DE545706C - Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs

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DE545706C
DE545706C DEG77039D DEG0077039D DE545706C DE 545706 C DE545706 C DE 545706C DE G77039 D DEG77039 D DE G77039D DE G0077039 D DEG0077039 D DE G0077039D DE 545706 C DE545706 C DE 545706C
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Chemische Ind Ges
GESELLSCHAFT fur CHEMISCHE INDUSTRIE
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  • Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs Es wurde gefunden, daß man Faserstoffen neue wertvolle Eigenschaften verleihen kann, wenn man sie mit Isocyanaten von der Formel R # N = C = O behandelt, worin R irgendeinen organischen Rest bedeutet.
  • Beispielsweise erhält man bei der Einwirkung von Phenylisocyanat auf die pflanzliche Faser, wie Baumwolle, im Stück oder als Garn, ein Produkt, dessen äußere Struktur erhalten ist, dessen färberische Eigenschaften aber weitgehend verändert sind. Die Baumwolle verliert durch diese Behandlung die Affinität zu substantiven Baumwollfarbstoffen, während sie durch Aoetatseidefarbstoffe, z. B. durch unlösliche Azofarbstoffe und Aminoanthrachinone, leicht anfärbbar ist. Ebenso wie Baumwolle oder andere pflanzliche Fasern können auch tierische Fasern, wie Wolle und Seide, mit Isocyanaten unter Erhaltung ihrer Struktur behandelt werden, wobei das Verhalten: der behandelten Faser zu Farbstoffen ebenfalls weitgehend verändert wird. Die Wolle verliert ihre Affinität zu typischen Wollfarbstoffen.
  • Die Behandlung der Faserstoffe mit Isocyanaten kann durch Tränken der vorgetrockneten Ware mit dem Isocyanat und Ziegenlassen bei gewöhnlicher Temperatur geschehen, oder die Einwirkung kann bei erhöhter Temperatur vorgenommen werden. Auch können Katalysatoren zugegeben werden, wie Pyridin, Chlorzink usw., und die Reaktion kann in Gegenwart geeigneter Verdünnungsmittel durchgeführt werden.
  • An Stelle des Phenylisocyanatskönnen auch andere aliphatische oder aromatische Isocyan.ate Verwendung finden, wie z. B. iNTaphthylisocyanat, Nitrophenylisocyanat usw.
  • Die neuen Verfahrensprodukte eignen sich in loser Form, als Garne oder Gewebe, infolge ihres veränderten Verhaltens gegenüber Farbstoffen zur Erzielung mannigfaltiger Effekte. Vor allem können solche Garne zum Verwehen mit unbehandelten Garnen Verwendung finden, wobei dann durch nachträgliches Färben oder Bedrucken mit Farbstoffen, je nach Wunsch, die eine oder andere Faser gefärbt werden kann oder durch geeignete Wahl der Farbstoffe und Färbeverfahren bzw. Druckverfahren mehrfarbige Stoffe hergestellt werden können. Die Möglichkeit der Herstellung derartiger Effekte ist auch bei Stückware gegeben, falls die Behandlung derselben mit den Isocyanaten örtlich erfolgt. Beispiel z Man legt im Vakuum getrocknetes Baumwollgarn in Phenylisocyanat ein und erwärmt unter Zugabe einer geringen Menge trockenen Pyridins auf 8o°. Nach ¢ Stunden wird das überschüssige Isocyanat im Vakuum abdestilliiert und das Garn durch Waschen mit heißem Alkohol von den verbleibenden Resten Pyridin und von ütwa gebildetem 'Diph-enylharnstoff befreit. Das Garn ist äußerlich unverändert, hat eine Gewichtszunahme von 30 % erfahren und weist einen Stickstoffgehalt von 2,5 0/0 auf. Es wird von basischen Farbstoffen ohne Beizmittel kräftig angefärbt, auch Acetatseidefarbstofe färben es nach dem für diese Faser üblichen Färbeverfahren, während Direktfarbstoffe kaum aufgenommen werden. Beispiel 2 Man legt Baumwollgarn in eine Mischung von 9o Teilen Phenylisocyanat und ro Teilen Pyridin ein. Man beläßt q. Tage in der Mischung und entfernt den überschuß von Phenylisocyanat und Pyridin durch Abdestillieren, im Vakuum oder durch Abschleudern. Man wäscht schließlich mit heißem Alkohol. Beispiel 3 Im Vakuum vorgetrocknetes Wollgarn wird mit gleichen Gewichtsteilen Phenylisocyan.at getränkt und 48 Stunden im Wasserbad unter Ausschluß von Feuchtigkeit erhitzt. Man kocht mit Alkohol aus und erhält -ein Wollgarn, dessen Struktur unverändert ist und das eine erhebliche Gewichtszunahme, z. B. bis 50 %, erfahren hat. Das Garn wird durch Säurefarbstoffe, z. B. durch Farbstoff Nr. 66, S c h u 1 t z, Farbstofftab elfen; 5. Auflage, nicht mehr angefärbt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die Fasern in losem oder weiterverarbeitetem Zustande unter Beibehaltung der äußeren. Struktur Isocyanate der Formel R # N = C = O einwirken läßt, worin R irgendein organisches Radikal bedeutet, in An- oder Abwesenheit von sauren oder alkalischen Reaktionsbeschleunigern und in An- oder Abwesenheit von geeigneten Verdünnungsmitteln.
DEG77039D 1928-08-08 1929-07-21 Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs Expired DE545706C (de)

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