DE58331C - Aufziehvorrichtung an luftdicht verschlossenen Uhren (See-Chronometern) - Google Patents
Aufziehvorrichtung an luftdicht verschlossenen Uhren (See-Chronometern)Info
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Classifications
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- G—PHYSICS
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- G04B—MECHANICALLY-DRIVEN CLOCKS OR WATCHES; MECHANICAL PARTS OF CLOCKS OR WATCHES IN GENERAL; TIME PIECES USING THE POSITION OF THE SUN, MOON OR STARS
- G04B37/00—Cases
- G04B37/02—Evacuated cases; Cases filled with gas or liquids; Cases containing substances for absorbing or binding moisture or dust
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Landscapes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 83: Uhren.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. Januar 1891 ab.
Das in der Schiffahrt unentbehrliche, zur Zeitbestimmung dienende Chronometer leidet
in seiner bisherigen Construction an dem starken Nachtheil, dafs infolge des Zutritts von Feuchtigkeit
und Sauerstoff Oxydation der Stahltheile, besonders der Federn und des OeIs, Schimmelbildung
und vorübergehende Wasserniederschläge entstehen, welche trotz regelmäfsiger
Reinigung des Werkes und sachgemä'fser Behandlung des Chronometers den Gang in verschiedenartigster
Und nicht zu berechnender Weise verändern und stören. Die Ausschliefsung
dieser Fehlerquellen würde erstens eine aufserordentliche Beruhigung des Ganges zur Folge
haben,. zweitens das Bedürfnifs der kostspieligen Reinigung dar Chronometer wesentlich beschränken.
Dieser Zweck wird durch die auf der zugehörigen Zeichnung dargestellte Vorrichtung,
bei welcher das Aufziehen des Werkes ohne Schlüssel und Schlüsselloch geschieht und die auch bei vorhandenen Chronometern
nachträglich angebracht werden kann, erreicht.
Fig. ι ist ein Querschnitt durch das Gehäuse;
Fig. 2 ist ein zweiter Querschnitt durch das Gehäuse und den Deckelring;
Fig. 3 ist eine obere Ansicht von den inneren Theilen der Vorrichtung unter Weglassung des
Gehäuses; ·
. Fig. 4 ist eine obere Ansicht vom Gehäuse; Fig. 5, 6 und 7 sind Details.
Von dem eigentlichen Chronometerwerk, an dem nichts geändert wird, sind nur die Deckplatten
und deren Pfeiler, welche zur Befestigung der neuen Vorrichtung benutzt werden, dargestellt.
Das Aufziehen des in dem vollständig luftdicht abgeschlossenen Gehäuse befindlichen
Chronometerwerkes wird auf folgende Weise bewirkt:
Die Welle α ist bei jedem Chronometer
vorhanden und dient bisher zum Aufziehen des Gangwerkes durch einen von aufsen in das
Gehäuse eingeführten Aufsteckschlüssel. Auf dieser Welle ist jetzt ein kleines Kegelrad b
befestigt, welches mit einem gröfseren Kegelrad c in Eingriff steht. Letzteres Kegelrad befindet
sich auf einer Welle d, welche in zwei Lagern e und e1 gelagert ist. Ungefähr auf
der Mitte dieser Welle befindet sich ein kleines Sperrrädchen f, zu dessen beiden Seiten zwei
dreiarmige Hebel g angebracht sind, welche sich auf der Welle d drehen. Zwischen diesen
Hebeln g befindet sich eine Sperrklinke h, welche durch einen Bolzen i mit den beiden
dreiarmigen Hebeln g verbunden ist. Die Sperrklinke ist nach rückwärts verlängert und
mit einem Auge k versehen, durch welches dieselbe mittelst Bolzen mit dem einen Ende
einer kleinen Zugstange / verbunden ist. Diese Zugstange greift mit ihrem anderen Ende in
ein auf die kreisförmige Plattenfeder m, mit welcher das Gehäuse verschlossen wird, gelöthetes
Auge. Der zweite nach oben stehende Arm der dreiarmigen Hebel g ist mit zwei
Zugstangen η verbunden, an deren Verbindungsbolzen eine leichte Feder u zieht. Der
dritte Arm der Hebelg dient zur Hubbegrenzung.
Um die durch das Aufziehen des Chronometers verursachten Erschütterungen nicht auf das
Gangwerk zu übertragen, ist die ganze Vorrichtung auf einem Winkelböckchen 0 befestigt,
welches mit dem Fundamentbolzen des Chronometers verschraubt wird. Bei der (in der Zeichnung
dargestellten) Ruhelage der Plattenfeder m, mittelst deren Durchbiegung nach oben das Aufziehen
des Chronometers erfolgt, darf die Sperrklinke h mit dem Sperrrädchen / nicht im
Eingriff stehen, damit die beim Ablaufen des Uhrwerkes stattfindende RUckwärtsdrehung der
Aufziehwelle α nicht behindert wird. Wird nun die Plattenfeder m etwas nach oben durchgebogen,
so findet, da die Hebel g an einer ( Drehung auf der Welle d durch die Feder u
zunächst noch gehindert sind, eine Drehung der Sperrklinke h um den Drehpunkt i statt,
und zwar nur so lange, bis die Sperrklinke h auf dem Sperrrad f aufliegt. Bei einer weiteren
Durchbiegung der Plattenfeder m mufs nun unter Ueberwindung der Zugspannung der
Feder u eine Drehung der Hebel g, und zwar jetzt mit der Welle d, erfolgen, wodurch mittelst
Kegelrädchen b und c die Aufziehwelle a in Drehung gesetzt wird, bis die Hubbegrenzung
durch den dritten Arm der Hebel g und das Führungsblöckchen \ eine weitere Durchbiegung
der Plattenfeder verhindert. Nun beginnt das Spiel von neuem, bis das Werk vollständig
aufgezogen ist. Um eine Beschädigung des Gangwerkes oder ein Abreifsen der Uhrfeder
zu verhindern, kann zwischen Kegelrad c und Sperrrad f dieselbe Vorrichtung angebracht
werden, welche an dem jetzt gebräuchlichen Aufziehschlüssel vorhanden und durch ν in
den Fig. 2 und 3 angedeutet ist.
Da die Plattenfeder infolge des Gebrauches das Bestreben haben wird, sich selbstthätig
nach oben durchzubiegen, so könnte dadurch die Sperrklinke h mit dem Sperrrädchen f
dauernd im Eingriff kommen und so das Ablaufen des Chronometerwerkes verhindern. Es
ist daher oberhalb des Gehäuses auf dem Verschraubungsring der um ein Scharnier drehbare
und mittelst eines Riegels feststellbare Bügel ρ angebracht, welcher die Plattenfeder m in der
Ruhelage hält und somit ein unbeabsichtigtes Eingreifen der Sperrklinke verhindert.
Die beiden am Gehäuse befindlichen Stutzen q und r dienen zum Füllen desselben mit einem
Gase, durch welches Oxydationen ausgeschlossen sind, und zum Entweichen der Luft.
Die beiden Augen s dienen zum Aufhängen des Chronometers in einem cardanischen Gelenk
in der üblichen Weise.
Das Gangwerk des Chronometers ist mittelst des Distanzringes w und der Stifte t im Gehäuse
befestigt.
Die luftdichte Abschliefsung des Glases vom Gehäuse kann durch einen geeigneten Kitt erfolgen,
während die luftdichte Verbindung der Plattenfeder mit dem Gehäuse ebenso oder durch Verlöthen hergestellt werden kann.
Geöffnet zu werden braucht der Verschlufs aufser zur Reinigung und Neuölung des Werkes,
die weit seltener nöthig sein wird als bisher, nur bei erforderlicher Arretirung, also in den
seltenen Fällen des Transports ohne besondere Begleitung.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Aufziehvorrichtung an luftdicht verschlossenen Uhren (See-Chronometer), dadurch gekennzeichnet, däfs eine die eine Wandung des luftdichten Gehäuses bildende Plattenfeder mit dem Aufziehschaltwerk derart verbunden ist, dafs durch Bewegung der Plattenfeder die Uhr aufgezogen werden kann, ohne das Gehäuse öffnen zu müssen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE58331C true DE58331C (de) |
Family
ID=332643
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT58331D Expired - Lifetime DE58331C (de) | Aufziehvorrichtung an luftdicht verschlossenen Uhren (See-Chronometern) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE58331C (de) |
-
0
- DE DENDAT58331D patent/DE58331C/de not_active Expired - Lifetime
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