AT130242B - Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln.

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AT130242B
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  • Solid-Sorbent Or Filter-Aiding Compositions (AREA)

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  Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln. 
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 geeigneten Adsorptionsmittelformlingen. worunter Adsorbentien in   körniger,   stückiger oder beliebiger anderer Form, im Gegensatz zur pulverigen Form. verstanden sein sollen. Solche Formlinge werden der Erfindung gemäss in der Weise hergestellt, dass die Adsorptionsmittel in Mischung mit solchen Mengen fester quellbarer organischer Stoffe, insbesondere fester Pflanzenschleim und allenfalls unter Zuhilfenahme von   Bindemitteln   anderer Art, derart verformt werden, dass hiebei eine Quellung der organischen Substanzen möglichst vermieden wird und diese Stoffe in dem fertigen Produkt als vom Adsorptionsmittel eingeschlossene   quellfähige   Massen vorhanden sind.

   Gemäss einer bevorzugten   Ausführungsform   werden feste quellbare organische Stoffe,   insbesondere Pflanzenschleime,   in gekörnter Form mit Adsorbentien überzogen oder Adsorbentien auf Kerne aus den quellbaren Stoffen aufdragiert. 



   Die Erfindung geht auf die überraschende   Beobachtung zurück, dass   das mit Methylenblaulösung messbare Adsorptionsvermögen der aktiven Kohle durch die Gegenwart der meisten Pflanzenschleime nicht oder nur wenig vermindert wird und im   ungünstigsten   Fall immer noch zu einem sehr erheblichen Masse erhalten bleibt. Die Prüfung hat gezeigt, dass unlösliche Gummen und Tragant, Laminariaschleim und Gummi arabicum die Adsorptionsfähigkeit praktisch   ungeschädigt   lassen. Wenig schädigend wirken lösliche Tragante und Agar-Agar. Die verhältnismässig ungünstigsten Ergebnisse wurden bei der   Vermischung   der aktiven Kohle mit Karragheenmoosschleim beobachtet.   Immerhin bleibt aber auch   in diesem Fall die Hälfte der Wirksamkeit erhalten. 



   Die gemäss der Erfindung mit Hilfe von trockenen Pflanzenschleimen hergestellten   Adsorptionsmittelformlinge   werden im Magen   angefeuchtet   und durchgefenchtet, wobei die   Pflanzenschleime   ausserordentlich stark aufquellen und das   Adsorbens durchsetzen. Hiedurch   bekommt das Adsorptionsmittel eine grössere Oberfläche. Die vollständige Quellung des Schleimes dauert viele Stunden, während welcher die quellenden Stoffe dauernd in langsamer Bewegung bleiben. Das hat zur Folge, dass die Darmwände mit dem Adsorbens in innige Berührung kommen und dass auch das Adsorbens immer wieder mit andern adsorbierbaren Stoffen des Darminhaltes in Berührung kommt und dadurch besser ausgenützt wird, als dies sonst der Fall wäre.

   Die trockenen Pflanzenschleime vermögen ferner erfahrungsgemäss soviel Wasser aufzunehmen und festzuhalten, dass der vollkommen gequollene Stoff etwa 2 % Trockensubstanz und   98%   Wasser enthält. und umgeben so das Adsorbers dauernd mit einem   Wassermantel,   der auch noch in den untersten Darmpartien wirksam ist, wo der Darminhalt schon sehr wasserarm ist. Auch dieser technischen Zusammenwirkung von   Adsorbens 1111 (1 que1lbarem   Kern-oder Zusatzstoff kommt Bedeutung zu, da sich die Adsorptionswirkung nur bei dauernder Anwesenheit erheblicher Wassermengen voll entfalten kann.

   Hiezu   kommt   schliesslich, dass derartige Körner oder sonstige Formlinge auch von   empfindlichen   Kranken leicht und gern genommen werden und nie zu Anhäufungen im Darm führen können, da die Pflanzenschleime durch ihre Ausdehnung gleichzeitig eine abführende Wirkung   ausüben.   



   Es können alle bekannten Adsorbentien, z. B. auch Bolus alba oder anorganische Gele. wie insbesondere Kieselsäuregel, in der angegebenen Weise zu Formlingen verarbeitet werden. wobeifürdiearzneilicheVerwendungselbstverständlichnurunschädlicheAdsorptionsmittelin 

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 Betracht kommen. Als Bindemittel werden die üblichen, z. B. für das   arzneilicbe   Anwendungsgebiet Zucker oder Gummi arabicum, verwendet : man kann aber zu diesem Zweck auch gequollenen   Pflanzenschleim   benutzen. Diejenigen Bindemittel sind die   zweckmässigsten,   welche die Wirksamkeit des   Adsorptionsmittels nicht beeinträchtigen,   also selbst nicht adsorbierbar sind. 



   In der Folge hat sich dann gezeigt, dass nicht nur trockene   Pflanzenschleime, sondern   auch andere quellbare Stoffe, insbesondere Kolloide, für den gleichen Zweck verwendbar sind. Auch ganze Samen (z. B. Semen psyllae,   Leinsamen usw.)   können für die Pflanzenschleime eintreten oder mit diesen gemischt werden, wie solche Samen ja auch als stuhlregelnde Quellmittel Verwendung finden. Für die arzneiliche Verwendung sind bei sonst gleichen Eignungen solche quellbare Kern-oder Zusatzstoffe zu bevorzugen, die unverdaulich oder sehr schwer verdaulich sind. 



   Zur Ausführung des Verfahrens wird beispielsweise Tierkohle (oder ein anderes Adsorhens) in zerkleinertem Zustand mit gekörntem oder pulverisiertem Quellstoff, wie Pflanzenschleim, innig vermischt und mit oder ohne Zusatz von Bindemitteln, wie Zucker oder Gummi arabikum. zu Tabletten oder Pillen verformt. 



   Formlinge für therapeutische Zwecke werden vorzugsweise in der Art erzeugt, dass man das Adsorbens auf einen quellbaren Kern mit Hilfe eines Bindemittels aufdragiert. Solche Formlinge, denen man vorzugsweise die Gestalt   unregelmässiger     rauhflächiger   Gebilde gibt, besitzen neben den bereits   angeführten   Vorzügen noch besondere Eignungen. Es tritt bei der Berührung mit Wasser nicht etwa eine sofortige Loslösung der Adsorptionsmittelschicht ein. 



  Vielmehr saugen sich die Quellkörper im Verlauf mehrerer Stunden mit Flüssigkeit voll, die sie durch die äussere   Kohlenschichte     hindurchziehen.   Man kann also bei Verwendung von sehr quellfähigen Kernstoffen damit rechnen, dass praktisch alles vorhandene Austauschwasser von den Kernen aufgesogen wird und dabei die Kohlenschichte zwangsweise passieren muss. Jedes einzelne Korn stellt dergestalt ein selbsttätig arbeitendes kleines Filter dar. Da die einmalige Gabe einige hundert Granülen beträgt, ist der ganze Darm bzw. die ganze   Stuhlmasse   gleichmässig mit solchen Filterchen durchsetzt.

   Dabei findet in jedem einzelnen Filterchen eine von den äussersten bis zu den innersten Schichten   allmählich   fortschreitende Aufnahme von adsorbierbaren Stoffen statt, so dass sich das Adsorbens immer nur in dem Masse der fortschreitenden Quellung des quellbaren Kernes mit Giftstoffen belädt, mit dem Ergebnis, dass auch die in tieferen Abschnitten des Darmes erst entstehenden Giftstoffe   (Fäulnisstoffe) vom   Adsorbens in gleichem Masse gebunden werden wie jene Giftstoffe, die sich-etwa im Falle einer Vergiftung-im Magen und in den oberen Darmabschnitten vorfinden. 



    Ausführungsbeispiele :  
1. Trockene Laminarsäure oder quellfähige Salze derselben werden in Korngrösse von etwa 1-1¸ mm Durchmesser gebracht. 2 leg dieser Körner werden im Drageekessel mit 6 kg aktiver Tierkohle nach und nach dragiert, indem man als Bindemittel 1 leg Zucker und etwa   1/2 leg   Gummi arabicum in wässeriger Lösung verwendet. Als Endprodukt resultiert eine Komposition in Form unregelmässiger Kügelchen. 



   2. 3   @g   wie oben angegeben gekörnten Tragants werden im Drageekessel mit 3      aktiver Tierkohle unter Zuhilfenahme von 1 leg Zucker in wässeriger Lösung dragiert. 



   3.4 leg Körner aus   Karragheenmoos   oder getrocknetem Karragheenmoosschleim werden mit einem Teig, bestehend aus   4   leg Bolus alba und   20"/oiger Zuckerlösung,   rasch und gleichmässig verknetet ; die entstehende Masse wird in der   üblichen   Weise zu groben Körnern verformt. 



   4. 1    & y   trockener Pflanzenschleim aus   Johannisbrotkernen   (Ceratonia) in Form eines groben Pulvers wird mit 3    & y   Tierkohle vermischt und nach Anfeuchtung mit verdünntem Alkohol und   Überführung   in die üblichen Granülen in der Tablettenmaschine zu Tabletten verformt. 
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 Hilfe von 2 kg Zucker und 1/2   log   Magnesiumkarbonat aufdragiert. 



   Die Verwendung von festen   quellharen   Stoffen, insbesondere von Pflanzenschleimen, zur Herstellung von Tabletten im allgemeinen : als Bindemittel, als Constituentia, um ein schnelles Zerfallen der Tabletten in Wasser herbeizuführen, ist bekannt. Ein Verfahren dieser letzteren Art ist z. B. in der österreichischen Patentschrift Nr. 57395 beschrieben. Es besteht im Wesen darin, dass als Bindemittel bei der Tablettierung pulverisierte   gewöhnliche oder gehärtete   
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 Salipyrin und Pyren1. Von Adsorptionsmitteln ist keine Rede. Den   (Hielbaren Stoffen fällt   demgemäss in diesem Falle auch nur die Aufgabe zu. den Zerfall der Tabletten zu bewirken. 



  Aus diesem bekannten Vorschlag konnte keineswegs die Erkenntnis einer spezifischen Zusammenwirkung von Adsorptionsmitteln und   Quellmitteln geschöpft werden.   



   Als Bindemittel sind die erwähnten   Zusätze   auch schon bei der Herstellung von granulierter Kohle oder   Kohletabletten   verwendet worden. Es   handelt sich aber bei dieser Art : von   Verwendung um die Verkitung der Kohleteilchen, weshalb das Gemisch mit Wasser angemachi oder der feste quellbare Stoff in Form von Schleim Verwendung findet. In diesem Fall handelt es sich zwar um Adsorbentien, die quellbaren Stoffe dienen aber in kleinen Mengen als Bindemittel, d. h. sie sind im gequollenen Zustand vorhanden. 



   Schliesslich ist in der österreichischen   Patentschrift. Nr. 9i. 3Gi.   ein Verfahren   zum Ver-   formen von Adsorptionskohle für medizinische Zwecke in   Vorschlag gebracht worden, wobei   als Kitt, an Stelle der früher üblichen Klebstoffe (Leimsubstanzen, Gummiarten, Harzarten, Stärke, Dextrin), andere Bindemittel, nämlich plastischer kolloidaler Ton. oder   gefällte   Kieselsäure, allenfalls unter Zusatz von Gips, verwendet werden. Wohl sind auch im Dienste dieses Verfahrens Stoffe wirksam, die von der Kohle nicht oder nur im geringeren Grade adsorbiert werden, wobei zudem die Mitverwendung von adsorbierbaren Zusätzen vermieden wird. Hier handelt es sich aber um die Lösung eines ganz andern Problems, nämlich ein die Wirkung der Kohle nicht beeinträchtigendes Bindemittel anzuwenden.

   Es fehlt bei diesem Verfahren an quell- 
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   Stoff, wie Pflanzenschleim, welcher   unter Aufnahme grosser Mengen Wasser ein   l'tir   die Adsorptionswirkung der Kohle günstiges Medium schafft, wird in dieser   Weise nicht erreicht.   



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln,   insbesondere fiir thera-   peutische Zwecke, dadurch gekennzeichnet, dass die Adsorptionsmittel in Mischung mit solchen Mengen fester quellbarer organischer Stoffe, insbesondere fester Pflanzenschleime und allenfalls unter Zuhilfenahme von Bindemitteln anderer Art, derart verformt werden, dass hiebei eine 
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 fertigen Produkt als vom Adsorptionsmittel eingeschlossene quellfähige Massen vorhanden sind.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass feste quellbare organische Stoffe, insbesondere Pflanzenschleime, in gekörnter Form mit Adsorbentien überzogen oder AdsorbentienaufKerneausdenquellbarenStoffenaufdragiertwerden.
AT130242D 1930-03-04 1930-03-04 Verfahren zur Herstellung von geformten Adsorptionsmitteln. AT130242B (de)

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