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Schmiedemaschine mit Klemmbacken Ebenso wie von allen anderen Maschinen
«.erden auch von den Stauch- oder Schmiedemaschinen immer höhere Leistungen verlangt,
um die Hitze des zu schmiedenden Materials schneller und besser ausnutzen zu können
und dadurch den Schmiededruck zu verringern, wodurch sowohl die Maschinen als auch
die Preßwerkzeuge bedeutend entlastet und geschont «-erden.
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Auch werden die Schmiedestücke infolge der schnelleren Wirkungsweise
der Maschine und der damit verbundenen besseren Ausnutzung der Hitze sauberer gepreßt
und erfordern daher weniger Nacharbeit.
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Die linke Matrize der Schmiedemaschinen war früher allein beweglich,
während die rechte feststand. Später hat man die rechte Matrize von Hand beweglich
angeordnet, wodurch die Maschine einen größeren Verwendungskreis bekam, da man größere
Stücke in die Matrizen einführen konnte. Anschließend daran hat man diese Handverstellung
durch eine selbsttätige ersetzt.
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Alle diese Maschinen hatten aber eine Einrückung mittels des bekannten
Fallhebels, welche eine dauernd laufende Kurbelwelle bedingt und von welcher aus
die selbsttätige Bewegung der rechten Matrize leicht abgeleitet werden konnte.
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Diese Einrückung durch Fallhebel ist aber bei den modernen Schmiedemaschinen
mit Rücksicht auf die hohen Anforderungen der Massenfabrikation ersetzt worden durch
schneller wirkende Kupplungen, welche, wie bei allen mechanischen Pressen, auf der
Kurbelwelle angeordnet sind. Im ausgerückten Zustand stehen bei diesen Schmiedemaschinen
die Kurbelwellen jetzt still, womit wiederum allerhand Vorteile verbunden sind.
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Infolge des Wegfalles der dauernd sich drehenden Kurbelwelle mußte
nun eine andere selbsttätige Vorrichtung für die Bewegung der rechten Matrize erdacht
werden, denn die vorher bekannte Vorrichtung leitete die Bewegung mittels Kurbeltrieb
von der dauernd laufenden Kurbelwelle ab. Die neuen Maschinen müssen, da die Kurbelwelle
bei ausgerückter Maschine stillsteht, die erforderliche Bewegung von einem beliebigen
anderen Maschinenteil ableiten.
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Es sind auch bereits Versuche gemacht worden, diese Frage zu lösen,
was jedoch nur in unvollkommener Weise gelungen ist, so z. B. leitete man die erforderliche
Drehbewegung von der schnell laufenden Vorgelegewelle mittels eines Reibkegelwendegetriebes
ab.
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Die Vorgelegewelle ist im Verhältnis zur Maschine stark bemessen,
so daß die Kegelschiebemuffe ebenfalls sehr starke Abmessungen oder Durchmesser
erhält.
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"Die Antriebswelle macht je nach Größe der Maschine Zoo bis
350 Umdrehungen, so daß sich an den Kegelradscheiben eine große
Umfangsgeschwindigkeit
ergibt. Das anzutreibende Kegelreibrad -wird nun bei der gleichmäßigem Massenherstellung
bei der Einleitung der Bewegung auch immer an derselben Stelle angegriffen, wodurch
Verschleiß und Abflachung entsteht, das Kegelreibrad also unrund wird.
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Am Schluß der Matrizenbewegung soll dann das Reibscheibengetriebe
durch eine besonders erforderliche Aufmerksamkeit des Arbeiters an bestimmter Stelle
jedesmal angehalten werden. Bei Massenherstellung, wobei der Arbeiter mitunter 5oo-
bis rooomal in der Stunde die Maschine einrücken muß, ist die für die richtige Ausrückung
,geforderte Aufmerksamkeit unmöglich. Es kann nicht von ihm gefordert werden, derartige
Augenblicke, die in sehr geringen Bruchteilen von Sekunden auftreten, zu erhaschen,
während er auch durch die übrige Arbeit fortlaufend in Anspruch genommen ist.
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Es wird dann in fast allen Fällen eintreten, was bei diesen Reibscheibenantrieben
bekannterweise auch schon vorgesehen ist, daß der eine oder andere Maschinenteil
zu weit geht und irgendwo Anstöße oder sonst irgendwo in dem Antrieb selbst eine
Verklemmung eintreten. Das anzutreibende Reibrad bleibt dann infolge des ungewöhnlich
großen Widerstandes stehen und wird, da es mit der schnell laufenden antreibenden
Scheibe weiter in Verbindung bleibt, von dieser wiederum einseitig abgeschliffen
oder abgeflacht, also sowohl bei Einleitung der Bewegung der rechten Matrize als
auch bei deren Stillsetzei .erfolgt ein einseitiger nachteiliger Verschleiß, welcher
bald den richtigen Gang, der Vorrichtung in Frage stellen muß.
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Hinzu kommt dann noch, daß nicht jede Schmiedemaschine eine dauernd'
laufende Vorgelegewelle besitzt, auf der sich',dasKegelreibradwendegetriebe leicht
anbringen läßt, denn die kleineren Maschinen besitzen nur einen Antrieb mittels
einer einfachen Schwungscheibe,welche unmittelbar auf der für den Arbeitshub jeweils
einzurückenden, sonst stillstehenden Kurbelwelle gelagert ist. Es dreht sich also
nur die Schwungscheibe, während alle anderen Teile der Maschine im ausgerückten
Zustand stillstehen und daher zum Antrieb eines derartigenkeibscheibengetriebes
nicht dienen können.
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Die Erfindung beseitigt alle vorstehend erwähnten Nachteile der bekannten
Einrichtungen und läßt sich für jede Maschinenart, ganz gleich, ob sie durch Fallhebel
eingerückt wird oder mit Kupplung versehen ist, verwenden. Es ist auch einerlei,
ob die Maschine mit drehender Vorgelegewelle ausgeführt ist, oder ob .das Vorgelege
sich auf einer stillstehenden Achse dreht, wie ein großer Teil der Schmiedemaschinen
in den letzten Jahren ausgeführt wird. Es wird also durch die Erfindung eine Vorrichtung
geschaffen von weitgehender Verwendbarkeit, also anwendbar für jede Art der auf
dem Markte befindlichen Schmiedemaschinen.
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Gegenstand .der Erfindung ist eine Schmiedemaschine mit Klemmbacken,
von denen die eine zwangsläufig beim Einrücken der Maschine angetrieben wird, während
die andere unabhängig von dieser Bewegung von Hand steuerbar ist. Die Erfindung
besteht darin, daß die. Bewegung der von Hand steuerbaren Klemmbacke auf eine Schaltvorrichtung
übertragen wird, welche in bestimmten Endlagen die Schließ- und Öffnungsbewegung
dieser Klemmbacke entweder selbsttätig oder von Hand ausschaltet.
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Bei einer bekannten Schmiedemaschine, deren eine Klemmbacke durch
ein von Hand steuerbares kraftangetriebenes Wendegetriebe beweglich ist, wind gemäß
der Erfindung das Wendegetriebe von einer auf der von ihm bewegten, die Klemmbackenbewegung
herbeiführenden Welle sitzenden Schaltscheibe aus mittels eines Zwischengestänges
in die Leerlaufstellung gebracht, wenn eine Endlage der Klemmbackenbewegung erreicht
ist, wobei an irgendeinem Punkte des Schaltgestänges ein von Hand bedienbares Gestänge
angeschaltet ist, das zum Wiedereinrücken oder zum Ausrücken des Wendegetriebes
unabhängig von der Schaltscheibe dient.
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Beispielsweise wird nachfolgernd an Hand der Zeichnungen eine Ausführung
der Erfindung beschrieben: Fig. i zeigt die Vorrichtung im Grun.driß bei geschlossener
Stellung der Klemmbacken, von -denen die linke mit i und die rechte mit 2
bezeichnet ist.
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Fig. 2 ist eine Einzelheit..
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Fig. 3 zeigt die Vorrichtung im Aufriß. Die Drehbewegung wird von
einer Welle 3 abgeleitet, die ihrerseits z. B. zu einem besonderen Motor gehören
kann oder ihre Drehbewegung von einem der drehenden Maschinenteile oder sonst irgendwoher
erhält. Diese Drehbewegung wird dann über Maschinenelemente (im gegebenen Beispiele
über die Zahnräder 4, 5, 6 und 7) auf ein Wendegetriebe 8, g, io übertragen, welches
in diesem Falle beispielsweise aus Klauenkupplung und Kegelrädern besteht. Das Rad
io ist mit der Achse i i fest verbunden, so daß diese den Bewegungen dieses Rades
folgt. Auf dieser Achse ist ein Exzenter 12 aufgekeilt, das mittels einer Druckstange
13 auf den Führungs-oder Tragschlitten 14 der Klemmbacke 2 die Bewegung der Achse
i i überträgt.
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Die erforderliche Bewegung der Klemmbacke 2 ist eine hin und her gehende
zum
Öffnen und Schließen mit jeweiligem Stillstand in den Endlagen,
so daß die Einleitung der Umkehrbewegung immer erst durch den Arbeiter erfolgen
muß, wie dies auch erforderlich ist.
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Fig. i zeigt die Klemmbacke 2 in der geschlossenen und Fig. .l. in
der geöffneten Stellung. Der Hub der Klemmbacke 2 ist in Fig.4 mit H bezeichnet
und die Klemmbacke i als stillstehend angenommen.
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Um die vorstehend erwähnte hin und her gehende Bewegung zu erhalten,
wird nun die Bewegung des Wendegetriebes von dem Arbeiter mittels eines Steuergestänges
geschaltet, welch letzteres beispielsweise mit 15, 16, 17 und 18 bezeichnet und
in den festen Punkten i9 und 20 gelagert ist.
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Um das jeweilige Stillsetzen der Klemmbacke 2 in den gewünschten Endlagen
ihrer Bewegung zu erreichen, ist beispielsweise auf der Achse i i eine Schaltscheibe
2 i vorgesehen. Diese Schaltscheibe ist der besseren Übersicht wegen im Zusammenhang
mit den Fig. i und q. nochmals in den diesen Figuren entsprechenden Stellungen in
den Fig. 2 und 5 besonders herausgezeichnet.
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Die Schaltscheibe 21 besitzt zwei vorspringende Nasen oder Ecken,
welche mit a und b
bezeichnet sind. Dreht sich nun die Schaltscheibe, so stößt
sie schließlich, je nachdem sie sich links oder rechts herumdreht, mit der Ecke
a oder mit der Ecke b gegen die Vase c der Steuerstange 22. Letztere überträgt
ihre Bewegung über das Steuergestänge 16, 17, 18
auf das Wendegetriebe, dessen
Wirksang auf die Achse i i dann jeweils ausgeschaltet wird, so daß auch die Klemmbacke
2 stehenbleibt, und zwar entweder in geschlossener oder in geöffneter Stellung gemäß
den Fig. i bzw. d..
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Die Anschlagecken oder Nasen a und b der Schaltscheibe 2i ergeben,
so wie sie gezeichnet sind, bei Verwendung des beispielsweisen auf der Achse i i
angegebenen Exzenters 12 den vollen Hub H des letzteren als Klemmbackenhub.
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Will man für die Herstellung kleinerer Teile den Hub der Klemmbacke
2 kleiner wählen, so genügt es, wenn man eine Zwischennase z. B. in Gestalt eines
Stiftes (s. Fig. 5 Stift 23) an entsprechender Stelle auf dem Umfang der Schaltscheibe
2i anbringt. Dadurch wird der Ausrückwinkel a z. B. auf «l und der Klemmbäckenhub
fast im entsprechenden Verhältnis verringert.
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In den Fig. 6 und 7 ist ein anderes Ausführungsbeispiel gezeigt.
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Der Antrieb der Klemmbacke 2 erfolgt in diesem Falle anstatt durch
Exzenter und Pleuelstange durch ein Kniehebelpaar 24 und 25. Die feste Achse ii
kann genau, wie im vorstehenden Beispiel, durch das Wendegetriebe betätigt werden.
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Fig. 6 zeigt die geschlossene und Fig. 7 die offene Klemmbackeristellung
mit dem gleichen Hub H der Klemmbacke a. Der Kniehebel 2q. schlägt dabei nur um
den Winkel ß aus. Die Schaltscheibe 2i ist bei diesem Ausführungsbeispiel durch
eine Segmentscheibe 26 ersetzt, die in gleicher Weise die Nase c der Steuerstange
22 erfaßt und dadurch die Wirkung des Wendegetriebes ausschaltet.
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Auch in diesem Falle läßt sich der Ausschlagwinkel ß der Segmentscheibe
26 und somit der Hub H der Klemmbacke 2 wie im ersten Beispiel vermindern.
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DieKlemmbackenbewegungsvorrichtunghat also zusammengefaßt folgende
Vorteile: i. Sie läßt sich an den älteren Schmiedemaschinen anbringen, deren Einrückungsglieder
(z. B. Fallhebel) zwischen der dauernd laufenden Kurbelwelle und dem Preß- oder
Stauchschlitten eingebaut sind.
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2. Sie läßt sich an Maschinen verwenden, welche durch Kupplung eingerückt
werden und deren Kurbelwelle nach jedem Arbeitshub wieder ausgerückt wird und dann
stillsteht, ganz gleich, ob die Maschine durch ein Rä,dervorgelege oder nur durch
ein auf der Kurbelwelle sitzendes Vorgelege angetrieben wird.
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3. Sie läßt sich eben.sogut an Maschinen verwenden mit laufender Vorgelegewelle
als an solchen mit feststehender Vorgelegeachse, worauf die Vorgelegeteile (z. B.
Schwungrad, Ritzel usw.) sich drehen.
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d.. Sie läßt sich jederzeit und in jedem Punkte einrücken und ist
nicht erst von der jeweiligen Stellung der Kurbelwelle abhängig wie die Maschinen,
deren Ein- und Ausrückglieder zwischen der dauernd laufenden Kurbel-,velle und dem
Stauchschlitten eingebaut sind und eine ähnliche Bewegungsvorrichtung nur von den
Hubendstellungen der Kurbelwelle ableiten, was wesentlichen Zeitverlust bedeutet,
da sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen der Klemmbacke 2 eingeschaltet werden
muß.
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5. Sie rückt selbsttätig bei jeder gewünschten Klemmbackenöffnung,
auf die sie eingestellt ist, aus.
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6. Sie rückt selbsttätig stets in der Stellung für geschlossene Klemmbacken
(s: Fig. i und 6) aus.
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7. Sie läßt sich jederzeit und in jeder Stellung der Klemmbacke durch
den Arbeiter auch von Hand ausrücken.
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B. Sie läßt sich auch bei Schmiedemaschinen verwenden, -deren Klemmbacken
nicht nebeneinander, sondern übereinander angeordnet sind.