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Schaftmaschine für gleichzeitiges Hoch- und Tieffach Die Erfindung
betrifft eine Verbesserung des Gegenstandes von Patent 502 521 und besteht
einmal darin, daß jede der Rollen, die die Bügel zum Aufhängen der Schäfte tragen,
in den Endschleifen der beiden zugehörigen Hebeschnüre liegen, die nach Umschlingung
der unteren Rollenhälfte j e an der entgegengesetzten Rollenseite befestigt sind.
Weiterhin sitzen die Rollen exzentrisch auf ihren Achsen, so daß bei gleichem Platinenhub
der Unterfachhub größer ist als der halbe Oberfachhub.
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Bei der Maschine nach dem Hauptpatent ergibt sich, wie bei allen bisherigen
Maschinen für gleichzeitiges Ober- und Unterfach, der Übelstand, daß die mittleren
Fäden des Faches, das sind die oberen des Unterfaches und zugleich die unteren des
Oberfaches, immer etwas ins Unterfach sacken, und zwar nicht einmal alle gleichmäßig,
sondern unterschiedlich tief, weil die Fäden aneinander, an den Rietstäben und in
den Schaftlitzen reiben und hängenbleiben. Es entsteht also kein reines Fach. Das
ist nicht nur nachteilig für den Durchgang des unteren SchÜtzens, sondern auch für
den des oberen und weiterhin für die Kettfäden selbst und für den Ausfall der Ware,
denn es finden viel mehr Fadenbrüche statt, auch arbeiten die Kettfäden ungenau
ein. Nach vorliegender Erfindung werden diese Übelstände dadurch vermieden, daB
auch den jeweils mittleren Fäden des Faches eine Ablenkung von der Geraden erteilt
wird, wie sie die jeweils unteren und oberen erfahren und wie nachstehend näher
beschrieben und in den Abbildungen dargestellt ist.
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Abb. i ist eine Vergleichung der Fachverhältnisse nach dem Hauptpatent
und nach vorliegender Verbesserung.
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Abb. 2 zeigt die Rollenbewegung für den Unterfachhub bei der neuen
Vorrichtung. Abb. 3 und q. zeigen als Beispiel die wesentlichen Teile einer Ausführungsform
der Erfindung in Seiten- und Stirnansicht.
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Abb. 5, 6 und 7 sind eine schematische Übersicht über die drei Stellungen
der Rollen, Platinen (p, p') und Kettfäden.
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In Abb. z sind za die jeweils unteren Fäden, o die jeweils oberen
des Faches, m die jeweiligen mittleren Fäden bei den bisherigen Vorrichtungen, m'
bei der neuen Vorrichtung. Die Fäden m sacken, d. h. hängen mehr oder minder schlaff
ins Unterfach, wogegen die Fäden m' über die Mitte hinausgehoben sind, also winklig
abgebogen sind, wenn auch natürlich weniger als die anderen Fäden, so aber doch
genügend, um ein reines Fach zu erhalten, da die Fäden m' nun eine leichte Spannung
und dadurch eine Vergleichmäßigung
ihrer Lage erfahren. Der Erfolg
zeigt sich einerseits in Verminderung der Fadenbrüche und also in Verminderung der
Stillstände des Webstuhles und somit höherer Leistung, anderseits in besserem Aussehen
und größerer Haltbarkeit der Waren, ganz. besonders bei gummielastischen, d. h.
solchen mit Gummikettfäden oder mit Gummischußfäden, und zwar sowohl umsponnenen
wie umflochtenen oder umhäkelten oder umstrickten. Um kein Mißverständnis aufkommen
zu lassen, sei ausdrücklich bemerkt, daß zwar ein und dieselben Schäfte abwechselnd
Zwischenhebung und Höchsthebung erfahren können, aber nicht zu erfahren brauchen,
so daß einer oder mehrere Schäfte je nachdem nur Zwischenhebung erfahren. Die Fäden
in oder in' (Abb. i) bedeuten also nicht etwa eine festliegende Mittelkette, jedoch
kann in bestimmten Fällen eine solche vorhanden sein, ohne am Sinne der Erfindung
etwas zu ändern.
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Bei der als Beispiel dargelegten Ausführungsform bleiben Platinen,
Nadeln, Messer, Kartenprismen und die Bewegungen dieser Teile dieselben wie bei
der Einrichtung nach dem Hauptpatent, nur die Rollenachsen und die Rollenzüge sind
anders angebracht, und zwar so, wie aus den Abb. 3 und ¢ ersichtlich. Die Achse
a der Rolle b sitzt jetzt nicht mehr im Mittelpunkt der Rolle, sondern in
einem gewissen Abstand davon, je nachdem näher oder weiter, im angenommenen Beispiel
etwa in der Mitte zwischen Mittelpunkt und Schnurrand. In gleichen Abständen von
derAchse auseinanderliegend sind Löcher c, c', in der Rolle mit Zweiglöchern
d, d' nach dem Rand. Die linken und rechten Teile der Zugschnüre sind getrennt,
und zwar ist das Ende der linken Schnur e in den Löchern c', d', das der rechten
Schnur e in den Löchern c, d angebracht, also beidemal entgegengesetzt, wobei die
Schnüre nach wie vor unten um die Rolle laufen, zweckmäßig jede in einer Rille für
sich, siehe f, f' Abb. q.. Die Achsen a
der Rollen sitzen in den Bügeln
g, an deren Ringen unten die Schäfte oder Zwischenhebel für diese in an sich bekannter
Weise hängen. Die gezeichnete Stellung ist die tiefste Stellung, bei der sich also
die Achse a senkrecht unter dem Rollenmittelpunkt h. befindet. Um den Abstand a-la
vergrößert sich nun gegenüber der Vorrichtung nach dem Hauptpatent die Hubwirkung,
wenn eine der Schnüre e, e' allein gezogen wird. Dies ist deutlich ersichtlich aus
Abb.2, die die Tiefst- und Höchststellung und drei Zwischenstellungen der Rolle
zeigt. i ist die Hubhöhe der Rolle, wenn bei der Einrichtung nach dem Hauptpatent
der linke oder rechte Schnurteil allein um die doppelte Strecke i angezogen wird.
Strecke i ist also gleich dem halben Platinenhub. Strecke i dagegen ist die gesteigerte
Hubhöhe der Rolle bei vorliegender Verbesserung (bei einseitigem Zug). Diese Wirkungssteigerung
erfolgt dadurch, daß die Entfernung der Achse a vom Mittelpunkt 1a kurbelartigverlängernd
wirkt, wie die Vierteldrehung a-a-i zeigt. Die eintretende leichte seitliche Abweichung
ist bei der Länge der Zugschnüre und der Schafttragschnüre ohne sonstigen Belang.
Im angenommenen Fall hebt sich die Rolle nach vorliegender Erfindung um ein Viertel
höher bei Zwischenfach als nach dem Hauptpatent, d. h. die Kettfäden werden bei
Zwischenfach um ein Viertel über die eigentliche Fachmitte gehoben (s. die Fäden
ni in Abb. i), wodurch das Sacken (vgl. die Fäden na) vermieden wird. Der Zug beider
Schnüre gleichzeitig je um die doppelte Strecke i zur Bildung des Oberfaches hat
nach wie vor nur die Hubwirkung gleich zweimal Strecke i auf die Rolle, nicht zweimal
Strecke i', weil eben im Falle- beiderseitigen Zuges der Schnuren nur Hebung der
Rollen, keine Drehung erfolgt und somit auch keine kurbelartige Verlängerungswirkung
des Abstandes der Achse a vom Rollenmittelpunkt h zu der Hubwirkung kommen kann.