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Apparat zum Verschließen, Luftleermachen oder zur anderweitigen Behandlung
von Behältern, insbesondere Einmachbüchsen o. dgl. Die Erfindung bezieht sich auf
einen Apparat zum Verschließen oder zur anderweitigen Behandlung von Behältern,
Einmachbüchsen u. dgl., bei dem ein drehbares Förderglied, das eine Mehrzahl von
Taschen besitzt, zur Einführung der zu behandelnden Büchsen o. dgl. in die Behandlungskammer
dient.
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Bei diesen Vorrichtungen ist es von Wichtigkeit, daß die Behandlungskammer
sicher abgedichtet ist, so daß der in ihr vorhandene Unterdruck oder die herrschenden
Druckverhältnisse während der Überführung der Büchsen in die Kammer nicht wesentlich
verändert werden. Bei bekannten Apparaten dieser Art war das drehbare Förderglied
(Ventil) als Ganzes bewegbar, d. h. es konnte in seinen Lagerstellen eine Bewegung
ausführen, derart, -daß es in :dichte Berührung mit den Flächen der Behandlungskammergedrückt
wurde. Eine solche Bauart ist aber nachteilig, und im besonderen dann, wenn in der
Behandlungskammer ein hoher Unterdruck herrscht, da alsdann das Förderglied zu fest
an die Behandlungskammer angepreßt wird, so daß es an letzterer festzuhaften neigte.
Die große Reibung zwischen den erwähnten Flächen erfordert einen erheblichen Kraftaufwand
und hat eine schnelle Abnutzung der in Berührung kommenden Flächen zur Folge. Bei
anderen bekannten Einrichtungen, bei denen das drehbare Glied keine Bewegung in
seinen Lagerstellen ausführt, war es bisher nicht durchführbar, die Arbeitsverhältnisse
in der Behandlunaskammer.konstant zuerhalten, und im besonderen dann, wenn ein hoher
Unterdruck zur Anwendung gelangte.
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Gemäß der Erfindung ist für das drehbare Förderglied eine wirksame
und einstellbare Abschlußeinr-ichtung vorgesehen. Zu dem angegebenen Zweck ist zwischen
der Behandlungskammer und dem,drehbarenFör.dergliede ein biegsames Abschlußorgan
vorgesehen, das das Förderglied teilweise umfaßt und sich der Gestalt eines wesentlichen
Teiles von dessen Umfangsfläche anpaßt.
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Dieses biegsame Abschlußorgan kann vorzugsweise ein unter Druck stehendes
Fluidum enthalten und kann ferner eingestellt werden, um den Grad der Reibungsberührung
entsprechend den in der Behandlungskammer herrschenden Arbeitsverhältnissen zu ändern.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
dargestellt, und zwar ist Abb. r eine Ansicht der Vorrichtung, bei der einige Teile
weggebrochen sind, um Einzelheiten in der Bauart sichtbar zu machen.
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Abb.2 ist eine Draufsicht auf die Vorrichtung
der
Abb. i, bei der ebenfalls einige Teile weggebrochen dargestellt sind.
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Abb. 3 ist eine im vergrößerten Maßstabe gezeichnete Ansicht eines
Teils der Vorrichtung und veranschaulicht das Abschlußorgan sowie die in der Kammer
vorgesehene Förder- und Verschlußvorrichtung.
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Abb. 4 ist ein Schnitt nach der Linie 5-5 der Abb. 3.
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Abb. 5 ist ein Schnitt nach der Linie 6-6 der Abb. .4.
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Abb. 6 ist ein Schnitt nach der Linie 9-9 der Abb. d..
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In den Zeichnungen ist eine Verschlußmaschine oder -vorrichtung dargestellt,
die züm Verschließen von Behältern, wie Einmachbüchsen, dient, welche bei normalem
Luftdruck gefüllt werden; das Verschließen dieser Büchsen erfolgt innerhalb einer
Kammer, die unter einem anderen « 1s dem normalen äußeren Luftdruck, wie beispielsweise
unter einem Unterdruck, steht, wenn es erwünscht ist, die Büchsen vor dem Verschließen
luftleer zu machen.
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Die Maschine weist einen Fuß i i auf, der an den Rahmenteilen 12,
13 angebracht ist. Auf dem Rahmenteil i2 sitzt ein Gehäuse 14, das eine Kammer 15
bildet, in der ein Verschlußkopf 16 gelagert ist; eine Fördervorrichtung 17 dient
dazu, die Behälter oder Büchsen in die Kammer zu führen, während eine andere Fördervorrichtung
18 bezweckt, die Büchsen zu der Fördervorrichtung 17 zu führen. Ein Abschlußorgan
i9 schließt den Raum um die Fördervorrichtung 17 herum ab und arbeitet mit letzterer
so zusammen, daß die Behälter oder Büchsen in die Kammer 15 abgegeben und aus ihr
entfernt werden können, ohne daß die in dieser Kammer herrschenden Arbeitsbedingungen
wesentlich gestört werden.
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Der Gehäuseteil 12 ist vorzugsweise auf einem flachen Fuß angebracht,
so daß sein unteres Ende abgeschlossen ist. Ein an dem Rahmenteil 12 (Abb. i) angebrachtes
Rohr 22 wird bis zu einer geeigneten Zuleitungsquelle geführt, um die in der Kammer
15 vorhandenen Arbeitsbedingungen regeln zu können. In dem Gehäuse i4 ist eine Tür
23 vorgesehen, die durch eine Mehrzahl von Kopfschrauben 24 abnehmbar angebracht
ist, um das Entfernen der Tür zu erleichtern und einen Zutritt zu dem Verschlußkopf
16 und der Kammer 15 zu erhalten. Die Tür 23 ist vorzugsweise mit einem durchsichtigen
Fenster 25 versehen, damit der Arbeiter die in der Kammer 15 auftretenden Vorgänge
beobachten kann. Der Verschlußkopf 16 kann in beliebiger Weise ausgebildet sein
und dient dazu, einen Deckel auf einem Behälter oder einer Büchse zu befestigen.
Beim Ausführungsbeispiel «'eist der Ver'schlußkopf Verschlußrollen 26, 27 auf, von
denen gewöhnlich zwei verwendet werden. Die Kraft wird dem Verschlußkopf 16 sowie
den anderen arbeitenden Teilen der Maschine mittels einer Riemenscheibe 28 und geeigneter
Rädertriebe übertragen.
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Die Büchsen oder Behälter 64 werden in die Kammer 15 (Abb. .4) durch
eine Öffnung 65 in einer Wand 66 dieser Kammer hindurch mittels Taschen 67 des Trägers
56 abgegeben und hierdurch in die bzw. aus der Verschlußstellung geführt, die irgendeine
geeignete Stellung innerhalb der Kammer sein kann und durch die Lage des Verschlußkopfes
16 bestimmt ist. Eine geeignete Führungsschiene 67' (Abb. 4) dient dazu, die Büchsen
in den Taschen 67 zu halten. Beim Ausführungsbeispiel ist die Bewegung einer Büchse
eine absatzweise, da eine Verschlußmaschine verwendet wird, die nur einen einzelnen
Verschlußkopf hat; wenn aber eine größere Maschine wünschenswert ist, die eine Mehrzahl
von Verschlußköpfen aufweist, so können auch die Büchsen ständig um die Kammer herum
bewegt und während ihrer Bewegung innerhalb dieser Kammer verschlossen werden. Wenn
ein einzelner Verschlußkopf und die schrittweise Bewegung benutzt werden, so wird
die Büchse an der durch die Büchse 68 in Abb. 4 dargestellten Lage in die Verschlußrollen
hineingeführt oder in eine Stellung emporgehoben, in der sie mit den Verschlußrollen
in Eingriff kommt. Diese Emporbewegung kann in beliebiger Weise erfolgen.
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Die Fördervorrichtung 17, die die Büchsen in die bzw. von der Öffnung
65 oder in die Kammer 15 hinein- oder aus letzterer hinausführt, ist auf der Welle
42 befestigt. Die Welle 42 ragt -unter der Fördervorrichtung 17 hervor und ist mit
einem Kegelrade 8i (Abb. i) verbunden, das so angeordnet ist, daß es die Fördervorrichtungen
18 mittels der auf der Welle 84 sitzenden Kegelräder 8-a und 83 sowie mittels der
auf der Welle 87 sitzenden Kegelräder 85 und 86 antreibt. Die Fördervorrichtung
17 weist vorzugsweise eine im wesentlichen zylindrische Gestalt auf und ist mit
einer Mehrzahl von Ausnehmungen oder Taschen 92 versehen, die um den Umfang der
Fördervorrichtung herum angeordnet sind und eine ausreichende Größe haben, um einen
Behälter 64 von maximaler Größe (Abb.4) aufnehmen zu können. Ein Hebel 93, der auf
einem Wellenstumpf 94 (Abb. 4 und 5) schwingbar gelagert ist, erstreckt sich in
eine Tasche 92, so daß eine Drehung des Wellenstumpfes 94 in der Bewegungsrichtung
des Uhrzeigers eine Abgabe der Büchsen 6-1 aus der Tasche 92 zur Folge hat.
Die
Büchsen werden an die Fördervorrichtung 17 mittels einer Kette 114 abgegeben, die
jeweils immer nur eine Büchse der Fördervorrichtung mittels des Steuerrades g1 und
des Haltehebels 115 (Abb. 4) zuführt.
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Das Abschlußorgan 1g ist über der Öffnung 65 angeordnet und tritt
mit der Umfangsfläche der Fördervorrichtung 17 in Eingriff (Abb. .f), oder das Abschlußorgan
ist zwischen der Kammer 15 und der Fördervorrichtung 17 angeordnet; es ist mit einer
Einrichtung versehen, um die Teile einzustellen und deren Abnutzung aufzuheben und
um den Arbeitsdruck zwischen den Teilen beim Verschließen der Fugen zu regeln oder
eine luftdichte Verbindung zwischen diesem Abschlußorgan und der Fördervorrichtung
einerseits und dem Abschlußorgan und der Kammer andererseits herzustellen. Das Ab-schlußorgan
1g ist zu diesem Zwecke so ausgebildet, daß es einen Teil der Umfangsfläche der
Fördervorrichtung 17 umfaßt, der .genügend groß ist, um wenigstens eine der Taschen
92 oder Teile von mehr als einer dieser Taschen einzuschließen, so daß, wenn die
Taschen sich neben der Öffnung 65 befinden, die neben diesen Taschen befindliche
Fläche der Förderv orrichtung 17 gegen den Durchgang von Luft in die bzw. aus der
Kammer 15 abgeschlossen ist. Dies wird dadurch erreicht, daß Flügel 12,5 (Abb. q.)
gebildet sind, die, wie dargestellt, die Umfangsfläche der Fördervorrichtung umfassen.
Ein Fußteil 126 dieses Abschlußorgans 1g ist im wesentlichen entsprechend der Öffnung
65 ausgebildet und wird an letzterer durch Schraubzapfen 126' o. dgl. angebracht,
welche mittels Gewinde mit dem Gehäuse 14 in Eingriff stehen. Eine Nut wird um die
Öffnung 65 herum gebildet, die entweder in dem Gehäuse 14 oder in dem Fußteil
126 des Abschlußorgans vorgesehen sein und irgendeine geeignete beliebige
Form haben kann, um ein nachgiebiges oder biegsames rohrartiges Glied 127 aufzunehmen.
Dieses rohrartige Glied hat den Zweck, die Fuge zwischen dem Fuß 1.26 des Abschlußorgans
ig und dem Teil 66 des Gehäuses i abzuschließen, und zur Herbeiführung dieser Wirkung
wird Flüssigkeit unter Druck, wie beispielsweise Luft o. dgl., in das r ohrförrnsge
Glied 127 gedrückt, wobei dieser Druck auf den gewünschten Betrag gebracht werden
kann, um zu veranlassen, daß das Abschlußorgan 1g sich auf die Fördervorrichtung
17 anlegt und deren Umfangsfläche folgt, wenn die Fördervorrichtung sich beim Arbeiten
oder infolge des Arbeitsdruckes abnutzen sollte.
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Wenn auch beim Ausführungsbeispiel eine Maschine dargestellt ist,
mittels deren die Behälter in einem luftleeren Raum verschlossen werden oder mittels
deren sie luftleer gemacht werden, wobei nur ein einzelnes Rohr 22 vorgesehen ist,
um die Luft von der Kammer 15 abzuziehen, so ist zu erwähnen, daß auch noch andere
solcher Rohre vorgesehen sein können, um eine Flüssigkeit, wie beispielsweise Gase
o..dgl., durch .diese Kammer hindurchzuführen; andererseits kann durch die einzelne
Rohrverbindung Luft oder eine andere Flüssigkeit in die Kammer hineingepumpt werden,
um in ihr einen Druck oder einen anderen Zustand herzustellen, der ein anderer als
der normale atmosphärische Zustand ist. In jedem der erwähnten Fälle schließt das
Abschlußorgan 1g den Raum um die Fördervorrichtung 17 herum ab, so daß eine Änderung
:des innerhalb der Kampier herrschenden Zustandes nur durch die Luft vorgenommen
werden kann, die der Kammer durch die Taschen 92 zugeführt bzw. aus ihr entfernt
wird, welche so angeordnet und abgedeckt sind, daß, während eine der Taschen den
innerhalb der Kammer 15 vorhandenen Zustand zu ändern neigt, die andere Tasche den
in der Kammer vorhandenen Zustand auszugleichen bestrebt ist, oder dazu neigt, die
Aufrechterhaltung des in der Kammer vorhandenen Zustandes zu unterstützen. Wenn
beispielsweise die Büchsen bei einem Unterdruck geschlossen werden sollen, so wird
die in die Kammer eintretende Tasche eine kleine Luftmenge, welche den Raum um den
zu verschließenden Behälter herum einnimmt, in die Kammer abgeben, wodurch der in
letzterer vorhandene Zustand gestört werden würde, wobei aber diese Tasche beim
Verlassen der Kammer oder beim Vorführen der Büchsen in die Abgabestelle den in
der Kammer herrschenden Zustand wieder dadurch herzustellen bestrebt ist, daß sie
eine Luftmenge abführt, die gleich derjenigen ist, die der Kammer durch die Tasche
beim Eintreten in letztere zugeführt wurde. Das rohrartige Glied 1:7 ist vorzugsweise
ein Gummischlauch, der im wesentlichen wie der Luftschlauch eines Luftreifens ausgebildet
ist; dieser Schlauch kann mit einer geeigneten Einrichtung, wie beispielsweise mit
einem Abschlußventi,l,versehen sein, um die Luft in dem Schlauch zurückzuhalten.
In den Schlauch wird Luft eingepumpt, so daß dessen Wandungen dicht mit den gegenüberliegenden
Flächen der Teile 66 und 126 des Gehäuses 14 bzw. des Abschlußorgans ig in Eingriff
treten, um den Raum zwischen diesen Flächen abzuschließen, so daß keine Luft entweichen
kann. Durch das Aufblasen dieses Schlauches werden die erwähnten beiden Teile voneinander
getrennt und die Flügel 125 des Abschlußorgans 1g auf die Umfangsfläche der Fördervorrichtung
17 zu bewegt. Diese Bewegeng
kann durch Kopfschrauben 126' begrenzt
werden, die mittels Gewinde mit dem Teil66 des Gehäuses 1d. in Eingriff treten,
und durch Einstellung dieser Schrauben kann der Druck auf die Fördervorrichtung
17 entsprechernd den Arbeitsbedingungen der Maschine begrenzt werden, so
daß ein im wesentlichen luftdichter Abschluß ohne eine ungünstige Reibung oder Beanspruchung
herbeigeführt werden kann. Die Flügel 125 des Abschlußorgans i9 treten mit der Umfangsfläche
der Fördervorrichtung 17 im wesentlichen über deren ganze Höhe und über eine Breite
in Eingriff, die an zwei gegenüberliegenden Punkten und längs einer Zone neben der
oberen und unteren Fläche bzw. oberhalb und unterhalb der Taschen etwas größer als
die Taschen 92 ist. Die Öffnung 65 hat hierbei eine solche Größe, daß wenigstens
eine der Taschen 92 jederzeit in Verbindung mit ihr steht.