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Vorrichtung zum Behandeln und Prüfen von Zündkerzen Gegenstand vorliegender
Erfindung ist eine Vorrichtung zum Behandeln und Prüfen von Zündkerzen verschiedener
Tv_ pen für Explosionsmotoren.
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Insbesondere bei Flugzeugmotoren handelt es sich darum, bei kurzem
Zwischenhalten im Flughafen die Zündkerzen auseinanderzunehmen, zu reinigen und
zu prüfen, «-as für den Piloten oder dessen Mechaniker bei den heute üblichen mehrmotorigen
Flugzeugen in Anbetracht der großen Anzahl Kerzen eine nicht unbedeutende Arbeit
darstellt. Dieselbe muß rasch erledigt werden, die Kerzen werden, oft ohne Bleibacken,
in einen gewöhnlichen Schraubstock eingespannt, mit irgendeinem mehr oder weniger
passenden gewöhnlichen Schraubenschlüssel auseinandergenommen, gereinigt, wieder
zusammengesetzt und entweder gar nicht oder lediglich mittels eines Kurbelinduktors
geprüft. Hierbei werden die Sechskantansätze der Kerzen zerkratzt und deren Kanten
verdorben, ein richtiges, festes Anziehen beim Wiederzusammensetzen der Kerzen ist
selten möglich, und auch die auf die genannte Weise vorgenommene Prüfung ist unzulänglich
und zeitraubend.
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Die genannten Übelstände werden nun mit der Vorrichtung gemäß der
Erfindung beseitigt durch ein ortsfest auf einem Sockel gelagertes Zentrierspannfutter
mit Sechskantöffnung zum Einspannen der Zündkerzen und einen neben dein Spannfutter
höhenverstellbar angelenkten Schwenkarm mit einem auf die Zündkerze abgedichtet
aufzusetzenden Prüfkopf finit Druckluftanschluß.
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Dank dieser Anordnung kann eine Zündkerze mit einem einzigen Griff
genau und fest eingespannt werden, so daß sie unverriickbar festsitzt, mittels eines
Steckschlüssels leicht auseinandergenommen und nach dem Reinigen wieder zusammengesetzt
werden und hierauf die Prüfung unter Druck erfolgen, was zur zuverlässigen Feststellung
des betriebsfähigen Zustandes unbedingt erforderlich ist.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
dargestellt, und zwar zeigt Fig. i eine Vorrichtung im senkrechten Schnitt; Fig.
2 zeigt einen Teilschnitt derselben mit dein Schwenkarm in Prüfstellung; Fig.3 und
.4 zeigen eine Draufsicht des Spannfutters, und zwar erstere in geöffnetem, letztere
in geschlossenem Zustande; Fig.5 zeigt in kleinerem Maßstab eine Draufsicht der
Vorrichtung und Fig. 6 in größerem Maßstabe eine Einzelheit hiervon.
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i ist der Sockel der Vorrichtung, welcher an der oberen Fläche eine
kreisrunde Erhöhung 1a für die Aufnahme des Spannfutters und eine kleinere Erhöhung
ih für die Lagerung des Schwenkarmes hat. Am unteren Rande hat der Sockel Befestigungslappen
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zum Anschrauben auf der @N7erkbank. In einer Öffnung der Erhöhung
i a ist eine Büchse 2 aus Isoliermaterial gelagert, die in den Spannfutterblock
3 hineinragt, welcher am äußeren Umfang ein großes Flachgewinde hat, in das ein
Spannring q. mit Innengewinde eingreift. Der Spannblock ist mittels Schrauben 8
am Sockel festgeschraubt. In Radialnuten des Spannblockes sind Spannbacken 6 gelagert,
welche am inneren Ende je einen Einschnitt mit unter i20° zueinander stehenden Flächen
und am äußeren Ende eine Kegelausschnittfläche haben, welche von einer parallelen
Kegelfläche des Spannringes übergriffen wird. In jeder Spannbacke ist eine Druckfeder
7 gelagert, welche sich an der Büchse 2 abstützt und die Spannbacke beim Offnen
nach außen drückt. Der Spannring hat am Umfang drei seitlich herausragende Spanngriffe
411 zum Öffnen und Schließen des Spannfutters. Wie Fig.3 zeigt, bilden die vorderen
Enden der Spannbacken einen Sechskant, welcher die Sechskantmutter einer eingespannten
Zündkerze allseitig und zentrisch umfaßt, und zwar kann die Größe der Mutter in
den Grenzen nach Fig. 3 und schwanken, von welchen erstere das Spannfutter in völlig
geöffnetem und letztere in völlig geschlossenem Zustande zeigt. Innerhalb dieser
Grenzen können die Sechskante der Kerzen mit allen vorkommenden Schlüsselweiten
eingespannt werden.
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In der Büchse 2, deren Lichtweite und Tiefe so groß ist, daß die Kerzen
auch mit den Elektroden nach unten eingespannt werden können, ist ein längsverschiebbarer
Metallbolzen 9 eingesetzt, welcher am oberen Ende eine abgestufte zentrale Bohrung
911 hat und sich so weit hinunterdrücken läßt, daß selbst die größte Kerze Platz
findet. Zwischen einem am oberen Ende des Bolzens befestigten Isolierbund 1o und
dem Boden der Büchse ist eine den Bolzen 9 umgebende Druckfeder i i eingelegt, welche
den letzteren nach oben drückt. Am unteren Ende ist die eine Zuleitung 5 eines Induktorenstromkreises
angeschlossen, während dessen andere Zuleitung direkt an die Masse des Sockels i
gelegt ist.
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Auf der Erhöhung iv ist unverdrehbar ein Zapfen i2 befestigt, auf
welchem der Schwenkarm 13 v erschwenkbar und verschiebbar gelagert ist. Zur
Begrenzung der Schwenkbewegung hat der Zapfen 12 eine Längsnut 1211, in welche eine
in die Nabe des Schwenkarmes eingeschraubte Stellschraube 2o hineinragt (Fig.6).
Zum Heben und Senken des Schwenkarmes ist auf einem Gewindeansatz i2U des Schwenkzapfens
i2 eine Mutter r9 aufgesetzt, welche mittels eines Bundringes mit dein Schwenkarm
verbunden ist und Handgriffe i911 hat. Am freien Ende des Schw enkarmes 13 sitzt
eine als Prüfkopf dienende Büchse 14 mit einem innen eingelegten Dichtungsring
15, welcher bei allen Kerzen- und Elektrodenformen abdichtet, und eine Glasscheibe
16, welche mittels eines Schraubnippels 17 dicht befestigt ist.
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Seitlich am Prüfkopf ist ein Anschlußstutzen i8 angesetzt, welcher
mittels Schlauches mit einer mit einem Reduzierventil ausgerüsteten Druckluftquelle
verbunden ist.
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Eine zu behandelnde Kerze K wird mit dem unteren Ende in die Bohrung
des Bolzens 9 gedrückt, wobei sie an irgendeiner Stelle Kontakt mit demselben macht,
gleichzeitig gegen Auskippen aus den Spannbacken gesichert ist, und hierauf der
Sechskants des Unterteils im Spannfutter eingespannt. Dann wird mittels eines auf
den Sechskant s passenden Steckschlüssels der Oberteil der Kerze abgeschraubt, die
Kerze gereinigt, hierauf der Oberteil wieder aufgeschraubt und der Elektrodenabstand
reguliert. Alsdann wird der Schwenkarm 1ß aus der in Fig. 5 strichpunktiert angegebenen
Lage in die in Fig. i strichpunktiert angegebene Lage verschwenkt und mittels der
Mutter i9 so weit abgesenkt, bis der Dichtungsring 15 des Prüfkopfes fest auf der
Zündkerze anliegt. Dann wird der Hahn des Stutzens i8 geöffnet, so daß Druckluft
in den Prüfkopf eintritt, der Funke also unter gleichen Bedingungen wie im Zylinder
mit vorkomprimierter Füllung überspringen muß, und nun wird die Kerze mittels des
angelegten Kurbelinduktors geladen. Treten hierbei die durch das Abschlußglas 16
gut sichtbaren Funken regelmäßig und störungsfrei über, so ist die betreffende Zündkerze
einwandfrei. Der Schwenkarm wird in seine Ruhelage zurückgebracht und die Kerze
aus dein Spannfutter herausgenommen.
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Da für das Ein- und Ausspannen keinerlei Gewaltanwendung erforderlich
ist, bleiben die Kerzen völlig unversehrt, und die gesamte Reinigung und Prüfung
kann in kürzester Zeit vorgenommen werden.