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Koksofen Das Hauptpatent umfaßt auch eine solche Mehrfachanordnung
von Übergangskanälen, bei der die Zugvergleichmäßigung in dem waagerechten Sammelkanalstrang
jeder Heizwand an mehr als den zwei in der Zeichnung dargestellten Stellen erfolgt.
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Dadurch erfährt aber die schon durch doppelte Anordnung von überquerungskanälen
erzielte Verbesserung der Zugverhältnisse noch eine ganz erhebliche Vervollkommnung.
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Vorliegende Zusatzerfindung nutzt weitere in einer Erhöhung der Anzahl
der Kammerüberquerungen liegende Möglichkeiten aus.
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DieErfindung besteht darin, daßdieAbstände zwischen den über die Heizwandlänge
verteilten Überquerungskanälen im wesentlichen gleich lang sind und jeder Überquerungskanal
im wesentlichen nur die Gasströmung von und zu etwa der Hälfte derjenigen senkrechten
Heizzüge aufnimmt und zuführt, die sich zwischen dem betreffenden Überquerungskanal
und den beiden beiderseits von ihm liegenden gleichartigen Überquerungskanälen befinden,
die gegen die Heizwandenden zu liegenden überquerungskanäle aber einen im Sinn dieses
Verhältnisses verkürzten Abstand von den Heizwandenden haben.
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Mit den im vorstehenden gebrauchten Ausdrücke#n »im; wesentlichen«
und »etwa« sollangedeutet werden, daß am Wesen der Erfindung natürlich nichts geändert
wird, wenn geringe Abweichungen von den betreffenden genauen Abmessungen und Lagen
von vornherein vorhanden sind oder sich infolge des Betriebes herausbilden.
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Die Kammerüberquerungen überhaupt und erst recht die vielfachen Überquerungen
wurden zunächst als technisches Wagnis empfunden, zumal die praktischen Verhältnisse
der Entwicklung des Koksofens vielseitige Rücksichten zu vereinigen hatte. Man stand
zunächst noch im Banne der Vorstellung, daß die Durchbrechungen der Kammerdecken
durch die Querkanäle trotz vermehrter Einheiten aus Querkanälen und Sammelkanalabschnitten
möglichst zusammenzufassen seien, und eine solche Einstellung des Sachverständigen
war entsprechend den ganzen Verhältnissen des Koksofenbaues die nächstliegende.
Der
vorliegenden Erfindung gingen zahlreiche Versuchsausführungen voraus mit vielfachen,
mehr oder weniger ungleich langen Sammelkanälen und vielfachen überquerungen, die
nicht in gleichen Abständen voneinander, sondern zu je zweien hart nebeneinander
lagen. Diese Entwicklung fand durch die Erfindung einen Abschluß, der endlich vollen
Erfolg brachte.
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Man konnte sich ferner von der fest wurzelnden Vorstellung nicht leicht
losreißen, dal'# von laufender Bedienung der Regelungsschieber im Sammelkanalstrang
bei den Zugwechseln auch bei großer Vergleichmäßigung der Zugverhältnisse nicht
abgesehen werden dürfe. '-Nun hat sich herausgestellt, daß tatsächlich erst infolge
einer möglichst gleichmäßigen Verteilung vielfacher Kammerüberquerungen eine solche
regelmäßige Bedienung der Schiebersteine überflüssig wird. Allerdings ist es nicht
unzweckmäßig, von vornherein Regelungsschieber vorzusehen. Damit sind gewisse Kosten
verknüpft. Diese Kosten verschwinden aber gegenüber den laufenden großen Ausgaben,
welche die bisher für nötig gehaltene Schieberbedienung durch geschulte Leute .erfordert.
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Der Wegfall dieser laufenden Schieberbedienung ist aber nicht der
einzige außerordentliche Fortschritt, der sich als mit der vorliegenden Erfindung
verknüpft herausgestellt hat. , Ein weiterer schwerwiegender Fortschritt ist noch,
daß die Querwände im Sammelkanalstrang fortfallen können. Denn es hat sich gezeigt,
daß in einem ungeteilten Sammelkanalstrang bei der erfindungsgemäßen Verteilung
der Querkanäle die Zugverhältnisse sich von selbst richtig einstellen. Etwaige Hemmungen
durch Querkanäle sind ausgeschaltet.
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Vorteilhaft sind die Kammerüberquerungen im obigen Sinne in ungerader
Zahl, mindestens aber zu dreien, vorhanden.
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Vorteilhaft läuft die Batterielängsachse durch :eine Kammerüberquerung.
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Die Abbildungen entsprechen denen des Hauptpatents, abgesehen von
der in den beiliegenden Abbildungen dargestellten Neuerung.
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Der senkrechte Querschnitt nach Abb. i geht in der Längsrichtung durch
eine Kokskammer und ein Regeneratorenpaar in einer Ebene gemäß der Linie A-A in
Abb.2.
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Abb. z ist ein zusammengesetzter senkrechter Längsschnitt durch eine
Koksofenbatterie gemäß den Linie D-D und E-E in Abb. i und F-F in Abb.3.
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Abb.3 ist ein zusammengesetzter Querschnitt durch eine Koksofenbatterie
in Ebenen nach den Linien B-B und C-C in Abb. 2. i i sind die Heizwände mit den
Heizzügen 17, 12 die Kokskammern, 13 die Pfeilerwände und 22 die dazwischenliegenden
Wände sowie 18 die Regeneratoren, beiderseits der mittleren Trennungslängswand i
g.
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Die Vergrößerung der Zahl der Kammerüberquerungen hat noch den weiteren
Vorzug, daß durch die einzelnen Strecken des Sammelkanalstranges weniger Gasmedium
hindurchzuleiten ist und deshalb ein geringerer Kanalquerschnitt ausreicht.
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Diesen Vorteil nutzt zwar das Hauptpatent bereits aus, insbesondere
durch geringere waagerechte Bemessung der dort vorgesehenen Sammelkanalabschnitte
und zum Teil auch durch Niedrigerhaltung dieser Abschnitte.
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Wenn man nun aber, wie dargestellt, die Sohle des Samnielkanalstranges
näher gegen seine Decke heranzieht und die Verteilung der Kammerüberquerungen in
einem entsprechenden und mit Bezug auf die je zu bewältigende Gasmenge richtigen
Verhältnis vornimmt, wie dies aus den Zeichnungen ohne weiteres hervorgeht, so ergeben
sich außerdem die Vorteile, daß die Beheizung der Kokskammern noch höher hinaufgezogen
werden kann, ohne daß jedoch die wirksame Mauerwerkverstärkung zu geiten des obersten
Teiles der Kokskammer und darüber beeinträchtigt zu werden braucht.
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Man könnte sogar ohne Erhöhung des Ofens selbst die Höhe der Kokskammern
vergrößern, so daß man letztere gewünschtenfalls enger machen kann, was die Verkokung
sehr flüchtiger Kohlen erheblich erleichtert.
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Jeder der mindestens zu dreien zwischen zwei benachbarten Heizwänden
vermittelnden Überquerungskanäle arbeitet nur mit einer gewissen Strecke des waagerechten
Sammelkanalstranges einer Heizwand zusammen, ob diese Strecken nun durch Scheidewände
voneinander getrennt sind oder nicht; denn die Gasdruckverhältnisse werden durch
die entsprechende Vielfachanordnung von überquerungskanälen derart vergleichmäßigt,
daß sich eine natürliche Unterteilung des waagerechten Sammelkanalstranges ergibt.
Ganz von selbst grenzen sich die Einheiten des Systems mit Bezug auf den waagerechten
Sammelkanalstrang gegeneinander ab. Jede Einheit besteht aus einem Überquerungskanal
und den ihn abwechselnd beherrschenden und von ihm beherrschten einander gegenüberliegenden
Sammelkanalstrecken.
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Im dargestellten Beispiel ist deutlicherer Veranschaulichung halber
der Sammelkanalstrang als durch Querwände abgeteilt dargestellt, und zwar ist er
fünfmal in gleichen Abständen unterteilt. Daraus ergeben sich drei mittlere Abschnitte
25R und zwei seitliche
Abschnitte 25v, die alle im wesentlichen
gleich lang und einerseits je mit etwa einem Fünftel der Heizzüge 17 durch
die Übertrittsöffnungen 24 und andererseits je in ihrer Mitte mit einem Überquerungskanal
26a bzw. 261, verbunden sind.
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Die von der Oberseite der Ofendecke 15
aus durch die Arbeitsöffnungen
28 zugänglichen Schieber 27 können, wie gesagt, fehlen, da die Notwendigkeit von
Einstellungen der nffnungen 24 bei der sowieso vorhandenen vorzüglichen Strömungsverteilung
meistens kaum auftritt.
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Immerhin kann es vorteilhaft sein, den Betrieb des neuen Koksofens
so zu führen, daß der Zug in dem mittleren Teil des Sammelkanalstranges bzw. in
dem oder in den mittleren Sammelkanalabschnitten, den zugehörigen Heizzügen und
Kammerüberquerungen im wesentlichen unabhängig von der Zugregelung in den seitlichen
Teilen des Sammelkanalstranges bzw. in den seitlichen Sammelkanalabschnitten nebst
zugehörigen Heizzügen und Kammerüberquerungen geregelt wird. Die Gaszufuhrkanäle
29, 3o, die Verbindungskanäle 31 zu den Heizzügen und die Düsen 32 sind im wesentlichen
in der gleichen Weise angeordnet wie beim Hauptpatent.