DE552253C - Verfahren zum Beizen von Saatgut - Google Patents

Verfahren zum Beizen von Saatgut

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DE552253C DED51652D DED0051652D DE552253C DE 552253 C DE552253 C DE 552253C DE D51652 D DED51652 D DE D51652D DE D0051652 D DED0051652 D DE D0051652D DE 552253 C DE552253 C DE 552253C
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  • Verfahren zum Beizen von Saatgut Die Versuche. Saatgut mit Trockenbeizmitteln zu beizen, haben nicht mit der erforderlichen Sicherheit zu Erfolgen geführt. Man hat daraufhin versucht, den bisher benutzten staubförmigen und unlöslichen Verbindungen oder Verbindungen, deren Löslichkeit so gering ist, daß sie als praktisch unlöslich angesprochen werden können, solche zuzusetzen, welche leicht löslich sind, in der Annahme, daß diese unter Einwirkung der Bodenfeuchtigkeit in Lösung gehen und so die Wirkung erhöhen würden. Aber auch hier ist der erholtte Erfolg ausgeblieben.
  • Es wurde nun die überraschende Feststellung gemacht, daß man dann zu Beizmitteln von ausgezeichneter Wirkung kommen kann, wenn man neben dem schwer löslichen Quecksilberchlorid (Sublimat) das nahezu unlösliche Dioxydiphenylquecksilber verwendet.
  • Diese Beizmittel besitzen, wie gefunden wurde, ausgezeichnete Beizwirkung und haben zudem den Vorteil, daß sie den Keim nicht zu schädigen vermögen. Sie zeigen eine besonders gute Wirkung in solchen Fällen, wenn das mit ihnen gebeizte Saatgut in saueren Böden zur Aussaat kommt. Um die Beizmittel auch in alkalischen Böden zur vollen Wirkung zu bringen, hat es sich als zweckmäßig herausgestellt, dem Gemisch von Quecksilberchlorid und Dioxydiphenylquecksilber noch saure oder sauer wirkende Salze oder Verbindungen hinzuzufügen. Als solche kommen z. B. Alkalibisulfate, wie Natriumbisulfat oder Aluminiumsulfat, in Betracht. Ferner wurde gefunden, daß ein Zusatz von schwer löslichen Kupferverbindungen oder -salzen, z. B. Kupferoxyd oder Kupfercarbonat, in vielen Fällen vorteilhaft ist.
  • Zur Durchführung der Beize mit Gemischen obiger Art verdünnt man diese vorteilhaft mit indifferenten Mitteln, z. B. Kaolin oder Kieselgur. Je feiner dieses Verdünnungsmittel ist, um so besser ist die Verteilung auf der Oberfläche des Saatkorns und um so besser gelingt die Einführung des Mittels in die Kornrille und in den Bart des Korns.
  • Die Behandlung des Saatgutes mit dem Beizmittel geschieht in der für das Trockenbeizen üblichen Weise durch gründliches Vermischen, Umschaufeln o. dgl. Vorteilhaft bedient man sich solcher Vorrichtungen, welche eine wirksame Veiteilung des pulverförmigen Mittels auf dem Saatgut gewährleisten.
  • Ein Trockenbeizmittel nach der vorliegenden Erfindung hat nach Gewichtsteilen z. B. folgende Zusammensetzung: 16 Teile Dioxydiphenylquecksüber, 12 Teile Sublimat, 3o Teile Kupfercarbonat, 5o Teile Aluminiumsulfat, 92 Teile Kaolin. Von diesem Mittel sind zur Beizung von too kg Weizen ungefähr Zoo g erforderlich.
  • Es wurde ferner festgestellt, daß die Verteilung des Beizmittels auf dem Saatgut in besonders vorteilhafter Weise durchgeführt werden kann, wenn man die Durchmischung in Gegenwart von geringen Mengen von Flüssigkeiten, z. B. Wasser, vornimmt. Anstatt Wasser kommen auch andere Flüssigkeiten oder Lösungen, z. B. Aceton oder Alkohol, vor allem solche, welche eine geringe Oberflächenspannung haben, in. Betracht. Auch Lösungen solcher Flüssigkeiten in Wasser oder Mischungen mehrerer Flüssigkeiten miteinander oder in Wasser können Verwendung finden. Anstatt der inerten Flüssigkeiten, welche eine keim- oder sporentötende Wirkung selbst nicht auszuüben vermögen, kann man auch solche nehmen, welche selbst eine Wirkung auf die Saatgutkrankheiten besitzen. Man kann auch z. B. das Sublimat in Wasser oder Alkohol lösen und diese Lösung bei der Mischung des Saatgutes mit den übrigen Bestandteilen des Trockenbeizmittels zugeben. Der Zusatz der Flüssigkeit wird zweckmäßig vorgenommen, nachdem das zu beizende Saatgut bereits oberflächlich mit dem staubförmigen Beizmittel in Berührung gebracht worden ist, und zwar derart, daß die Flüssigkeit möglichst gleichmäßig über das mit dem trockenen Beizmittel bereits bestäubte Saatgut verteilt wird. Man kann aber auch das Saatgut erst mit der Flüssigkeit anfeuchten und hinterher das staubförmige Beizmittel auf einmal oder in kleinen Portionen zugeben. Zur Durchführung des Verfahrens unter Zusatz von Flüssigkeit haben sich z bis 31 Flüssigkeit auf i oo kg Weizen als zweckmäßig .erwiesen.
  • Dabei hat sich herausgestellt, daß bei Durchführung der Beizung unter Anwendung von Flüssigkeit die Menge des staubförmigen Beizmittels auf ungefähr die Hälfte herabgesetzt werden konnte, ohne daß die Beizwirküng dadurch. beeinträchtigt wurde. Es genügen daher z. B. i oo g des staubförmigen Mittels obiger Zusammensetzung" um eine ausgezeichnete Wirkung bei iookg Weizen zu erzielen.
  • Bei vergleichenden Versuchen wurden folgende Ergebnisse erhalten:
    Beizmittel gemäß der Erfindung
    Fusarium Streifenkrankheit
    Gesunde Pflanzen 275 134
    Kranke Pflanzen o 0
    Befall °j0 0 0
    Andere als besonders wirksam
    bekannte Beizmittel
    Fusarium Streifenkrankheit
    I. 2. I. 2. 3.
    Gesunde Pflanzen 273 297 131 107 82
    Kranke Pflanzen 7 4 3 2 io
    Befall °,/0 2,5 1,33 2,2 i,8 io,c)

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Beizen von Saatgut. dadurch gekennzeichnet, daß man als Beizmittel neben Quecksilberchlorid Dioxydiphenylquecksüber verwendet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß saure oder sauer wirkende Salze oder Verbindungen dem Beizmittel zugesetzt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Beizmittel schwer lösliche Kupferverbindungen oder -salze zugemischt werden. q.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Beizen des Saatgutes in Gegenwart von geringen Mengen von Flüssigkeit, z. B. Wasser, erfolgt.
DED51652D 1926-11-09 1926-11-09 Verfahren zum Beizen von Saatgut Expired DE552253C (de)

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