DE538270C - Gewinnung einzelner Bestandteile aus Gas- oder Dampfgemischen - Google Patents

Gewinnung einzelner Bestandteile aus Gas- oder Dampfgemischen

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DE538270C
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    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D53/00Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
    • B01D53/02Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols by adsorption, e.g. preparative gas chromatography
    • B01D53/04Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols by adsorption, e.g. preparative gas chromatography with stationary adsorbents
    • B01D53/0407Constructional details of adsorbing systems
    • B01D53/0438Cooling or heating systems
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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Description

  • Gewinnung einzelner Bestandteile aus Gas oder Dampfgemischen Die bekannten Verfahren zur Gewinnung von Bestandteilen aus Gas- oder Dampfgemischen mittels großoberflächiger Stoffe arbeiten wärmewirtschaftlich sehr unbefriedigend, so daß ihre Anwendung bei der Gewinkung minder wertvoller Stoffe meist von zweifelhaftem Vorteil ist und unterbleiben muß.
  • Bei der Beladung großoberflächiger Stoffe treten beträchtliche Wärmemengen, Kondensations- und Benetzungswärme, auf, deren Abführung schon deswegen zweckmäßig ist, da sie den Beladungsprozeß ungünstig beeinflussen. Andererseits erfordert das Austreiben mit überhitzten Dämpfen, in der überwiegenden Zahl der Fälle Wasserdampf, beträchtliche Dampf- und Wärmemengen, die ebenso meist verlorengehen. Ferner muß man meist nach vollendetem Austreiben geraume Zeit warten, bis das Adsorptionsmittel wieder genügend abgekühlt ist, um es aufs neue mit Erfolg beladen zu können, oder man muß sogar besondere Maßnahmen treffen, um diese Abkühlung zu beschleunigen. Es sind zwar schon Versuche bekannt geworden, die bei der Adsorption frei werdende Wärme bei der Wiederaustreibung auszunutzen, jedoch ist es auf dem bis jetzt eingeschlagenen Wege nicht möglich gewesen, diese Ausnutzung in auch nur einigermaßen befriedigen, dem Umfange durchzuführen.
  • Es hat sich nun ergeben, daß die Schwierigkeiten, die einer wirtschaftlichen Gestaltung des Verfahrens entgegenstehen, überwunden werden können, und zwar derart, daß die frei werdende Beladungswärme den Aufwand an Austreibewärme durch direkten Austausch im wesentlichen deckt. Man kann diesen Wärmeaustausch zwischen einem gerade in Beladung befindlichen Behälter A und einem in Austreibung befindlichen Behälter B z. B. durch ein umlaufendes gas- bzw. dampfförmiges Medium als Wärmeträger bewerkstelligen. Man verwendet zweckmäßig Behälter in Form der bekannten Röhrenkühler, bei denen das Adsorptionsmittel den Zwischenraum zwischen den Rohren erfüllt; durch die Rohre strömt das umlaufende Gas.
  • Auf dem Weg von A nach B wird das Gas adiabatisch komprimiert, um es auf eine Temperatur etwas über der bei der Austreibung in B herrschenden zu bringen. Die Kompressionsarbeit wird durch die auf dem Rückweg von B nach A unter entsprechender Abkühlung erfolgende Entspannung des Gases im wesentlichen zurüclçgewonnen. Diese Ausführung hat allerdings den Nachteil, daß die bei der Gewinnung der Entspannungsarbeit unvermeiidlichen Verluste durch Aufwand mechanischer Energie gedeckt werden müssen. Ferner läßt sie keine direkte Umschaltung nach erfolgter Adsorption und Austreibung zu, da der beladene Behälter A zuerst aufgeheizt, der entladene Behälter B abgekühlt werden muß, damit man Austreibung bzw. erneute Beladung vornehmen kann.
  • Die Schwierigkeiten, die sich aus der Differenz zwischen Beladungs- und Austreibungstemperatur für den Wärmeaustausch ergeben, lassen sich in weiterer Entwicklung des Eriindungsgedankens dadurch vermeiden, daß man das Beladen bei derselben bzw. unwesentlichen höherer Temperatur wie das Austreiben vornimmt. Zur erfolgreichen Durchführung der Beladung ist dann ein Mehrfaches des Druckes erforderlich, der beim Austreiben angewandt wird. Mit Rücksicht auf den beträchtlichen Widerstand, den die großoberflächigen Stoffe rasch bewegten Gasen bieten, wird man es meist vorziehen, das Beladen bei erhöhter Temperatur und bei Drucken von einigen Atmosphären durchzuführen, das Austreiben, wie bisher üblich, bei Atmosphärendruck; doch können besondere Verhältnisse auch den entgegengesetzten Weg, Beladen bei atmosphärischem und Austreiben bei Unterdruck, empfehlen, ebenso wie ein Mittelweg, Beladen bei Drucken über I at, Austreiben bei Drucken unter I at, möglich ist.
  • Die Verwendung von Wasserdampf als Austreibemittel bedingt bei der üblichen Arbeitsweise einen Unterschied von mindestens 800 zwischen Beladungs- und Austreibetemperatur, meist sogar mehr, da erst überhitzter Wasserdampf hinreichen, d rasch die adsorbierten Stoffe ausbläst. Es wurde nun gefunden, daß die Verwendung von niedriger siedenden und zugleich besser adsorbierbaren Dämpfen, als es Wasserdampf gegenüber aktiver Kohle ist, diese Temperaturdifferenz wesentlich herabsetzt, und daß es dann infolgedessen schon bei verhältnismäßig geringen Druckunterschieden möglich ist, Beladungs- und Austreibtemperatur gleich zu halten.
  • Es ist zwar schon -vorgeschlagen worden, die aus den Absorptionskammern abziehenden, nicht adsorbierten Anteile von Gas- oder Dampfgemischen zur Beheizung einer gerade der Austreibung unterworfenen Kammer zu verwenden, derart, daß man sie z. B. durch in das Adsorptionsmittel eingebettete Rohre hindurchschickt. Bei dieser Arbeitsweise ist es jedoch im allgemeinen nicht möglich, die bei der Adsorption frei werdende Wßriue auch nur annähernd vollständig dem Austreibprozeß zugute zu bringen, da der Betrag der durch abziehende Gase oder Dämpfe zu transportierenden Wärme auch in den günstigsten Fällen noch weit unter dem Betrag der Adsorptiouswärme bzw. der bei der Wiederaustreibung aufzuwendenden Wärme liegen wird. Es hat ferner diese Arbeitsweise den Nachteil, daß die Beladungstemperatur über der Austreibtemperatur liegen muß, wodurch der Betrag der möglichen Beladung von vornherein wesentlich herabgesetzt wird.
  • Im Gegensatz dazu wird bei vorliegendem Verfahren, soweit dasselbe bei annähernd gleichen Temperaturen beim Beladungs- und Austreibprozeß arbeitet, das Beladen bei so weit erhöhtem Druck vorgenommen, daß vergleichsweise dieselben Beladungsziffern erreicht werden wie bei der normalen Arbeitsweise, d. h. bei gleichem Druck in beiden Kammern und einem Temperaturunterschied von beispielsweise 60 bis 800 zwischen der Beladungs-und der Austreibtemperatur.
  • Es ist zwar auch schon vorgeschlagen worden, bei Konstanthaltung der Temperatur in der Entgasungskammer unter vermindertem Druck zu arbeiten, doch gelingt es auch bei dieser Arbeitsweise nicht, wie vorgesehen, durch Erhitzen mit Hilfe des der Zerlegung durch Adsorption zu unterwerfenden Gasgemisches die bei der Entgasung erforderliche Verdampfungs- bzw. genauer Desorptionswärme aufzubringen, da unter solchen Umständen diese Wärmequelle durch die spezifische Wärme des Gasgemisches gegeben und entsprechend eng begrenzt ist, wie schon oben ausgeführt wurde. Eine vollständige Wärmeökonomie kann nur gemäß dem Vorschlag der Erfindung erzielt werden, indem man entweder Beladung und Desorption in unmittelbar benachbarten Räumen mit Wärme durchlässigen Zwischenwänden oder unter Vermittlung des Wärmeaustausches durch ein umlaufendes Hilfsmedium vornimmt.
  • Die schlechte Wärmeleitfähigkeit der bekannten Adsorptionsmittel erschwert den unmittelbaren Austausch der Wärmen. Erfindungsgemäß wird diese Schwierigkeit durch geeignete Ausbildung der Behälterform überwunden. Als einfachste Ausführungsform hat sich die in der Zeichnung im waagerechten Schnitt dargestellte erwiesen, bei der ein Behälter von rechteckigem Grundriß, nach außen gegen Wärmeabgabe isoliert, zwei durch eine vielfach hin und her geführte, gut wärmedurchlässige, zugleich genügend druckfeste Scheidewand getrennte Kammern in sich vereinigt, die wechselweise als Beladungs-und Austreibungskammer benutzt werden.
  • Durch diese Anordnung wird das Adsorptionsmittel jeder Kammer in Schichten von geringer Dicke und großer Oberfläche zerlegt, wodurch Wärmeleitung und d Wärmeaustausch sehr erleichtert werden. Durch Verwendung gewellter oder mit Rippen versehener Bleche für die Scheidewand können austauschende Oberfläche und Druckfestigkeit weiter gesteigert werden.
  • Beispielsweise kann das in dem Patent 472 399 geschilderte Verfahren zur Gewinnung konzentrierter Essigsäure gemäß der Erfindung derart durchgeführt werden, daß die wässerige Essigsäure unter einem Druck von 5 bis 6 at verdampft und der Dampf mäßig überhitzt der Kammer 1 des oben beschriebenen Behälters zugeführt wird, so daß in ihr mindestens I750 gemessen werden.
  • Gleichzeitig wird Athylacetat in der laufend erforderlichen Menge unter Atmosphärendruck verdampft und der überhitzte Dampf der Kammer II zugeführt, in der gegen I750 herrschen. Der Esterdampf tritt aus II zusammen mit der konzentrierten Essigsäure aus; das Dampfgemisch kann in einer geeigneten Kolonne kontinuierlich getrennt werden.
  • Der beträchtliche Wärmeinhalt des aus I abgehenden fast säurefreien Dampfes deckt leicht den ganzen Wärmebedarf bei der Esterverdampfung und -rückgewinnung, der Rest wird zur Anwärmung der dem Druckverdampfer zugeführten frischen Essigsäure verwendet. Die Gewinnung des vom Dampf mitgeführten Esters, der in Kammer 1 von der vorhergehenden Austreibung hinterblieben war, kann nebenher kontinuierlich und unter Ausnutzen des Dampfes selbst als Wärmequelle erfolgen. In der zweiten Hälfte der Beladungsperiode wird der Estergehalt des aus I abgehenden Dampfes so gering, daß eine Rückgewinnung nicht mehr in Betracht kommt; andererseits kann nun etwas nicht adsorbierte Essigsäure im Dampf auftreten, die man zweckmäßig durch Zwischenschaltung eines kleinen Hilfsfilters mit demselben Adsorptionsmittel gewinnt. Nachdem Beladung in I und Austreibung in II vollendet sind, werden die Ventile umgestellt, und es wird aus I die konzentrierte Säure durch Ester ausgetrieben, II mit Essigsäure beladen.
  • Mäßige Überhitzung der Dämpfe von Essigsäure und Ester über die Behältertemperatur von I750 ist erforderlich, um den Wärmeverlust des Behälters nach außen zu decken; bei guter Isolierung bleibt sie indes von ganz untergeordneter Größe.
  • Schließlich zeigt dieses Beispiel noch einen weiteren Vorteil des Druckgefälles zwischen Beladungs- und Austreibungsseite: es wird gleichzeitig damit ein Temperaturgefälle zwischen Beladungsdampfgemisch (5 at) und Austreibdämpfen (tat) gesc-haffen, das weitere wärmespendende Austauschmaßnahmen ermöglicht.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Gewinnung einzelner Bestandteile aus Gas oder Dampfgemischen mittels großoberflächiger Stoffe unter Wiederverwendung der bei der Adsorption frei werdenden Wärme zum Wiederaustreiben der adsorbierten Stoffe aus den Adsorptionsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß in dem den Wärmeaustausch bewerkstelligen den umlaufenden gas- oder dampfförmigen Medium oder zwischen den im Zustand des Beladens und im Zustand des Austreibens befindlichen Kammern ein Druckgefälle aufrechterhalten wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I unter Aufrechterhaltung eines Druckgefälles zwischen den Kammern selber, dadurch gekennzeichnet, daß die Adsorption bei mindestens ebenso hoher Temperatur wie die Austreibung durchgeführt wird, so daß die Wärmeausnutzung durch direkten Wärmeaustausch zwischen der jeweiligen Adsorptions- und Austreihungskammer erfolgen kann.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Wärmeaustausch zwischen Beladungs- und Austreibungskammer an einer beiden gemeinsamen Zwischenwand von großer Oberfläche vollzieht, die zugleich das Adsorptionsmittel beider Kammern in dünne Schichten unterteilt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch I und 2, gekennzeichnet durch die Verwendung solcher Austreibmittel, die trotz niedrigen Siedepunktes von dem angewendeten Adsorptionsmittel verhältnismäßig gut adsorbiert werden.
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