DE574161C - Verfahren zur Herstellung von Erdalkalicyanamiden aus Erdalkalicarbiden und Stickstoff - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Erdalkalicyanamiden aus Erdalkalicarbiden und Stickstoff

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DE574161C
DE574161C DEL78946D DEL0078946D DE574161C DE 574161 C DE574161 C DE 574161C DE L78946 D DEL78946 D DE L78946D DE L0078946 D DEL0078946 D DE L0078946D DE 574161 C DE574161 C DE 574161C
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Germany
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alkaline earth
nitrogen
carbide
cyanamides
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Expired
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DEL78946D
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Inventor
Dr Richard Amberger
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Lonza Werke Elektrochemische Fabriken GmbH
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Lonza Werke Elektrochemische Fabriken GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/002Synthesis of metal cyanides or metal cyanamides from elementary nitrogen and carbides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Ceramic Products (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Erdalkalicyanamiden aus Erdalkalicarbiden und Stickstoff Gegenstand des Patents 572 457 bildet ein Verfahren zur Herstellung von Erdalkalicyanamiden aus Erdalkalicarbiden und Stickstoff. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion durch Entzündung eines an einer oder mehreren Stellen der zur Reaktion zu bringenden Carbidmasse angeordneten Zündgemisches eingeleitet wird, welches einerseits aus Erdalkalicarbid, vorzugsweise dem zu azotierenden Erdalkalicarbid selbst, und andererseits aus einem oder mehreren Sauerstoff abgebenden Stoffen besteht.
  • Es wurde nun gefunden, daß dieses Verfahren mit ganz besonderem Vorteil durchgeführt werden kann, wenn Zündgemische verwendet werden, welche das Erdalkalicarbid den Sauerstoff abgebenden Stoffen gegenüber in einem zweckmäßig beträchtlichen überschuß enthalten. Als besonders vorteilhaft haben sich dabei Zündgemische erwiesen, welche zu etwa 9o o/o aus Erdalkalicarbid, vorzugsweise dem zu azotierenden Erdalkalicarbid selbst, und zu etwa io % aus Sauerstoff abgebenden Stoffen, z. B. Kalksalpeter und/oder Calciumchlorat, bestehen.
  • Durch Verwendung von Zündgemischen genannter Art wird :erreicht, daß in dem Zündgemisch bei der Reaktion mit den sauerstoffabgebenden Stoffen nicht alles Erdalkalica.rbid vernichtet wird, sondern daß vielmehr der darin -enthaltene überschuß, an Erdalkalicarbid infolge der stark exothermen Reaktion so weit erzitzt wird, daß ier durch Stickstoffbindung bereits ausgenutzt wird, d. h. in das entsprechende bzw. jeweils gewünschte Erdalkalicyanamid übergeht. Des weiteren wird durch einen derartigen Carbidüberschuß innerhalb des Zündgemisches die Reaktionsgeschwindigkeit beim Abbrennen des Zündsatzes so weit gemindert, daß ein !explosionsartiges Verpuffen des Zündsatzes nicht eintritt, sondern Beine längere Brenndauer erzielt und dadurch die Reaktionswärme der Zündreaktion nahezu verlustlos zur Zündung des Carbids nutzbar gemacht wird. Der Carbidüberschuß wirkt also als Dämpfungsmittel für die Verbrennungsreaktion bzw. als Regulator der Verbrennungsgeschwindigkeit, so daß örtliche Überhitzungen mit Sicherheit vermieden werden und, da die Reaktion zwischen Erdalkalicarbiden und Stickstoff stark exotherm verläuft, -eine sichere und vorteilhafte Einleitung der Reaktion unter allen Umständen gewährleistet ist. Die sich aus dem vorliegenden Verfahren ergebenden Vorteile sind aus den nachstehend angeführten Vergleichsergebnissen, die sich auf die Kalkstickstoffgewinnung beziehen, im einzelnen ersichtlich: Je 2 kg Zündmischung, bestehend aus fein gemahlenem Carbid und mengenmäßig verschiedexnen Zusätzen von Kalksalpeter, wurden in einer Stickstoffatmosphäre abgebrannt. Dabei ergab sich, daß mit steigendem Zusatz von Kalksalpeter eine Beschleunigung der Reaktionszeit und ein Sinken des Stickstoffgehaltes in den abgebrannten Zündmischungen verbunden war, wie aus folgender Tabelle ersichtlich ist:
    Zündmischung Carbid . . . . . . . . . . . . . . . ojo 90 85 8o 75 50
    Kalksalpeter .. . . ...... 10 15 20 25 50
    Brenndauer .................... Sekunden 18o 120 go 6o 3
    Stickstoffgehalt der Reaktionsprodukte. . °/0 12,46 9,94 6,72 6,02 0,21
    Gleichartige Ergebnisse wurden bei Verwendung von Calciumchlorat-Carbid-Gemischen erhalten. Der Stickstoffgehalt des abgebrannten Zündsatzes stieg hier von 1,96 % bei einem Zündsatz mit 5o % Calciumchlorat auf i o, 15 % bei einem Zündsatz mit i o % Calciumchlorat.
  • Bei Verwendung des Zündsatzes mit io % sauerstoffabgebenden Stoffen zur Zündung von größeren Carbidmengen ist die Ausnutzung des im Zündsatz -enthaltenen überschüssigen Carbids zur Stickstoffbindung infolge geringer Wärmeverluste durch die umgebende Atmosphäre weit besser. Es wurde hier im Zündsatz ein Stickstoffgehalt von 20,58 % festgestellt.
  • Das vorliegende Verfahren weist nach allem gegenüber anderen bekannten Verfahren, wie Abbrennung von Aluminiumpulver, aluminothermischen ' und ähnlichen Mischungen, beträchtliche Vorteile auf, indem nicht nur unter allen Umständen eine sichere und vorteilhafte Einleitung der Reaktion zwischen Erdalkalicarbiden und Stickstoff gewährleistet ist, sondern daß der größte Teil des in der Zündmischung vorhandenen Carbids das entsprechende bzw. jeweils angestrebte Erdalkalicyanamid bildet und der restliche Teil des Carbids in die Reaktion sogar fördernde Stoffe, wie z. B. Calciumchlorid oder Calciumoxyd, verwandelt wird.
  • Den bekannten elektrischen Zündverfahren gegenüber weist das vorliegende Verfahren ebenso wie das des Hauptpatents neben der Erzielung besserer Ausbeuten den erheblichen Vorteil auf, daß bei ersterem für die Vorzündung zur Einleitung der Reaktion längere Zeiträume, und zwar im allgemeinen ,etwa bis 6 Stunden,. und ein entsprechender Stromaufwand benötigt werden, während bei letzteren das gleiche innerhalb einiger Minuten, also in unvergleichlich kürzerer Zeit, erreicht wird, und zwar, wie oben bereits erläutert, durchaus mit der -Wirkung einer raschen und vollständig verlaufenden Azotierung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI:-Verfahren zur Herstellung von Erdalkalicyanamiden nach Patent 572 457, dadurch gekennzeichnet, daß Zündgemische verblendet werden, welche das Erdalkalicarbid den sauerstoffabgebenden Stoffen gegenüber in einem zweckmäßig beträchtlichen überschuß enthalten, vorzugsweise derart, daß, dieselben zu etwa 9o % aus Ernalkalicarbid und zu etwa i o % aus sauerstoffabgebenden Stoffen, z. B. Kalksalpeter und/oder Calciumchlorat, bestehen.
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