DE529962C - Verfahren zum Ausbessern von Kleider- u. dgl. Stoffen und sonstigen Geweben - Google Patents
Verfahren zum Ausbessern von Kleider- u. dgl. Stoffen und sonstigen GewebenInfo
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Description
- Verfahren zum Ausbessern von Kleider- u. dgl. Stoffen und sonstigen Geweben Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausbessern von Kleider- u. dgl. Stoffen, durch das erreicht wird, daß die ausgebesserte Stelle selbst dem geübten Auge des Fachmanns kaum mehr erkennbar ist. Mit den bisher üblichen Verfahren, dem sogenannten Kunststopfen oder Einnähen durch besondere Saumbildung, kann dies nicht erreicht werden, da die Trennungsfugen selbst bei sorgfältigster Arbeit sichtbar bleiben, während sie bei dem Verfahren nach der Erfindung so gut wie verschwinden. Nach der Erfindung sind die Stoffränder stumpf aneinandergeklebt und die Flächen der miteinander verbundenen Stoffteile liegen genau bündig. Das Verfahren gemäß der Erfindung besteht im besonderen darin, daß die Lochwandung des auszubessernden Stoffes und die Außenwandung des genau in das Loch eingepaßten Stoffstückes durch ein Klebemittel steif und faserfrei gemacht werden und dann die sich stumpf berührenden Schnittflächen durch Einführen von Klebstoff in die Trennfuge und Aufbringen einer über der Trennfuge zu verstreichenden dünnen Klebstoffschicht miteinander innig verbunden werden.
- Eine Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung ist beispielsweise folgende Die Umgebung eines Brand- oder Mottenloches a im Stoff b (Abb. r) wird zunächst mit einem verdünnten Klebemittel auf der linken Seite des Stoffes bestrichen, zum Zweck, den Stoff an dieser Stelle zu versteifen, wodurch es möglich ist, ein rundes oder viereckiges, größeres Loch c auszustanzen oder auszuschneiden, dessen Ränder verhältnismäßig scharf und vor allem faserfrei sind, ein Ausfransen des Stoffes an der Lochwandung also vermieden wird. Ein Ausbesserungsstoffstück d (Abb. z) wird ebenfalls in der Randgegend der geplanten Schnittfläche mit dem Klebemittel behandelt und aus ihm wird, genau der Größe und Form des Loches c entsprechend, ein Stoffstück e ausgestanzt oder ausgeschnitten. Selbstverständlich muß beim Ausstanzen des Stoffstückes e aus dem gleichen Stoff der Musterung genau Rechnung getragen werden (vgl. die Musterung des Stoffes in der Zeichnung). Das ausgestanzte Stoffstück e wird nun in das Loch c genau eingepaßt und der Stoff mit der rechten Seite nach unten gelegt, wie dies aus Abb. 3 im Querschnitt hervorgeht. Mittels einer Nadel f oder eines sonst geeigneten Werkzeugs -wird verdünnte Klebeflüssigkeit in die praktisch nicht vorhandene Trennfuge eingelassen oder eingedrückt, wodurch das Klebemittel die klebstoffhaltigen Ränder g, lt der Stoffteile b und e, also die Schnitt- oder Stanzflächen miteinander innig verbindet. Dabei ist darauf zu achten, daß die Klebeflüssigkeit nicht die ganze Stoffdicke durchtränkt, damit auf der rechten Stoffseite keine Flecken oder Ränder entstehen. Als Klebemittel wird ein Mittel benutzt, das das chemische Reinigen, Waschen und Dämpfen zuläßt, also wasserunlöslich ist. Nachdem das Stoffstück e auf diese Weise mit dem Stoff b verbunden ist,-wird auf die Schnittfugen eine dünne Schicht i dieses Klebemittels in Sfireif_e_nform aufgetragen, glatt gestrichen und, nachdem diese getrocknet ist, die Ausbesserungsstelle mittels eines Bügeleisens unter Auflegen eines. feuchten Lappens auf der rechten Stoffseite gedämpft und gebügelt. Schließlich wird auf der linken Stoffseite ein Schutzfleck k zur Verstärkung mittels sogenannten Hexenstiches aufgenäht.
- Das Verfahren läßt sich natürlich auch da anwenden, wo es sich um die Verbindung der Stoffkanten eines Risses im Stoff, also nicht um das Einsetzen eines Stoffteiles handelt. Das Verfahren eignet sich für Stoffe aller Art, wie Cheviot, Buckskin, Kammgarn, Tuche und sonstige Gewebe, sofern diese eine bestimmte Stärke haben, um faserfreie Ränder bilden zu können.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Ausbessern von Kleider- u. dgl. Stoffen und sonstigen Geweben, dadurch gekennzeichnet, daß die zu vereinigenden Stoffränder steif gemacht und stumpf aneinandergeklebt werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die geplanten Schnittstellen (g, h) des auszubessernden Stoffes (b) und' des einzusetzenden Stoffstückes (e) durch ein Klebe- o. dgl. Mittel steif und faserfrei gemacht, dann die Stoffe entsprechend ausgestanzt oder ausgeschnitten und hierauf die Schnittflächen der genau zusammengepaßten, bündig liegenden Stoffteile (b, e) durch Einführen eines Klebstoffes in die Trennfuge (g, h) und Aufbringen einer über der Trennfuge zu verstreichenden Klebstoffschicht innig miteinander verbunden werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Herstellung der stumpfen Stoßverbindung der Stoffränder (g, h) und nach dem Aufbringen einer zusätzlichen Klebstoff schicht über den verbundenen Schnittflächen die Ausbesserungsstelle gedämpft und auf der linken Seite des Stoffes ein Verstärkungsfleck (k) aufgenäht wird.
Priority Applications (1)
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1929
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