-
Verfahren zum Vermischen von Schaum mit Aufschlämmungen hydraulischer
Bindemittel Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einverleibung eines vorher
hergestellten und eine bestimmte und geregelte Dichte aufweisenden Schaumes in eine
Aufschlämmung oder hydratisierte Masse von schnell abbindenden Bindemitteln, wobei
der Einschluß von atmosphärischer Luft in der Masse selbst verhindert wird. Die
Erfindung betrifft ferner das nach dem neuen Verfahren hergestellte Erzeugnis, das
sich durch die Anwesenheit gleichmäßig großer und gleichmäßig im Erzeugnis verteilter
Hohlräume auszeichnet.
-
Die Benutzung von porösem Baumaterial ist bekannt, und man weiß ferner,
daß die Gleicbmäßigkeit des Materials von Bedeutung ist. Bei der Herstellung von
derartigen Bautnaterialien ist es deshalb wünschenswert und wichtig, daß ein Enderzeugnis
mit bestimmten Eigenschaften, wie z. B. einem bestimmten spezifischen Gewicht, einer
bestimmten Porengröße, erhalten wird.
-
Die natürliche Festigkeit von Rohstoffen, z. B. gebranntem Gips, wird
durch Zusätzen herabgesetzt. Das Abbinden beginnt sof,rt nach der Hydratisierung
der Materialteilchen. Es ist deshalb wünschenswert, die Hydratisierung vollständig
und gleichmäßig in der ganzen Masse zu einer gegebenen Zeit zu bewirken. Damit die
einsetzende Abbindung so wenig wie möglich unterbrochen wird, muß dem hydratisierten
Material die gewünschte Form so schnell wie möglich nach dieser Behandlung gegeben
werden.
-
Zur Herstellung von porösen Baustoffen aus mit Wasser angemachtem
Zement, Gips o. dgl. hat man bereits organische, schleimige, schaumentwickelnde
Substanzen angewendet, aus denen durch Zufuhr von Luft ein Schaum gebildet wird.
Auch hat man schon aus derartigen Substanzen hergestellten fertigen Schaum dem Zement
oder Gips zugemischt.
-
Es wurde nun die Beobachtung gemacht, daß durch Vermischen fertigen
Schaumes mit dem hydraulischen Bindemittel nur dann ein Produkt von höher Festigkeit
und Widerstandsfähigkeit erhalten wird, wenn der verwendete Schaum besonders feinblasig
ist und wenn auch das Einmischen des Schaumes in das Bindemittel in der Weise vorgenommen
wird, daß die Bildung von großen Luftblasen vermieden wird.
-
Die Porengröße des Schaumes muß daher so gewählt werden; daß sie der
gewünschten Hohlraumgröße des zu erzeugenden porösen Baustoffes entspricht. Beim
Vermischen des Schaumes muß darauf geachtet werden, daß die Durchmischung gründlich
ist, damit der Schaum gleichmäßig in der Aufschlämmung verteilt wird. Die Einmischung
muß aber auch vorsichtig vorgenommen werden, so daß der Einschluß von Luft selbst
im Gemisch verhindert wird. Wenn das Gemisch nämlich
größere Luftblasen,
aus der atmosphärischen Luft herrührend, enthält, haben die entstehenden Hohlräume
nicht die gewünschte Gleichmäßigkeit, und der Baustoff ist von ungenügender Festigkeit.
Nachstehend wird an Hand eines Ausführungsbeispieles die Behandlung einer Aufschlämmung
beschrieben, die durch gleichmäßige Hydratisierung von calciniertem Gips erhalten
wurde. Die Aufschlämmung und der Schaum werden meine Rühr- oder Mischkammer eingeführt,
in der der Schaum gleichmäßig in der ganzen Aufschlämmung verteilt wird. Um zu verhindern,
daß Blasen von atmosphärischer Luft in die Masse eintreten, wenn das Rühr- oder
Mischwerk in Tätigkeit gesetzt wird und mit solcher Geschwindigkeit umläuft, daß
durch den Wirbel Luft angesaugt oder die Mischung durch das Schlagen der Rührvorrichtung
verspritzt werden könnte, muß dafür Sorge getragen werden, daß ein Eindringen von
atmosphärischer Luft in die Mischung vermieden wird. Um dieses Ziel zu erreichen,
dürfen die Anne des Rühr- oder Mischwerkes nicht mit der atmosphärischen Luft in
Berührung kommen. Sie müssen vielmehr in das Gemisch vollständig eintauchen, und
zwar müssen sie so tief .eintauchen und sich mit einer derart geringen Geschwindigkeit
drehen, daß auch jede Wirbelbildung und das Einsaugen der Luft vermieden wird: Das
kann beispielsweise derart geschehen, daß das Einmischen in einem Mischapparat vorgenommen
wird, dessen Rührarme sich waagerecht am Boden des Apparates drehen. Die Rührflächen
der Arme dürfen nur eine geringe Steigung haben, und sie müssen sich langsam drehen.
Bei einer derartigen Mischvorrichtung kommen die Rührarme nicht aus der Masse heraus,
so daß sie keine Luft in die Masse hineinschlagen. Infolge ihrer Lagerung am Boden
des Apparates in genügender Entfernung von der Oberfläche sowie der geringen Steigung
der Rührarmfiächen und der geringen Umdrehungsgeschwindigkeit wird aber auch das
Verspritzen der Masse und ein Einsaugen von Luft infolge Wirbelbildung sicher vermieden.
-
Auf diese Weise wird vermieden, daß in das Gemisch atmosphärische
Luft eingesaugt wird, und daß größere Luftblasen in dem Gemisch entstehen. Dieses
Gemisch und das aus ihm hergestellte Erzeugnis enthalten deshalb nur die Luft, die
in den Schaumblasen vorhanden war. Die Luftmenge und die Größe der einzelnen Luftblasen
können gut geregelt werden, weil. die Herstellung eines gleichmäßigen Schaumes,
dessen einzelne Blasen eine ganz bestimmte Größe besitzen, an sich keine Schwierigkeiten
bereitet. Die homogene Mischung wird dann aus der Mischkammer entfernt und Formen
in beliebiger Weise zugeführt.
-
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann auch bei bekannten Methoden
zur Mischung von Schaum mit Baustoffaufschlämmung Anwendung finden, bei denen der
Schaum auf der Aufschlämmung des Baustoffes verteilt wird. Der Schaum kann auf der
Aufschlämmung auf einem umlaufenden Band verteilt werden, wie man es zum kontinuierlichen
Anmachen des Gipsbreies bei der Hydratisierung des gebrannten Gipses verwendet;
dann wird er in geeigneter Weise mit der Aufschlämmung vermischt, wobei dafür Sorge
zu tragen ist, däß Blasen von. atmosphärischer Luft nicht eingeschlossen werden.
Von diesem laufenden Band kann das Gemisch in eine Mischkammer einlaufen, und zwar
in solcher Weise, daß keine Luft in die Masse hineingesaugt wird. Aus der Mischkammer
selbst läuft die fertige Mischung zur Herstellung von porösen Blöcken in Formen
oder zur Herstellung von Tafeln oder Platten durch eine Plattenmaschine.
-
Es leuchtet ein, daß das spezifische Gewicht des Eaiderzeugnisses
von der Dichte des Schaumes abhängt, der mit der Aufschlämmung vermischt wird.
-
Um eine frühzeitige Kristallbildung oder ein vorzeitiges Abbinden
zu verhindern, muß das Mischen des Schaumes mit der Aufschlämmung während der Hydratisierung
stattfinden; am besten erfolgt es unmittelbar nach dem Versetzen des Rohstoffes
mit Wassei. Beim Arbeiten gemäß der Erfindung wird das Abbinden nicht gestört, während
eine solche Störung des Abbindens eintritt, wenn die Blasengröße durch ständige
Lufteinrührung in der hydraulischen Masse verändert wird.
-
Durch die mit der Veränderung der Blasengroße verbundene Störung des
Hydratisierungsvorganges leidet aber die Festigkeit des Erzeugnisses erheblich.
-
Durch die hier beschriebene Arbeitsweise; welche den Zusatz zweckloser
oder für die Festigkeit schädlicher Stoffe vermeidet, wird ein Endprodukt erhalten,
in dem das Bindemittel seine natürliche Festigkeit behält. Diese Festigkeit wird
aber nach dieser Erfindung deshalb bewahrt, weil der Hydratisierungs- und Verfestigungsprozeß
des Bindemittels nicht durch Veränderung der Bläschengröße gestört wird, indem das
Einmischen von Luft verhindert wird.
-
Aber zugleich wird durch die Erhaltung der feinen Bläschen ein sehr
feinporiges; gleichmäßiges Erzeugnis erzielt, das keine größeren Hohlräume und damit
schwache Stellen aufweist.
-
Es wird also ein hochwertiger, poröser Baustoff von größten Festigkeitseigenschaften
erzeugt.