DE58288C - Webstuhl zur Herstellung von Florstteifen - Google Patents
Webstuhl zur Herstellung von FlorstteifenInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D39/00—Pile-fabric looms
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- Textile Engineering (AREA)
- Looms (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
'Die zur Anfertigung von langhaarigen Teppichen dienenden Florstreifen, welche die
sammtartige Seite des Teppichs bilden, werden im Voraus gewebt; sie bestehen aus je drei
leinenen oder baumwollenen Kettenfäden und den von diesen gebundenen Wollfadenendchen,
welche den Flor bilden und von denen jeder eine bestimmte Farbe hat.
Um diese Florstreifen zu bilden, webt man einen Stoff (Fig. 1) in der Weise, dafs die
Kettenfäden α sehr weit von einander abstehen, die von diesen gebundenen Schufsfaden von
Wolle b, von denen jeder eine andere Farbe haben kann, aber dicht neben einander liegen.
Nach dem Weben wird dieser Stoff in Streifen geschnitten, wie in Fig. 1 rechts angegeben
ist.
Die durch das Zerschneiden der Schufsfaden entstandenen Wollfadenendchen bilden den
Flor und der so erzeugte Streifen dient als Schufsfaden bei der Herstellung von Teppichen.
Die Reihenfolge des Eintragens-jedes dieser
Streifen oder Einschlagfaden zur Zeit des Webens bestimmt die Art des Musters.
Das Weben der Florstreifen erfordert eine grofse Anzahl von Schiffchen, weil jeder der
Fäden b eine andere Farbe haben kann; das Weben mit der Hand ist folglich sehr langwierig.
Der vorliegende Webstuhl hat den Zweck, das mechanische Weben der Florstreifen zu
ermöglichen, und zwar ohne Benutzung von Schiffchen; letztere sind ersetzt durch einen
Yertheiler, welcher die verschiedenfarbigen Fäden empfängt und einzeln in der gewählten Ordnung
einer Zange darbietet, welche den gefafsten Faden in das von den Kettenfäden gebildete
Fach einträgt.
Es genügt also, um die Abwechselung der Farben zu erhalten, der Zange bei jedem ihrer
Hin- und Hergänge einen andersfarbigen Faden darzubieten.
Dieser Zweck wird durch den mit Klaviatur versehenen Vertheiler erreicht, welcher an der
linken Seite des Stuhles angebracht ist.
Fig. 2 ist .eine Seitenansicht des Vertheilers und des Stuhles; Fig. 3 giebt eine Vorderansicht
der linken Stuhlhälfte; Fig. 4 und 5 zeigen den Vertheiler in gröfserem Mafsstabe;
Fig. 6 ist eine Seitenansicht der Zange, Fig. 7 ein Grundrifs derselben nebst einer Scheere,
und Fig. 8 ist eine Ansicht der Scheere, welche dazu dient, jeden Faden, nachdem derselbe
eingetragen ist, abzuschneiden. Fig. 9 stellt eine Gesammtansicht des Stuhles dar.
Die Spulen, auf welche die wollenen Schufsfaden aufgewickelt sind und deren Zahl sich
nach der Zahl der für das Muster erforderlichen Farben richtet, sind in einem passenden
Gestell A,. Fig. 3, untergebracht. Jeder dieser Fäden geht durch ein Rohr B hindurch, welches
an einem beweglichen Sector C, Fig. 3, 4 und 5, angebracht ist. Es sind demnach
ebenso viel Rohre und Sectoren vorzusehen, als verschiedenfarbige Schufsfaden verwendet
werden sollen. Die Gesammtheit dieser Sectoren bildet den Vertheiler. ^
Alle Sectoren sind an einem halbkreisförmigen ■ gufseiserroen Träger Z angebracht,
welcher mit dem Stuhlgestell verbunden ist; jeder der Sectoren C ist auf einem besonderen
Zapfen 1, 2, 3, 4, 5, 6 ... montirt, welche in
dem Träger Z drehbar gelagert sind. Jeder Zapfen bezw. die Drehachse jedes Sectors trägt
eine gekehlte Rolle c, an welcher eine Schnur^
befestigt ist, die, nachdem sie über die Leitrolle e geführt ist, bis zu einem Winkelhebel
E, Fig. 4, geht.
Jeder Sector ist mit einer Feder D verbunden, welche das Bestreben hat, den Sector
um seinen Drehpunkt nach aufsen zu drehen.
Es folgt daraus, dafs, wenn man auf eine der Tasten, von denen am freien Ende jedes
Winkelhebels E, Fig. 2, eine sitzt, drückt, der entsprechende Sector derart gedreht wird, dafs
sein Rohr B in den Mittelpunkt O des Trägers Z, Fig. 4, gelangt.
^Läfst man die Taste los, so führt die
Feder D den Sector wieder zurück, um zu gestatten, dafs ein anderer Sector bis zur er-•
forderlichen Lage nach innen gedreht werden kann.
Wenn der Weber folglich die Tasten in einer bestimmten Reihenfolge niederdrückt, so
werden die Rohre B nach einander in dieser Reihenfolge in den Mittelpunkt O ■ geführt.
Sobald ein Rohr B in O angelangt ist, befindet
sich der Von ihm mitgenommene farbige Faden gegenüber einer Zange, welche den
Faden fafst und durch das von den Kettenfäden α λ, Fig. 10, gebildete Fach zieht.
Die Lade X ist mit einer gezahnten. Führung χ versehen, um diese Zange aufzunehmen,
welche darin verschiebbar ist. Die Zange besteht aus zwei dünnen stählernen Schenkeln//1,
Fig. 6 und 7, welche an einem Metallstück F-festgelöthet
sind; der Abstand zwischen den beiden Schenkeln ff1 wird durch eine excentrische
Scheibe oder einen Daumen G aufrecht erhalten.
Dieser Daumen macht in einem gegebenen Augenblick eine Vierteldrehung, so dafs die
Schenkel ff'1 infolge ihrer Federkraft sich
schliefsen und mit ihren freien Enden den Faden festklemmen, welchen ihnen eines der
Rohre B darbietet. Die Zange sitzt an einer langen Stange von T-Eisen, welche sich in
dem Träger H, Fig. 9, führt.
Nachdem die Zange den Wollfaden in das Fach der Kette eingetragen hat, mufs dieser
Faden sowohl in der Nähe des Rohres B, als auch dicht bei der Zange abgeschnitten werden,
damit das nächste Mal ein anderer Faden eingetragen" werden kann; dieses Abschneiden
geschieht mit Hülfe der beiden Scheeren, welche bezw. rechts und links an der Lade X
angebracht sind. In Fig. 7 und 8 ist die links angebrachte Scheere dargestellt. Jede Scheere
besteht aus einem festen Blatt L und einem beweglichen Blatt M, welches gewöhnlich
durch eine Feder N von dem festen Blatt entfernt gehalten wird. Das bewegliche Blatt M
trägt eine Rolle m, welche im gegebenen Augenblick gegen die Rolle Q stöfst und dadurch
das Schliefsen der Scheere herbeiführt. Diese Scheeren wirken zugleich kneifend und
schneidend.
Die obengenannte Zange empfängt ihre Hin- und Herbewegung von einer Curvenscheibe F2,
Fig. 9, aus durch Vermittelung von Lenkern und Hebeln; ein Sperrhebel ΧΛ hält die Zange
in der zurückgezogenen Lage fest.
Die Wirkungsweise des Stuhles ist folgende:
Der Weber wählt den Faden, welcher der Farbe des Musters entspricht, und drückt
hierauf auf den betreffenden Hebel E, um das Rohr B, welches diesen Faden trägt, in den
Mittelpunkt O zu führen.
In dem Augenblick, wo die Lade in ihrer hinteren Stellung ist, bleibt sie eine Zeit lang
stillstehen, was durch das längliche Auge Z der Kurbelstange \, Fig. 2, bedingt wird.
Während dieser Pause in der Bewegung der Lade hat die Curvenscheibe F2 veranlafst, dafs
die Zange bis dicht an das betreffende Rohr B vorgeschoben wurde·; die Zange schliefst sich
in diesem Augenblick und fafst das aus dem Rohr B vorstehende Ende des Wollfadejis,
indem ein an der Lade angebrachter Finger v, Fig. 3 und 6, den Daumen G mittelst des
Armes g entsprechend dreht.
Sobald die Curvenscheibe F2 nicht mehr auf die mit der Zange verbundenen Hebel
einwirkt, zieht die Feder i?2, Fig. 9, die Zange zurück, wobei letztere den gefafsten Faden
mitnimmt. ' -
Die Pause in der Bewegung der Lade ist nun beendet und letztere geht alsdann vorwärts.
Bei dieser Bewegung stofsen die Rollen m der Scheeren gegen die Rollen Q.
und veranlassen das Schliefsen der Scheeren, welche den von der Zange eingetragenen
Faden an beiden Enden abschneiden, wobei 1 jedoch der Faden von den Scheeren so ge-1
halten wird, dafs er gespannt bleibt. .' . [j
Die Scheeren werden durch den Haken s, Fig.. 7 und 8, geschlossen gehalten, welcher
unter dem Einflufs der Feder s1 über das
bewegliche Blatt M geschnappt ist und letzteres zurückhält. Sie bleiben dann so lange geschlossen,
bis die Lade mit ihrem Kamm den Wollfaden, welcher eben eingetragen wurde, gegen den vorhergehenden Einschlagfaden angeschlagen
hat. Hierauf geht die Lade wieder zurück.
. Etwas vorher sind die Haken s gegen die. Anschläge R, Fig. 7 und 8, gestofsen und von
den beweglichen Scheerblättern abgehoben, so dafs gerade in dem Augenblick, wo die Lade
ihren Rückgang beginnt,. die Scheeren geöffnet sind.
In demselben Augenblick dringt ein. Keil T, Fig. 9, welcher an der rechten Seite der Lade
angebracht ist und deren Bewegung mitmacht, in einen Einschnitt der Zange und dreht den
Arm g, Fig. 7, und folglich den Daumen G derart, dafs letzterer die Schenkel ff1 der
Zange von einander entfernt und dadurch das Zangenmaul öffnet.
Alsdann geht die Lade vollständig zurück, worauf die beschriebenen Bewegungen wiederholt
werden, um einen anderen Faden einzutragen.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche: .i. Ein Webstuhl zur Herstellung von Florstreifen , bei welchem das Eintragen des gewünschten Fadens dadurch erzielt wird, dafs von einer Anzahl rohrartiger Fadenführer (BJ, von denen jeder zu einem drehbaren Sector (C) befestigt -ist und mittelst geeigneter Hebel in die Richtung des Einschlages bewegt werden kann, zur Zeit je einer in den Bereich einer das Schiffchen ersetzenden Zange (ff1) gebracht wird, welche den Faden fafst und sich mit ihm durch das Fach der Kette bewegt.
- 2. Ein Webstuhl der durch, den Anspruch 1. gekennzeichneten Art, bei welchem die Zange (ff1) in vorgeschobener Stellung durch Einwirkung eines Fingers (v) der Lade auf den zwischen den Zangenschenkeln drehbar gelagerten Daumen (G) geschlossen, in zurückgeschobener Lage aber durch Einwirkung eines Ansatzes (T) der Lade auf denselben Daumen (G) geöffnet wird.
- 3. Ein Webstuhl der durch den Anspruch 1. gekennzeichneten Art, bei welchem die zum Abschneiden des eingetragenen Fadens erforderlichen Scheeren (MN), von denen an jedem Ende der Lade eine angebracht ist, durch Vermittelung von Anschlägen (m Q) geschlossen werden und dann durch federnde Haken (s) so lange geschlossen bleiben, bis der abgeschnittene, aber von den Scheeren noch gespannt festgehaltene Faden von der Lade angeschlagen ist, -Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE58288C true DE58288C (de) |
Family
ID=332602
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT58288D Expired - Lifetime DE58288C (de) | Webstuhl zur Herstellung von Florstteifen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE58288C (de) |
-
0
- DE DENDAT58288D patent/DE58288C/de not_active Expired - Lifetime
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