DE516278C - Gewinnung von Tonerde aus Silikaten - Google Patents

Gewinnung von Tonerde aus Silikaten

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DE516278C DEG76656D DEG0076656D DE516278C DE 516278 C DE516278 C DE 516278C DE G76656 D DEG76656 D DE G76656D DE G0076656 D DEG0076656 D DE G0076656D DE 516278 C DE516278 C DE 516278C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00Compounds of aluminium
    • C01F7/02Aluminium oxide; Aluminium hydroxide; Aluminates
    • C01F7/20Preparation of aluminium oxide or hydroxide from aluminous ores using acids or salts
    • C01F7/22Preparation of aluminium oxide or hydroxide from aluminous ores using acids or salts with halides or halogen acids

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  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

  • Gewinnung von Tonerde aus Silikaten Bekanntlich dient im allgemeinen als Ausgangsstoff zur Gewinnung reiner Tonerde der Bauxit. Nach dem üblichsten Verfahren versetzt man denselben mit Natriumcarbonat und etwas Calciumcarbonat und erhitzt einige Stunden lang auf Temperaturen von etwa 120o" C, wodurch man erreicht, daß die Tonerde sich mit dem Natriumcarbonat zu Natriumaluminat verbindet, aus welchem dann weiter nach dem Bayer-Prozeß und ähnlichen Verfahren reine Tonerde gewonnen wird.
  • Aber auch die Gewinnung von Tonerde aus reinem Ton ist auf mannigfache Weise möglich und auch in gewissen Fällen praktisch durchgeführt worden. keiner der verschiedenen Vorschläge ist bis jetzt technisch erfolgreich gewesen.
  • Dem reinen Ton kommt die Formel zu: A1;,, 03 # 2 S102. Es ist bekannt, daß einfaches Erhitzen auf etwa 90o bis iooo° genügt, um die innere Konstitution des Tones so zu verändern, daß man aus der erkalteten Masse mit Mineralsäuren einen großen Teil der Tonerde auslaugen kann. Allerdings verläuft der Vorgang nicht quantitativ, sondern es gehen mindestens 15 % der Tonerde dabei verloren.
  • Vielleicht am aussichtsreichsten waren bislang folgende beiden vom Ton ausgehende Verfahren Das erste verwendet Zuschläge von kohlensaurem Kalk und Steinsalz zum Ton und führt da bei 120o° unter Zutritt von Wasserdampf folgende Reaktion herbei: A1203 . 2 S102 -j- q.CaCO; + 2 NaC1+ H"0 gibt nach verschiedenen Teilreaktionen: z A1 O, Na -f- 2 Si 01 Ca, + q. M -f- 2 H Cl. Daß die Mengenverhältnisse zweckmäßig ein wenig verschoben werden, ist für das Wesen des Verfahrens nicht wichtig. Die Salzsäure entweicht aus dem Reaktionsgemisch und bildet ein Nebenprodukt, das in Deutschland aber nicht verwertbar ist.
  • Das andere aussichtsreichste Verfahren verwendet Zuschläge von Calciumchlorid, welche dann wie folgt reagieren: Al, 0 ; . a Si O., + q. Ca Cl, -E- 4H20 Ah 03 + 2 Si O4 Ca, -E- 8 H Cl . Auch bei diesem Verfahren entsteht freie Salzsäure, und zwar in sehr großer Menge als Nebenprodukt.
  • Beiden Verfahren haften aber noch gewisse Mängel an, die ihre technische Durchführung bisher verhindert haben. Die Menge der zu behandelnden Substanzen ist sehr groß, die notwendige Temperatur sehr hoch und die Dauer des Glühprozesses recht lang. Praktisch werden dazu D@rehrohröfen von außerordentlichen Dimensionen gebraucht, welche außerdem in ihrer ganzen Länge der entwickelten und entweichenden Salzsäure ausgesetzt sind. Die Menge Tonerde, die ein solcher Ofen in gegebener Zeit liefern kann, ist abhängig von der Substanzmenge, die dem Ton zugeschlag en werden muß, und von der Zeit, die das Material im Ofen verbringen muß. Da der Gehalt des Tones an Al. O" erheblich geringer ist als der des Bauxits und da die Zuschläge 2 Moleküle Ca C03 auf je i Molekül S102 beträgt bzw. 2 Moleküle CaCl2 auf je i Molekül Si02, so ist die Substanzmenge, die zur Erzeugung der gleichen Menge AI,03 im Ofen zu behandeln ist, bei den letztgenannten beiden Verfahren erheblich größer als bei dem alten Bauxitverfahren. Eine Werksanlage von gegebener Kapazität und gegebenen Amortisationskosten liefert nach den neuen Verfahren nur ein-an Bruchteil derjenigen Tonerdemengen, die das alte Verfahren liefert.
  • Dieser Nachteil würde sich beheben lassen, wenn es gelänge, das Verfahren so zu modifizieren, daß der Aufschluß in viel kürzerer Zeit erfolgt, so daß dadurch die Menge der von einer Ofenanlage von bestimmten Anlagekosten in der Zeiteinheit gelieferten Tonerdemengen wieder gesteigert wird. In diesem Falle könnte auch der Vorteil der neuen Verfahren, welche statt des teuereren und nur aus dem Auslande zu beziehenden Bauxits den billigeren inländischen Ton und als Zuschläge statt der teuren Soda die billigeren Chloride verwendet, zum Ausdruck kommen.
  • Mehrjährige Laboratoriumsversuche haben nun zu dem Ergebnis geführt, daß es gelingt, die Umsetzung des Tones mit den Chloriden in der Weise reversibel durchzuführen, daß bei tieferen Temperaturen, und zwar unterhalb 4oo° rückwärts, der Chlorwasserstoff wieder mit der silikatischen Masse reagiert in der Weise, daß die Salzsäure sich an Calcium oder Natrium wieder bindet und Kieselsäure frei wird, die sich jedoch bei diesen niedrigeren Temperaturen nun nicht wieder an die Tonerde bindet, so daß die letztere in freiem Zustande in dem Gemisch enthalten bleibt.
  • Man kann nun hierbei mit verschiedenen Variationen arbeiten, jedoch immer so, daß die Hauptmenge des Chlorwasserstoffs aus der Reaktionsmasse nicht entweicht, sondern von derselben wieder rückwärts absorbiert wird. Man kann so arbeiten, daß die Salzsäure i. bei geeigneter Anordnung zum Teil direkt in der Apparatur mit der Reaktionsmasse verbleibt; 2. einen kurzen Umweg antritt, der Reaktionsmasse, noch solange dieselbe schwach glüht, wieder zugeleitet wird; 3. die aus einer gegebenen Menge des Glühgutes entwickelte H Cl einer anderen, aber gleich großen Menge des Glühgutes, welche bereits weiter abgekühlt ist, wieder zugeführt wird oder endlich ein nebensächlicher Anteil des Chlorwasserstoffs entweicht, in Wasser aufgefangen und zur späteren Laugung verwendet wird.
  • Nach diesem Verfahren benötigt der Aufschluß nur eine Temperatur von goo° und nur die Zeitdauer einer Stunde. Statt des langen Drehrohrofens (in der Praxis 6o m Länge) lassen sich Apparate verwenden, wie sie im Hüttenbetrieb für chlorierende Röstung gebräuchlich sind.
  • Die erste Stufe des Verfahrens, der reversible Aufschluß, läßt sich mit verschiedenen Variationen durchführen.
  • Zunächst möge die Grundform des Vorgehens besprochen werden. Bei dieser verwendet man als Zuschlag lediglich Calciumchlorid und als mitwirkendes Reagens nur Wasserdampf. Man kann entweder je 2 oder je i Molekül Calciumchlorid auf je i Molekül Kieselsäure verwenden. Im ersteren Falle muß die Anfangstemperatur der Reaktion 8oo bis iooo° betragen, im letzteren Falle nur 65o bis 7oo°. Die grundlegenden Reaktionsgleichungen sind, wenn wir Ton als Ausführungsbeispiel wählen, für die erste Reaktion: A120; . 2 Si02 + 2 CaC1, + 2 H20 = Ale 0;, + 2 Si 0 ; Ca -E- 4 H Cl oder Ale 03 # 2 SiO, -% 4 CaC1, -I- 4 H2 0 - A1.;03 -j- 2 Si04Ca, -E- 8 HCl und für die zweite, rücklaufende Reaktion: 4HCl+ 2Si03Ca.- a Ca Cl? -f- 2S10_ -j- 2T-1,0 oder 8 HCl + 2 Si 04 Ca,= 4 Ca C12 + 2 SiO2 + 4H2 0. Die Mengenverhältnisse berechnen sich daraus z. B. für einen unreinen Ton wie folgt:
    ioookg von folgender Zusammensetzung
    S102 ...... 39,6o M90 ....... 0,24
    T102....... 1,25 CaO........ i,go
    Ah 03 ..... 25,1.9 Nag 0 ....... o,65
    Fee 03 ..... 14,73 K20 . . . . . . . . 2,35
    Feb ....... o;oi P2 0s ....... o,67
    H20...... =3,o7
    würden benötigen 1456 kg CaC12. Diese, miteinander zur Reaktion gebracht, liefern nach einstündigem Erhitzen auf 8oo° ein Produkt, welches enthält .
  • 251,9 kg A1205 7645 kg CaSi03 1132,0 kg CaSi04 nebst .den verschiedenen Unreinheiten. Will man die äußere Heizung durch innere Heizung ergänzen oder ersetzen, so mischt man dem Reaktionsgut Kohle bei. Da in den Großbetrieben eine ideale Durchmischung nicht durchführbar ist und da es sich auch nicht vermeiden läßt, daß an manchen Stellen mehr H Cl, als der Formel entspricht, beim rückläufigen Vorgang anwesend ist und an anderen Stellen zu wenig, wird das Endprodukt nicht der einfachen Formel entsprechen, sondern lokal neben dem Aluminiumchlorid auch Calciumchlorid ,auftreten und an anderen Stellen neben dem Calciumsilikat auch Tonerde oder Calciumaluminat und Aluminiumsilikat.
  • Das Verfahren ist nicht auf die Verwendung von Calciumchlorid beschränkt. Es ist z. B. auch mit Steinsalz durchführbar.
  • Es ist ferner auch möglich, Baryumchlorid zu verwenden. Ein Nachteil besteht liier allerdings darin, daß in je ioo Teilen Wasser auch 0,17 Teile Baryumsilikat löslich sind, was für den später zu schildernden Laugeprozeß von Bedeutung ist.
  • Es ist ferner möglich, statt des Calciumchlorids Calciumcarbonat zuzusetzen und zugleich Chlorwasserstoff zuzuführen, der bei Einleitung des Prozesses von außen herangebracht wird, beim weiteren Fortgang aber im Kreisprozeß läuft.
  • Es kann ferner auch vorteilhaft sein, auch wenn man von den Chloriden ausgeht, trotzdem einen gewissen Überschuß von Chlorwasserstoff zu verwenden.
  • Verbleibt der Chlorwasserstoff im reversiblen Prozeß nicht restlos im Reaktionsgemisch, so kann er zu einer möglichst konzentrierten wässerigen Lösung aufgefangen werden und eine konzentrierte Chlorwasserstoff-Wasserdampf-Mischung, welche zopr ozentig bei ioi' übergeht, statt des Wasserdampfes oder demselben beigemischt in das Reaktionsgut hineingeleitet werden.
  • Die Verwendbarkeit der verschiedenen Silikate hängt im wesentlichen von ihrem Gehalt an Tonerde und an Unreinheiten, wie Eisen usw., ab. Ebenso wie z. B. den Ton kann man natürlich auch einen bauxitischen Sialith verwenden, wie er beispielsweise in Böhmen zu finden ist, oder auch reinen Bauxit selbst oder etwa den unaufgeschlossenen Rückstand, den man erhält, wenn man durch rein thermische Zersetzung Ton zum größten Teile aufgeschlossen hat.
  • Der zweite Schritt des Verfahrens ist nunmehr ein Auslaugen des Produktes mit Wasser. Dieses hat den Zweck, das Calciumchlorid zu entfernen. Die Heizung der Lauge erfolgt durch die Hitze, die noch in dem Röstgut vorhanden ist. Man braucht für diesen Prozeß sehr wenig Wasser. Man muß darauf sehen, das Calciumchlorid konzentriert herauszulösen. Bei. i oo° nehmen i oo Teile Wasser 16o Teile Calciumchlorid auf. Das Produkt ist gut filtrierbar, auch kann man ein Dekantieren anwenden, wobei allerdings eine bestimmte :Menge Calciunichlorid in dem Rückstand zunächst zurückbleibt, das aber unschädlich mit in die nächste Stufe des Prozesses hinübergeht und von dort aus immer noch in den Kreisprozeß zurückgeführt werden kann.
  • Für den Auslaugeprozeß ist nun besonders wichtig, wie sich durch umfangreiche Versuche hat feststellen lassen, daß auch, wenn die Reaktion der ersten Stufe nicht glatt verlaufen ist, sondern stellenweise neben dem Calciumchlorid auch Aluminiumchlorid und dafür anderseits neben der Tonerde noch Oxyde von Kieselsäure und Kalk vorhanden sind, trotzdem beim Durchmischen der ungleichen Partien mit Wasser eine vollständige Auslaugung des Calciumchlorids eintritt. Dies erklärt sich dadurch, daß sich etwa noch vorhandenes Aluminiumchlorid mit den Oxyden anderer Elemente, auch mit kieselsauren Kalk unter Fällung von Tonerde und Bildung von Calciumchlorid umsetzt.
  • Bei der normalen Ausführungsform des Verfahrens wird man auf die Dauer in dem ausgelaugten Gemisch auch das ursprüngliche Atomverhältnis q. Ca : 8 H Cl haben. In diesem Falle wird auch lediglich reines Calciumchlorid ausgelaugt.
  • Hat man absichtlich oder unabsichtlich zu viel Salzsäure, so geht neben dem Calciumchlorid auch etwas Aluminiumchlorid in Lösung. Dieses ist dann zu gewinnen, um nicht verlorenzugehen. Der einfachste Weg zu diesem Zweck ist ein Zusatz einer entsprechenden Menge. etwa von gefälltem Calciumsilikat, wie es künstlich in diesem Prozeß entsteht, oder etwa von Calciumcarbonat, das am besten als natürlicher Kalkstein Verwendung findet.
  • Umgekehrt, den Salzsäuregehalt des Gemisches zu klein werden zu lassen, ist nicht empfehlenswert, da sonst Kalk im L'berschuß zurückbleibt, welcher mit Tonerde zusammen Kalkaluminat bildet, welches unter Umständen bei der nachfolgenden Behandlung nicht völlig zerlegt wird.
  • Es kommt nunmehr zum dritten Schritt des Verfahrens. Dieser besteht im Auslaugen des Rückstandes von der Wasserlaugung nunmehr mit verdünnter Salzsäure. Es wird so viel Salzsäure zugesetzt, als notwendig ist, um das anwesende Aluminium vollständig in Aluminiumchlorid überzuführen. Dann kann das Aluminiumchlorid von der zurückbleibenden Kieselsäure fortgelöst werden.
  • Dieser Teildes Verfahrens kann unter Umständen schwierig sein, weil die Kieselsäure sehr leicht die Eigentümlichkeit hat, gallertartig zu werden und dann sich der Filtration außerordentliche technische Schwierigkeiten entgegenstellen. Unsere Versuche haben gezeigt, daß sich diese Schwierigkeit auf folgende Weise beheben läßt: Man führt die erste Behandlung bei 7o bis ioo° durch und schreckt dann den wässerigen Brei durch plötzliches Verdünnen mit Wasser auf das zwei- bis dreifache Volumen ab. Dann ist die Kieselsäure körnig und glänzend filtrierbar.
  • Die zurückbleibende Kieselsäure bildet ein Abfallprodukt, das z. B. von Glashütten oder Zementfabriken aufgenommen werden kann.
  • Nunmehr erfolgt als letzte Stufe des Verfahrens die Zersetzung des Aluminiumchlorids unter Bildung von Aluminiumhydroxyd, falls man es nicht vorzieht, das Chlorid direkt der Elektrolyse zuzuführen.
  • Diese Zersetzung vollzieht sich am einfachsten auf bekannten Wegen durch Zersetzung mit überhitztem Wasserdampf bei i 5o°. Chlorwasserstoff geht über, wird aufgefangen und kehrt durch Verwendung in der voraufgegangenen dritten Stufe des Prozesses wieder in den Kreislauf zurück.
  • Es ist nun noch notwendig, von den Unreinheiten zu sprechen, die bei der Durchführung des Verfahrens in der Praxis auftreten.
  • Von diesen sind nur diejenigen von Bedeutung, die schwächer elektropositiv als das Aluminium bei der elektrolytischen Zersetzung des Aluminiumoxyds, -chlorids oder -fluorids unweigerlich in die Alumiinumschmelze eintreten würden. Es sind dies die Elemente Silicium, Eisen, Titan und Chrom.
  • Das letztere kann beiseite bleiben, da es in zu kleinen Mengen vorkommt, um schädlich zu werden.
  • Aus der ersten Stufe des Verfahrens, dem reversiblen Glühprozeß, kommt das Material noch völlig unzerlegt heraus. Alle ursprünglich vorhandenen Unreinheiten sind also noch darin.
  • Auch bei der zweiten Stufe wird nur Calciiunchlorid fortgelaugt und die Unreinheiten wenigstens nicht wesentlich vermindert.
  • In der dritten Stufe dagegen beginnt die Abscheidung der Unreinheiten. Hier bleibt zusammen mit der Kieselsäure auch Titansäure zurück und wird quantitativ entfernt.
  • In Lösung geht dagegen mit dem Aluminiumchlorid leider auch das Eisenchlorid, während evtl. Gehalte von Calciumchlorid oder freier Salzsäure, wie bereits dargelegt, unbedenklich sind.
  • Zur Entfernung des Eisens kann man nun verschiedene Verfahren verwenden, die zu diesem Zweck bereits vorgeschlagen sind. Schließlich soll noch erwähnt werden, daß auch Elektroosmose mit Toner defiltei-n zur Entfernung des Eisens aus dem Produkt anwendbar ist.
  • Wird das ausgelaugte Aluminiumchlorid nun schließlich durch erhitzten Wasserdampf zersetzt, so enthält es als Unreinheiten nur noch Calcium und Baryum, letzteres in Form des löslichen Baryumaluminates, welches durch überhitzten Wasserdampf ebenfalls gespalten wird.
  • Nach dieser Erledigung der Frage der Unreinheiten sei noch auf einige vorteilhafte Kombinierungen des Verfahrens mit älteren hingewiesen Führt man in einem Teil eines Tonerde. werkes neben dem geschilderten neuen Verfahren gleichzeitig das alte Bauxitverfahren durch, so kann man die bei demselben gegen Ende entstehende Aluminatlauge mit einer äquivalenten Menge der bei dem neuen Verfahren gegen Ende entstehenden Aluminiumchloridlauge vermengen und erhält dann glatt Tonerde und Kochsalz. Das letzte kann nach dem bekannten Cowles-Verfahren verwendet werden, um es zusammen mit Kalk dem Ton zuzusetzen und dadurch eine Umsetzung zu Natriumaluminat, Calciumsilikat und Chlorwasserstoff zu erzielen, deren Produkte wieder dem allgemeinen Verfahren zugeführt werden können.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Aufschluß von Tonerde enthaltenen Silikaten durch Chloride, insbesondere Calciumchlorid bei Temperaturen von 65o bis iooo° C, dadurch gekennzeichnet, daß die entweichende Salzsäure bei Temperaturen unter ¢0o° C zur Zerlegung der entstandenen Calciumsilikate und Zurückgewinnung des erforderlichen Calciumchlorids verwendet wird, worauf die Masse nach bekannten Verfahren weiterverarbeitet wird. z. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß zwar eine vorübergehende Trennung des in der ersten Phase der Reaktion entstehenden Chlorwasserstoffs von dem übrigen Reaktionsgemisch eintritt, derselbe aber alsbald der letzteren wieder zugeführt wird, noch ehe sie abgekühlt ist. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der in der ersten Phase der Reaktion entstehende Chlorwasserstoff sich zwar von dem Teil der Reaktionsmasse, aus der er gebildet ist, trennt, aber sogleich einem anderen ebenso großen Teil der Reaktionsmasse wieder zugeführt wird; welche kurz zuvor ihren Chlorwasserstoff auf ganz die gleiche Weise verloren hatte. q.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein untergeordneter Teil des entstehenden Chlorwasserstoffs aus dem Reaktionsgemisch entweicht, in Wasser aufgefangen und die entstandene Lösung bei der Zerlegung des Silikates an Stelle des Wasserdampfes eingeblasen wird.
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