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Vorschubrost Die Erfindung betrifft einen Vorschubrost, bei dem längsliegende
Roststäbe zwecks Förderung des. Brennstoffs eine vor und zurück gehende Bewegung
ausführen, und es besteht die Erfindung darin, daß in Anwendung der an sich bekannten
Wasserkühlung bei Rosten unterhalb der bewegten, den Brennstoff tragenden und ihn
durch die Bewegung fördernden Stäben in geringem Abstand hiervon ebenfalls längsliegende
wassergekühlte Rohre angeordnet sind, an welche die Roststäbe durch Strahlung Wärme
abgeben.
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An sich ist es bereits bekannt, bei mit Wasser gekühlten Feuerungsrosten
die den Brennstoff fördernden Teile ungekühlt zu lassen, um die durch die notwendigen
Anschlüsse für das Kühlwasser sich ergebenden Schwierigkeiten zu vermeiden. Bei
diesen bekannten Rosten kommt der Brennstoff aber auch mit den das Kühlwasser führenden
Teilen in Berührung, während bei der erfindungsgemäßen Ausführung die Brennstoffschicht
ausschließlich mit nur mittelbar durch Strahlung gekühlten Teilen in Verbindung
kommt. Auf diese Weise wird zunächst die Anwendung eines an sich bekannten, baulich
außerordentlich einfachen Brennstoffvorschubvorganges . ermöglicht, welcher eine
weitgehende Beherrschung des Brennstoffvorschubes in allen Teilen des Rostes über
die ganze Länge und Breite desselben ermöglicht. Dabei ist der Wärmeentzug aus der
Brennstoffschicht durch die Rostkühlung ein verhältnismäßig sehr geringer, da ja
die Roststäbe nicht unmittelbar gekühlt sind. Die Brennstoffschicht selbst wird
dabei nicht zu sehr abgekühlt. Bekanntlich besteht bei schlecht brennender Kohle
infolge zu starker Abkühlung sogar die Möglichkeit eines Ausgehens des Feuers, in
jedem Fall wird aber der Glühschicht viel Wärme entzogen, die, um große Wärmeverluste
zu vermeiden, aus dem Kühlwasser durch geeignete Einrichtungen wiedergewonnen werden
muß. Die neuen erfindungsgemäßen Roste sind daher für stark schlackende und bisher
schwer verwendbare Brennstoffe hervorragend geeignet. Der Rost gestattet es, ungewaschene
und billige Kohlen durchzusetzen, beispielsweise solche mit 3o1%0 Asche. Die Schlacken
fallen blasig und porös an und sind für die Verbrennungsluft gut durchlässig.
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Zweckmäßig wird der Rost so ausgeführt, daß die Roststäbe nach unten
gerichtete Schenkel aufweisen, beispielsweise ein U-Profil besitzen, welche die
an ihrer Unterseite angeordneten Kühlrohre auch seitlich umfassen. Die von je einem
Roststabe umschlossenen Rohre können die Form einer Rohrschleife bilden, in deren
unteren Schenkel das Kühlwasser eintritt. Eine andere Ausführungsmöglichkeit der
Erfindung ist die, daß die Kühlrohre Stege besitzen, die von den Roststäben umfaßt
werden, so daß die Hitze an diese Stege abgestrahlt wird.
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Bei solchen Rosten, die aus sehr langen, parallel nebeneinanderliegenden
und zueinander hin und her bewegten Stäben bestehen, kommen sehr leicht Verwerfungen
vor, die dazu führen- können, daß die hin und her bewegten Roststäbe gegenseitig
klemmen und nicht mehr bewegt werden können. Die Bedeutung der Beseitigung dieses
Nachteils wird besonders klar, wenn man daran denkt,
daß der erfindungsgemäße
Rost für beliebige Längen (5, 6, 7 m und mehr) verwendet werden soll.
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Ein weiterer Vorzug dieser Art Kühlung ist auch darin zu erblicken,
daß diese Kühlung im wesentlichen auf dem Stephan-Bolzmann-Gesetz beruht, wonach
die Wärmeabstrahlung mit der 4. Potenz der absoluten Temperatur zunimmt. Demzufolge
setzt eine nennenswerte Kühlwirkung erst bei höheren Temperaturen ein, nimmt dann
aber schnell einen sehr hohen Grad an. Auf diese Weise wird selbsttätig erreicht,
daß der Rost weder zu kühl noch zu heiß wird. Durch entsprechende Bemessung der
Zwischenräume zwischen den Roststäben sowie deren nach unten gerichteten Rippen
und den Kühlrohren läßt sich die zweckmäßige Arbeitstemperatur der Roststäbe ungefähr
bestimmen.
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Für die Kühlung kommt vorzugsweise Kesselwasser in Betracht, da der
Anschluß dieser stillstehenden Rohre an den Kessel keine Schwierigkeiten bereitet
und auf diese Weise die eingestrahlte Wärme zur unmittelbaren Beheizung des Kesselwassers
benutzt werden kann. An Stelle von Wasser kommen selbstverständlich auch andere
Flüssigkeiten in Betracht.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
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Fig. i ist ein Schnitt durch zwei in die Längsrichtung des Rostes
verlegte Roststäbe und der Kühleinrichtung.
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Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform derselben Einrichtung im
Schnitt.
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Fig. 2a zeigt die Kühlmittelführung zu Fig. 2. Die Fig. 3, .4 und
5 zeigen drei weitere Ausführungsformen.
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In Fig. i sind*mit b die aus Schmiedeeisen, Gußeisen o. dgl. bestehenden
U-förmigen Stäbe bezeichnet, die das Kühlrohr c umschließen. Auf diese Weise ist
eine sehr kräftige Wärmeabstrahlung gewährleistet.
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Nach den Fig. 2 und 2a besitzt das Kühlrohr c die Form einer Schleife.
Sämtliche Kühlrohre c sind an gemeinsame, vor dem Rost angeordnete Querkammern a,
a1 angeschlossen, wobei das Kühlwasser in die einzelnen Rohre c von dem Rohr a aus
eintritt und durch Rohr öl abfließt. Die Glühbettträger b hängen dabei über beide
Rohre mit verlängerten seitlichen Schenkeln. Auf diese Weise ist es angängig, die
Breite der Stäbe b klein zu halten, ohne die Abstrahlungsstärke zu verringern, beispielsweise
für den Fall, daß mit natürlichem Zug gearbeitet werden soll, der es erforderlich
macht, die Spaltweite etwas größer zu halten. Hierbei kommt es darauf an, die Breite
des U-förmigen Roststabes b klein zu halten.
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Fig. 3 zeigt eine weitere Anordnung, derart, daß zwischen je zwei
gekühlten Rohren irgendwelcher Art c ein Stab b angebracht ist, der irgendeine geeignete
Gestaltung erhalten kann.
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Wenn der bereits in Verbindung mit Fig. 2 erwähnte Gedanke der Schmalheit
der einzelnen Roststäbe von großer Bedeutung ist, kann auch die Ausführungsform
nach Fig. 4 oder 5 verwendet werden. Nach Fig. 4 findet die Abstrahlung nicht unmittelbar
auf das Kühlrohr c statt, sondern auf einen Kühlsteg d, der auf dem Kühlrohr c aufgeschweißt
oder aufgegossen oder sonstwie befestigt ist.
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In Fig. 5 besitzen die Kühlrohre eine flachgedrückte Form.
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Bei allen Ausführungsformen der Erfindung können die Stäbe b in beliebiger
Weise ausgebildet und zwecks Vorschub der Brennstoffschicht in beliebiger Folge
bewegt werden. Ein Teil der Stäbe b kann auch stillstehend angeordnet sein. Es kann
auch zweckmäßig sein, die Oberfläche der Stäbe mit zahnartigen Vorsprüngen zu versehen,
die entsprechend ausgebildet sind, um allein durch die Hinundherbewegung der Stäbe
eine Vorwärtsbewegung der Brennstoffschicht zu bewirken.