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Steuerungsgetriebe für Verbrennungskraftmaschinen Die vorliegende
Erfindung betrifft Steuerungsgetriebe für Verbrennungskraftmaschinen und insbesondere
solche für die Einspritz-, Einlaß- und Auspuffventile von Dieselmotoren oder Kraftmaschinen
mit Verdichtungszündung, bei denen der Brennstoff unter verhältnismäßig hohem Druck
(beispielsweise 4,5 bis 7,5 kg/mm2) gehalten und die Zufuhr des Brennstoffs zu den
Motorenzylindern durch eine von einem Brennstoffventil gesteuerte Einspritzdüse
bewirkt wird.
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Es sind bereits derartige Steuergetriebe bekannt, bei welchen zwei
kreisende h,Toclienscheiben angewendet werden, von denen die eine das öffnen des
Ventils einleitet und die andere es beendet. Man hat auch schon die Verwendung von
schwingenden Nockenscheiben vorgeschlagen. Mit diesen Einrichtungen ist es jedoch
nicht möglich, eine genaue Einstellung der Ventildaten zu erreichen.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt die Schaffung eines Steuerungsgetriebes,
bei dem die Öffnungsdauer eines Ventils, insbesondere des Brennstofeinspritzungsventils,
während eines viel kleineren Drehwinkels der Kurbelwelle der Maschine aufrechterhalten
werden kann, als bisher möglich, ferner die Schaffung eines Steuerungsgetriebes,
bei dem die Offnungsdauer des Ventils ohne Änderung der Einstellung des bfnungsbeginns
des Ventils verändert werden kann, und umgekehrt, und schließlich die Schaffung
einer selbsttätigen Betätigungsvorrichtung, die verhindert, daß das Brennstofeinspritzventil
während jedes Spiels der Maschine so lange geöffnet gehalten wird, bis eine übermäßige
Brennstoffmenge in den lblaschinenzylinder eingespritzt ist.
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Erfindungsgemäß ist ein Steuerungsgetriebe vorgesehen, das aus einem
Paar schwingender Nockenscheiben besteht, deren gleichzeitige Betätigung erforderlich
ist, damit das Ventil gesteuert wird, und von denen eine Nockenscheibe zur Einleitung
und die andere zur Beendigung des genannten Vorgangs dient.
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Ferner ist erfindungsgemäß ein Steuerungsgetriebe für ein Brennstofeinspritzungsventil
einer Kraftmaschine mit Verdichtungszündung und vorgeschalteter Hochdruckleitung
vorgesehen, das ein Nockengetriebe zur Betätigung des Ventils und Mittel zur Veränderung
der
Einstellung des Öffnungsbeginns des Ventils umfaßt, die vom genannten Nockengetriebe
in einem Arbeitsspiel der Kraftmaschine erfolgt, während die Öffnungsdauer des Ventils
von diesen Veränderungen unbeeinfiußt bleibt.
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Weiterhin wird erfindungsgemäß ein Steuerungsgetriebe für ein Brennstoffeinspritzventil
einer Kraftmaschine mit Verdichtungszündung und vorgeschalteter Hochdruckleitung
vorgesehen, das durch einen Beschleunigerfußhebel o. dgl. zu betätigende Mittel
zur Veränderung der Öffnungsdauer des Ventils und selbsttätig wirkende Mittel umfaßt,
die die größte Öffnungsdauer; die durch den Fußhebel o. dgl. herbeigeführt werden
kann, nach Maßgabe der Motordrehzahl zu dem genannten Zweck verändern.
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Die Erfindung besteht auch in einem Steuerungsgetriebe mit einer schwingenden
Nockenscheibe, die dazu eingerichtet ist, ein Ventil in der Weise zu öffnen, daß
die Stellung der vollen Öffnung des Ventils mit der Beendigung der Bewegung der
Nockenscheibe in einer Richtung während deren Schwingung zusammenfällt.
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Die Erfindung ist durch die beiliegenden Zeichnungen veränschaulicht,
und zwar zeigt Abb. i einen senkrechten Schnitt durch den Zylinderkopf einer mit
einem erfindungsgemäß ausgebildeten Steuerungsgetriebe ausgerüsteten Verbrennungskraftmaschine,
Abb. 2 eine Draufsicht der Abb. i mit abgenommenem oberem Deckel, Abb. 3 einen Schnitt
einer Einzelheit nach Linie 3-3 der Abb. i, Abb. 4 einen senkrechten Schnitt eines
Teiles der in Abb. i und 2 dargestellten Kraftmaschine entsprechend Linie 4-4 der
Abb.2. Abb.5 eine Stirnansicht einer Maschine mit dem Steuerungsgetriebe nach Abb.
i bis 4 zur Veranschaulichung gewisser in der Folge zu beschreibenden Steuerungsvorgänge,
Abb. 6 eine Ansicht rechtwinklig zu Abb. 5, Abb. 7 einen Grundriß der Abb. 6, Abb.
8 eine Einzelheit einer langsam laufenden Steuerung für die in Abb. i bis 7 dargestellte
Kraftmaschine, Abb. 9 eine Ansicht ähnlich Abb. 5, jedoch eine Abänderung der Erfindung
darstellend, Abb. io einen Schnitt nach Linie io-io der Abb. 9, Abb. i i eine Einzelheit
der Abb. io, je-
doch mit Teil in anderer Stellung, Abb. i2 ein Schema zur
Veranschaulichung der gegenseitigen Abhängigkeit gewisser nachstehend zu beschreibender
Teile aus Abb. 9 bis i i, Abb. 13 bis 16 Schemata zur Veranschaulichung der verschiedenen
Stellungen der Nockenscheiben für das Brennstoffventil der in Abb. i bis 4. dargestellten
Maschine während eines Arbeitsspiels der Maschine, wie in der Folge beschrieben,
und Abb. 17 ein Schema zur Veranschaulichung des Gebiets der Verstellbarkeit für
das Brennstoffventil hinsichtlich des Öffnungsbeginns wie auch der Öffnungsdauer
nach Maßgabe der späteren Beschreibung.
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In den Zeichnungen ist i der Kopf eines Dieselmotors oder einer Kraftmaschine
mit Verdichtungszündung, der mit Lufteinlaßventilen 2 und Auspuffventilen 3 versehen
ist. In der Mitte des Zylinderkopfs ist ein Brennstoffventil 4 angeordnet. Am oberen
Ende der Brennstoffventilstange ist ein zweiarmiger Schwinghebel 5 um eine waagerechte
Achse drehbar gelagert, die quer zum Schwinghebel angeordnet ist; dieser Hebel 5
besitzt an jedem Ende einen nach unten gebogenen Schuh 6, der konzentrisch mit der
Achse der Schwingwelle 7 bzw. 8 ausgebildet ist. Die Wellen reichen über dem Oberteil
der Kraftmaschine über alle in einer Reihe angeordneten Zylinder derselben hinweg
und sind in einer Anzahl von Lagern drehbar gelagert, von denen zwei bei 9 in Abb.
2 dargestellt sind. In der Folge soll die Welle 7 als die Öffnungswelle und Welle
8 als Zeiteinstellungswelle bezeichnet werden. Die Wellen 7 und 8 sind miteinander
an einem Ende durch ein Paar von Schraubenrädern io und ii (Abb. 7) gekuppelt; und
das Schraubenrad io ist in der Längsrichtung der Öffnungswelle auf dieser verschiebbar,
um in der noch zu beschreibenden Weise eine relative Verdrehung der einen Welle
gegen die andere zu bewirken. Das Zahnrad io ist in Abb. 7 in seiner normalen Stellung
dargestellt und in der Richtung des Pfeiles a zu dem Zwecke verschiebbar, eine Drehung
der Welle 7 im Sinne des Uhrzeigers (Abb. i) infolge der Schraubenform der Zähne
und der relativen Unbeweglichkeit des Zahnrades i i im axialen und Winkelsinn herbeizuführen;
der Sinn dieser Verdrehung der Welle 7 ist allgemein in den Abbildungen durch Pfeile
b angedeutet.
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Jedes Brennstoffventil wird durch ein Paar von schwingenden Nockenscheiben
I2, 13 betätigt, die auf der Welle 7 bzw. 8 sitzen und deren wirksame Bahn eine
konzentrisch zur Mittellinie der zugehörigen Welle 7 bzw.8 ausgebildete Fläche ist,
wobei diese Wellenmittellinie jeweils die Schwingungsachse der Nockenscheibe bildet.
Jede Nockenscheibe wirkt auf den zugehörigen Schuh 6, um das benachbarte Ende des
Schwinghebels 5 mittels einer verhältnismäßig kleinen Rolle 14 anzuheben, die von
einem Schlitz in einem ringförmigen seitlichen Ansatz 15 eines Bundes 16 getragen
wird, der auf die Welle 7
bzw. 8 gekeilt ist. Es ergibt sich im
besonderen aus Abb. 3, daß der Ansatz 15 die zugehörige Nockenscheibe 12 oder
13 umschließt. Der Zeitpunkt während der Schwingung der beiden Nockenscheiben
r2 oder 13, zu dem die Nockenscheibe den Schwinghebel 5 betätigt, hängt von der
Stellung der zugehörigen Rolle in der Längsrichtung der gebogenen Fläche des Schuhs
6 ab, der mit der Rolle getrieblich verbunden ist, und diese Stellung der Rolle
kann durch eine teilweise Drehung der zugehörigen Welle 7 oder 8, die den Bund
16 mit seiner Rolle 14 trägt, verändert werden. Wie auch die Betriebsstellung
der Rollen 14 in bezug auf die zugehörigen Schuhe 6 sein mag, so ist doch der Druck
der Nockenscheiben auf die Schuhe immer radial, und die Abstände der Nockenscheiben,
Rollen und Schuhe bleiben unverändert.
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Jede Nockenscheibe 12 bzw. 13 besteht aus einem Stück mit einer Exzenterscheibe
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bzw. 18, die durch einen Exzenterscheibenring rg und eine Schubstange 2o
mit dem Exzenterscheibenring 21 einer Exzenterscheibe 22 bzw. 23 gekuppelt ist,
die auf einer umlaufenden Welle 24 bzw. 25 sitzt.
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Die Wellen 24, 25 laufen mit der halben Drehzahl der Kurbelwelle der
Kraftmaschine und in entgegengesetztem Sinn, wie durch Pfeile in Abb. .4 angedeutet
wird; die Übersetzung zwischen der Kurbelwelle und den vorgenannten Wellen erfolgt
durch ein Zahnradvorgelege 25a (Abb. 5). Die Exzenterscheibe 22 ist um 5a° gegen
die Exzenterscheibe 23 und die Exzenterscheibe 17 um 4.2° gegen die Exzenterscheibe
18 versetzt.
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Bei ihrer Umdrehung mit den Wellen 24, 25 bewirken die Exzenterscheiben
22, 23 die schwingende Bewegung der Nockenscheiben 12 und 13, und die Versetzung
der genannten Nockenscheiben hat zur Folge, daß die Bewegung der wirksamen Flächen
der Nocken gegeneinander nach Abb. z in der Pfeilrichtung c, d stattfindet.
Sie bewirkt weiter, daß die Zeiträume, während derer die betreffenden Flächen an
den zugehörigen Rollen 14 vorbeigehen, derart ineinandergreifen, daß beide Flächen
gleichzeitig den Schwinghebel betätigen, wobei die Einstellung des Zeitpunktes,
zu dem jeder Nocken zu wirken beginnt und aufhört, und die Zeitdauer, während der
sie gleichzeitig wirksam sind und die durch das vorstehend angegebene Übergreifen
bestimmt wird, in der später anzugebenden Weise verändert werden kann. Während der
Rückkehrbewegung der Nocken auseinander nach Abb. r gehen sie an ihren zugehörigen
Rollen 14 gegeneinander so versetzt vorbei, daß nur ein Nocken jeweils den Schwinghebel
betätigt, und die Anordnung ist derart getroffen, daß das Ventil nur dann offen
ist, wenn beide Nocken 12, 13 gleichzeitig den Schwinghebel 5 anheben. In einer
praktischen Ausführung sind die Nocken 12, 13 so angeordnet, daß sie zusammen
das Ventil 4 von seinem Sitz um 0,38 mm abheben.
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Es ist hieraus zu erkennen, daß bei der beschriebenen Anordnung das
Ventil 4 von seinem Sitz nicht während der Rückkehrbewegung der Nocken 12, 13 gegen
die Pfeilrichtung c, d der Abb. 5 abgehoben wird, sondern daß der Schwinghebel 5
nur leer um seinen Drehpunkt schwingt, weil jeder der Nocken 12, 13 getrennt auf
ihn wirkt.
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Die Nockenscheiben 12, 13 bestehen aus einem Stück: mit Nockenscheiben
26, 27 (Abb. 2 und 4), von denen der mit Nockenscheibe 12 verbundene Nocken 26 das
Einlaßventil 2 mittels eines Schwinghebels 28 und der mit Nockenscheibe 13 verbundene
Nocken 27 das Auspuffventil 3 mittels eines Schwinghebels 29 betätigt. Bei der veranschaulichten
Anordnung fällt das Ende einer Schwingung beider Nockenscheiben 26, 27 mit der zeitlichen
Mitte der Öffnungsdauer des Einlaß- bzw. Auspuffventils zusammen, und jeder der
Nocken 26 oder 27 ist dazu eingerichtet, zu diesem Zeitpunkt den größten Hub seines
Ventils zu bewirken. In der Zeichnung ist der Zylinder mit je zwei Einlaß- und Auspuffventilen
dargestellt, von denen jedes Paar mittels der Schwinghebel 28 bzw. 29 betätigt wird.
Die Nockenscheiben 26, 27 brauchen nicht aus einem Stück mit den zugehörigen Nockenscheiben
12, 13 zu bestehen, sondern können gesondert hergestellt und betrieblich
in der erforderlichen Versetzung mit den an zweiter Stelle genannten Nockenscheiben
verbunden sein. Wenn gewünscht, können die Nockenscheiben 26, 27 auch von einem
anderen Getriebe als demjenigen betätigt werden, das die Nocken 12" 13 treibt. Auch
' die Schwingbewegung der Nockenscheiben 12, 13 und 26,27 kann von Nockenscheiben
statt Exzenterscheiben, wie 22, 23, abgeleitet werden.
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Bei der Betätigung des Brennstoffventils durch die Nockenscheiben
12, 13 gelangt der locken 12 zuerst in die betriebliche Verbindung mit seiner Rolle
14 und seinem Schuh 6, so daß, sobald der Nocken 13 in seine Betriebsstellung tritt,
um die Rolle 14 und den Schuh 6 anzuheben, das Ventil 4 geöffnet wird. Der Zeitpunkt,
zu dein der Nocken 13 auf seine Rolle wirkt, bestimmt den Öffnungsbeginn des Ventils
4 und daher die Zündeinstellung des zugehörigen Maschinenzylinders. Daher bestimmt
die Bewegung der Rolle 14 um die Achse der Zeiteinstellungswelle 8 in einem oder
anderem Sinn die genannte Einstellung für den zugehörigen Zylinder.
Nachdem
der Nocken 13 in seine Betriebsstellung zum Anheben des Ventils 4 gelangt ist, hängt
der Zeitraum, während dessen das Ventil 4 offen bleibt, vom Übergreifen der Nocken
12 und 13, d. h. vom Zeitraum ab, während dessen sie gleichzeitig an ihren Rollen
14 vorbeigehen und der im dargestellten Beispiel durch die Länge der wirksamen Fläche
des Nockens 12 bestimmt wird, die noch an ihrer Rolle 14 vorbeiläuft, ehe das benachbarte
Ende des Schwinghebels 5 sich senken und den Schluß des Ventils 4 durch die Ventilfeder
4a bewirken kann. Daher wird die längste Öffnungsdauer des Ventils 4 dann erzielt,
wenn im Augenblick, wo gerade der Nocken 12 in seine Betriebsstellung eintritt,
und die kürzeste Öffnungsdauer, wenn der Nocken 12 seine Betriebsstellung fast unmittelbar
nach dem Zeitpunkt verläßt, wo der Nocken in seine Betriebsstellung zur Eröffnung
des Ventils eingetreten ist. Die Zeitdauer, während der das Ventil 4 offen bleibt,
ist daher dadurch einzustellen, däß die zum Nocken 12 gehörige Rolle 4. um die Achse
der Eröffnungswelle 7 in einem oder anderem Sinn in der noch zu beschreibenden Weise
,gedreht wird.
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Es geht auch aus der vorstehenden Beschreibung hervor, daß
bei einer Änderung der Einstellung des Eröffnungsbeginns des Ventils 4 mittels einer
Bewegung der zur Nockenscheibe 13 gehörigen Rolle 14 auch eine gleichartige Verstellung
der zur Nockenscheibe 12 gehörigen Rolle 14 dazu erforderlich ist, daß die Dauer
der Öffnung des Ventil!, 4 nicht durch eine Verstellung des Eröffnungsbeginns verändert
wird, was durch die Kupplung der Wellen 7 und 8 miteinander durch die Schraubenräder
i o, i i erzielt wird.
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Die relativen Stellungen der Nockenscheiben 12, 13 während eines Arbeitsspiels
der Maschine sind deutlich in den Abb. 13 bis 16 veranschaulicht, die zeigen, in
welcher Weise die gegenseitige Einstellung der genannten Nockenscheiben verhindert,
daß diese während ihrer Rückkehrbewegung das Brennstoffventil öffnen.
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Abb. 13 zeigt die Nockenscheiben 12, 13 etwa in der Stellung der Abb.
1, wo sie beide gemeinsam auf den Schwinghebel 5 wirken und wo das Brennstoffventil
4 von seinem Sitz abgehoben ist, so daß die Einspritzung des Brennstoffs in den
Zylinder der Kraftmaschine erfolgt; die Nockenscheiben 12, 13 sind während ihrer
Bewegung im Sinne der Pfeile c, d, dargestellt. In Abb. 14 ist die Nockenscheibe
12 in ihrer innersten oder Endstellung im Sinne des Uhrzeigers, so daß das Brennstoffventil
4 geschlossen ist, während die Nockenscheibe 13 noch nicht ihre innerste oder Endstellung
gegen den Sinn des Uhrzeigers erreicht hat. In Abb. 15 befindet sich die Nockenscheibe
auf ihrer Rückkehr oder Bewegung gegen den Sinn des Uhrzeigers, bei der sie das
benachbarte Ende des Schwinghebels 5 anhebt; dagegen hat die Nockenscheibe 13 erst
ihre innerste oder Endstellung gegen den Sinn des Uhrzeigers erreicht und ist außer
Eingriff mit ihrer Rolle 14, so daß das Ventil ,4 geschlossen bleibt, während der
Nocken 12 an seiner Rolle 14 vorbeigeht. Während dieses Teils der Bewegung öffnet
der Nocken 27 (in Abb. 15 nicht dargestellt) das Auspuffventil, das bei der abgebildeten
Stellung der Teile die Mitte seiner Öffnungszeit erreicht hat. In Abb. 16 ist die
Nockenscheibe 12 in ihrer äußersten oder Endlage gegen den Sinn des Uhrzeigers,
während der Nocken eine Stellung seiner Bewegung nach außen oder im Sinne des Uhrzeigers
einnimmt, bei der er gerade an seiner Rolle 14 vorbeigegangen ist, ohne daß der
Nocken 12 gleichzeitig dasselbe getan hat, so daß das Brennstoffventil 4 geschlossen
bleibt; diese Stellung des Nockens 12 entspricht der Mitte der Öffnungsdauer des
Einlaßventils unter der Wirkung des Nockens 26 (in Abb. 16 nicht dargestellt). Es
ist zu bemerken, daß die Nocken 12 und 13 dazu eingerichtet sind, auf den@Schwinghebel
während des schnelleren Teils ihrer Schwingbewegung zu wirken und damit eine genaue
Steuerung des Brennstoffventils sehr bequem zu sichern. Dagegen werden die Nocken
26 und 27 zwecks Betätigung des Einlaß- und Auspuffventils am Ende der Schwingbewegung
der früher genannten Nocken zur Wirkung gebracht, die sich dann verhältnismäßig
langsam bewegen und ein Mindestmaß von Abnutzung an Nocken und Rollen herbeiführen.
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Ehe die verschiedenen Getriebe beschrieben werden, die dazu dienen,
die Rollen 14 um die Mittellinien der Wellen 7 und 8 zwecks Änderung der Einstellung
des Eröffnungsbeginns und der Öffnungsdauer des Brennstoffventils 4 zu verstellen,
sei auf Abb. 14 hingewiesen und auf die nachstehende Zählentafel, die die verschiedenen
Stellungen zeigt, die die Rollen 14 im Verhältnis zueinander bei verschiedenem Öffnungsbeginn
und verschiedener Öffnungsdauer des Ventils 4 einnehmen. In Abb. 17 sind die Nocken
12, 13 in den Stellungen dargestellt, bei denen sich das Brennstoffventil unmittelbar
vor der Öffnung auf dem oberen Totpunkt des Verdichtungshubs und für die größte
mögliche Öffnungsdauer befindet, wobei die Rollen 14 die Stellungen Al und A einnehmen.
Jede nachfolgende Stellung für verschiedenen Beginn und Dauer der Eröffnung bedeutet
eine Winkelbewegung der Kurbelwelle der Kraftmaschine um 2o°.
| Zeitpunkt der Eröffnung |
| Oberer Totpunkt 200 400 |
| vor dem oberen Totpunkt vor dem oberen Totpunkt |
| Rollen- Öffnungs- Rollen- öffnungs- Rollen- Öffnungs- |
| stellung lauer stellung lauer stellung dauen |
| A A1 8ö° B Bi 8o° C Cl 80^ |
| A B1 6o° B C, 6o° C Dl 6o° |
| A Cl 400 . B Dl 400 C El 400 |
| A Dl 20° B EI 2o° C F 1 20° |
| A Ei o° B Fi o° C Gl o° |
Bei der vorbeschriebenen Ausbildung des Nockengetriebes für das Brennstoffventil
kann die Öffnungsdauer des Ventils innerhalb eines Winkelbereichs der Kurbelwelle
der Kraftmaschine von einem Höchstwert zu So' bis zu einem Mindestwert zu 3° bewirkt
werden, so daß sich eine Mindestöffnungsdauer ergibt, die viel kleiner ist, als
je bisher erzielt werden konnte, insofern als sie bisher gewöhnlich 15 bis 2o° der
Kurbelwellendrehung betrug. Die größte Öffnungsdauer kann, wie ersichtlich, durch
eine entsprechende Verlängerung der wirksamen Fläche des Eröffnungsnockens 12 und
des Zeiteinstellungsnockens 13 vergrößert werden, wobei die erforderliche Zeitdauer
der gemeinsamen Wirkung der Nocken erzielt wird.
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In den Abb. 5, 6 und 7 ist eine Anordnung veranschaulicht, bei der
der Eröffnungsbeginn des Ventils 4 durch einen Regler bekannter Art gesteuert wird,
der bei 3o angedeutet und mit der Zeiteinstellungswelle 8 durch einen Lenker 31,
einen zweiarmigen Hebel 32, 33, einen Lenker 34 und einen Arm 35 betrieblich verbunden
ist, der an der Welle 8 sitzt. Wenn die Drehzahl der Kraftmaschine steigt, dreht
der Regler selbsttätig die Welle 8 im Sinne des Pfeiles e (Abb. 5), so daß die Rolle
14 des Zeiteinstellungsnockens 13 im Sinne des Uhrzeigers nach Abb. i verstellt
und von der voreilenden Kante des Nockens 13 während der wirksamen Bewegung desselben
früher im Arbeitsspiel der Kraftmaschine getroffen wird und somit den Zeitpunkt
der Eröffnung des Brennstoffventils vorverlegt. Diese Einstellung bewirkt auch die
Verstellung der Rolle 14 für den Nocken 12 gegen den Sinn des Uhrzeigers mittels
der Zahnräder io, i i, wie bereits beschrieben, so daß die Dauer der Öffnung des
Ventils unverändert bleibt. Andererseits kann auch die Vorverlegung der Eröffnung
des Ventils von Hand mittels eines mit der Zeiteinstellungswelle 8 betrieblich verbundenen
Getriebeteils erfolgen, der die Drehung der genannten Welle in beiden Richtungen
ermöglicht.
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Die Dauer, während der das Ventil 4 offengehalten wird, kann mittels
eines Hebels 36 eingestellt werden, der auf einer drehbar gelagerten Spindel 37
sitzt und betrieblich mit einem Beschleunigerfußhebel oder ähnlicher Steuereinrichtung
für die Kraftmaschine verbunden ist. Die Spindel 37 trägt einen aufgekeilten Zahnbogen
38, der in ringsherum gehende Zähne 39 einer -zahnstangenartigen Verlängerung des
Schraubenzahnrades io greift. Die Schwingbewegungen des Hebels 36 bewirken somit
eine hin und her gehende Bewegung des Zahnrades io, wobei die ringsherum gehenden
Zähne 39 eine Drehung des Zahnrades io und der Zahnstange 39 in bezug auf den Zahnbogen
38 gestatten, sowohl bei der Einstellung des Zahnrades io allein, wenn es sich in
axialer Richtung zur Einstellung der Dauer der Öffnung des Brennstoffventils durch
seine eigene Drehbewegung relativ zum Zahnrad ii bewegt (Abb. 5), als auch bei der
gemeinsamen Drehung mit Welle 8 und Zahnrad i i bei der Einstellung des Eröffnungsbeginns
des Brennstoffventils.
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Damit die Langsamlaufstellung der Zeiteinstellungswelle 8 verändert
werden kann, wird die äußerste Langsamlaufstellung des Hebels 36 (Abb. 8) durch
einen Nocken 36a auf einem drehbaren Hebel 36b begrenzt, der im Falle eines Fahrzeugmotors
vom Spritzbrett des Fahrzeuges aus verstellt werden kann.
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Die in einen mit vorgeschalteter Hoch= druckleitung arbeitenden Motorzylinder
eingespritzte Brennstoffmenge hängt lediglich vom Druck des Brennstoffs in der Zufuhrleitung
und der Zeitdauer der Öffnung des Brennstoffventils ab, die nicht nur durch die
Einstellung der Rolle 14 des Zeiteinstellungsnockens 12, sondern auch durch die
Umdrehungsgeschwindigkeit der Kraftmaschine bestimmt wird; daher ist die Betätigung
des Beschleunigungsfußhebels oder eines anderen Steuerungsmittels für die Öffnungsdauer
des Brennstoffventils zur Erzielung der normalen Höchstdauer der Brennstoffeinspritzung
bei Langsamlauf der Kraftmaschine unzweckmäßig, weil hierbei offenbar eine zu große
Brennstoffmenge
eingespritzt wird. Damit dieser Mangel beseitigt wird, ist die Steuerungsvorrichtung
nach Abb. 9 bis 12 vorgesehen, bei der ein Regler dazu dient, das Maß zu bestimmen,
um das die Öffnungsdauer der Brennstoffeinspritzventile durch den Beschleunigerfußhebet
oder einen anderen Geschwindigkeitsregler für irgendeine besondere Motorgeschwindigkeit
verlängert werden kann. Der Grundgedanke dieser Anordnung besteht darin, daß während
des Langsamlaufs der Kraftmaschine der Regler dahin wirkt, das Maß der Längsbewegung
des Schraubenrades io für irgendeine gegebene Bewegung des Beschleunigerfußhebels
oder einer ähnlichen Einrichtung zu vermindern. Abgesehen von dieser Verbindung
zwischen dem Regler und der nachstehend beschriebenen Einstellung der Öffnungsdauer
ist die in Abb. 9 und io dargestellte Ausbildung der in Abb. 5 bis 7 veranschaulichten
ähnlich, wobei die Zeiteinstellungswelle 8 der Beeinflussung durch den Regler
30 unterliegt und der Beschleuniger betrieblich mit dem Zahnrad- io der Eröffnungswelle
7 verbunden ist. Die verschiedenen Teile in Abb. 9 bis 12 sind, soweit möglich,
mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet wie in Abb. 5 bis 7.
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In den Abb. 9 bis 12 zeigt die Spindel 37 des Beschleunigerhebels
36 einen aufgekeilten Arm 40, der durch einen Lenker 41 mit einem Ende einer Zahnstange
42 verbunden ist, die in einem hohlen Arm 43 v erschieblich gelagert ist, der wieder
eine Verlängerung des in die beschriebene Ringzahnstange 39 eingreifenden Zahnbogens
38 bildet. Wenn die Zahnstange 42 sich in der Stellung befindet, bei der diejenige
des Lenkers 41 der Abb. io entspricht, bewirken die Schwingungen der Spindel 37
mittels des Hebels 36 die kleinsten Ausschläge des Arms 43 und des Zahnbogens 38,
während bei der Stellung der Zahnstange 42 und des Lenkers 41 nach Abb. i i diese
Schwingungen der Spindel 37 die größten Ausschläge des Bogens 38 herbeiführen.
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Die Welle 44 des Bogens 38 besitzt eine Bohrung 45, in die das Ende
der Zahnstange 46 hineinreicht. Die Zahnstange 46 ist in einer Führung 47 verschieblich,
die auf dem :Maschinengestell sitzt, und die Zähne der Zahnstange stehen im Eingriff
mit den Zähnen der Zahnstange 42, wobei die Zähne beider Zahnstangen mit der Achse
der zugehörigen Zahnstangen einen Winkel von 45° bilden, wie Abb. 12 schematisch
zeigt, so daß eine Bewegung der Zahnstange 46 in der Richtung des Pfeiles f eine
Bewegung der Zahnstange 42 nach außen in der Richtung des Pfeiles g der Abb. io
verursacht. Normalerweise nehmen die beiden Zahnstangen die in Abb.9, io und 12
dargestellten Stellungen ein.
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Die Zahnstange 46 trägt an ihrem äußeren Ende eine Reihe ringsum gehender
Zähne 48, die in diejenigen eines Zahnbogens 49 eingreifen, der auf der Zeiteinstellungswelle
8 aufgekeilt ist. Daher bewegt bei der dargestellten Anordnung, wenn die Kraftmaschine
schneller läuft und der Regler 3o den Zeitpunkt der Eröffnung des Brennstoffventils
durch Drehung der Zeiteinstellungswelle 8 in der Richtung des Uhrzeigers vorverlegt,
der Zahnbogen 49 die Zahnstange 46 in der Richtung des Pfeiles f, wodurch die Zahnstange
42 in der Richtung des Pfeiles g verschoben wird und der Lenker 41 eine allmählich
vergrößerte Winkelbewegung des Zahnbogens 38 in bezug auf die Drehung des Hebels
36 mit dem Ergebnis bewirkt, daß, wie vorstehend beschrieben, die Drehzahl der Kraftmaschine
zunimmt.
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Die Erfindung schafft demnach ein Steuerungsgetriebe für eine Verbrennungskraftmaschine,
bei dem die Öffnungsdauer eines Ventils während eines Umdrehungswinkels der Kurbelwelle
der Kraftmaschine aufrechterhalten werden kann, der viel kleiner ist, als es bisher
möglich war, und bei dem das Getriebe besonders keinen Veränderungen des Abstandes
der verschiedenen Getriebeglieder infolge Beanspruchung oder Abnutzung dieser Glieder
selbst, keinen Veränderungen der gegenseitigen Einstellung oder der Einstellung
der verschiedenen Glieder unterworfen ist, wie sie durch Ausdehnung oder Zusammenziehung
der Getriebeteile bei Wärmeschwankungen und infolge der verhältnismäßig dichten
und gedrängten Anordnung der wirksamen Elemente entstehen könnten. Überdies können
kleine Unstimmigkeiten bei der Herstellung des Steuerungsgetriebes leicht beim Zusammenbau
der verschiedenen Teile ausgeglichen werden; beispielsweise können die Bunde 16
in bezug auf die Wellen y und 8 vor dem Rufkeilen verstellt werden, um alle kleinen
Unregelmäßigkeiten zwischen den verschiedenen Nocken 12, 13 und ihren Einstellungen
zu beseitigen, wie sie sich aus ihrem betrieblichen Zusammenhang mit den Exzenterscheiben
22, 23 ergeben. Auch kann bei der Anwendung der Erfindung auf ein Brennstoffeinspritzventil
eines Dieselmotors der Eröffnungsib@eg@nn das Ventils geändert werden, ohne daß
dadurch die Öffnungsdauer des Ventils beeinflußt wird, wobei Veränderungen des Eröffnungsbeginnsselbsttätig
in der Steuerung der Öffnungsdauer ausgeglichen werden, so daß die Öffnungsdauer
unverändert für jede einzelne Einstellung des Eröffnungsbeginns erhalten bleibt.
Außerdem
bewirkt die Erfindung eine selbsttätige Verhinderung der
Einspritzung einer übermäßigen Brennstoffmenge für den Fall, daß die Kraftmaschine
verhältnismäßig langsam läuft.
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Es versteht sich, daß die Erfindung auch auf Zweitaktkraftmaschinen
mit Verdichtungszündung wie auch auf Viertaktkraftmaschinen, wie vorstehend beschrieben,
anwendbar sein soll, wobei die erforderlichen Abänderungen in der Betätigungsgeschwindigkeit
der Nocken getroffen werden können, damit ihre Wirkung mit dem Arbeitsspiel der
Kraftmaschine in zeitlichen Einklang gebracht wird.