DE528633C - Vorrichtung zur Herstellung mikrophotographischer Aufnahmen - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung mikrophotographischer AufnahmenInfo
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Description
Bei den meisten mikrophotographischen Einrichtungen steht sowohl das Mikroskop
als auch die Mikroskopierlampe auf der nämlichen Grundfläche, wobei die Mikroskopierlampe
auch in einer zu dieser Grundfläche festen optischen Bank beweglich sein kann. Eine zweite optische Bank (Tragsäule) für
die Aufnahmekamera steht entweder ein für allemal senkrecht zur Grundfläche, so daß nur
ίο vertikaler Einblick ins Mikroskop möglich ist, oder, wenn subjektiv mit geneigtem Mikroskop
gearbeitet werden soll, so wird die Neigung durch die Umlegevorrichtung des Mikroskops
vorgenommen,- worauf für die ρ hot ο graphische Aufnahme die optische Bank
(Tragsäule) für die Aufnahmekamera wieder parallel zur Tubusachse des Mikroskops
nachgeneigt wird. Ein zwangsläufiger Parallelismus zwischen Tragsäule der Kamera
ao und Tubusachse des Mikroskops besteht somit nicht.
Den wesentlichen Unterschied der Erfindung gegenüber dem bereits Bekannten
gibt die Abb. ι schematisch wieder. In dieas ser ist P1 die optische Bank für die Mikroskopierlampe
Z1, welche aus der Glühlampe G und der Beleuchtungslinse L besteht, die, wie
üblich, horizontal verschiebbar und der Höhe nach verstellbar angeordnet sind. Um die
Achse N gegen diese erste optische Bank ver- 3<> kippbar und mit dem Hebel H festklemmbar
ist eine zweite optische BankP2, welche das aus
Tubus M, Objekttisch O, Abbeschem Beleuchtungsapparat
A und Spiegel S bestehende Mikroskop J2 sowie die Aufnahmekamera K
in der Weise trägt, daß die optische Achse des Mikroskoptubusses M und der Aufnahmekamera
K bei allen Verkippungen der beiden optischen Bänke P1 und P2 stets parallel zueinander
bleiben. Die Kamera K. ist, wie üblich, in einem Arm X um eine auf der optischen
Bank P2 verschiebbare Klemme Y schwenkbar. Die Klemme Y ist mit zwei Anschlägen
für den Schwenkungswinkel der Arbeits- bzw. Ruhestellung versehen. Der Vorteil
dieser Anordnung beruht also darin, daß man die subjektive Einstellung bei günstiger
Verkippung der optischen Bank P2 betätigt, und daß beim Übergang zur Aufnahme der
Parallelismus von Kameraachse und Tubusachse des Mikroskops stets allem schon durch
die Anordnung der Vorrichtung gegeben ist. Dabei kann für die Verkippung der beiden
Bänke ein verstellbarer Anschlag vorgesehen sein (in der Abbildung weggelassen).
Bekannt sind auch sogenannte Aufsatz-
*j Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Frit\ Skell in München.
kameras, nämlich Kameras, welche auf dem Tubus des Mikroskops befestigt werden können.
Hierbei ist zwar die Forderung erfüllt, daß Kameraachse und Tubusachse bei allen
Umlegungen des Mikroskops parallel bleiben. Die Aufsatzkameras tragen jedoch vor
allem den Nachteil in sich, daß sie starr mit dem Mikroskop verbunden sind und damit
der alten Grundforderung nach strenger Trennung von Mikroskop und Kamera direkt
widersprechen; zweitens belasten sie die Feineinstellung und geben somit Iceine Gewähr
für das unbedingte Halten der Bildschärfe; drittens liefern sie meistens allzu kleine BiI-der
und bedingen schon bei dem Format 9 X ϊ 2 einen allzu wackligen, hebelnden Aufbau.
Dieser Nachteil fällt bei der Erfindung weg, indem eine direkte Berührung von
Mikroskoptubus und Aufnahmekamera vermieden ist und der Zusammenhang zwischen beiden nur in der gemeinsamen optischen
Bank besteht, welche sich mit beliebiger Stabilität ausbilden läßt.
In Abb. 2 ist eine Ausführungsform der Erfindung angegeben. Hierbei ist die erste
optische Bank P1 als Grundbrett ausgebildet,
wobei der Fuß Q2 der Mikroskopierlampe J1
in einer auf dem Grundbrett P1 angebrachten Führung R gleitet. Durch Festklemmen der
Mikroskopierlampe in der 'einmal ausprobierten Stellung wird der Vorteil gegenüber den
frei aufgestellten Lampen erreicht, daß die immerhin zeitraubende Einstellung, die sonst
leicht durch Erschütterungen infolge vorüberfahrender Wagen, durch Aufräumungsarbeiten
u. dgl. gefährdet wird, unverändert bleibt.
Die zweite optische BankP2 ist nicht unmittelbar
um das Grundbrett P1 kippbar, sondern ihrerseits auf einem Stirnbrett T befestigt,
welches wiederum um die Achse N gegen das Grundbrett P1 (erste optische Bank) verldppbar
ist, und welches zugleich als Standfläche für den darauf festklemmbaren Fuß/7 des Mikroskops
J2 dient, dessen Tubus M also im Fuß F
bei allen Arbeiten nicht umgelegt zu werden braucht. Auf diese Weise wird der Nachteil
der Umlegevorrichtungen der Mikroskope vermieden, welcher darin besteht, daß sie
sich mit der Zeit und häufigem Gebrauch ausleiern und das sichere Halten in irgendeiner
Schrägstellung nicht mehr absolut gewährleisten, auch wenn ein vorhandener Klemmhebel immer fester angezogen wird.
Zudem, ist infolge einer an diesem Gelenk fehlenden Graduierung der jeweils benutzte
Neigungswinkel wieder schwer zu finden. Durch die in der Erfindung gekennzeichnete
Anordnung kann also auf die Umlegevorrichtung des Mikroskops verzichtet werden. Die
günstigste Schrägstellung des ganzen Mikroskops wird durch den Arm B mit dem Klemmhebel//
gesichert, der bis zu einem regulierbaren Anschlag C verschoben werden kann.
Durch diese Einrichtung ist der Vorteil erreicht, daß das Mikroskop vom Sitzen aus
in der bequemsten Weise bedient werden kann, wobei der anstrengende und aus physiologischen
Gründen keine genügende Definitionsfähigkeit garantierende Vertikaleinblick in das Mikroskop vermieden bleibt, und daß
die einmal im Verhältnis zur Tischhöhe, Stuhlhöhe und Beobachtergröße erprobte Schrägstellung ohne mühsame Neujustierung
stets sofort mit Sicherheit wieder hergestellt werden kann.
Das Stirnbrett T besitzt eine Aussparung U1U2, durch welche das von der Mikroskopierlampe
J1 kommende Licht auf den Spiegel 5 des Mikroskops J2 fallen kann. Der
ausgesparte Klotz U ist auf dem Grundbrett P1 in der Weise befestigt, daß er beim
Niederlegen von Y auf P1 in die Aussparung
U1U2 des Stirnbrettes T paßt, so daß bei
Außergebrauchsteilung der ganzen Vorrichtung die Standfläche T für das Mikroskop
bündig und nach Aufsetzen einer Glasglocke W auf das Mikroskop wieder Staubdichtigkeit
erzielt wird.
Die aus Beleuchtungslinse L und Glühlampe G bestehende Mikroskopierlampe Z1 ist
in einem um die Achse V kippbaren Fuß Q1 Q2 auf einem Träger JDi verschiebbar angeordnet,
wobei der Fußteil Q2 auf einer Führung R des Grundbrettes P1 gleitet. Andernteils
sind Beleuchtungslinse L und Glühlampe G gegeneinander nach drei Richtungen
des Raumes verstellbar, indem sie einander genähert oder voneinander entfernt und· der
Höhe nach verschiebbar eingestellt werden ίσο können, und die Lampe C? außerdem um ihren
vertikalen Träger quer geschwenkt werden kann. Durch die angegebenen Verstellbarkeiten
wird gegenüber den bekannten Ausführungsformen der doppelte Vorteil erreicht, daß Glühlampen von den kleinen Niedervoltlampen
bis zu Punktlicht- und Projektionsnitralampen
verwendet und daß das Licht für Mikroskopstative von beliebiger Höhe zentriert werden kann.
Die nötige Feineinstellung E für die Höhe ist am Träger der Glühlampe G angebracht.
Nach der Koehlerschen Beleuchtungsmethode soll zunächst die Öffnung der Beleuchtungslinse L (Gesichtsfeldblende) zur Mitte des
subjektiven mikroskopischen Gesichtsfeldes einzentriert und mittels des Abbeschen Beleuchtungsapparates
A auf die Objektebene O scharf eingestellt werden, worauf die Glühlampe
so zu zentrieren ist, daß sich die Lampenfäden auf der Blende des Abbeschen Beleuchtungsapparates abbilden. Die Ver-
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legung der Feineinstellung in den Lampen träger ist dabei vorteilhafter, da bei Verlegung
in den Beleuchtungslinsenträger die Erfüllung der erstgenannten Forderung durch die nachträgliche Feineinstellung der Beleuchtungslinse
wieder gefährdet würde. Durch die Feineinstellung des Lampenträgers ist also gegenüber den bekannten Aueführungsformen
die rasche und bequeme Erfüllung der Koehlerschen Beleuchtungsforderungen erleichtert.
Zur Verminderung von zu starker Erwärmung wird kein geschlossenes Lampengehäuse
verwendet, sondern das streuende Licht nur durch einen an der Beleuchtungslinse L angebrachten
(in der Abbildung nicht gezeichneten) Blendschirm abgefangen. Außerdem kann über die ganze Mikroskopierlampe eine
Lichtschutzhaube gestellt werden, welche ohne ao direkte Berührung mit der Mikroskopierlampe
auf dem Grundbrett aufsteht. Auf diese Weise wird vollständig genügende Lichtabdichtung
erzielt, ohne daß zu starke Erwärmung die Lebensdauer der Lampe verkürzt oder die Handhabung der Griffe für
eine richtige Zentrierung zur Unmöglichkeit macht.
Die Entfernung der Tragsäule P2 vom
Mikroskop J2 ist so groß bemessen und die
Kamera kann in ihrem Träger X so weit verschoben werden, daß sowohl das Mikroskop außer Gebrauch mit einer Glasglocke W
bedeckt als auch binokulare Okularaufsätze verwendet werden können, wobei die Kameraachse
in die Verlängerung der Achse des verwendeten Okulars zu liegen kommt. Zu
diesem Zweck sind im Träger X zwei zueinander senkrechte Verschiebungsmöglichkeiten
(in der Abbildung ist nur eine hiervon gezeichnet) vorgesehen, so daß die Kamera .^
in zwei Richtungen senkrecht zur Tragsäule P2 verschoben werden kann. Die bisher bekannten
mikrophotographischen Vorrichtungen entbehren dieser beiden Vorteile. Zur bequemen Betrachtung des Mattscheibenbildes
vom Sitz aus ist ein geneigter und seitlich abgeblendeter Spiegel Z über der Mattscheibe angebracht, der beim Übergang
zur Aufnahme oder Lupeneinstellung seitlich vveggeklappt werden kann.
Claims (9)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zur Herstellung mikrophotographischer Aufnahmen, die aus zwei um eine gemeinsame Achse verkippbaren und gegeneinander festklemmbaren optischen Bänken besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Bank nur die Mikroskopierlampe, die andere das Mikroskop und die Aufnahmekamera trägt.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden optischen Bänke bis zu einem regelbaren Anschlag verkippbar sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Bank für die Mikroskopierlampe als Grundbrett (P1) ausgebildet ist, wobei der Fuß der Mikroskopierlampe in einer auf diesem Grundbrett angebrachten Führung giertet und in einer gewünschten Lage festklemmbar ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Bank für die Aufnahmekamera auf einem Stirnbrett (T) befestigt ist, welches zugleich als Standfläche für das Mikroskop dient, und daß Grundbrett und Stirnbrett um eine gemeinsame Achse (N) verkippbar sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stirnbrett eine Aussparung (U1U2) besitzt, die das von der Mikroskopierlampe kornmende Licht durchtreten läßt, und die beim Niederlegen des Stirnbretts auf das Grundbrett in den aus dem Stirnbrett ausgesparten und auf dem Grundbrett befestigten Klotz (U) paßt, so daß nach Aufsetzen einer Glasglocke wieder Staubdichtigkeit für das Mikroskop erzielbar ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikroskopierlampe in einem kippbaren Fuß der Länge nach verschiebbar angeordnet und daß die Feinjustierung der Höhenverstellung am Lampenträger angebracht ist.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch, gekennzeichnet, daß zur Vermeidung von zu starker Erwärmung unter Fortfall eines Lampengehäuses das zerstreute Licht nur durch einen an der Beleuchtungslinse angebrachten Blendschirm oder auch noch durch eine von der Mikroskopierlampe getrennte, auf dem Grundbrett aufsitzende Lichtschutzhaube abgefangen wird.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Bank für die Aufnahmekamera einen so großen Abstand von der Mikroskopachse besitzt, daß letzteres außer Gebrauch mit einer Glasglocke bedeckbar ist.
- 9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kamera in einem zu ihrer optischen Bank schwenkbaren Träger in zwei zueinander und zu der Tragsäule senkrechten Richtungen so verstellbar ist, daß auch bei binokularenAufsätzen die Kameraachse noch in der Verlängerung der Achse des verwendeten Okulars liegt.io. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Mattscheibe in an sich bekannter Weise ein geneigter Spiegel mit seitlichem Lichtschutz zur bequemen Beobachtung des Mattscheibenbildes wegklappbar angebracht ist.Hierzu ι Blatt ZeichnungenBERLIN. GEDRUCKT IN DER RSICHSDRtICKEKEl
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