DE533451C - Verfahren zur Herstellung von Linoxyn - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Linoxyn

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DE533451C DESCH76464D DESC076464D DE533451C DE 533451 C DE533451 C DE 533451C DE SCH76464 D DESCH76464 D DE SCH76464D DE SC076464 D DESC076464 D DE SC076464D DE 533451 C DE533451 C DE 533451C
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  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Linoxyn Die Linoleumindustrie gebraucht als Ausgangskörper zur Herstellung des Linoleumzementes das Linoxyn.
  • Linoxyn ist festes, polymerisiertes und oxydiertes Leinöl, dessen Jodzahl durch den Prozeß der Polymerisation und Oxydation von 186 bis auf 3o bis 4o herabsinkt.
  • Im wesentlichen verbraucht die Linoleumindustrie Walton-Linoxyn, da dies qualitativ viel bessere Ware gibt als Taylor-Linoxyn.
  • Das 4Valton-Linoxyn wird so hergestellt, daß Leinöl resp. mit i bis 2'/" Bleiglätte hergestellter dünner Firnis in den Oxydierhäusern auf Tücher gerieselt und der Raum auf einer Temperatur von 4o bis 6o° C gehalten wird. Die Flutung geschieht in 24 Stunden zwei- bis dreimal, und nach 6 bis 8 Monaten ist die Linoxynschicht dann etwa 2 cm stark geworden und gebrauchsfertig. Dies allgemein übliche Verfahren liefert ein gutes Linoxyn, kostet aber viel Zeit und Geld durch Kapitalinvestierung und Zinsverluste.
  • Das Taylor-Linoxyn wird durch Schnelloxydation hergestellt, indem der dünne Bleifirnis mit Luft bei iao bis a40° geblasen wird. Die trommelartigen Apparate sind doppelwandig und mit Dampf indirekt heizbar. Das Öl wird auf Temperaturen von i 2o bis i 5o° C gebracht und dann mit Luft geblasen, wobei durch die Oxydation Selbsterhitzung eintritt und durch Regulierung des Luftzutrittes die Temperatur beliebig geregelt werden kann. In den Trommeln, welche sich von der Stirnwand aus öffnen lassen, befindet sich einRührwerk, welches in Funktion tritt, wenn das dicker und dicker werdende Z51 dem Luftdurchtritt Widerstand zu leisten beginnt. Das Taylor-Linoxyn, ein gelbbrauner, elastischer Körper, erreicht qualitativ nicht das Walton-Linoxyn, da bei der Herstellung desselben durch Oxydation und Polymerisation die Glyceringruppe des Leinöls zerstört wird und in den Abgasen als Akrylsäure u. dgl. niederen Säuren verlorengeht.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich nicht nur aus Firnissen, sondern auch aus blankem Leinöl vorzügliche Linoxyne mit großer Wetter-, Luft- und Kältebeständigkeit auf überraschend einfache Weise herstellen lassen und daß der Katalysator z. B. Bleiglätte oder Manganoxydhydrat oder harzsaure oder leinölsaure Salze des Mangans, Kobalts, Nickels, Bleis, Zinks, Aluminiums, Cadmiums u. dgl. Metallen lediglich die Löslichkeitsverhältnisse und Schmelzbarkeitsverhältnisse des hergestellten Linoxyns beeinflußt, sonst aber nach der gefundenen, überraschend einfachen Methode sich sowohl aus Leinöl als aus Firnissen vorzügliche Linoxyne bilden lassen. Die Arbeitsmethode geschieht in zwei Stufen, von denen die erste Stufe an sich bekannt ist. Reines Leinöl oder ein Leinölfirnis, der bei etwa 25o° Zusatztemperatur des Katalysators und kurzem zwei- bis dreistündigen Halten auf dieser Temperatur hergestellt ist, werden in heizbaren und kippbaren Schalen oder Trögen mit kalter oder warmer Luft bei i 2o bis 24o ° geblasen, wobei das Fertigprodukt um so' heller ausfällt, je niedriger die Temperatur ist und je unangreifbarer ferner das Blasegefäß in bezug auf die Fettsäuren sich verhält. Aluminiumgefäße liefern die hellsten durch Blasen hergestellten oxydierten Öle.
  • Das geblasene, nähfeste, glänzende Produkt, gleichgültig ob es aus Leinöl oder Firnis hergestellt wurde, ist, wenn bei i2o° Kessel- und Lufttemperatur gearbeitet wird, ein fester, zäher, klebiger Körper von gelbbrauner, öligglänzender Beschaffenheit, der schließlich keine Luft mehr durchläßt und eine Jodzahl von etwa der Hälfte der Leinöl-Jodzahl aufweist. Temperaturerhöhung führt höchstens zu dunkleren Produkten, aber eine weitere Oxydation tritt nicht ein. Der Blaseprozeß" bzw. die Oxydationsstufe durch denselben ist eine umgrenzte, die sich nicht weiter steigern läßt. Bläst man z. B: Leinöl in einem doppelwandigen Aluminiumkessel, der indirekt auf i20° C geheizt ist mit auf i2o° C erhitzter Luft, so steigert sich die Temperatur, wenn Luftbremsung oder Luftkühlung nicht angewandt wird, von selbst höher und höher, um bei etwa 270° C die Höchsttemperatur zu erfahren, bei der das Öl dunkelgelbbraun und dick geworden ist, um dann wieder bei der gleichen-Luft- -und Kesseltemperatur abzufallen auf i2o° C und ein braungelbes, festes, oxydiertes Öl zu hinterlassen von der ungefähren Jodzahl go. Arbeitet man durch Luftbremsung, Kaltluft oder Kesselkühlung während des Prozesses nur mit ioo bis i2o°, so erhält man ein etwas helleres Produkt, welches im übrigen die Eigenschaften des vorigen hat und einen nähfesten, klebigen Körper darstellt. -Weiter läßt sich durch Blasen der Oxydationsprozeß - des Leinöls- -oder eines oxydablen festen Öles mit ungesättigten Gruppen -CH== CH- oder= C - C -nicht treiben, da der entstandene nähfeste, klebige Körper die Luft -nicht mehr durchläßt und eine weitere Oxydation nicht gestattet.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich diese halboxydierten Linoxyne durch einen zweiten Prozeß in überraschend einfacher Weise weiter oxydieren und verbessern lassen.
  • Dieser zweite Prbzeß besteht einfach darin, daß die geblasenen, nähfesten, klebigen Produkte in heiz- und kühlbaren hochschaufligen Knetmaschinen, die z. B. nach dem System Werner & Pfleiderer gebaut sind, gelrnetet werden, wobei der Prozeß in bezug auf Dauer und Endprodukt lediglich von der Temperatur abhängt. Die Knetschaufeln würgen und pressen Luft in die geknetete Masse und oxydieren diese weiter und weiter, wobei die geblasenen Produkte ihren Glanz verlieren und stumpf werden und sich ihre Farbe vom Gelbbraun immer 'mehr und mehr zum hellen Gelbweiß aufhellt, wie dies beifolgende Proben zeigen. Man entleert das geblasene und geknetete, oxydierte Öl aus der Knetmaschine zweckmäßig im orangegelben bis hellgelben Zustande, ehe es vollkommen krümlig wird, und breitet das Produkt auf Blechen zur Kühlung flach aus. Das Produkt stellt dann einen hellorangegelben bis weißgelben Körper dar, der in seinen Eigenschaften das Walton-Linoxyn insofern weit übertrifft, als die daraus hergestellten Produkte sehr kältebeständig sind und bei Temperaturen von minus io bis i5° noch nicht brechen, wobei der Katalysator allerdings eine Rolle zu spielen scheint.
  • Treibt man den Knetprozeß _ zu lange oder bei zu hoher Temperatur (über ioo bis i2o° C), so entwickeln sich stechende, die Augen stark reizende Dämpfe von niederen Säuren, das Produkt wird pulvrig, heller und heller, fast weiß, und kommt es dann nicht zur Kühlung und Ausbreitung, so verkohlt es unter Wärmeentwicklung in sich selber.
  • Das Einkneten der Luft in geblasenes Öl oder geblasenen Firnis vollzieht sich langsam auch in der Kälte, d. h. in kalten, ungeheizten Knetmaschinen, wobei- eine Selbsterhitzung eintritt. Durch die Heiz- und Kühlvorrichtung der Knetmaschinen hat man die Leitung des Prozesses ganz fest in Händen und kann den Prozeß unterbrechen; wenn das Produkt die erfahrungsgemäß günstigsten Eigenschaften angenommen hat.
  • Je nach der Wahl des Katalysators kann die Eigenschaft des Linoxyns außerdem den verschiedenen Zwecken angepaßt werden.
  • Das Linoxyn läßt sich in. üblicher Weise oder direkt in der Knetmaschine mit Harzen oder Kopalen auf Linoleumzement verarbeiten.
  • Es ist bekannt, Walton- und Taylor-Linoxyn mit geschmolzenem Harz und Kopal unter Hitze und Rührbewegung zu Linoleumzement zu verschmelzen und die Schmelze in Blechkästen abzulassen, in denen sie nachgereift und aufbewahrt wird.
  • Dieser Prozeß geht vor sich durch Zurückgleiten des Oxydationszustandes desLinoxyns, indem dasselbe aus seinen Peroxy dgruppen Sauerstoff an die Harzsäuren überträgt und diese in Oxyharzsäuren verwandelt. Dabei geht das gallertartige, festigkeitslose Linoxyn in zähen, gummiartigen Linoleumzement über.
  • Die nach der Erfindung hergestellten Knetlinoxyne oder Knetmischlinoxyne, d. h. die linoxynähnlichen Stoffe, welche neben Leinöl noch andere Öle mit urigesättigten Gruppen enthalten bzw. deren Oxydationsprodukte, können in gleicher Weise und Apparaturen wie Walton- und Taylor-Linoxyn mit Harz und Kopal zu Linoleumzement verschmolzen werden. Wenn die Knetmaschine bis auf die zur Zementbildung nötige Temperatur heizbar ist, kann man aber auch dem fertigen Knetlinoxyn in der Knetmaschine Harz und Kopal im Schmelzfluß zusetzen und unter erhöhter Temperatur das fertige Knetlinoxyn auf Linoleumzement in bekannter Weise verschmelzen und verkneten.
  • Neben Leinöl lassen sich auf demselben Wege auch andere öle, welche ungesättigte Gruppen enthalten, auf zähfeste, linoxynartige, polymerisierte und oxydierte Körper verarbeiten, .z. B. Holzöl, Heveaöl, Perillaöl, Sonnenblumenöl, Nußöl usw.
  • Es lassen sich auch Gemische der Öle untereinander oder mit Leinöl in feste, elastische Körper umwandeln. Schließlich lassen sich auch nicht trocknende Öle mit ungesättigten Gruppen, wie z. B. Rizinusöl, in Gemischen mit Leinöl, Holzöl u. dgl. trocknenden Ölen zusammenblasen und kneten und in feste, elastische Körper überführen, obgleich solche Öle, wie z. B. Rizinusöl, an sich beim vieltägigen Blasen nur dickflüssige Öle ergeben. Es scheint also, daß durch den Blase- und Knetprozeß eine Verkupplung von nicht trocknenden ölen mit ungesättigten Gruppen, wie z. B. Rizinusöl, mit trocknenden Ölen mit ungesättigten Gruppen, wie z. B. Leinöl oder Holzöl, eintritt, und -zwar mittels der ungesättigten Gruppen.
  • Mischlinoxyne, die neben Leinöl z. B. Rizinusöl enthalten, sind elastischer als Leinöllinoxyne,undbeimVerarbeiten der Lirioxyne mit Harz und Kopal zu Linoleumzement geben die Mischlinoxyne aus z. B. Leinöl und Rizinusöl einen elastischeren Linoleumzement als Leinöllinoxyne. Unter linoxynähnlichen Stoffen sind die Mischlinoxyne oder Mischknetlinoxyne gemeint, die z. B. neben Leinöl auch Rizinusöl enthalten, also neben oxydierter Linol- und Linolensäure noch oxydierte Rizinolsäure.
  • Auf diese Weise hat man es auch in der Hand, Linoxyn- oder Linoleumzemente von beliebiger Elastizität herzustellen, indem man den ungesättigten trocknenden Ölen beim Blase- und Knetprozeß nicht trocknende Öle mit ungesättigten Gruppen, z. B. Rizinusöl, zufügt.
  • Je nachdem, ob man die blanken öle bläst und knetet oder in die öle vor dem Blasen und Kneten oder während des Blasens und Knetens einen Katalysator bringt, hat man es außerdem in der Hand, das Endprodukt in bezug auf seine Kältebeständigkeit, seine Schmelzbarkeit und seine Löslichkeit in verschiedenen Lösungsmitteln beliebig zit beeinflussen, und zwar hat sich gezeigt, daß, wenn man Bleiglätte als Katalysator wählt, man zu spirituslöslichen, schmelzbaren, festen Produkten kommt, während Manganfirnisse oder reine öle bei dem Blase- und Knetprozeß zu spritunlöslichen und unschmelzbaren Produkten führen.
  • Wie schon erwähnt, bilden sich beim Knetprozeß, je nachdem, bei welcher Temperatur derselbe vollzogen wird, geringere oder größere Mengen von stechend riechenden, augenreizenden, niederen Säuren, und je niedriger die Temperatur ist, desto weniger treten diese Zersetzungsprodukte auf, deren Bildung außerdem noch von der Wahl des Katalysators abhängt. Nach den bisherigen Erfahrungen bildet ein mit i bis 3 °/o Bleiglätte hergestellter dünnerFirnis, bei niedriger Temperatur geblasen und geknetet, . die wenigsten Zersetzungsprodukte und Gase.
  • Um dieser Bildung zersetzender Gase und Produkte entgegenzuwirken, welche vorwiegenderweise saurer Natur sind, kann man den zu blasenden und knetenden Ölen auch geringe Mengen % bis 5 °/o Basen zufügen, und hat sich gezeigt, daß sich zu diesem Zwecke besonders organische Basen eignen, wie z. B. Amine und Amide (NH- oder NH,-Gruppen führende Körper), wie z. B. Anilin, Toluidin, Xylidin, Naphthylamin, Harnstoff, Tioharnstoff u. dgl. Produkte.
  • Der Zusatz dieser Körper verlangsamt den Blas- und Knetprozeß zwar wesentlich, aber er ergibt ein kältebeständigeres und neutraleres Endprodukt.
  • Will man die Farbe der hergestellten Endprodukte in bezug auf Helligkeit beeinflussen, so hat man es in der Hand, den zu blasenden Ölen oder Ölgemischen auf Bleichung wirkende Körper in geringen Mengen zuzusetzen, wie z. B. anorganische und organische Peroxyde, Perborate, Chlorschwefel in geringen Mengen u. dgl. Stoffe mehr.
  • Es hat sich ferner auch gezeigt, daß die Helligkeit des Endproduktes abhängt von dem Charakter der angewandten zu blasenden und zu knetenden Öle, und daß diese Helligkeit um so größer ist, je weniger Schleim-und Eiweißteilchen die zu blasenden Öle enthalten. Daher ist es angebracht, die zu blasenden und zu knetenden Öle vor dem Prozeß in zweckentsprechender Weise zu entflocken, d. b. von ihren Schleim- und Eiweißsubstanzen zu befreien.
  • Je nach der Menge trocknender Öle mit ungesättigten Gruppen und nichttrocknender Öle mit ungesättigten Gruppen, wie z. B. Rizinusöl, welche zusammengeblasen und geknetet werden, hat man es in der Hand, durch die Temperatur des Prozesses und den gewählten Katalysator dem Endprodukt jede beliebige Eigenschaft zu geben und das Endprodukt seinen Verbrauchszwecken anzupassen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCFIE: I. Verfahren . zur Herstellung von Linoxyn odervon linoxynähnlichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß das in an sich bekannter Weise aus trocknenden Ölen oder deren Mischungen mit Ölen der Oxyölsäurereihe hergestellte zähdicke, geblasene und gerührte Öl zur Verfestigung bzw. zwecks Vervollständigung der Oxydation noch einem Knetprozeß in Knetmaschinen bekannter Art, vorteilhaft in hochschaufligen Knetmaschinen, unter Luftzutritt unterworfen wird, wodurch die bisher übliche Reifelagerung (des Zementes) vermieden werden kann.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man den zu blasenden und knetenden Ölen vor oder während des Blase- und Knetprozesses echte Bleichmittel zusetzt oder die Bleichung befördernde Produkte, wie z. B. Chlorschwefel u. dgl. Körper.
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