DE583141C - Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln

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DE583141C
DE583141C DE1930583141D DE583141DD DE583141C DE 583141 C DE583141 C DE 583141C DE 1930583141 D DE1930583141 D DE 1930583141D DE 583141D D DE583141D D DE 583141DD DE 583141 C DE583141 C DE 583141C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von insbesondere für therapeutische Zwecke geeigneten Formlingen aus Adsorptionsmitteln, z. B. Tierkohle usw. Solche Formlinge werden der Erfindung gemäß in der Weise hergestellt, daß die Adsorbenfieir, z. B. aktive Kohle, auf Kerne von festen quellbaren organischen Stoffen, insbesondere von Pflanzenschleimen, aufgetragen, z. B. mit Hilfe eines Bindemittels aufdragiert werden.
  • Es ist bereits bekannt, Adsorptionskohle unter Zusatz von Pflanzenschleim zu -Formlingen zu verarbeiten. Bei diesen Präparaten wird nur so viel Pflanzenschleim zugesetzt, als zur Verkittung (Bindung) der Adsorptionsmittelteilchen gerade notwendig ist. Von einem nicht gequollenen Überschuß der quellbaren Zusätze ist nicht dieRede. Ferner wurde schon vorgeschlagen, leicht zerfallende, gepreßte Tabletten aus Arzneimitteln dadurch herzustellen, daß man als Bindemittel bei der Tablettierung pulverisierte gewöhnliche oder gehärtete Gelatine, Agar-Agar, Laminaria, Fucus, isländisches oder irlärndisches Moos verwendet.
  • Von diesen bekannten Adsorptionsmittelformlingen unterscheiden sich die nach dem beanspruchten Verfahren.- hergestellten dadurch, daß sie aus einem quellbaren Kern und einer auf diesen Kern aufgetragenen Adsorptionsmittelschicht bestehen. Hierdurch wird der Vorteil `erreicht, .daß sich der quellbare Kern bei Berührung des Formlings mit einer Flüssigkeit im Verlauf mehrerer Stunden mit Flüssigkeit vollsaugt, indem er .diese durch die äußere Adsorptionsmittelschicht, z. B. Kohlenschicht, hindurchzieht. Bei Verwendung von sehr quellfähigen Kernstoffen kann man damit rechnen, daß praktisch alles vorhandene Austauschwasser von den Kernen aufgesogen wird und dabei die Adsorptionsmittelschicht passieren muß. Jedes einzelne Korn dieser Schicht stellt daher ein selbsttätig arbeitendes kleines Filter dar. Gelangen -also die nach dem beanspruchten Verfahren . hergestellten Formlinge in den Magen und Darm, so ist der ganze Magen oder Darm bzw. die ganze Stuhlmasse gleichmäßig mit solchen Filterchen durchsetzt. Dabei findet in jedem einzelnen Filterchen eine von den äußersten bis zu den innersten Schichten allmählich fortschreitende Aufnahme von adsorbierbaren Stoffen statt, so daß sich das Adsorbens immer nur in dem Maße der fortschreitenden Quellwng des quellbaren Kernes mit Giftstoffen belädt. Infolgedessen wenden auch die in tieferen Abschnitten des Darmes erst entstehenden Giftstoffe (Fäulnisstoffe) vom Adsorbens in gleichem Maße gebunden, wie jene Giftstoffe, die sich - etwa im Falle einer Vergiftung - im Magen und in den oberen Darmabschnitten vorfinden. Da die trockenen Pflanzenschleime ferner erfahrungsgemäß so viel Wasser aufzunehmen und festzuhalten vermögen, daß der vollkommen gequollene Kern etwa 2 °4 Trockensubstanz und 98 % Wasser enthält, so ist das Adsorbens .dauernd mit einem Wassermantel umgeben, der auch noch in den untersten Darmpartien wirksam ist, wo der Darminhalt schon sehr wasserarm ist. Auch dieser technischen Zusammenwirkung von Adsorptionsmittelschicht und quellbarem Kern kommt Bedeutung zu, da sich die Adsorptionswirkung nur bei dauernder Anwesenheit erheblicher Wassermengen voll entfalten kann. Die Formlinge werden auch von empfindlichen Kranken leicht und gern genommen und führen zu keinen Anhäufungen im Darm, da die Pflanzenschleime durch ihre Ausdehnung gleichzeitig eine abführende Wirkung ausüben.
  • Es können alle bekannten Adsorbentien, z. B. auch Bolus alba oder anorganische Gele, wie insbesondere -Kieselsäuregel, in der angegebenen Weise zu Formlingen verarbeitet werden, wobei für die arzneiliche Verwendung selbstverständlich nur unschädliche Adsorptionsmittel in Betracht kommen. Als Bindemittel werden. bei der Herstellung der Formlinge die üblichen, z. B. für das arzneiliche Anwendungsgebiet Zucker oder Gummiarabikum, verwendet; man kann aber zu diesem Zweck auch gequollenen Pflanzenschleim benutzen. Diejenigen Bindemittel sind die zweckmäßigsten, welche die Wirksamkeit des Adsorptionsmittels nicht beeinträchtigen, also selbst nicht adsorbierbar sind.
  • Zur Herstellung des quellbaren Kerns können nicht nur trockene Pflanzenschleime, wie Gummiarten, z. B. Tragänt, Laminariaschleim, Agar-Agar, Karragheenmoosschleim, sondern auch andere quellbare organische Stoffe, insbesondere Kolloide, verwendet werden. Auch ganze Samen (z. B. Semen Psylii, Leinsamen usw.) können für die Pflanzenschleime eintreten oder mit .diesen gemischt werden, wie solche Samen ja auch als stuhlregelnde Quellmittel Verwendung finden. Für die arzneiliche Verwendung sind bei sonst gleichem Eignungen solche quellbare Kern- oder Zusatzstoffe zu bevorzugen, die unverdaulich oder sehr -schwer verdaulich sind.
  • Ausführungsbeispiele i. Trockene Lamiriarsäure oder quellfähige Salze derselben werden in Korngröße von etwa i bis i'/, mm Durchmesser gebracht. 2 kg dieser Körner werden im Drageekessel mit 6 kg aktiver Tierkohle nach und nach dragiert, indem man als Bindemittel i kg Zucker und' etwa 1/2 kg Gummiarabikum in wässeriger Lösung verwendet. Als Endprodukt erhält man eine Masse in Form unregelmäßiger Kügelchen.
  • ä. 3 kg, wie oben angegeben, gekörnten Tragants werden im Drageekessel mit 3 kg aktiver Tierkohle unter Zuhilfenahme von i kg Zucker in - wässeriger Lösung dragiert.
  • 3. 4 kg Körner aus Karragheenmoos oder getrockneten Karragheenmoosschleim werden mit einem Teig, bestehend aus 4 kg Bolus älba und 2o0/bi,-er Zuckerlösung, rasch und gleichmäßig verknetet, worauf .die entstehende Masse in der üblichen Weise zu, groben Körnern verformt wird. Diese bestehen aus einem Kern von Karragheenmoos mit einer Überzugsschicht aus Bolns.
  • 4. -1 kg Leinsamen wind im Drageekessel unter Zuhilfenahme obengenannter Bindemittel mit einem Gemisch von 2 kg Tierkohle und 2 kg Bolus alba dragiert.
  • 5. Auf 4 kg Kerne von trockenem Pflanzenschleim werden 2 kg Adsorptionskohle mit Hilfe von 2 kg Zucker und % kg Magnesiumcarbonat aufdragiert.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI: Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln, insbesondere für therapeutische Zwecke, unter Verwendung von festen quellbaren organischen Stoffen, z. B. von Pflanzenschleim u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die Adsorbentien auf Kerne aus den festen quellbaren organischen Stoffen aufgetragen, z. B. mit Hilfe eines Bindemittels aufdragiert werden.
DE1930583141D 1930-03-04 1930-03-11 Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln Expired DE583141C (de)

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