-
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gegenständen, z. B.
Stangen, durch Preß- oder Spritzguß Es ist bereits vorgeschlagen worden, Blöcke
Rohre o. dgl. in Strangform dadurch herzustellen, daß in der Ausflußöffnung eines
z. B. flüssigen Stahl enthaltenden Behälters ein verschiebbares Verschlußorgan mit
dem teigig oder fest gewordenen Metall verankert wird, das dann den anhaftenden
Metallstrang aus der Mündung heraus in den Bereich eines Walzenpaares zieht, das
die fortlaufende Strangbildung übernimmt.
-
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
von Gegenständen, z. B. Stangen, durch Preß- oder Spritzguß, bei welchem in der
Gießform oder in Teilen derselben verschiebbar gelagerte Stücke, sog. Füllstücke,
vorgesehen sind, die jedoch lediglich dazu dienen, anfänglich den Luftraum der Form
bzw. gewisser Formteile einzunehmen.
-
Das mit hohem Druck eingepreßte flüssige Gießgut kann in die Gießform
oder in gewisse Teile derselben nur so weit eintreten, als es die Verschiebung der
Füllstücke zuläßt. Hierdurch ist die Gewähr gegeben, daß das flüssige Metall den
anfänglich von den Füllstücken eingenommenen Raum frei von Luftblasen ausfüllt.
-
Besonders vorteilhaft kann das neue Verfahren verwenddt werden, .
um Stangen aus Metallen oder deren Legierungen (Rundstangen, quadratische oder beliebig
fassonierte Stangen) herstellen, wie sie in ganz bestimmter Länge als Rohlinge für
das Warmpressen erforderlich sind, zumal man durch einstellbare Anschläge für die
verschiebbaren Teile der Form den Hub derselben und damit die Abmessungen des Gußstückes
bequem variieren kann.
-
Derart nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Stangen sind
wesentlich billiger als die durch Abschneiden käuflicher Stangenware gewonnenen
Rohlinge.
-
Die Zeichnung zeigt zwei beispielsweise Ausführungsformen von Vorrichtungen
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, und zwar stellt die Abb. z einen
Schnitt nach a-b der Abb. 2 und die Abb. 2 eine Draufsicht der einen Ausführungsform
dar, während die Abb. 3 und 4 die andere Ausführungsform veranschaulichen, und zwar
Abb. 3 durch einen Schnitt nach c-d der Abb. ¢, die Abb. 4 durch einen Schnitt nach
.e-f der Abb. 3.
-
In den Abb. i, 2 ist mit i ein vorderer Querholm der Gießmaschine
bezeichnet, in welchem der Preßzylinder 2 mit seinem Futter 3 eingebettet und durch
die mittels der Schrauben4 gegen das Futter3 gepreßteDüsenplatte5
festgespannt
ist. Der Boden des Preßzylinders wird von einem Kolben 6 gebildet, dessen Kolbenstange
7 einen Bund 8 aufweist, gegen den das obere Ende einer Spiralfeder ,9 anliegt,
die den Kolben 6 ständig nach aufwärts in die gestrichelt dargestellte Lage zu drücken
sucht.
-
Beim Niedergehen des Druckkolbens io (Pfeil p) wird der Bodenkolben
6 samt dem aufgeschütteten flüssigen Gießgut entgegen dem Druck der Feder 9 ebenfalls
nach abwärts in seine untere, in Abb. i voll ausgezogene Endlage bewegt, in der
er die Düsenbohrung i i freigibt. In diese Bohrung ragt ein im Block 13 verschiebbar
gelagerter Bolzen B, der einen wesentlichen Teil der Luft im Eintrittskanal verdrängt.
Das flüssige Gut kann erst nach Verschieben des Bolzens B im Sinne des Pfeiles pi
über die Verteilkanäle 12 den Hohlräumen der im Block 13 eingelassenen Büchsen 1.4
in dem Maße zufließen, als es die verschiebbar gelagerten Bolzen 15 verdrängt. Zur
Bildung anfänglicher kleiner Hohlräume, die dem eintretenden Metall die Möglichkeit
geben, auf die Stirnflächen der verschiebbar gelagerten Bolzen 15 zu drücken, weisen
diese Bolzen kleine Ansätze 16 auf, mit denen sie bei Beginn des Gußvorganges gegen
die Innenseite der Platte 5 anliegen. Die im Block 13 verschiebbar gelagerten Bolzen
15 nehmen bei Beginn des Gusses den ganzen Hohlraum der Gußform ein, der sonst mit
Luft angefüllt wäre, die zurBlasenbildungAnlaß geben würde. Im weiteren Verlaufe
der Abwärtsbewegung des Kolbens io drückt das durch die Kanäle 12 eingepreßte Gießgut
gegen die vorderen Stirnflächen der Bolzen 15 und verschiebt diese so weit in den
Bohrungen der Büchsen 1q., bis ihre hinteren Stirnflächen gegen zugeordnete, z.
B. als Gewindebolzen 17 ausgebildete Anschläge stoßen. Diese Gewindebolzen 17 sind
in einem auf zwei Führungsbolzen 18 des Schlittens i9 verschiebbar gelagerten Schild
2o eingeschraubt und können in ihrer gewünschten, die Länge der Gußstücke bestimmenden
Stellung z. B. durch Muttern 21 fixiert werden. Um die Einstellung der Bolzen 15
auf Gußstücke bestimmter Länge zu erleichtern, können die Anschlagbolzen 17 (Abb.
i) mit einer Skala 22 versehen sein.
-
Nach beendetem Gießen, d. h. wenn beide Bolzen 15 gegen ihre zugeordneten
Anschläge 17 ruhen, wird der Druckkolben io hochgehoben. Der Bodenkolben 6 geht
nun, z. B. durch hydraulische Betätigung, hoch, wobei er den auf ihm lagernden Gießgutrest
von dem die Düse i i und die Verteilkanäle 12 erfüllenden verlorenen Kopf des Gußstückes
in an sich bekannter Weise trennt.
-
Hierauf wird der Block 13, welcher über Stege 23 mit dem auf zwei
Holmen 24 gelagerten Schlitten i9 in Verbindung steht, im Sinne des Pfeiles p2 von
der Düsenplatte entfernt. Bei dieser Bewegung stoßen die beiden Enden 20a des Schildes
2o gegen die auf den Holmen 24 befestigten Anschläge 25, so daß das Schild 2o zum
Stillstand kommt. Beim weiteren Verschieben des Schlittens i9 bzw. des Blockes 13
drücken die nunmehr feststehenden Anschlagbolzen 17 die Bolzen 15 in die Bohrungen
der Hülsen 14 zurück, wodurch die beiden in diesen Bohrungen liegenden Gußstücke
ausgestoßen werden und zwischen der Platte 5 und dem abgerückten Block 13 durchfallen
können.
-
Um die Maschine wieder gießbereit zu machen, bringt man den Block
13 wieder an die Düsenplatte 5 heran, gegen welche er dann während des Gießens hydraulisch
oder von Hand aus dicht angepreßt wird. Während dieser Bewegung des Schlittens 19
(im Sinne des Pfeiles p3 stoßen die Enden 2oa des Schildes 2o gegen die Anschläge
26 auf den Holmen 2q.. DieseAnschläge .halten das Schild und mit ihm die Anschlagbolzen
'1; in ihrer richtigen Lage zum Block 13. Vor Beginn des nächsten Gusses werden
dann noch die Bolzen 15 wieder in ihre Stellung gemäß Abb. i zurückgeschoben.
-
Gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel (Abb. 3 und q.) besitzt der
Preßzylinder 2, der Druckkolben io und der Bodenkolben 6 einen vorzugsweise halbkreisförmigen
Querschnitt, wobei die Einlaufkanäle in die Bohrungen der im Block 13 eingelassenen
Hülsen 14 unter Fortfall von Düsen und Düsenplatte direkt zwischen den oberen Rändern
der Hülsenbohrungen und der oberen geraden Kante. des Kolbens 6 gebildet werden.
Um einen möglichst dichten Übergang vom Druckzylinder in die Hülsenbohrungen zu
erzielen, erhalten die Hülsen 14 außen konisch ausgebildete Fortsätze 1q.a, die
während des Gießens in entsprechende Bohrungen der ebenen Zylinderwand 2a zu liegen
kommen. Auch hier sind wieder in den Bohrungen der Hülsen 14. verschiebbar gelagerte
Bolzen 15 vorgesehen, welche durch das eingepreßte Gießgut verdrängt werden.
-
Der Vorteil dieser zweiten Ausführungsform besteht haupsächlich darin,
daß wegen des direkten Überganges vom Preßzylinder in die Hülsenbohrungen fast gar
keine Luft in den Guß gelangt und auch der »verlorene Kopf« gänzlich in Wegfall
kommt.