DE59244C - Dichtungsmittel aus Steinkohlentheer und Kochenkohle - Google Patents
Dichtungsmittel aus Steinkohlentheer und KochenkohleInfo
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Classifications
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- C09K—MATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
- C09K3/00—Materials not provided for elsewhere
- C09K3/12—Materials for stopping leaks, e.g. in radiators, in tanks
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Materials Engineering (AREA)
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- Sealing Material Composition (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei den Versuchen, Steinkohlenteer als
Dichtungsmittel für die verschiedenartigsten industriellen Zwecke verwendbar zu machen, hat
sich hauptsächlich der Uebelstand herausgestellt, dafs man dem Steinkohlentheer nur sehr schwer
die erforderliche Consistenz verleihen kann, da derselbe an und für sich zu wenig widerstandsfähig
ist. Man hat aus diesem Grunde vielfach Zuschläge von pulverisirtem Thon, feinem
Sande oder anderen anorganischen Stoffen gewählt , um durch möglichst innige Mischung
derselben mit dem Steinkohlentheer ein Product von gröfserer Consistenz zu erhalten.
Der Steinkohlentheer besitzt indessen nur zu einer sehr beschränkten Anzahl von Körpern eine
hinreichende Adhäsion, mit den meisten dagegen verbindet er sich nur sehr schwer, namentlich
dann, wenn dieselben eine glatte Oberfläche besitzen. Zerbricht man z. B. den durch Vermischen
von Steinkohlentheer mit Kies erhaltenen Kitt, so kann man von der Bruchfläche
ohne Mühe die Quarzkörner loslösen, ein Beweis für die geringe Bindekraft des
Quarzes mit dem Steinkohlentheer.
Ein weiterer Uebelstand bei der Verwendung der oben genannten anorganischen Zuschläge
macht sich insofern bemerkbar, als mit der zunehmenden Consistenz des Kittes, d. h. mit
zunehmender Widerstandsfähigkeit gegen-mechanischen Druck die Bindefähigkeit desselben erheblich
vermindert wird, was ebenfalls seine Erklärung darin findet, dafs die einzelnen
Theerpartikelchen durch die dazwischen gelagerten und nur wenig am Theer haftenden
Sandkörner u. s. w. ihren Zusammenhang ver-1 ieren.
Es hat sich nun gezeigt, dafs, wenn man
poröse und namentlich organische Bestandtheile enthaltende Körper mit dem Steinkohlentheer
mischt, der letztere in die Poren des Zuschlags mehr oder weniger eindringt und auf
diese Weise fest mit dem letzteren, verkittet wird. Unter den mannigfachen, als Zuschlagsmittel verwendeten Materialien hat sich Knochenkohle
als das brauchbarste erwiesen. Die Knochenkohle zeigt bekanntlich eine grofse Absorptionsfähigkeit gegenüberVerunreinigungen
jeder Art und namentlich Verunreinigungen organischer Natur und nimmt dementsprechend
auch den Steinkohlentheer in sich auf, wenn beide Substanzen (zweckmäfsig unter Druck)
mit einander vermischt werden. Bei einem derartigen Product wird, da eben der Theer
die einzelnen Theilchen der Knochenkohle vollkommen durchdringt, der Zusammenhang
zwischen den Theerpartikelchen durch das Dazwischentreten der Knochenkohle nicht aufgehoben
und demgemäfs auch selbst bei Anwendung eines grofsen Procentsatzes von Knochenkohle keine Verminderung in der
Bindekraft eines derartigen Dichtungsmittels herbeigeführt. Der Grad der Formbarkeit bezw.
Consistenz kann demnach beliebig je nach Wunsch bemessen werden.
Unter Umständen empfiehlt es sich, die Bindekraft des Dichtungsmittels noch durch
Einkneten von Hanffäden oder anderen Gespinnstfasern zu erhöhen.
Als besondere Vortheile eines derartigen Kittes sind noch hervorzuheben, dafs durch
die Beifügung von Knochenkohle das specifische
Gewicht bedeutend herabgesetzt wird, dafs ferner keinerlei gesundheitschädliche Stoffe angewendet
werden, und dafs infolge der gröfseren Consistenz eine Versendung des Kittes ohne
Gefäfse möglich ist. Als besonders geeignet erweist sich dieser Kitt zum Dichten von
Flantschrohren, obgleich auch andere Verwendungsarten, namentlich in der chemischen
Industrie, möglich sind.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Dichtungsmittel, bestehend aus Steinkohlentheer (Asphalt u. s. w.) und einem Zuschlage von Knochenkohle, welcher je nach dem gewünschten Grade der Formbarkeit mehr oder minder grofs gewählt und unter Anwendung von Druck und eventueller Beigabe von Gespinnstfasern mit dem Theer vereinigt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE59244C true DE59244C (de) |
Family
ID=333475
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT59244D Expired - Lifetime DE59244C (de) | Dichtungsmittel aus Steinkohlentheer und Kochenkohle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE59244C (de) |
-
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