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Lautstärkeregelung für Radioempfänger Bekanntlich tritt beim Abstimmen
empfindlicher Empfänger auf ferne und schwächere Stationen bei Gegenwart starker
naher Stationen ein starkes Schreien im Lautsprecher auf, sobald die Abstimmung
durch die Stellungen hindurchgeht, die diesen starken nahen Stationen entspricht.
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Es sind schon Einrichtungen bekannt, um automatisch die Empfindlichkeit
von Empfängern entsprechend der Signalstärke zu verändern und damit eine konstante
Leistung zu erhalten. Diese automatischen Stärkeregelungen halten zwar übergroße
Lautstärke ab, sind aber im allgemeinen für normale Geräte zu kostspielig und kompliziert.
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Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe auf einfachere Weise.
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Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind auf der Zeichnung
in sechs Figuren dargestellt.
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Fig. i zeigt schaubildlich ein Gerät gemäß der Erfindung; Fig.2 zeigt
die Vorrichtung im Querschnitt; Fig. 3, q. und q.a sind Schaltbilder; Fig. 5 zeigt
eine andere Ausführungsform des Gerätes schaubildlich.
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Fig. i und 2.
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3 und 5 sind die Abstimnikondensatoren, die durch eine Welle i9 gekuppelt
und durch den Abstimmknopf 7 und die Welle 9 angetrieben werden. Letztere trägt
eine Seilscheibe i i, von der mittels des Seils 13 die Trommel 15 und die Skala
17 angetrieben werden, beide auf der Kondensatorwelle i9 sitzend.
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Das mit i bezeichnete Kondensatoraggregat 3, 5 ist durch eine Kupplung
21 mit einer Schalteinrichtung 29 verbunden. Der eine Teil 23 dieser Kupplung, der
mit der Regelwelle 9 verbunden ist, ist als Gehäuse ausgebildet, das die Scheibe
27, den zweiten Teil der Kupplung, umgibt. Die zwangsläufige Verbindung dieser beiden
Kupplungsteile erfolgt durch eine zähflüssige Ölfüllung 35, die einerseits die Mitnahme
des angetriebenen Kupplungsteiles 27 durch den antreibenden Kupplungsteil 23 bewirkt,
anderseits aber eine Rückbewegung des Kupplungsteiles 27 unter dem Einfluß einer
später zu beschreibenden Federkraft gestattet.
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Die Übertragung mittels dieser Ölkupplung hängt von der Geschwindigkeit
ab und bietet wenig oder gar keine statische Reibung. Sie hat wesentliche Vorteile
gegenüber einer gewöhnlichen Reibungskupplung. Bei einer solchen fällt die auf das
angetriebene Element übertragene Kraft nicht auf Null ab, wenn die relative Bewegung
aufhört, und es würde der Schalter 29, wenn sie im Gebrauch ist, nicht in die Normalstellung
zurückkehren,
oder es würde die Rückwirkung auf das antreibende
Kupplungselement zur Folge haben, daß die Kupplung sich verstellt, wenn man die
Hand von dem Bedienungsknopf entfernt hat. Demgegenüber hat die Ölkupplung gemäß
der Erfindung den Vorteil, daß jegliche Rückwirkung zwischen dem treibenden und
dem angetriebenen Kupplungsteil aufhört, sobald die antreibende Bewegung aufgehört
hat.
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Das als antreibendes Element ausgebildete Gehäuse der Kupplung besteht
aus den beiden Teilen 23 und 24 und der Lederbuchse 31, die zwischen einer zentralen
Öffnung der Deckelscheibe 24 und der Schalterwelle 33 angeordnet ist.
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Der angetriebene Teil 27 der Kupplung ist als eine Scheibe ausgebildet,
die auf der Welle 33 des Schalters 29 sitzt. Dieser Schalter besteht aus einer Nabe
37 und@einem daran sitzenden Arm 39, der den Kontaktteil 41 trägt; 4.3 sind die
dazugehörenden Gegenkontakte. Die elektrische Verbindung mit dem beweglichen Kontakt
erfolgt durch eine Leitung 47. Durch Anschläge 49 werden die Ausschläge des Armes
51 begrenzt, der durch eine Feder 45 normalerweise in seiner Mittellage gehalten
wird.
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Während der Bewegung des Abstimmkondensators durch die Antriebswelle
9 nimmt der antreibende Teil der Flüssigkeitskupplung den angetriebenen mit sich
und verursacht dadurch einen unausgeglichenen Zustand des Kontaktarmes 39 und damit
ein Schließen des Kreises zwischen den Kontakten 41 und 43. Der Kreis bleibt so
lange geschlossen, wie die Bewegung des antreibenden Teiles der Kupplung anhält
oder wenigstens eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit überschreitet. Nach Aufhören
dieser Bewegung und nach einer gewissen kurzen Zeit läßt die Feder .a.5 den Kontakt
41 wieder seine Mittelstellung zwischen den festen Kontakten 43 annehmen, wobei
die Ölfüllung es dem angetriebenen Kupplungselement gestattet, unter der Wirkung
der Feder 45 entgegengesetzt zu seiner vorigen Richtung zurückzugehen.
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Die Verzögerungszeit zwischen dem Aufhören der Bewegung der Antriebswelle
und dem Öffnen des Kontaktes bestimmt sich durch verschiedene Faktoren: Viskosität
der Flüssigkeit in der Kupplung und Elastizität der Feder 45; Abstand der Anschläge
49 und der Kontakte 43; Elastizität des Armes 39 Lind des Trägers .l.4 für die festen
Kontakte.
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Diese Zeitverzögerung ist besonders in dem Falle erwünscht, wo die
Abstimmung in unstetiger Weise erfolgt. Fig. 3.
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53, 55 ist der Kaskadenverstärker, 57 die Antenne, 59 die Lautstärkeregelung;
61 ist der Gleichrichter; 63 und 65 sind die N. F.-Verstärker, 67 der Lautsprecher.
Im Eingang des letzten N. F..-Verstärkers 65 liegt der Schalter 29, durch den die
Impedanz 69 eingeschaltet werden kann, beispielsweise pulverisiertes Carborund,
ein Kupferoxydgleichrichter oder eine Begrenzerröhre. Solche Begrenzerimpedanzen
gestatten den Durchgang von Signalen unterhalb eines bestimmten Pegels, während
sie alle Impulse oberhalb dieses Pegels absperren. Bei der Handabstimmung nach Gehör
ist es erwünscht, daß alle Stationen zum Zwecke der Identifizierung gehört werden,.
wobei aber gleichzeitig die Stärke der lautesten Signale beschränkt werden soll,
damit man x#cht durch zu laute Töne belästigt wird. Solche Beschränkungsvorrichtungen
haben aber den Nachteil, daß sie Verzerrungen ergeben, so daß es erwünscht ist,
daß sie wieder ausgeschaltet werden, sobald die gewünschte Station ausgewählt ist.
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Das Gerät gemäß der vorliegenden Erfindung eignet sich ebensogut bei
Abstimmung von Hand wie bei mechanischer Abstimmung.
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Fig. 4. zeigt eine Modifikation des Erfindungsgedankens, nämlich die
Gegentaktstufe 7o eines Empfängers mit einer Einrichtung zur Beschränkung der Signalstärke
beim Abstimmen. Der Eingangstransformator 50 ist so bemessen, daß er überlastet
werden kann. Zwischen dem Mittelabgriff seiner Sekundär= Wicklung und dem Kathodenpunkt
liegt eine Parallelschaltung von einem Kondensator 81, einem durch den Schalter
29 einschaltbaren Widerstand 76 und einer Serienschaltung von einem Widerstand 75
und der Gitterbatterie 74.
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Ist der Schalter 29 geöffnet, so liegt die gesamte Batteriespannung
74 als Vorspannung an den Gittern. Beim Schließen des Schalters 29 bilden die Widerstände
75 und 76 ein Potentiometer, und die Gittervorspannung ist dann entsprechend kleiner.
Die Regelwirkung der Vorrichtung beruht auf der dämpfenden Wirkung des Gittergleichstromes,
der bei Übersteuern der Röhren fließt. Beim Abstimmen ist der Schalter 29 geschlossen
und die Gitterspannung erniedrigt. Infolgedessen wird die Amplitude der Gitterwechselspannung
begrenzt.
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Die Verringerung der Gittervorspannung tritt nicht momentan ein, da
sich der Kondensator wegen der großen Zeitkonstante des Systems nur langsam entladen
kann. Was die Größe des Kondensators 81 und der Widerstände 75 und 76 betrifft,
so muß bei
ihrer Wahl ein Optimum zwischen folgenden zwei Forderungen
gesucht werden Erstens soll die Änderung der Gittervorspannung möglichst groß sein.
Der Widerstand 76 muß daher möglichst klein im Verhältnis zu 75 gewählt werden.
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Zweitens soll die Zeitkonstante der Parallelschaltung des Kondensators
81 und des Widerstandes 76 möglichst groß sein. Das bedingt, daß Kondensator und
Widerstandswert möglichst groß gewählt werden.
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Fig. d.a zeigt einen Fall, wo der Schalter 77 durch Öffnen eines Kontaktes
eine die Verstärkung verringernde Vorrichtung wirksam macht, z. B. einen Widerstand
68, der in Reihe mit dem Spulenkreis 72 des Lautsprechers 67 gelegt wird.
44 sind elastische Kontakte, deren Einwärtsbewegung durch Anschläge 78 begrenzt
wird. Wenn der Schalterarm 39 in einer Richtung bewegt wird, nimmt er einen Kontakt
mit sich und öffnet den Kreis mit dem anderen Kontaktelement, wodurch der Kreis
zwischen den beiden Kontaktelementen unterbrochen wird, die normalerweise durch
das Kontaktstück4r am Ende des Armes 39 überbrückt sind. Die Klemmen des Kreises
7z werden mit den Sekundärklemmen des Ausgangstransformators 85 der Gegentaktstufe
von Fig. d. verbunden.
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Bei der Ausführungsform gemäß Fig.5 sitzt der Abstimmknopf 7' innerhalb
gewisser Grenzen lose auf der Welle 9, die einen Ring 37 mit Armen 51 und 39 trägt.
Der Arm 39 trägt einen Kontakt 44 während zwischen dem anderen Arm 51 und einem
Teil 52 eine Feder 45 angeordnet ist. An dem Knopf 7' sitzen zwei Anschläge
49, die die Bewegung des Armes 5 r begrenzen. Die Feder 45 hält den Knopf und die
Skala in solcher Mittelstellung, daß der Arm 51 eine Mittellage zwischen den Anschlägen
49 annimmt; desgleichen wird der Arm 39 in der Mittellage zwischen den Kontakten
43 gehalten.
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Beim Abstimmen dreht der Hörer den Knopf 7' in der einen Richtung,
wodurch der Knopf sich gegenüber der Welle verschiebt und der Kreis zwischen den
Kontakten d:1 und 43 geschlossen wird. Beim Loslassen des Knopfes nimmt dieser durch
die Feder:I5 wieder die Normalstellung ein, wo der Kontakt .h in der Mittellage
zwischen den beiden Kontakten 43 liegt. Im vorstehenden ist angenommen, daß die
normale Reibung in den Kondensatorlagern genügt, um ein Drehen des Knopfes 7' gegenüber
der Wirkung der Feder 45 zu gestatten.