DE594569C - Fluessigkeitsschalter mit mehr als zwei in Serie liegenden Unterbrechungsstellen - Google Patents
Fluessigkeitsschalter mit mehr als zwei in Serie liegenden UnterbrechungsstellenInfo
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Description
Bekanntlich sind die Ölschalter, welche in modernen Hochspannungsanlagen von beispielsweise
220 kV verwendet werden, sehr groß und teuer. Der ölbehälter, der die
schweren Einführungsisolatoren trägt, enthält eine sehr große Menge von hochwertigem,
brennbarem Isolieröl. Es besteht daher die Gefahr, daß große ölbrände entstehen,
so daß bei der Bemessung der Ölschalter ein
ίο besonders hoher Sicherheitsfaktor gewählt
werden muß. Ferner sind große und teure Antriebsvorrichtungen erforderlich, um den
großen beweglichen Massen die erforderliche Schaltgeschwindigkeit zu erteilen. Die gebräuchlichen
Hochspannungsölschalter sind also teuer in der Anschaffung und Unterhaltung, und sie beanspruchen viel Platz.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, einen Flüssigkeitsschalter zu schaffen, der insbesondere
für Hochspannung geeignet ist und der eine geringe Menge Löschflüssigkeit, beispielsweise
Öl, benötigt und daher in seinen Abmessungen klein gehalten werden kann. Die Erfindung^ welche das bekannte Prinzip,
durch den von dem Lichtbogen einer Unterbrechungsstelle erzeugten Druck einen Flüssigkeitsstrom
durch eine andere damit in Reihe liegende Unterbrechungsstelle zu treiben, auf mehr als zwei in Serie liegende
Unterbrechungsstellen anwendet, ist dadurch gekennzeichnet, daß der als Isolierrohr ausgebildete waagerecht liegende Schalterkessel
durch eine horizontal liegende Wand in zwei durch Kanäle miteinander verbundene Kammern
unterteilt ist, von denen die untere mit der Löschflüssigkeit gefüllt ist und sämtliche
druckerzeugenden Unterbrechungsstellen enthält, während die mit diesen in Serie geschalteten
Hauptunterbrechungsstellen in den Verbindungskanälen liegen, durch welche beim Ausschaltvorgang ein Druckausgleich unter
Entstehung eines Flüssigkeitsstromes quer zu den Lichtbogen der Hauptunterbrechungsstellen
erfolgt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Abb. 1 stellt
einen teilweisen Längsschnitt durch den Schalter dar, während Abb. 2 einen Längsschnitt
durch den Schaltraum von unten gesehen zeigt. Abb. 3 stellt einen Querschnitt längs der Linien 3-3 in Abb. 1 dar. Der
Schalter besteht im wesentlichen aus einem horizontal angeordneten rohrförmigen Gehäuse,
welches aus einem Paar gleich langer, starker Isolierrohre 1 und 2 gebildet wird,
die durch einen Rohrstutzen, der seinerseits durch den Isolator 4 getragen wird, miteinander
verbunden sind.
Zwischen den Klemmen 5 und 6 des Schalters liegen durch flexible Leitungen in Reihe
verbundene Kontaktpaare, von denen einige, z. B. 9-10, als Druckerzeugungskontakte
dienen, während die anderen Kontakte, wie 13-14, 15-16, dazu dienen, den Lichtbogen
in der weiter unten beschriebenen Weise zu löschen. Im dargestellten Beispiel enthält jede Hälfte des Schaltergehäuses zwei
Druckkontakte 9-10 und 11-12. und vier
Hauptunterbrechungsstellen 13-14, 15-16,
17-18 und 19-20. Alle diese Kontakte sind
in Reihe geschaltet und in'einer Isolierflüssigkeit
21, beispielsweise Öl, untergebracht.
Die Betätigungseinrichtung des Schalters besteht aus einer Schaltstange 22 aus starkem
Isoliermaterial, beispielsweise Holz, welche innerhalb einer rohrförmigen, metallischen
Führung 23 in senkrechter Richtung beweglich ist. Zur Betätigung der Schaltstange
dient eine geeignete, nicht dargestellte Antriebsvorrichtung, welche auf der Grundplatte
des Isolators gelagert sein kann. Um den Sehalter unabhängig von den Betätigungseinrichtungen
mit hoher Geschwindigkeit öffnen zu können, ist die Schaltstange 22 durch eine Lasche 24 mit einer sich nach oben
durch ein auf dem Stutzen 3 angebrachtes Gehäuse 26 erstreckenden Stange 25 verbunden,
welche in einen Bund 27 endigt, zwischen dem und dem Deckel des Gehäuses 26
eine Druckfeder 29 gelagert ist, welche zum Öffnen des Schalters dient, Λ^οη der Stange
22 wird die Bewegung auf die bewegliehen Kontakte durch eine Kurbel 30 übertragen,
welche bei 31 an dem Rohrstutzen 3 gelagert ist. Ein Arm 32 der Kurbel ragt durch einen
Schlitz 22' in die Führungshülse 23-, wo er mit der Schaltstange 22 gekuppelt ist. Ein
anderer Arm 33 der Kurbel greift um einen Bolzen 34, welcher ein Paar .paralleler Kontaktbetätigungsstangen
35 und 36 aus star-. kern Isoliermaterial, beispielsweise Ähornholz,
verbindet, welche sich durch das horizontale Schaltergehäuse erstrecken.
Die parallelen Stangen 35 und 36 dienen zur Führung und Bewegung der beweglichen
Kontakte 10 und 12, der Druckkontakte und der Kontakte 14, 16, 18 und 20 und ebenso
zur Betätigung der entsprechenden beweglichen Kontakte innerhalb der Isolierröhre 2.
Jeder bewegliche Kontakt ist mit einer parallel liegenden Lasche 37, welche auf den
Stangen 35 und 36 verschiebbar gelagert ist, verbunden. Die Lasche und damit die beweglichen
Kontakte werden durch die Schraubenfedern 38, welche zwischen den Laschen und
auf den Isolierstangen 35 und 36 befestigten Isolierhülsen 39 gelagert sind, in die Einschaltstellung
gedrückt. Um die Laschen in die entgegengesetzte Richtung bewegen zu können, sind die Isolierhülsen von solcher
Länge, daß sie sich gegen die Lasche des benachbarten Kontaktes legen und hierdurch
bei der entsprechenden Bewegung der Stangen 35 und 36 diese Lasche mitnehmen. Zum
Tragen und Lagern der Kontakte und der Stangen 35 und 36 dient eine Zwischenwand
40 aus Isoliermaterial, beispielsweise Holz (Abb. 3), die das rohrförmige Schaltgehäuse
in eine untere Druckkammer und in eine obere, unter gewöhnlichem Druck
stehende Kammer unterteilt. Die Zwischenwand 40 ist durch Bolzen 41 und Abstandsstücke
42 an beiden Enden des Gehäuses in ihrer Lage im Gehäuse gesichert. Der mittlere
Teil der Zwischenwand ist durch eine Platte 40' mit den Rohrstutzen 3 verbunden.
Die Führungshülse 23 erstreckt sich durch die Zwischenwand 40 und die Platte 40'. Die
Kurbel 30 ist eng anliegend an einem Schlitz 30' in der Zwischenwand 40 geführt, so daß
eine Verbindung zwischen der oberen und unteren Kammer lediglich durch die nachfolgend
beschriebenen Verbindungskanäle hergestellt ist.
Diese Verbindungskanäle werden durch Druckentlastungsöffnungen 43, 44, 45 und 46
in der Zwischenwand hergestellt, von denen jede eine Hauptunterhrechungsstelle enthält.
Die Verbindungskanäle werden durch eine an beiden Enden offene Isolierröhre gebildet,
welche in geeigneter Weise in der Druckentlastungsöffnung in der Zwischenwand, beispielsweise
durch Verschrauben mittels eines Isolierringes 48, befestigt sind. Wie aus
Abb. ι ersichtlich ist, liegt der Ölspiegel etwas oberhalb der Zwischenwand 40.
Jedes Kontaktpaar der Hauptunterbrechungsstellen ist in derselben Weise angeordnet;
so ist beispielsweise der feste Kontakt 13 der Unterbrechungsstelle 13-14 in der Wand
der zugehörigen Isolierhülse 47 durch geeignete Befestigungsmittel 49 befestigt, welche
gleichzeitig zur Befestigung des einen Endes eines flexiblen Leiters 50 mit dem festen Kontakt
dienen. Der zugehörige bewegliche Kontakt 14, der durch eine Lasche 37 getragen
wird, ist in einer der Befestigungsstelle finden festen Kontakt gegenüberliegenden Öffnung
in der Wand der Isolierhülse 47 geführt.
Die Druckerzeugungskontakte sind von den Druckentlastungsöffnungen in der Zwischenwand
40 entfernt angeordnet, und zwar zweckmäßig in der Mitte zwischen einem Paar Hauptunterbrechungsstellen. Beispielsweise
ist der feste Kontakt 9 der Druckkontakte 9 und 10 in geeigneter Weise an einem
Arm eines LJ-förmigen Teiles 51 befestigt, der mittels eines Bolzens an der Unterseite der
Zwischenwand 40 befestigt ist. Der U-förmige Teil 51 dient gleichzeitig zum Tragen und
Führen des beweglichen Kontaktes 16 der be-
nachbarten Unterbrechungsstelle. Der bewegliche Kontakt io wird in der beschriebenen
Weise durch eine Lasche 37 getragen und durch die Stangen 35 und 36 bewegt.
In der Verbindungsstelle der die beiden Gehäuseteile bildenden Isolierrohre 1 und 2 sind die in Reihe geschalteten Kontaktsätze durch den flexiblen Leiter 52 verbunden, während die Verbindung der letzten Kontakte mit den Klemmen 5 und 6 durch Leiter 53 und 54 erfolgt.
In der Verbindungsstelle der die beiden Gehäuseteile bildenden Isolierrohre 1 und 2 sind die in Reihe geschalteten Kontaktsätze durch den flexiblen Leiter 52 verbunden, während die Verbindung der letzten Kontakte mit den Klemmen 5 und 6 durch Leiter 53 und 54 erfolgt.
Parallel zu den Klemmen des Schalters kann ein nicht dargestellter Stufenwiderstand
geschaltet sein, von dem die einzelnen Stufen mit den verschiedenen Unterbrechungsstellen
verbunden sind, um eine Angleichung der Spannung an jeder Unterbrechungsstelle zu
ermöglichen.
Die Wirkungsweise des Schalters ist wie
ao folgt: Wenn der Schalter in der in Abb. 1
dargestellten Einschaltstellung steht, ist die Feder 29 unter Druck, und sie versucht, die
Kurbel 30 entgegen dem Uhrzeigersinne zu drehen und dadurch die parallelen Stangen
35 und 36 im Ausschaltsinne zu bewegen. Wenn die Betätigungsstange 25 mittels einer
Auslösevorrichtung bekannter Art, beispielsweise durch eine Maßnahme von Hand oder
in Abhängigkeit von einem unzulässigen Betriebszustande in dem vom Schalter überwachten
Stromkreis ausgelöst wird, bewegt die Feder 29 die Stange 25 nach oben, wodurch
über die Kurbel 30 die parallelen Stangen 35 und 36 nach rechts in die Ausschaltstellung
bewegt werden und infolgedessen sämtliche Kontaktstellen gleichzeitig geöffnet werden. Hierbei wird durch die Druckerzeugungskontakte
9, 10 und 11, 12 ein hoher Druck auf das diese Kontakte umgebende
Öl ausgeübt. Durch diesen Druck wird das Öl durch die Druckentlastungsöffnungen über die Hauptunterbrechungs stellen
in die obere Kammer getrieben. Da alle Hauptunterbrechungskontakte in Reihe liegen
und gleichzeitig öffneten, wird der Lichtbogen an jedem Paar Hauptkontakte gleichzeitig
einer ölströmung unterworfen, so daß eine wirksame Unterbrechung des Stromkrei-•
ses erreicht wird. Die Lichtbogen in den Isolierhülsen 47 haben keine Möglichkeit, dem
Ölstrom auszuweichen, da der ganze Raum innerhalb der Isolierhülsen durch den Ölstrom
ausgefüllt wird.
Die Einschaltung des Schalters wird dadurch herbeigeführt, daß die Betätigungsstange
22 durch die Antriebsvorrichtung nach unten gezogen wird, -wodurch die Kurbel 30
im Uhrzeigersinne gedreht und die parallelen Stangen 35 und 36 in die Einschaltstellung
bewegt werden. Gleichzeitig wird die Feder für eine nachfolgende Ausschaltung gespannt.
Die Betätigung des Schalters erfolgt ohne merkliches Geräusch und bei einem verhältnismäßig
niedrigen Gasdruck und einem nur sehr kleinen Ölauswurf. Der Schalter ist im Verhältnis zu seiner Schaltleistung klein und
benötigt im Verhältnis zu den bekannten Ölschaltern nur eine sehr geringe Menge von Öl.
An Stelle von öl kann auch eine andere Isolierflüssigkeit treten. Öl besitzt jedoch den
Vorteil, daß es gleichzeitig alle beweglichen Teile schmiert. Bei Aufstellung des Schalters
im Freien kann das rohrförmige Schaltgehäuse von einem Isolator aus Porzellan umgeben
sein, wodurch die Überschlaggefahr verringert wird.
Claims (3)
1. Flüssigkeitsschalter mit mehr als zwei in Serie liegenden Unterbrechungsstellen, insbesondere für hohe Spannung,
bei dem der durch den Lichtbogen einer Unterbrechungsstelle erzeugte Druck einen
Flüssigkeitsstrom durch eine folgende Unterbrechungsstelle treibt, dadurch gekennzeichnet,
daß der als Isolierrohr ausgebildete waagerecht liegende Schalterkessel durch eine horizontal liegende
Wand in zwei durch Kanäle miteinander verbundene Kammern unterteilt ist, von denen die untere mit einer Löschflüssigkeit
gefüllt ist und sämtliche druckerzeugenden Unterbrechungsstellen enthält, während die mit diesen in Serie geschalteten
Hauptunterbrechungsstellen in den Verbindungskanälen liegen, durch welche beim Ausschaltvorgang ein Druckausgleich
unter Entstehung eines Flüssigkeitsstromes quer zu den Lichtbogen der 100,
Hauptunterbrechungsstellen erfolgt.
2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen Kontakte
aller Unterbrechungsstellen durch eine gemeinsame Antriebsvorrichtung gleichzeitig bewegt werden.
3. Schalter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskanäle
der beiden Kammerhälften durch in kreisförmigen Öffnungen der Längszwischenwand steckende Isolierhülsen
gebildet sind, welche zur Befestigung der festen und zur Führung der beweglichen
Kontakte der in den Verbindungskanälen liegenden Unterbrechüngsstellen
dienen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US538560A US1860337A (en) | 1931-05-19 | 1931-05-19 | High tension circuit interrupter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE594569C true DE594569C (de) | 1934-03-19 |
Family
ID=24147411
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA66007D Expired DE594569C (de) | 1931-05-19 | 1932-05-20 | Fluessigkeitsschalter mit mehr als zwei in Serie liegenden Unterbrechungsstellen |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
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| BE (1) | BE388591A (de) |
| DE (1) | DE594569C (de) |
| GB (1) | GB388613A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE916317C (de) * | 1949-05-29 | 1954-08-09 | Sachsenwerk Licht & Kraft Ag | Hoechstspannungs-Leistungsschalter |
Families Citing this family (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2816991A (en) * | 1953-12-30 | 1957-12-17 | Westinghouse Electric Corp | Circuit interrupters |
| US2790880A (en) * | 1953-12-30 | 1957-04-30 | Westinghouse Electric Corp | Circuit interrupter contact structure |
| US2913556A (en) * | 1956-03-14 | 1959-11-17 | Westinghouse Electric Corp | Circuit interrupters |
| US2838636A (en) * | 1956-03-16 | 1958-06-10 | Schwager Wood Corp | High voltage circuit interrupting switch means |
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0
- BE BE388591D patent/BE388591A/xx unknown
-
1931
- 1931-05-19 US US538560A patent/US1860337A/en not_active Expired - Lifetime
-
1932
- 1932-05-19 GB GB14293/32A patent/GB388613A/en not_active Expired
- 1932-05-20 DE DEA66007D patent/DE594569C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE916317C (de) * | 1949-05-29 | 1954-08-09 | Sachsenwerk Licht & Kraft Ag | Hoechstspannungs-Leistungsschalter |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB388613A (en) | 1933-03-02 |
| BE388591A (de) | |
| US1860337A (en) | 1932-05-24 |
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