zusammensetzungen eine Tonizitätsmittelkonzentration von 0,1–1,5% Gewicht/Volumen
aufweisen. Natriumchlorid in der Menge von 0,75% Gewicht/Volumen
ist bevorzugt.
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Ein
geeignetes Puffersystem (beispielsweise Natriumphosphat, Natriumacetat,
Natriumcitrat, Natriumborat oder Borsäure) kann zu den Zusammensetzungen
gegeben werden, um das pH-Wert-Verschieben unter Lagerungsbedingungen
zu verhindern. Die jeweilige Konzentration variiert in Abhängigkeit
von dem angewendeten Mittel. Im Allgemeinen liegt jedoch eine solche
Konzentration im Bereich von 0,02 bis 2,0% Gewicht/Volumen. Bevorzugte
Zusammensetzungen werden 0,25% Gewicht/Volumen Borsäure enthalten.
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Antioxidationsmittel
können
zu den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
gegeben werden, um die Verbindungen vor Oxidation während der
Lagerung zu schützen.
Beispiele für
solche Antioxidationsmittel schließen Vitamin-E und Analoge davon,
Ascorbinsäure
und Derivate und butyliertes Hydroxyanisol (BHA) ein, sind jedoch
nicht darauf begrenzt.
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Für die Behandlung
von Erkrankungen und Störungen
des Trockenen-Augen-Typs formulierte Zusammensetzungen können auch
wässrige
Träger
umfassen, die aufgebaut sind, um unmittelbare Kurzzeitlinderung
von Zuständen
des Trockenen-Augen-Typs
bereitzustellen. Solche Träger
können
als ein Phospholipidträger
oder ein künstlicher
Tränenträger oder
Gemische von beiden formuliert werden. Wie in diesem Absatz und
in dem unmittelbar folgenden Absatz verwendet, bezieht sich der
Begriff „Phospholipid" nur auf die Phospholipide
des Phospholipidträgers.
Er bezieht sich nicht auf eine Verbindung der Erfindung und enthält als solche
nicht eine erfindungsgemäße Verbindung. „Phospholipidträger" und „künstlicher
Tränenträger" bezieht sich auf
wässrige
Zusammensetzungen, die: (i) einen oder mehrere Phospholipide (im
Fall von Phospholipidträgern)
oder andere Verbindungen umfassen, die „nass" gleiten, sich der Konsistenz von endogenen
Tränen nähern, den
natürlichen
Tränenaufbau
unterstützen
oder anderweitig temporär
den Rückgang
von Symptomen und Zustände
von trockenem Auge nach okularer Verabreichung bereitstellen; (ii)
sicher sind; und (iii) einen geeigneten Freisetzungsträger für die topische
Verabreichung einer wirksamen Menge von einer oder mehreren erfindungsgemäßen Verbindungen
bereitstellen. Beispiele oder künstliche
Tränenzusammensetzungen, die
als künstliche
Tränenträger verwendbar
sind, schließen
kommerzielle Produkte, wie Tears Naturale®, Tears Naturale
II®,
Tears Naturale Free® und Bion Tears® (Alcon
Laboratories, Inc., Fort Worth, Texas) ein, sind jedoch nicht darauf
begrenzt. Beispiele für
Phospholipidträgerformulierungen
schließen
jene, die in US-Patenten 4 804 539 (Guo et al.), 4 883 658 (Holly),
4 914 088 (Glonek), 5 075 104 (Gressel et al.), 5 278 151 (Korb
et al.), 5 294 607 (Glonek et al.), 5 371 108 (Korb et al.), 5 578
586 (Glonek et al.) offenbart sind, ein.
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Die
in den Phospholipidträgern
verwendbaren Phospholipide sind beliebige natürliche oder synthetische Phospholipidverbindung,
die einen Glycerin-Phosphorsäure-Ester
oder ein Sphingomyelingerüst
umfassen. Beispiele für
Phospholipide, die in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind,
schließen
jene der Formel (II) ein:
worin X
21 und
X
22 die gleichen oder verschiedene sind
und O, NH(C=O), O(C=O) oder eine direkte Bindung darstellen;
R
22 H oder CH=CH(CH
2)
12CH
3 darstellt;
X
21-R
1 OH darstellt,
R
1 substituiertes oder unsubstituiertes
C
12-26-Alkyl oder Alkenyl darstellt;
R
2 substituiertes oder unsubstituiertes C
12-26-Alkyl oder Alkenyl darstellt; und
R
3 H, OH, OCH
2CH(NH
3 +)COO
–,
OCH
2CH
2NH
3 +, OCH
2CH
2N
+(CH
3)
3, OCH
2CH(OH)CH
2OH und O-Inosit darstellt.
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Die
Phospholipide können
als racemische oder nichtracemische Verbindungen vorliegen. Bevorzugte Phospholipide
sind jene, worin X21-R1 und/oder
X22-R2 Fettsäureester
oder Amide umfassen. Natürliche
Fettsäuren
sind gesättigt,
monoungesättigt
oder polyungesättigt.
Beispiele für
Fettsäurereste
schließen
ein, sind jedoch nicht begrenzt auf Laurat, Myristat, Palmitat,
Palmitoleat, Stearat, Oleat, Linoleat, Linolenat, Eicosanoat, Docosanoat
und Lignocerat. Bevorzugte Phospholipidarten sind Phosphatidylethanolamine,
Phosphatidylcholine, Phosphatidylserine, Phosphatidylinosite und
Sphingomyeline. Beispiele für
spezielle Phospholipide schließen
ein: 1,2-Dipalmitoylphosphatidylcholin („DPPC"), 1,2-Dipalmitylphosphatidylglycerin
(„DPPG"), N-Stearylsphingomye lin,
N-Palmitylsphingomyelin, N-Oleylsphingomyelin, 1,2-Distearoylphosphatidylethanolamin
(„DSPE"), 1,2-Distearoylphosphatidylinosit
(„DSPI"), 1-Stearoyl-2-palmitoylphosphatidylethanolamin („SPPE"), 1-Stearoyl-2-palmitoylphosphatidylcholin
(„SPPC"), 1,2-Dipalmitoylphosphatidylethanolamin
(„DPPE"), 1,2-Dioleoylphosphatidylethanolamin
(„DOPE"), 1,2-Dioleoylphosphatidylserin
(„DOPS") und 1,2-Dipalmitoylphosphatidylserin
(„DPPS"). Die besonders
bevorzugten Phospholipidträger
sind die Phosphatidylethanolamine und Sphingomyeline. Phospholipide
sind von einer Vielzahl natürlichen
Quellen erhältlich
und können
durch auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren synthetisiert werden;
siehe beispielsweise Tsai et al., Biochemistry, Band 27, Seite 4619
(1988), und Dennis et al., Biochemistry, Band 32, Seite 10185 (1993).
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Andere,
zum „nassen" Gleiten aufgebaute
Verbindungen, die sich der Konsistenz von endogenen Tränen nähern, den
natürlichen
Tränenaufbau
unterstützen
oder andererseits temporär
die Linderung von Symptomen und Zuständen von trockenen Augen nach
okularer Verabreichung an das Auge bereitstellen, sind auf dem Fachgebiet
bekannt. Solche Verbindungen können
die Viskosität
der Zusammensetzung erhöhen
und schließen
monomere Polyole, wie Glycerin, Propylenglycol, Ethylenglycol; polymere
Polyole, wie Polyethylenglycol, Hydroxypropylmethylcellulose („HPMC"), Carboxymethylcellulosenatrium,
Hydroxypropylcellulose („HPC"), Dextrane, wie
Dextran 70; in Wasser lösliche
Proteine, wie Gelatine; und Vinylpolymere, wie Polyvinylalkohol,
Polyvinyl/Pyrrolidonpovidon und Carbomere, wie Carbomer 934P, Carbomer
941, Carbomer 940, Carbomer 974P ein, sind jedoch nicht darauf begrenzt.
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Andere
Verbindungen können
zu den erfindungsgemäßen ophthalmischen
Zusammensetzungen zum Erhöhen
der Viskosität
des Trägers
gegeben werden. Beispiele für
Viskosität-erhöhende Mittel
schließen
Polysaccharide, wie Hyaluronsäure
und ihre Salze, Chondroitinsulfat und seine Salze, Dextrane, verschiedene Polymere
der Cellulosefamilie; Vinylpolymere und Acrylsäurepolymere ein, sind jedoch
nicht darauf begrenzt. Im Allgemeinen werden die Phospholipidträger- oder
künstlichen
Tränenträger-Zusammensetzungen
eine Viskosität
von 1 bis 400 Centipoises („cP") zeigen. Bevorzugte
Zusammensetzungen, die künstliche
Tränen
oder Phospholipidträger
enthalten, werden eine Viskosität
von 25 cP zeigen.
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Örtliche
ophthalmische Produkte werden typischerweise in Multidosisform verpackt.
Konservierungsmittel erfordern somit, dass mikrobielle Verunreinigung
während
der Verwendung verhindert wird. Geeignete Konservierungsmittel schließen ein:
Benzalkoniumchlorid, Chlorbutanol, Benzododeciniumbromid, Methylparaben,
Propylparaben, Phenylethylalkohol, Edetatdinatrium, Sorbinsäure, Polyquaternium-1
oder andere Mittel, die dem Fachmann bekannt sind. Solche Konservierungsmittel
werden typischerweise in einer Menge von 0,001 bis 1,0% Gewicht/Volumen
angewendet. Einheitsdosiszusammensetzungen der vorliegenden Erfindung werden
steril, jedoch typischerweise unkonserviert sein. Solche Zusammensetzungen
werden deshalb im Allgemeinen keine Konservierungsstoffe enthalten.
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Die
bevorzugten erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
sind zur Verabreichung an einen menschlichen Patienten, der unter
trockenen Augen leidet, vorgesehen. Vorzugsweise werden solche Zusammensetzungen
topisch verabreicht. Im Allgemeinen werden die für die vorstehend beschriebenen
Zwecke verwendeten Dosen variieren, werden jedoch in einer wirksamen
Menge zum Erhöhen
der Mucinproduktion in dem Auge vorliegen und somit die Zustände von
trockenem Auge beseitigen oder verbessern. Im Allgemeinen werden 1–2 Tropfen
solcher Zusammensetzungen 1–10-mal
am Tag für
die Behandlung von trockenem Auge oder anderer okularer Erkrankung
oder Störung
verabreicht. Vorzugsweise werden 1–2 Tropfen der Zusammensetzungen
1–4-mal
pro Tag verabreicht.
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Die
vorliegende Erfindung ist auch auf stabile Stammzusammensetzungen,
die eine oder mehrere erfindungsgemäße Verbindungen und Ethanol
enthalten, gerichtet. Obwohl nicht durch Theorien gebunden sein zu
wollen, wird angenommen, dass das Lagern der erfindungsgemäßen Verbindungen
in einer etha nolischen Lösung
größere Stabilität der erfindungsgemäßen Verbindungen
gegenüber
analogen wässrigen
Zusammensetzungen oder reinen Verbindungen der Zusammensetzungen
bereitstellt. Solche Zusammensetzungen umfassen eine oder mehrere
erfindungsgemäße Verbindungen
und eine Menge an Ethanol, um die Verbindungen in Lösung zu
solubilisieren. Vorzugsweise werden die ethanolischen Stammlösungen wasserfreies
Ethanol enthalten, jedoch sind auch wässrige ethanolische Lösungen in
dieser vorliegenden Erfindung denkbar. Im Allgemeinen sind Stammlösungen Ethanol
in einer Konzentration von 25 bis 100 Volumen/Volumen („Volumen/Volumen") enthalten. Typischerweise
werden solche Stammlösungen
die erfindungsgemäßen Verbindungen
in hoher Konzentration bezüglich
der erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzungen enthalten.
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Die
nachstehenden Beispiele 1–5
beschreiben bevorzugte erfindungsgemäße Zusammensetzungen. Der tatsächliche
pH-Wert der Zusammensetzungen
kann variieren (beispielsweise zwischen 6–8) und die Konzentrationen
der verschiedenen Bestandteile, die in die beispielhaften Zusammensetzungen
eingeschlossen sind, können
variieren, sind jedoch in die Zusammensetzungen in den ungefähren gezeigten
Mengen eingeschlossen.
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Die
vorstehende Zusammensetzung wird durch das nachstehende Verfahren
hergestellt. Die Chargenmengen von Polyoxyl-40-stearat, Borsäure, Natriumchlorid,
Dinatriumedetat und Polyquaternium-1 werden gewogen und durch Rühren in
90% der Chargenmenge an gereinigtem Wasser gelöst. Der pH-Wert wird mit NaOH
und/oder HCl auf 7,5 ± 0,1
eingestellt. Unter gelbem Licht oder vermindertem Belichten werden
die Chargenmenge an Verbindung 1 als einer Stammlösung in
Ethanol und die zusätzliche
Menge an für
die Charge notwendigem Ethanol gemessen und zugegeben. Gereinigtes
Wasser wird q.s. auf 100% zugesetzt. Das Gemisch wird fünf Minuten
zum Homogenisieren gerührt
und dann durch eine sterilisierende Filtermembran zu einem sterilen
Rezipienten filtriert.
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Vorzugsweise
wird das vorstehende Verfahren unter Verwendung von Glas-, Kunststoff-
oder anderen nichtmetallischen Behältern oder Behältern, die
mit solchen Materialien ausgekleidet sind, ausgeführt.
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Die
vorstehend genannte Formulierung kann durch ein ähnliches Verfahren zu dem in
Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
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Die
vorstehend genannte Formulierung kann durch ein ähnliches Verfahren zu dem in
Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
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Beispiel 4
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Nachstehend
ist ein Beispiel einer künstlichen
Tränenträgerzusammensetzung
der vorliegenden Erfindung:
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Die
vorstehend genannte Formulierung kann durch ein ähnliches Verfahren zu dem in
Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
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Beispiel 5
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Nachstehend
ist ein Beispiel einer Phospholipidträgerzusammensetzung der vorliegenden
Erfindung:
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Die
vorstehend genannte Formulierung kann durch ein ähnliches Verfahren zu dem in
Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt werden.