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Verladeanlage für Kohle und andere Massengüter Die Erfindung bezieht
sich auf eine Verladeanlage für Kohle und andere Massengüter, bei welcher der Inhalt
der Waggons mittels Kipper in Kübel gestürzt wird, die in quer oder geneigt zur
Richtung der Gleise unter diesen angebrachten Tunnels und aus diesen zum Kai oder
zu den Kranen zwecks Einladens in das Schift gefahren werden.
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Das Wesen der Erfindung beruht darin, daß die. Kübel in endloser Linienführung
von den Kippern am Kai entlang unter Vermeidung von Weichen zu den Kranen fahren
und auf beliebigem, aber geschlossenem Wege zum Kipper zurückkehren, um dann nach.
Füllung wieder selbsttätig durch Rollgang, Kettenbahn, motorischen Antrieb, durch
Schwerkraft usw. zu den Kranen geführt zu werden. Hierbei kann die Zufahrbahn abwechselnd
im Tunnel und zu ebener Erde verlaufen. Der Vorteil der neuen Anlage liegt insbesondere
darin, dar Betriebsstörungen durch Verstopfungen möglichst vermieden sind und anallen
von der Rundhalm durchquerten Gleisen Beladungen vorgenommen werden können.
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In der Zeichnung, die schematisch ein Ausführungsbeispiel der Anlage
veranschaulicht, sind sechs Gleise i, a, ä, 4., ä, 6 für die Zufahrt und zwei Gleise
; und 8 für die Abfahrt der Wagen vorhanden. Am Ende des Bahnhofes, läuft ein Schrägstrang
9 durch alle Stränge hindurch und dient allen als gemeinsame Zufahrtslinie zu den
Gleisen ; und B. Kurz vor dem Schrägstrang g ist ein Tunnel i o quer unter allen
Zufahrtsgleisen vorgesehen. Über diesem Tunnel liegen in jedem Gleise zu ebener
Erde Bunker i i bis 16-, welche von je zwei in die Gleisstränge eingebauten Waggonkippern
17 bis z8 beschickt werden. Die doppelte Anordnung der Kipper ist deshalb
nötig, "-eil bei allen Waggons mit Br emserha.us Klappwände nur an einer Seite des
Waggons vorgesehen sind und man nicht weiß, wie diese Waggons in die Züge einrangiert
sind. An Stelle der festen Kipper können auch ein oder mehrere Kipper auf Schiebebühnen,
welche alle Gleise bedienen können, oder solche vorgesehen sein, welche fest oder
auf Schiebebühnen mitten auf den Bunkern stehen und nach hinten und vorn so kippen
können, dar das Gut mitten unter den Waggons in den Bunker fällt. Dadurch wird die
doppelte Kipperanordnung vermieden.
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Der Tunnel io muß den ganzen Bahnhof umlaufen und am Kai 29 sich so
w -eit hinziehen, wie Schiffe liegen. Der Vorgang ist nun folgender: Auf jedem der
Gleise werden Kohlenzüge vorgeschoben, und die Waggons, welche den Kipper erreichen,
werden wahllos in die Bunker i i bis 16 gestürzt. Dabei ist Sorge zu tragen, daß
der Bunker vor dem Einkippen keine Kohlenreste des vorigen Waggons enthält, da ja
die Sorten verschieden sein können. Die Fallhöhe ist zur Schonung der
Kohle
möglichst gering zu halten. Auf dem Grunde des Tunnels stehen Kübel von etwa io
t Inhalt. Diese werden durch Öffnen von Klappen gefüllt. Der Transport im Tunnel
geschieht durch endlosen Rollgang, durch Ketten- oder Kaheltrieb, durch motorischen
Antrieb jedes Wagens toder durch,das Schwergewicht oder andere entsprechende Mittel.
Wenn die Kübel gefüllt sind, rollen sie zum Kai und werden je nach der Kohle, welche
sie enthalten, von dem entsprechenden Anhänger festgehalten und an den Kranhaken
gehängt, welcher den Kübel ins Schiff senkt und seinen Inhalt durch den Boden entlädt.
Hierauf wird der Kübel durch den Kran wieder in den Tunnel herabgesenkt und rollt
automatisch der Füllstelle wieder zu.
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Anstatt die Kübel in einem einzigen, endlosen Tunnel fahren zu lassen,
kann man auch zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Anlage deren mehrere vorsehen,
welche konzentrisch verlaufen und völlig unabhängig voneinander sind.
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Wenn man die Bahn der Kübel entsprechend :anlegt, kann man auch unter
Weglassung jedes mechanischen Antriebsmittels die Kübel nur durch ihre Schwerkraft
fahren lassen; dann läßt es sich aber nicht umgehen, daß ein. Teil der Bahn erhöht
liegt, um das nötige Gefälle herauszubekommen. Das Hochheben auf diese überhöhte
Bahn geschieht zweckmäßig nach Entleerung der Kübel durch die Krane.
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Anstatt den oder die Tunnel in geschlossener Form auszubilden, ist
es, wenn mehrere Krane die Kübel ins Schift befördern, vorteilhaft, die beiden Enden
des Tunnels längs dem Kai auf der ganzen Länge aneinander vorbeilaufen zu lassen,
wie es in der Zeichnung punktiert angedeutet ist. Der untere Teil ist dann für die
vollen, der obere für die leeren Kübel bestimmt.
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In dem Falle, daß es sich um einen -Kai handelt, in welchem nur eine
ganz beschränkt(-Anzahl von Gleisen Platz finden kann, so dal:@ eine Kreisführung
der Kübel ausgeschlossen ist, kann eine Tunnelführung, wie vorbeschri:eben, nicht
verwandt werden. Es muß vielmehr die Tunnelführung so gewählt werden, daß der Tunnel
unter einem der Gleise in dessen Längsrichtung ,angelegt ist. Am Kai entlang ist
dann ein zweiter Tunnel parallel mit diesem vorzusehen, welcher an beiden Enden
unter spitzere. Winkel in vorgenanntem Tunnel einmündet. Der Vorgang ist dann ähnlich
wie: beschrieben: Die Kübel werden auf der Kippstation gefüllt, fahren in das Ende
des Tunnels und durch eine Weiche zurück in den Kaitunnel, werden vorn Kran ins
Schiff entladen, wieder in den Tunnel zurückgesetzt, fahren bis zum andern Ende
und kommen von dort auf ähnliche Weise, wie sie hineingekommen sind, aus dem Kaitunnel
heraus unter den Kipper.